Nephrolithiasis Flashcards
Nephrolithiasis Definition
Die Nephrolithiasis bezeichnet das Vorhandensein von Konkrementen (Steinen) in den Nierenkelchen oder im Nierenbecken
Ursachen und Risikofaktoren für eine Nephrolithiasis
🔹 Ungünstige Ernährung:
• Hoher Eiweiß-, Salz- und Oxalatgehalt (z. B. Fleisch, Spinat, Rhabarber, Nüsse)
• Geringe Flüssigkeitsaufnahme
🔹 Stoffwechselerkrankungen:
• Hyperkalziurie (z. B. durch Hyperparathyreoidismus)
• Hyperurikämie (Gicht)
• Zystinurie (genetisch bedingt)
🔹 Harnwegsinfektionen: Urease-produzierende Bakterien (Proteus, Klebsiellen) → Struvitsteine
🔹 Anatomische Anomalien: Nierenbeckenabgangsstenose, Hufeisenniere
Steintypen und Zusammensetzung bei der Nephrolithiasis
🔹 Kalziumoxalatsteine (ca. 75%)
• Häufigster Typ, oft durch Hyperkalziurie verursacht
• Röntgendicht (gut sichtbar!)
🔹 Struvitsteine (Infektsteine, ca. 15%)
• Durch Harnwegsinfektionen mit Harnstoff-spaltenden Bakterien
• Staghorn-Steine („Ausgusssteine“) → Füllen das Nierenbecken aus
🔹 Harnsäuresteine (ca. 10%)
• Häufig bei Gicht oder Azidose
• Röntgennegativ! (nur im CT sichtbar)
🔹 Zystinsteine (selten, ca. 1%)
• Genetische Störung der Zystin-Wiederaufnahme
• Schwach röntgendicht
Klinik (Symptome) bei der Nephrolithiasis
🔹 Plötzliche, kolikartige Flankenschmerzen
🔹 Ausstrahlung in den Unterbauch, Leiste oder Hoden/Labien
🔹 Übelkeit, Erbrechen
🔹 Makrohämaturie (blutiger Urin)
🔹 Dysurie, Pollakisurie (bei distalen Steinen im Ureter)
🔹 Fieber und Schüttelfrost bei sekundärer Infektion (urologischer Notfall!)
Nephrolithiasis
Diagnostik
📌 Körperliche Untersuchung:
• Klopfschmerz in der Flanke (positives Murphy-Zeichen der Niere)
• Abwehrspannung im Abdomen möglich
🩺 Labor:
• Hämaturie im Urin
• Kreatinin zur Nierenfunktionskontrolle
• Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) → Bei Infektzeichen unbedingt abklären!
📟 Bildgebung:
• Sonographie: Nierenstauung sichtbar, aber Steine oft nicht
• Röntgen-Abdomen: Kalziumsteine sind sichtbar
• CT ohne Kontrastmittel (Goldstandard) → Alle Steine nachweisbar
Therapie bei der Nephrolithiasis
🔹 Konservativ (bei kleinen Steinen <5 mm)
• Viel trinken, körperliche Bewegung
• Spasmolytika (z. B. Butylscopolamin), Analgetika (NSAR, Metamizol)
• Tamsulosin (α1-Blocker) → Fördert Steinabgang
🔹 Interventionell (bei größeren oder festsitzenden Steinen)
• ESWL (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) → Zertrümmerung kleinerer Steine
• URS (Ureterorenoskopie) → Entfernung von Uretersteinen
• PCNL (perkutane Nephrolitholapaxie) → Bei großen Nierensteinen
🔹 Notfall-OP (absolute Indikationen)
• Urosepsis (Fieber, Schüttelfrost, Sepsiszeichen)
• Anurie (Harnstau beidseits oder bei Einzelniere)
• Therapierefraktäre Schmerzen
Prävention und Patientenberatung bei der Nephrolithiasis
✅ Viel Flüssigkeit trinken (>2,5 Liter/Tag)
✅ Salz- und fleischarme Ernährung
✅ Kalziumreich, aber oxalatreduziert essen
✅ Regelmäßige Bewegung
Patientenaufklärung von einer Nephrolithiasis
Nierensteine entstehen durch eine Ansammlung von Mineralien im Urin. Sie können zu starken Schmerzen führen, wenn sie sich lösen und in den Harnleiter wandern. Kleinere Steine gehen oft von selbst ab, größere müssen zertrümmert oder entfernt werden. Eine gute Flüssigkeitsaufnahme und eine ausgewogene Ernährung helfen, neue Steine zu vermeiden.