Seminar 2 Flashcards

1
Q

Was sind die drei Hauptteile einer mittelalterlichen Urkunde?

A

Mittelalterliche Urkunden können je nach Aussteller, Adressat und Zweck der Urkunde folgende Elemente enthalten:

Einleitung: Invocatio, Intitulatio, Inscriptio, Arenga.

Hauptteil: Narratio, Dispositio, Clausulae.

Schluss: Corroboratio, Subscriptio, Monogramm, Apprecatio.

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2
Q

Was ist das Invocatio?

A

Die Anrufung Gottes, oft in der Form eines christlichen Symbols oder Satzes, z. B. „In nomine sanctae et individuae trinitatis“.

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3
Q

Was ist die Intitulatio?

A

Der Name und Titel des Ausstellers, z. B. „Karolus, dei gratia rex Francorum“.

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4
Q

Was ist die Inscriptio?

A

Die Adresse der Urkunde, die angibt, an wen sie gerichtet ist, z. B. „universis fidelibus nostris“ (an alle Getreuen).

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5
Q

Was ist die Narratio?

A

Der Teil, der die Umstände schildert, die zur Ausstellung der Urkunde geführt haben. Beispiel: „Da unsere Getreuen uns über den Streit um das Land X informiert haben …“.

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6
Q

Was ist die Dispositio?

A

Der wichtigste Teil der Urkunde, in dem die rechtliche Verfügung oder der Kern der Botschaft formuliert wird. Beispiel: „Wir verleihen dem Kloster Y das genannte Land für immer.“

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7
Q

Was ist die Sanctio?

A

Die Sanktion oder Strafandrohung gegen diejenigen, die der Verfügung zuwiderhandeln, z. B. „Wer dies missachtet, wird unter Kirchenbann gestellt.“

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8
Q

Was ist die Subscriptio?

A

Die Unterschrift des Ausstellers oder der Ausfertigende, oft in Form einer formelhaften Bekräftigung, z. B. „Ego Karolus subscripsi.“

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9
Q

Was gehört zur Datierung einer mittelalterlichen Urkunde?

A

Der Ort der Ausstellung.

Das Datum in einem oft komplexen, kirchlich geprägten Stil, z. B. „Gegeben am sechsten Tag vor den Iden des März im Jahr des Herrn 1212“.

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10
Q

Welche Funktion hat das Signet oder Monogramm?

A

Es ist ein graphisches Zeichen oder Siegel, das die Authentizität der Urkunde bestätigt.

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11
Q

Welche Rolle spielt das Siegel in einer mittelalterlichen Urkunde?

A

Das Siegel dient als äußeres Zeichen der Beglaubigung und garantiert die Echtheit der Urkunde.

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12
Q

Was ist die Corroboratio in einer mittelalterlichen Urkunde?

A

Die Corroboratio ist die Bekräftigungsklausel, die die Gültigkeit und Verbindlichkeit der Urkunde betont. Sie verweist meist auf das Siegel oder andere Beglaubigungsmittel, die die Echtheit der Urkunde garantieren sollen.

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13
Q

Was ist Promulgatio?

A

Definition: Eine Bekanntmachungsformel, die die Öffentlichkeit der Verfügung betont.
Beispiel: „Notum sit omnibus fidelibus“ (Allen Getreuen sei bekannt).
Funktion: Signalisiert, dass die Verfügung nicht privat, sondern für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

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14
Q

Was ist Arenga?

A

Definition: Eine präambelartige Einleitung, die die rechtliche oder moralische Grundlage der Urkunde darlegt.
Beispiel: „Da wir Gerechtigkeit und Frieden fördern wollen …“
Funktion: Legitimation der Entscheidung, oft mit religiösen oder moralischen Argumenten untermauert.

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15
Q

Was ist das Exordium?

A

Definition: Eine kurze formelhafte Einleitung zur Würdigung der Handlung.
Beispiel: „Ego Karolus divina favente gratia imperator augustus …“ (Ich, Karl, durch die Gnade Gottes Kaiser).

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16
Q

Was sind Clausulae (Sonderklauseln)

A

Definition: Besondere rechtliche Anweisungen oder Absicherungen, die oft an das Ende der Urkunde gesetzt werden.
Beispiele:
Heiliger Eid: Verpflichtung zur Einhaltung der Verfügung.
Exkommunikationsdrohung: Religiöse Strafe für diejenigen, die gegen die Verfügung verstoßen.