HNO Tag 2 - Tag 57 Flashcards
juveniles Nasenrachenfibrom
Def, Epi, Klinik, Diagnostik, Prognose
- Gutartiges Angiofibrom (gefäßreiches Fibrom), das verdrängend wächst (Folge sind Knochendestruktionen)
Epi
- ausschließlich Jungs, meist ab dem 10. LJ
Symptome/Klinik
- Rezidivierendes, spontanes Nasenbluten (Epistaxis)
- Behinderte Nasenatmung (Rhinophonia clausa)
- Eitrige Nasensekretion
- knolliger Tumor (vom harten Gaumen ausgehend in den Nasopharynx hinein)
Diagnostik
- (Angio‑)MRT zur Beurteilung des Ausmaßes des Angiofibroms
- CT zur Beurteilung von Knochendestruktionen (z.B. Einbruch in die Orbita, Nasennebenhöhlen oder Fossa infratemporalis)
Prognose:
- häufig OP notwendig aber Rezidivneigung
- Spontanremission möglich

Glossitis rhombica mediana

lingua geographica

lingua plicata
Teilsymptom beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom

Himbeerzunge
Lackzunge
atrophe zunge
weiß belegte Zunge
Welche krankheiten
Himbeerzunge (Erdbeerzunge)
Stark gerötete und hervortretende Papillen der Zunge bei Scharlach oder Kawasaki-Syndrom
Lackzunge
Glatte, glänzende, rote Zunge bei Leberzirrhose
Atrophe Zunge
Bei perniziöser Anämie oder Eisenmangelanämie
Weiß belegte Zunge
Wegwischbar bei Mundsoor
Nicht wegwischbar bei Leukoplakie
Angina tonsillaris
Stadien
therapie
- *Angina catarrhalis** - nur Rötung
- *Angina follicularis** - Stippchen
- *Angina lacunaris** - Erosion des Epithels der Gaumenmandel mit konsekutiver Fibrinauflagerung
Therapie
Bei Streptokokkeninfekt:
- Antibiotikum (Penicillin V oder Aminopenicillin)
- Alternativ (bei Penicillinallergie): Makrolide (bspw. Clarithromycin oder Roxithromycin)
Tonsillektomie
- häufigste Komplikation Blutung aus der A. facialis
Pharynxkarzinom
Ätiologie, spezielle Assoziationen
synchrone und metachrone Zweitkarzinome
Prognose
Assoziationen
- Beim Nasopharynxkarzinom: Epstein-Barr-Virus-Infektion
- Beim Oropharynxkarzinom: Humane Papillomaviren-Infektion
- Erkrankungen, die mit einer Atrophie der Schleimhaut einhergehen: z.B. Plummer-Vinson-Syndrom (Atrophie der SH bei Fe-Mangel)
häufig zusammen
- Ösophaguskarzinome und Tonsillenkarzinome
- Hypopharynxkarzinome und Mundbodenkarzinome
- Larynx- und Bronchialkarzinome
Schlechte Prognose wegen früher Metastasierung
- 5-Jahres-Überlebensrate: 15-50%
Stimmlippenpolyp
Risikofaktoren, Epidemiologie, Lokalisation/Beschaffenheit, Klinik, Therapie
- Nikotin als Risiko
- Insbesondere Männer im 30.-50. Lebensjahr
- Häufigste gutartige Stimmbandänderung
Lokalisation/Beschaffenheit
- Einseitig kugelig
- Oft am Übergang von vorderem zum mittlerem Stimmbanddrittel
Klinik: Heiserkeit
Therapie: Endoskopische Abtragung

Stimmlippenknötchen
Ursache, Epi, Lokalisation/Beschaffenheit, Klinik, Therapie
- Stimmbandüberlastung (z.B. Lehrer, Erzieher, Parteiredner)
- Epidemiologie: Insbesondere Frauen im 15.-45. Lebensjahr
- Lokalisation/Beschaffenheit
- Am Ort der höchsten Schwingungsamplitude zwischen vorderem und mittlerem Drittel der Stimmlippe
- Beidseitige, gegenüberliegende stecknadelkopfgroße Verdickungen
- Klinik: Heiserkeit, die bei Stimmbelastung weiter zunimmt
-
Therapie
- Zunächst Stimmschonung und Logopädie
- Bei Persistenz mikrochirurgische Abtragung

Intubationsgranulom
Ursache, Epi, Lokalisation/Beschaffenheit, Klinik, Therapie
- Bildung von Granulationsgewebe durch eine Druckläsion nach längerer endotrachealer Intubation
- Epidemiologie: ♀>♂
- Lokalisation/Beschaffenheit
- Häufig beidseitig
- Im dorsalen Drittel der Stimmlippen, im Bereich der Aryknorpel (am offenen V)
- Klinik: Heiserkeit Tage bis Wochen nach mehrtägiger Beatmung mit endotrachealer Intubation
- Therapie: Vollständige mikrochirurgische Entfernung

Mediane Halszyste
Definition, Klinik, Manifestationsalter, Lokalisation
- Überreste des Ductus thyreoglossus aus der Embryonalentwicklung.
Klinik:
- Schluckverschiebliche, prallelastische Schwellung unter der Haut
- (sekundäre Fistelbildung möglich)
Manifestationsalter:
- Von Geburt an vorhanden,
- symptomatisch meist vor dem 5. Lebensjahr
Lokalisation
- In der Mittellinie zwischen Foramen caecum und Kehlkopf gelegen
- Enge Lagebeziehung zum Zungenbein (Os hyoideum

laterale Halsfistel
Definition, Klinik, Anatomische Lagebeziehungen
- Überrest des Sinus cervicalis
Klinik
- Von Geburt an bestehende äußerliche Hautöffnung am seitlichen Hals (durch eine Fistel an die Körperoberfläche)
- Stets äußere Hautöffnung am Vorderrand des M. sternocleidomastoideus
- Enge Lagebeziehung zur Karotisgabel
- Eine innere Öffnung ist möglich: Meist in die Fossa tonsillaris (gelegentlich in den Sinus piriformis)

Hunter-Glossitis
B12-Mangel führt zu einer Atrophie der Zungenschleimhaut, die sich klinisch glatt-rot und brennend darstellt.
Angina agranulocytotica
Lokalbefund, Besonderheiten
Schmutzige Nekrosen der Gaumenmandel
Starker Foetor ex ore
Im Rahmen der Agranulozytose auftretend
Tonsillektomie kontraindiziert
Angina Plaut Vincenti
Erreger, Befund, Sonstiges
auch Angina ulcero-membranacea
Erreger
- Treponema vincentii, Fusobacterium nucleatum
- synergistische Mischinfektion
Befund:
- Ausgeprägter Lokalbefund
- Stets einseitige Veränderung der Gaumenmandel
- Ulzeröse Veränderung der Gaumenmandel mit Schluckbeschwerden
- Starker Foetor ex ore
Sonstiges
- Geringe Allgemeinsymptomatik

Angina Ludovici
Befund, Klinik
- Mundbodenabszess oder -phlegmone
- Schluckbeschwerden, Kieferklemme
- Schwellung und Bewegungseinschränkung der Zunge

Angina specifica
Erreger, Klinik
Erreger:
- (Syphilis) Treponema pallidum
Klinik:
Stadium 1: Bläschen in der Mundhöhle, ulzeriert im Verlauf
Stadium 2: Schwellung und rote Verfärbung der Tonsillen, kleine dunkelrote Enantheme, später Papeln
Stadium 3: Schmerzloses Gumma
Pharynxkarzinom
Hypo- und Oropharynxkarzinom
TNM
T1 -
- < 2cm
- Hypopharynx-Ca: 1 Unterbezirk
T2 -
- 2-4cm
- Hypopharynx-Ca: > 1 Unterbezirke
T3 -
- > 4cm
- Hypopharynx-Ca:fixierter Hemilarynx
- Oropharynx-Ca: Ausbreitung linguale Fläche der Epiglottis
T4 -
- Nachbarstrukturen
N1 -
- 1 LK < 3cm ↑ Supraclaviculargrube
N2 -
- 1 LK 3-6 cm oder
- > 1LK <6cm ↑ Supraklavikulargrube
N3 -
- >6cm oder
- Befall der supraclaviculären Lymphknoten
Nasopharynxkarzinom
TNM
T1
- Oropharynx und/oder Nasenhöhle
T2
- Parapharyngeale Ausbreitung
T3
- Infiltration der knöchernen Schädelbasis oder
Infiltration der Nasennebenhöhlen
N1
- < 6cm und
- nur ipsilateraler Befall der zervikalen Lymphknoten oder
- nur Befall der retropharyngealen Lymphknoten (uni- oder bilateral)
N2
- Größe: Lymphknoten ≤6cm und Bilateraler Befall kranial der Supraklavikulargruben
N3
- Lymphknoten ≥ 6cm oder
Befall der supraklavikulären Lymphknoten
Pharynxkarzinom
Therapie
Prognose
Primäre Operabilität vorhanden:
- Operative Entfernung im Gesunden, i.d.R. + Entfernung der zervikalen Lymphknoten (Neck dissection)
- Ggf. + adjuvante Radiatio und Chemotherapie (z.B. mit Cisplatin, Carboplatin oder 5-FU)
- Ggf. Einsatz von mikrochirurgischen Verfahren (CO2-Laser)
Keine Operabilität vorhanden bzw. auf Wunsch des Patienten:
- Primäre Strahlentherapie oder Radiochemotherapie
Prognose
- 5-Jahres-Überlebensrate: 15-50%
- Hypopharynx-Ca schlechteste Prognose (spät symptomatisch)
- HPV-positive Tumoren sind prognostisch günstiger und sprechen besser auf Chemotherapie und/oder Radiatio an
Parese des N. laryngeus superior
Ausfälle, Laryngoskopiebefund, Klinik
Ausfall:
- M. cricothyroideus (Externus)
Laryngoskopie:
- Schlaffe Stimmlippe auf der betroffenen Seite, Stimmlippen sind normal beweglich
Klinik
Dysphonie mit Störung der hohen Töne beim Sprechen
Internusschwäche
Definition, Laryngoskopie, Klinik
Definition:
Beidseitige Schwäche der Mm. vocales (werden durch den jeweiligen N. recurrens versorgt)
Laryngoskopie:
Ungenügender Stimmlippenverschluss mit länglichem, ovalen Stimmlippenspalt in Phonationsstellung
Klinik:
Dysphonie
Transversusschwäche
Definition, Laryngoskopie
Definition:
Beidseitige Schwäche des M. arytenoideus transversus
Laryngoskopie:
Dorsaler dreieckiger Spalt der Stimmlippen im Bereich der Aryknorpel

Pachydermie
was dat denn ?
Warzenförmige Epithelveränderung
Präkanzerose der Larynxschleimhaut
Sjögren-Syndrom
Ätiologie
Ätiologie:
- Primär = Idiopathisch
- Rheumatoide Arthritis
- Kollagenosen: Systemischer Lupus erythematodes, systemische Sklerodermie
- Chronisch aktive Hepatitis (Hepatitis B, Hepatitis C), Primär biliäre Zirrhose (PBC)
Sjögren Syndrom
Klinik
lokal:
- Sicca Syndrom (trockener Mund, trockenes Auge)
systemisch:
- Arthritis
- sekundärer Raynaud
- Vasculititis (Purpura, Urtikaria, Glomerulonephritis)
- ZNS- Beteiligung möglich
- generalisierte LK-Beteiligung (Pseudolymphom → Entartung möglich)
- selten: Lunge, Leber, Niere
Sjögren-Syndrom
Diagnostik
Blut:
Allgemein: BSG↑
Fakultativ: Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie
- Spezifisch (Immu)
- SS-B (=La)-Antikörper und SS-A (=Ro)-Antikörper (ca. 70% der Fälle)
- Antikörper gegen Epithelzellen der Speicheldrüsen
- Unspezifisch (Immu)
- Erhebliche Hypergammaglobulinämie
- Rheumafaktoren positiv (etwa 50% der Fälle)
- ↑ ANA-Titer
Auge
- Schirmer-Test: Verringerte Tränensekretion
- Spaltlampenuntersuchung
HNO
- Saxon-Test zur Messung der Speichelproduktion (schwämmchen wiegen)
Histo
- Biopsie aus der inneren Lippenschleimhaut (oder vergrößerter Speicheldrüse)
- Sialadenitis mit dichten lymphozytären Infiltraten
Parotis-Sonographie
- Wolkenartige Struktur mit abwechselnd echoreichen und zystisch-echoarmen Strukturen

Landau-Kleffner-Syndrom
erworbene Aphasie mit Epilepsie
Sprachentwicklung bis zum 3. Lebensjahr zunächst normal
Kinder verlieren anschließend aber (zwischen dem 3. und dem 7. Lebensjahr) sowohl die rezeptiven als auch die expressiven Sprachfähigkeiten.
Hörgerät Indikationen
- Ab einer Hörminderung auf dem besser hörenden Ohr von ≥30 dB in dem Frequenzbereich von 500-3000 Hertz
- Diskriminationsverlust für Einsilber von ≥20% bei einer Sprachlautstärke von 65dB
Caisson-Krankheit
Synonym, Definition, Risikofaktoren, Einteilung, Therapie
= Dekompressionskrankheit
Definition:
- Zu schnelles Auftauchen aus zu großer Tiefe bzw. bei zu kurzen Sicherheitsstopps (Aufstiegspausen) → Risikofaktor: Übergewicht
- Ausperlen gelöster Gase (Stickstoff) im Gewebe und in Gefäßen (Gasembolie)
Einteilung
Dekompressionskrankheit Typ I
- Typischerweise Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Juckreiz der Haut (Taucherflöhe)
Dekompressionskrankheit Typ II
- Gasblasen im Bereich des Gehirns, des Rückenmarks, dem Innenohr
- Mögliche Symptome: Paralysen, Sprachstörungen, Hörminderung, Schwindel
Therapie: Rekompression in einer Druckkammer