VL2 Flashcards

1
Q

Was waren die wirtschaftlichen Grundlagen des spätrömischen Reiches?

A

Die Wirtschaft basierte auf Landbesitz (villae), Sklavenarbeit, Manufakturen (fabricae) und Handel. Fernhandel spielte eine wichtige Rolle, u. a. durch Produkte wie terra sigillata.

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2
Q

Wie war das Steuersystem im spätrömischen Reich organisiert?

A

Es war ein differenziertes System, das vor allem auf der Grundsteuer beruhte. Konstantin I. führte das Münzsystem mit dem Goldsolidus ein, der 4,5 g Gold entsprach.

Die Grundsteuer - auch stipendium genannt - war eine der ältesten Abgaben Roms - vermutlich zunächst mit dem allgemeinen Tribut gleichgesetzt oder mit ihm verbunden - und wurde auf Basis des Grundvermögens erhoben.

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3
Q

Welche Bedeutung hatte Kaiser Konstantin (306-337) für das Christentum?

A

Konstantin legalisierte das Christentum 313 n. Chr. mit dem Toleranzedikt von Mailand und stärkte es durch das Konzil von Nicäa (325), das zentrale Glaubensinhalte festlegte.

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4
Q

Welche Maßnahmen setzte Kaiser Theodosius I. (379-395) zur Durchsetzung des Christentums?

A

Er erklärte 380 das Christentum zur Staatsreligion (Edikt Cunctos populos) und verbot 391–395 heidnische Kulte sowie Opferhandlungen.

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5
Q

Welche Faktoren führten zur Desintegration des Römischen Reiches?

A

Ursachen waren unter anderem die Expansion der Hunnen (375), die Plünderung Roms durch Alarich (410), die Eroberung Nordafrikas durch die Vandalen (429) und die zunehmende politische Zersplitterung.

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6
Q

Welche Rolle spielten ethnische Identitäten während der Desintegration?

A

Ethnische Gruppen waren heterogen und formten sich durch soziale Identifikation. Kulturelle Merkmale wie Sprache, Bräuche und Kleidung halfen, kollektive Identitäten zu schaffen.

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7
Q

Wie definierte Edward Gibbon den Untergang Roms?

A

In Decline and Fall interpretierte er den Untergang als moralischen und kulturellen Verfall des römischen Reiches, was jedoch als eurozentrisch und vereinfachend kritisiert wird.

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8
Q

Welche neuen Ansätze bietet die moderne Forschung zur Transformation der römischen Welt?

A

Sie sieht die Spätantike als eigenständige Epoche, geprägt von politischer, kultureller und religiöser Transformation, statt als bloße „Verfallszeit“. Beispiele: Peter Browns Konzept der Spätantike, das Forschungsprogramm „Transformation of the Roman World“ (1993–1997).

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9
Q

Wie definiert die moderne Forschung Migration? Was bedeutet dies für die Völkerwanderungszeit.

A

Migration ist eine räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunkts, die langfristige Ansiedlung und Integration umfasst. In der Völkerwanderungszeit bedeutete dies oft die Ansiedlung ganzer Gruppen in den Provinzen.

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10
Q

Welche strukturellen Veränderungen prägten den Übergang zum Frühmittelalter?

A

Bedeutungsverlust der römischen Identität, politische Zersplitterung des Westens, Christianisierung und der Zerfall des römischen Steuersystems.

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11
Q

Welche Bedeutung hatte das römische Heer für die Integration?

A

Das stehende Heer umfasste ca. 400.000–600.000 Soldaten. Viele von ihnen stammten aus barbarischer Herkunft (Auxilia). Das Heer war ein zentraler Motor der Integration durch die Vergabe des Bürgerrechts und die Mischung kultureller Identitäten.

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12
Q

Welche Naturfaktoren trugen zum Zerfall des Römischen Reiches bei?

A

Naturfaktoren wie Klimaveränderungen (Late Antique Little Ice Age), Vulkanausbrüche, Hungersnöte und die Justinianische Pest beeinflussten die gesellschaftliche Stabilität.

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13
Q

Warum wird der Begriff „Völkerwanderung“ kritisch gesehen?

A

Der Begriff suggeriert Homogenität von Gruppen, die in der Realität heterogen und durch soziale und kulturelle Prozesse geprägt waren.

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14
Q

Was versteht man unter dem Begriff „Germanen“ im Kontext der Spätantike?

A

Der Begriff „Germanen“ ist ein Konstrukt, das von römischen und später nationalistischen Historikern geprägt wurde. Es handelt sich nicht um eine zeitgenössische Selbstidentifikation der Gruppen, die als Goten, Vandalen, Sueben, Franken, Alemannen oder Burgunder bekannt waren.

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15
Q

Welche Beziehungen hatten Germanen und Römer?

A

Germanische Gruppen wurden oft als Auxiliartruppen ins römische Heer integriert. Viele Gruppen siedelten innerhalb des Reiches und übernahmen römische Bräuche, während sie ihre eigene Identität bewahrten.

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16
Q

Wie formten germanische Gruppen ethnische Identitäten?

A

Ethnische Identitäten basierten weniger auf biologischer Abstammung als auf kulturellen und sozialen Prozessen. Das „Wir-Gefühl“ entstand durch Eigen- und Fremdzuschreibungen, politische Allianzen und Mythenbildung.

17
Q

Welches Ereignis markiert den Beginn der sogenannten Völkerwanderung?

A

Die Expansion der Hunnen im Jahr 375, die Druck auf andere Gruppen ausübte und deren Migration auslöste.

18
Q

Was geschah in der Schlacht bei Adrianopel (378)?

A

Gotische Gruppen besiegten das römische Heer unter Kaiser Valens. Dies zeigte die militärische Schwäche des Römischen Reiches.

19
Q

Welches Ereignis markierte den Rückzug der Römer von Britannien?

A

Nach 407 zog die römische Armee von den britischen Inseln ab, was zur Einwanderung der Angelsachsen und der Verdrängung der britischen Bevölkerung führte.

Innere Konflikte: Das Römische Reich war zu dieser Zeit durch innere Machtkämpfe und barbarische Invasionen geschwächt.
Externe Bedrohungen: Rom benötigte Truppen für die Verteidigung des Kernlandes gegen die Westgoten und andere Feinde.
Aufgabe der Provinz: Britannien wurde als schwer zu haltender Außenposten betrachtet und aufgegeben.

20
Q

Was passierte 410 in Rom?

A

Die Plünderung Roms durch die Westgoten unter Alarich. Es war ein symbolisches Ereignis für den Zerfall der römischen Macht.

21
Q

Was ereignete sich 429 in Nordafrika?

A

Die Vandalen eroberten Nordafrika und gründeten ein Königreich, das zur wichtigen Macht in der Region wurde.

22
Q

Warum ist die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451) bedeutend?

A

Diese Schlacht beendete das Hunnenreich und zeigte die Allianzfähigkeit zwischen Römern und germanischen Gruppen gegen einen gemeinsamen Feind.

23
Q

Welche Ereignisse kennzeichnen die Eroberung Italiens im 5. Jahrhundert?

A

489: Die Ostgoten begannen die Eroberung Italiens unter Theoderich.
533/34: Kaiser Justinian I. eroberte das Vandalenreich in Nordafrika und Italien zurück.

24
Q

Wann und durch wen wurden Teile Italiens von den Langobarden erobert?

A

Die Langobarden eroberten 568 Teile Italiens und etablierten dort ein Königreich.