VL14 Flashcards
Was war der „Schwarze Tod“ (ab 1347)?
Pestpandemie von 1347–1353:
Geschätzte 25 Millionen Tote (ca. 1/3 der europäischen Bevölkerung)
Erreger:
Yersinia pestis
Verbreitungswege:
Beulenpest:
Übertragung durch Rattenflöhe.
Lungenpest:
Tröpfcheninfektion
Weitere Pestwellen:
1361–1363 (sogenannte „Kinderpest“)
Welche sozialen Folgen hatte die Pest?
Rückzug und Isolation:
Viele Menschen zogen sich zurück, um Ansteckung zu vermeiden.
Schrankenlosigkeit:
Hedonismus und Missachtung von Moralnormen.
Gesetzlosigkeit:
Zusammenbruch von Verwaltung und Rechtsdurchsetzung.
Vernachlässigung der Krankenpflege:
Kranke wurden oft sich selbst überlassen.
Veränderung von Bestattungsritualen:
Massenbegräbnisse, Aufgabe traditioneller Riten.
Wie reagierte die Gesellschaft auf die Pest?
Geißlerbewegung:
Bußprozessionen mit Selbstgeißelung als Versuch, Gottes Zorn zu besänftigen.
Judenpogrome:
Anschuldigungen: Juden hätten Brunnen vergiftet, um die Christen zu töten.
Gewaltwellen:
Massenmorde an jüdischen Gemeinden, besonders entlang des Rheins.
Kritik:
Zeitgenössische Quellen wie Konrad von Megenberg zweifelten an den Anschuldigungen.
Wie beeinflusste das Klima die Krisenzeit?
Kleine Eiszeit (ab ca. 1300):
Abkühlung des Klimas führte zu Missernten und Hungersnöten.
Chronik von Neuburg (Österreich):
1338–1348: Serie von Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Hagel, Erdbeben).
Interpretation: Naturkatastrophen wurden oft als Zeichen göttlichen Zorns gedeutet.
Fazit: Krise oder Aufbruch?
Spätmittelalter als Zeit der Widersprüche:
Einerseits Krisen: Seuchen, Hungersnöte, Kriege, soziale Unruhen.
Andererseits Impulse für Veränderungen:
Gesellschaftlicher Wandel, neue Religionsbewegungen, Anfänge der Renaissance.