Neuroanatomie 2 Flashcards
Hirnnerven III-XII
- gehören zum PNS
- verbinden sich mit Rautenhirn
Rautenhirn
Pons & Medulla oblongata
Was sind die I. & II. Hirnnerven (anatomisch) und was machen sie?
- Ausstülpungen des Telencephalons bzw. Diencephalons –> ZNS
- Hirnnerven leiten efferenten (motorischen) Input oder afferenten (sensorischen) Input vom/zum Gehirn (Ausnahme Arm/Bein)
Was ist der I. Hirnnerv und ist Ausstülpung von was?
- N. olfactorius
- Ausstülpung des Telencephalons, Bulbus olfactorius und Tractus olfactorius
- Von Meningen (Hirnhäuten) umhüllt, ergo, ZNS
Was ist der II. Hirnnerv und ist Ausstülpung von was?
- N. opticus
- Ausstülpung des Diencephalons
- Augenblasenstiel des Zwischenhirns wird zum Optikvern
Woraus bestehen Faserbündel?
Nervenzellfasern = Axone sind also Teile der weißen Substanz
Was für Nervenzellfasern gibt es? (3)
- Assoziationsfasern (Fibrae associationes)
- Kommussurenfasern (Fibrae commussurales)
- Projektionsfasern
Was sind Assoziationsfasern (Fibrae associationes)?
Fasern zwischen Cortex-Arealen derselben telencephalen Hemisphäre oder benachbarter Gyri (Fibrae arcuatae cerebri).
(Nur mit spezieller Technik DTI zu sehen)
Was sind Kommissurenfasern (Fibrae commissurales)?
Fasern, die die beiden Hemisphären verbinden Corpus callosum
Was sind Projektionsfasern?
Fasern, die Hirnabschnitte unterschiedlicher Höhenlokalisationen verbinden, z.B. vom motorischen Cortex zur Medulla spinals (Rückenmark), Capsula Interna
Was sind Meningen?
Hirnhäute: Membranen, die das ZNS (Teil des Nervensystems, der vom Schädel und der Wirbelsäule umgeben ist) von Berührung mit Knochen schützt.
Was für Meningen gibt es? (3)
- Dura Mater (harte Hirnhaut)
- Arachnoidea mater encephali (Spinnenhaut)
- Pia mater (weiche Hirnhaut)
Dura Mater Charakteristika/Location
- harte Hirnhaut, außen
- Bildet feste, unelastische Tasche um Gehirn, bzw. Rückenmark
Arachnoidea mater encephali Charakteristika/Location
- Spinnenhaut, ähnelt Spinnennetz, unter Dura mater & Subduralraum
- Bei Verletzung von Blutgefäßen in diesem Bereich kann sich hier Blut ansammeln (subdurales Hämatom) - Blutklumpen –> Störung von Gehirnfunktionen, da darunterliegende ZNS-Teile zusammengedrückt werden
- Blutklumpen behandelt durch Loch in Schädel –> Blutableitung
Pia mater Charakteristika/Location
- weiche Hirnhaut, direkt auf Gehirn unter Subarachnoidalraum
- Enthält viele Blutgefäße
- Gefüllt mit farbloser, salzhaltiger Flüssigkeit = Liquor cerebrospinalis (Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit)
Liquor cerebrospinalis (Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) füllt:
- den Subarachnoidalraum
- den Zentralkanal
- die 4 Ventrikel
Liquor cerebrospinalis (Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) Hauptfunktion:
Schutz des Gehirns vor mechanischen Stößen - Gehirn schwimmt im Kopf
4 Gehirn Ventrikel für Flüssigkeit:
- 2 Seitenventrikel
- Ventrikel innen vorne (Aquädukt zum 4.)
- Ventrikel unten
Benennungen: Furchen/Erhebungen
- Furchen: Suclus/Sucli
- Erhebungen: Gyrus/Gyri
Gehirnlappen (Lobulus): (4)
- Frontal
- Parietal
- Okzipital
- Temporal
Cerebraler Kortex:
Outer layer that lies on top of cerebrum
Primäre sensorische Gehirnareale erhalten sensorische Information (Nervenimpulse) aus dem … und sind die erste … für …
1 - Thalamus (Diencephalon)
2 - zerebrale Station (Kortex)
3 - Verarbeitung sensorischer Information
Primäre sensorische Gehirnareale Nervenzellen sind wie angeordnet?
Entsprechend der physikalischen Eigenschaften ihrer zugehörigen Sinneszellen
–> Verarbeitung folgt entsprechend dieser Anordnung
Auditorische Anordnung Nervenzellen (Prim. sens. Gehirn)
Anordnung nach Tonhöhe wie in der Cochlea (=Hörschnecke) im Temporallappen
Posterior: hohe Töne; Anterior: tiefe Töne
Visuelle Anordnung Nervenzellen (Prim. sens. Gehirn)
Sortierung nach oben/unten/links/rechts entsprechend Gesichtsfeld, sowie Helligkeit/Kontrast
Somatosensorische Anordnung Nervenzellen (Prim. sens. Gehirn)
Verarbeitung nach Körperteilen (Homunculus)
Sekundäre sensorische Gehirnareale erhalten … und verarbeiten …
1- vorverarbeitete sensorische Information aus den primären sensorischen Arealen
2 - Infos weiter => komplexere/höhere Verarbeitung
Höhere Verarbeitung (sek. sens. Gehirn): Auditorisch, Visuell und Somatosensorisch
Aud: Sprache/Geräuschinterpretation
Vis: Farbe, Form, Bewegung
Som: Objekt-Textur (glatt/rau) und Größe des berührten Objekts
Parietaler Assoziationskortex Funktion (2 Steps)
1) Erhält Input von allen sensorischen Gehirnarealen => Assoziation (d.h. Integration) aller Sinnesreize: => Kommen Laut und Bild vom selben Ort? Bilden sie ein Objekt (Gebell und Hund)?
2. Weiterleitung der integrierten Information zu allen Untereinheiten des Präfrontalen Kortex u.a.:
a) Augenfeld => zielgerichtete Augenbewegung auf Objekt
b) DLPFC => Gedächtnisabgleich, Initiation zur Sprachproduktion
Präfrontaler Kortex (3 Regionen, und deren Funktionen)
- Dorsolateraler präfrontaler Kortex (DLPFC) - multisensorische Assoziation, Gedächtnis, Entscheidungsfindung, Emotionale Regulation
- Ventrolateraler präfrontaler Kortex (VLPFC) - exekutive Fkt (Sprachproduktion, Spiegelneurone) und höhere Gedächtnisfkt.
- Orbitofrontaler Kortex (OFC) - emotionale Regulation, Entscheidungsfindung, sekundärer Geruchskortex
Präfrontaler Kortex Funktion (2 Steps)
- Erhält Input vom parietalen Assoziationskortex
- Feedback (z.B. Initiation von motorischen Antworten, Emotionsregulierung) an alle Gehirnareale u.a.:
Broca-Areal
Augenfeld
Orbitofrontaler Kortex
Multisensorische Assoziationsareale Bedeutung
Parietale und präfrontale Assoziationsareale verarbeiten mehrere Sinnesmodalitäten (=multisensorisch)
Sensorische Pfade / Motorischer Pfad: Arten (6)
- Hörbahn (auditory pathway)
- Somatosensorische Bahn (somatosensory pathway)
- Gustatorische Bahn (gustatory pathway)
- Olfaktorische Bahn (olfactory pathway)
- Sehbahn (visual pathway)
- Pyramidenbahn
Hörbahn: Progression (Phat boy, 9 Steps)
- Auslenkung der Cilien durch die, von Schall ausgelösten, Wellenbewegungen der Endolymphe
- Depolarisation einer inneren Haarsinneszelle in der Cochlea (Hörschnecke) in Innenohr –> Ca2+ Kanäle öffnen
- Vesikel mit exzitatorischem NT verschmelzen und geben NT in den synaptischen Spalt ab (Glutamat)
- Anschließende postsynaptische Zelle erregt: Nervus cochlearis
- Erregung über Synapsen weitergeleitet bis zum primär auditorischen Kortex
- Bilaterale (beidseitige) Weiterleitung, wenn auch verstärkt kontralateral (gegenseitig)
- Zwischenstationen: Colliculus inferior (Mittelhirn) und Corpus geniculatum mediale (Thalamus)
- PAK: Aktionspotential wird verarbeitet – Tonhöhe, hohen Ton im posterioren Teil, tiefen Ton im anterioren Teil aktiviert
- PAK Aktivierung weitergeleitet an sekundären Auditorischen Kortex
–>Kann Sprachverarbeitung übernehmen (lateralisierte Funktion) wird dann als Wernicke Areal bezeichnet
–> SAK Aktivierung geht weiter in Assoziationsareale
Was ist Tonotopie?
Anordnung nach Frequenz oder Tonhöhe, wie auch in Cochlear
Somatosensorische Bahn (6 Steps)
- KONTRALATERAL
1. Touch Rezeptoren erkennen Stimulation –> AP
2. Rezeptorenaxone –> Dorsalhorn, Synapsen auf Wirbelneuronen, Dorsal Column hoch
3. Erste Synapse der ascending colum in Hinterstrangkern der Medulla oblongata
4. Output Medulla Innervation kontralateralen Thalamus
5. Thalamus
6. Primärsomatosensorischen Kortex
Gustatorische Bahn
- Geschmacksrezeptor-Zellen in der Zunge werden bei andocken von z.B. Glukose (süß) oder Einfluss von H+ (Proton von sauren Stoffen) depolarisiert
- EPSP/AP Weiterleitung über gehörige Nerven (VII (N. facialis), IX (N. glossopharyngeus), X (N. vagus)
- Durch Thalalmus zum prim. & sek. gustatorischen Kortex (sek. Teil der Insula)
Olfaktorische Bahn
- Geruchsmoleküle docken an die Cilien der olfaktorischen Rezeptoren im Nasenraum
- AP ausgelöst, Weiterleitung über Tractus olfaktorius (eig. Nerv) im Bulbus olfaktorius
- Prim. olf. Kortex in piriformen Kortex
- Sek. olf. Kortex in orbitofronalen Kortex
Sehbahn
- Am Boden der Retina werden die Photorezeptoren (Zapfen,Stäbchen) durch Photonen (Licht) angeregt
- Ausschüttung von Neurotransmitter => Aktionspotentiale können im Nervus opticus entstehen und weitergeleitet werden
- das visuelle System zeigt KONTRALATERALE (gegenseitige) Verarbeitung: Bilder aus dem linken visuellen Feld werden in der rechten Hirnhälfte ab dem Chiasma opticum verarbeitet.
Pyramidenbahn
- Nervenzellkörper im motorischen Kortex
- Ihre corticospinalen Axone verlaufen vom motorischen Kortex bis zum Rückenmark (= spinal) durchgängig über mehrere Zwischenstationen
- Im Gehirn bilden die Axone ein kortikales Faserbündel, welches Capsula interna genannt wird
- Sie ziehen weiter über den Pons und laufen an der Basis der Medulla oblongata zu einer Bahn zusammen = Tractus corticospinalis = Pyramidenbahn
- Pyramidenkreuzung: an der Grenze zwischen Medulla oblongata und Rückenmark (=> Kontralaterale Steuerung von Arm/Bein durch Motorcortex!)
- Rückenmark: umschalten auf Motoneurone des PNS
–>Arm/Bein wird angesteuert
Diencephalon: 3 Regionen
- Dorsal: Thalamus (Tor zum Bewusstsein, viele afferente (= aufsteigende sensorische) Nervenbahnen zum Großhirn. OLFAKTORISCHE BAHN NICHT
- Ventral-anterior: Hypothalamus (Wichtig für Homöostase–>Hormone), Gleichgewicht des Stoffwechsels: z.B. Temperaturregelung
- Ventral-posterior: Epiphyse (Glandula pinealis) - Steuerung Schlaf/Wachrhythmus über Hormon Melatonin
Limbisches System Funktion
- Reguliert Kampf-, Flucht-, Ernährungs-, Sexualverhalten Auslösung von Emotionen - Limbischer Ring
o Amygdala
o Hippocampus
o Fornix
o Cingulärer Cortex (Gyrus cingulum)
o Septum
o Mammillarkörper - Emotionaler Austausch mit Insula
o Die Insula (dt. Insel) integriert auch emotionale und somatosensorische, sowie vegetative Informationen
o Steht u.a. in engem Kontakt u.a. mit Gyrus Cingulum & Amygdala (limbisches System)
o auch Kontakt zu präfrontalem Kortex (Regulation) & Thalamus
o „emotionale“ Funktion: Verarbeitung von Ekelreizen (weiteres in VO-Einheit Emotion)
Basalganglien bestehen aus:
Putamen, Nucleus caudatus, Globus pallidus, Nucleus accumbens (Put&Nuc = corpus striatum)
Funktion der Basalganglien
- reibungslose, koordinierte Bewegungsabläufe (Wechsel von Inhibition/Erregung)
- Teil des Belohnungssystems, also Belohnungslernen, habituelles Verhalten, motivationales Verhalten
Basalganglien erhalten Input von:
Substantia nigra
Parkinson - Basalganglien
Bei „Fehlfunktion“ der Substantia nigra (dopaminerg) wird fehlerhafter Input (zu viel Erregung) an Basalganglien weitergeleitet