2. Kapitel Flashcards
Was lässt sich zu Platons Leben sagen?
- 428 -348 Leben
- Bekanntschaft mit Sokrates, in der Folge endgültige Distanzierung von der Politik
- Gründung der „Akademie“
- Sizilienreisen
- seine Werke alle überliefert (Echtheit aber umstritten) -> aufgeteilt in Frühdialoge, Mittlere Dialoge, Spätdialoge
Was sind die zentralen Aussagen Platons bezogen auf die Glückseligkeit?
- Annahme, dass alle Menschen von Natur aus danach streben, glücklich zu werden
- Glückseligkeit (eudaimonia) = intrinsisches Gut -> wird um seiner selbst willen begehrt
- Endziel des menschlichen Handelns
- Frage worin G besteht & wie sie zu erreichen ist bleibt offen -> eudämonistische Ethiken
- Frage nach gelungenen Leben -> aus egozentrischen Perspektive gestellt (was ist für Handelnde gut & vorteilhaft ist)
Was ist die sophistische Herausforderung?
- Kritik des traditionellen Gerechtigkeitsverständnisses vor dem Hintergrund der Entgegensetzung von physis & nomos
- Zweifel an der Vereinbarkeit von Glück & (traditionell verstandener) Gerechtigkeit
-> 1.: v.a. Bei Kallikles & Thrasymachos
-> 2.: glücklicher, wenn man ungerecht ist (Ring des Gyges); wenn wir unerkannt Unrecht tun könnten würden wir es tun
Was versteht Platon unter Gerechtigkeit im Staat?
- ergon: charakteristische/eigentümliche Leistung eines Wesens/Gegenstandes, also etwas, das man auch als seine Funktion/Bestimmung beschreiben kann
-> ausgehend davon: Begriff der eigentümlichen Tugend: wenn sich Sache in Zustand befindet, in dem sie eigentümliche Leistung bestmöglich erbringt
-> Staat entsteht aus Bedürfnissen der Menschen heraus -> um diese zu befriedigen: 3 Gruppen:
o Nährstand (Kaufleute, Tischler, Schuster)
o Wächter (Krieger)
o Philosophenherrscher (Staat lenken & Gesetze geben)
-> alle dieser verfügen eigentümliche Tugend
-> drei Kardinaltugenden: Besonnenheit, Tapferkeit, Weisheit
-> vierte Kardinaltugend: Gerechtigkeit (übergeordnete Tugend, die im Staat verwirklicht ist, wenn alle drei Stände Leistung erbringen) -> Ungerechtigkeit: Geschäfte & Zuständigkeiten der anderen Stände einzumischen
Was versteht Platon unter der Gerechtigkeit des Einzelnen?
- Tugend der Seele ->Theorie der Seelenteile (vernünftige Teil, der eifernde/mutartige Teil, der begehrende Teil) -> einzelner Mensch dann gerecht, wenn alle Seelenteile Leistung bestmöglich erbringen
Wie hängen laut Platon Glück & Gerechtigkeit zusammen?
- eigentümliche Tätigkeit der Seele -> Tätigkeit ist zu leben -> eigentümliche Tugend der Seele -> Seel verrichtet Geschäfte gut -> Gerechtigkeit ist eigentümliche Tugend der Seele -> gerechte Seele verrichtet Geschäfte gut -> Seele, die über Gerechtigkeit verfügt, lebt gut -> wer gut lebt, ist glückselig
- Ungerechtigkeit -> Mangel an Freiheit & Selbstbestimmung
- weise Mensch glücklicher & gerechter als törichter
- Konzeption der Wiedergeburt & Seelenwanderung
- „Idee des Guten“ (Gute gekennzeichnet durch die Teilhabe an der Idee des Guten -> nahe, dass der Gerechte aufgrund seiner Teilhabe an der Idee des Guten auch als glückselig zu begreifen ist)
Was lässt sich zu Aristoteles Leben sagen?
- 384-322 v. Chr.
- Mitglied von Platons Akademie
- Gründung einer eigenen Schule (Lykeion)
- Flucht aus Athen
- über 150 Titel (nur Drittel überliefert)
- auch zu Zoologie, Astronomie, Biologie,…
- stärkere systematische Ausrichtung (also bei Platon)
- Trennung zwischen theoretischer & praktischer Philosophie & Etablierung der verschiedenen Teildisziplinen & Begründung der Ethik als eigenständige philosophische Disziplin
- Ausführungen zu Glück & Gerechtigkeit aus Nikomachischen Ethik
Was ist laut Aristoteles Glückseligkeit?
- als höchstes Gut
- Unterscheidung zwischen intrinsischen & instrumentellen Gütern
- Zusammenhang von Glückseligkeit & Autarkie
- worin Glückseligkeit besteht, keine Einigkeit
- Zurückweisung einiger Auffassungen (Lust, Reichtum, Ehre)
-> bedient sich des ergon - versucht Alltagsverständnis gerecht zu werden -> für wahre Glückseligkeit ist auch Lust und Besitz äußerer Güter erforderlich (nur wenige -> wichtig diese zu erkennen)
Was sagt Aristoteles zur Tugendlehre?
- zwei Arten von Tugenden (rationale & ethische)
-> Seele hat vernünftigen & vernunftlosen Teil (rein vegetativer Teil z.B. Verdauung & Wachstum, & begehrender Teil -> hört auf die Vernunft) - „mesotes“-Lehre: „Mittleres“ (optimales Maß)
- Verstandestugenden (vernünftige Teil) in zwei Gruppen:
o Wissen/Wissenschaft (episteme), Weisheit (sophia), intuitive Erkenntnis (nous)
o Klugheit (phronesis) & Kunst (techne)
Was sind die zwei Formen des glücklichen Lebens?
- rein theoretische oder betrachtende Lebensweise höchster Rang -> bei solcher Lebensform die Vernunft am besten realisieren
- zweite Form des glücklichen Lebens: politische Lebensform
Was versteht Aristoteles unter Gerechtigkeit?
- angesichts wegen Bestimmung von Glückseligkeit stellt sich frage nach Vereinbarkeit nicht mehr so
- gerecht & ungerecht mehrdeutig: Disposition zur Beachtung/Nichtbeachtung geltender Gesetze/Normen & Disposition nicht mehr haben zu wollen
-> Unterscheidung zwischen Gerechtigkeit
im allgemeinen Sinn & speziellen Sinn - allgemeines Verständnis: Gesetzestreue -> umfassende Tugend (Gesamtheit der Tugenden)
- sozialer Charakter
- auch Einzeltugend (spezielle/partikulare Gerechtigkeit) -> 2 Teile: austeilende Gerechtigkeit & ausgleichende Gerechtigkeit
-> Unterscheidung hinsichtlich Maßstabs (austeilend: proportionale Gleichheit, gemäß Würde, Rechte; ausgleichend: arithmetische Gleichheit z.B. Tauschgeschäfte)