Interdepenztheorie Flashcards
Was ist der Gegenstand der Interdepenztheorie?
Es handelt sich um eine umfassende Theorie zur Erklärung menschlicher Interaktionen
Von wem stammt die Interdepenztheorie und wann?
Von Thibaut und Kelley (1959)
Welche grundlegenden Erklärungsprinzipien spezifiziert die Interdepenztheorie?
1) Das Prinzip der Stuktur
“objektive” Merkmale der Situation
2) Das Prinzip der Transformation
wie Personen die Situation subjektiv wahrnehmen
3) Das Prinzip der Interaktion
determiniert durch interagierende Personen und Merkmale der Situation
4) Das Prinzip der Adaption
wiederholte Interaktionserfahrungen führen zur Annahme spezifischer Transformationen in ähnlichen Situationen
Interdepenztheorie
Beziehung & Interaktion
Interaktionsbegriff als zentrales Bestimmungsstück von Beziehungen
Interaktionen wiederum sind durch wechselseitigen Einfluss gekennzeichnet
Interdepenztheorie
Konsequenzen von Interaktionen
Personen erzielen einen Nutzen aus Interaktionen
Interaktionen sind mit Kosten verbunden
Nutzen und Kosten lassen sich auf eine gemeinsame psychologische Skala der Ergebnisqualität bringen
Interdepenztheorie
Formalisierung von Interaktionsergebnissen durch Interaktionsmatrizen

Interdepenztheorie
Determinanten von Belohnungen und Kosten
Exogene Determinanten
(z.B. individuelle Bedürfnisse und Werte)
Die Belohnung (Befriedigung dieser Bedürfnisse) hängt ab
a) vom eigenen Verhalten
b) Verhalten des Interaktionspartners
Endogene Determinanten
(Passung der Handlung der Interaktionspartner)
Interdepenztheorie
Bewertung von Interaktionen
Vergleichsniveau (comparison level, CL):
Der interne Standard, um auf der Grundlage der Interaktionsergebnisse zu beurteilen, ob eine Beziehung attraktiv oder befriedigend ist
CL ergibt sich aus der Erwartung einer Person, welche Ergebnisse ihr ihrer Meinung nach zustehen, was sie zu verdienen glaubt
Interdepenztheorie
Bewertung von Interaktionen
Vergleichsniveau für Alternativen
Vergleichsniveau für Alternativen (comparison level for alternatives, CLalt:
Ein externer Standard, um auf der Grundlage der Interaktionsergebnisse zu beurteilen, ob es sich lohnt die Beziehung aufrechtzuerhalten oder diese zu verlassen
CLalt ergibt sich aus dem Vergleich mit erwarteten Interaktionsergebnissen in Beziehungen mit anderen Interaktionspartner
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
- Level of dependence
- Mutuality of dependence
- Basis of dependence
- Covariation of interests
- Temporal structure
- Information availability
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
Level of dependence
Comfort versus discomfort with dependence
comfort versus discomfort with independence
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
Mutuatlity of dependence
Comfort versus discomfort with vulnerability (as dependent)
Comfort versus discomfort with responsibility (as power holder)
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
Basis of dependence
Dominance (leading) versus submissiveness (following
Assertiveness versus passivity
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
Covariation of interests
Prosocial versus self-interested motives (rules for self)
Trust versus distrust of partner motives (expectations about others)
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
Temporal structure
Dependability versus unreliability
Loyalty versus disloyalty
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Struktur (“the situation”)
Information availability
Openness versus need for certainty
Optimism versus pessimism
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Transformation (what people make of “the situation”)
Die Theorie unterscheidet zwischen
a) gegebener Situation, in der die Präferenzen durch das Eigeninteresse definiert sind
b) der effektiven (psychologischen) Situation, in der die Präferenzen durch Berücksichtigung der Interessen des Partners, langfristige Ziele oder strategische Überlegungen definiert werden
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Einflussfaktoren im Transformationsprozess
Kognitionen und Affekt (z.B. fear and greed)
soziale Wertorientierungen (z.B. Kooperation, Wettbewerb, individuelle Nutzenmaximierung)
Selbstpräsentationen
Attributionen
Interdepenztheorie
Zentrale Annahmen
Prinzip der Adaption
Habituelle Verhaltensreaktionen nach wiederholten Erfahrungen mit ähnlichen Reaktionen