Seminar 8 Flashcards
Wie war die Hierarchie der Kirche im Mittelalter aufgebaut?
Papst: Oberhaupt der Kirche.
Kardinäle: Höchste Berater des Papstes und Wahlberechtigte.
Erzbischöfe: Leiter von Kirchenprovinzen.
Bischöfe: Oberste kirchliche Autorität in den Diözesen.
Äbte und Äbtissinnen: Leitung von Klöstern.
Priester, Mönche und Nonnen: Lokale Seelsorge und religiöses Leben.
Kirchenvolk: Basis der christlichen Gemeinschaft.
Was war der „Dictatus Papae“ von 1075, und was beinhaltete er?
Der Dictatus Papae war ein Dokument von Papst Gregor VII., das die universelle Macht des Papstes darlegte:
Der Papst kann Kaiser absetzen.
Der Papst steht über allen weltlichen Herrschern.
Der Papst darf Bischöfe absetzen und ernennen.
Die römische Kirche irrt niemals.
Warum war der Dictatus Papae besonders kontrovers?
Er stellte die kirchliche Autorität über die weltliche Macht, was direkte Konflikte mit Kaisern und Königen auslöste.
Die Behauptung päpstlicher Unfehlbarkeit (Punkt 22) wurde von vielen als überzogen angesehen.
Wer war Papst Gregor VII., und welche Reformen führte er ein?
Gregor VII. (*1025/30 – †1085) war ein bedeutender Kirchenreformer:
Contra Simonie: Bekämpfte Ämterkauf.
Contra Laieninvestitur: Setzte sich gegen die Einsetzung von Bischöfen durch weltliche Herrscher ein.
Pro Zölibat: Fördete das Priesterzölibat.
Stärkte den Zentralismus in der Kirche.
Was war der Investiturstreit?
Ein Konflikt zwischen Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV. über die Frage, wer das Recht habe, Bischöfe einzusetzen. Er führte 1077 zum Gang nach Canossa, bei dem Heinrich IV. Vergebung suchte.
Was war das Ergebnis des Investiturstreits?
Der Streit wurde 1122 mit dem Wormser Konkordat beigelegt:
Der Papst erhielt das alleinige Recht zur Einsetzung von Bischöfen.
Der Kaiser durfte jedoch eine weltliche Investitur vornehmen.