1. Sitzung Flashcards

1
Q

Wie wurde Philosophie früher und wie wird sie heute verstanden?

A
  • ursprüngliche griech. Wortbedeutung: „Liebe zur Weisheit“
  • bis ins 17./18. Jhdt.: Synonym für „Wissenschaft“
  • im Zuge der modernen Naturwissenschaften: Disziplin neben anderen wissenschaftlichen Disziplinen
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2
Q

Wie wird die Philosophie heutzutage beschrieben?

A
  • Orientierungswissenschaft, Reflexionswissenschaft, Grundlagenwissenschaft, Wissenschaft der Begriffe
  • oft auch Charakterisierung durch Fragen (bzw. Arten von Fragen)
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3
Q

Auf was können sich Was-Fragen beziehen?

A
  • sind mehrdeutig:
    o nach der intensionalen Bedeutung:
    „Was meinen wir mit „Wissen“, „Gerechtigkeit“ usw.“
    „Worüber sprechen wir wenn wir von „Wissen“ sprechen“

o nach der extensionalen Bedeutung:
„Was sind Beispiele für Wissen“
„Welche Handlungen sind gerecht“
„Welche Dinge sind schön“

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4
Q

Was sind beispielsweise Fragen zweiter Ordnung?

A
  • Gibt es auf die Frage nach dem Wesen der Schönheit eine objektiv richtige Antwort?
  • Kann man sicher erkennen, ob jemand ein gerechter Mensch ist?
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5
Q

Was sind die vier zentralen Fragestellungen nach Immanuel Kant & die Antworten?

A
  1. Was kann ich wissen? (-> Metaphysik)
  2. Was soll ich tun? (-> Moral)
  3. Was darf ich hoffen? (-> Religion)
  4. Was ist der Mensch? (-> Anthrophologie, aber eig. Alle auf A. Weil sich die ersten Fragen auf die letzte beziehen)
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6
Q

Was sind systematische Fragestellungen?

A
  • z.B. Kants formulierte Fragestellungen
  • Bereich, der sich Beantwortung solcher Fragen widmet
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7
Q

Mit was beschäftigt sich die Philosophiegeschichte?

A
  • wie systematische Fragestellungen von früheren PhilosophInnen beantwortet worden sind & welche Fragen in welchen historischen Epochen von besonderer Bedeutung sind
  • Teildisziplin der Philosophie
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8
Q

Was ist das Prinzip der „wohlwollenden Interpretation“?

A
  • geht nicht primär um die Bewertung von Personen, sondern um die Bewertung von Theorien & Argumenten
  • Theorien in der stärkstmöglichen Weise rekonstruieren, um zu sehen, was Theorien potenziell leisten können
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9
Q

Wann war die vorsokratische Epoche?

A
  • von etwa 600 v. Chr. bis 380 v. Chr.
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10
Q

Wie ist die geographische Einordnung der Vorsokratiker?

A
  • in ionischen Städten Kleinasiens (heutige Türkei), Unteritalien & Sizilien
  • ionische Städte Kleinasiens wie Milet waren griechische Kolonien
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11
Q

Wie ist die Überlieferung der Vorsokratiker?

A
  • ausschließlich indirekt überliefert (durch Diogenes Laertius, 3. Jhd. Nach Chr.)
  • originale Werke nicht erhalten
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12
Q

Was ist ein angebliche These der Vorsokratiker, die lange Zeit populär war?

A
  • VS stehen für den Übergang vom Mythos zum Logos
  • neue Form von Rationalität & wissenschaftlichem Denken Einzug in griechische Kultur (davor: mytholog. Erzählungen über Götter)
  • aber: bei VS noch viele mythologische Motive (trotzdem Tendenz zu wissenschaftlicher Erklärung; Geburtsstunde der westlichen Philosophie)
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13
Q

Was sind die ionischen Naturphilosophen?

A
  • Thales, Anaximander, Anaximenes
  • Thales vermutlich gar nicht „Satz des Thales“
  • zentrale Fragestellung: Frage nach dem Prinzip oder Ursprung des Seins
  • Thales: Ursprung alles Sein im Wasser
  • Anaximander (Schüler des Thales): Ursprung des Seins: Unbegrenzte (apeiron)
  • Anaximenes (Schüler des Anaximander): Ursprung des Seins: Luft (Verdünnung/Verdichtung: Aggregatszustände & Elemente entstehen)
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14
Q

Was sind Heraklits Ansichten?

A
  • wird üblicherweise nicht zur ionischen Naturphilosophie gezählt (trotz Geburt in Ephesos, ionischer Teil Griechenlands)
  • Unverständlichkeit -> „der Dunkle“
  • alles fließt (panta rei) -> wird ihm oft zugeschrieben (nicht verifiziert)
  • logos als zentrale Rolle -> Menschen bleibt wahres Sein i.d.R verborgen
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15
Q

Was ist die italische Philosophie?

A
  • Xenophanes & Pythagoras
  • Xenophanes v.a Religionskritik & Kritik an Homers & Hesoids Gottesvorstellungen (verwerfliche Handlungen der Götter)
  • Pythagoras: philosophische Lehre wenig bekannt (wirklich Philosoph oder eher Sektengründer)
  • zentrale Überzeugung späterer Pythagoreer: Zahlen eine wichtige Bedeutung für Entstehung & Ordnung der Welt (vermutlich nicht über relativ naive Zahlensymbolik hinaus)
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16
Q

Was ist die Schule von Elea?

A
  • Parmenides, Zenon, Melissos
  • Parmenides Lehre wichtige Rolle für Aristoteles & Platon
  • Parmenides: das, was ist, nicht nicht-sein kann
    -> weist übliche Rede des Entstehens & Vergehens zurück; gibt ein unveränderliches ewiges Sein & jede physikalische Welterklärung ist unzureichend & täuschend
  • Zenon (laut Platon) Geliebte von Parmenides (laut anderen Quellen Adoptivsohn)
    -> führt Parmenides Lehre fort, indem er zahlreiche Widersprüche aufzuzeigen versucht (Vielheit von Seiendem)
  • Melissos: Bewegung bedarf demnach einer Leere, die als Nicht-Seindes verstandene Leere kann es nicht geben
17
Q

Was ist die nachpermenideische Naturphilosophie?

A
  • Empedokles, Anaxagoras, Leukippp & Demokrit
  • Naturerklärung (ionischen Naturphilosophie) mit Annahme von Parmenides in Einklang bringen
  • Empedokles: „Entdecker“ der vier Elemente -> Präzisierung des Elementbegriffs
  • Anaxagoras: vermischten Stoff, aus dem nichts wirklich Neues entsteht, der sich aber ständig neu mischt & trennt -> Geist als zweites Prinzip (sorgt für Bewegung & neue Durchmischung & Trennung)
  • Atomisten Leukipp & Demokrit: Untergruppe
    -> Leukipp: wenig bekannt (nicht einmal sicher ob gelebt)
    -> Demokrit: zahlreiche Zeugnisse; 60 Schriften; überliefert nur wenige zur Ethik
    -> Atomisten wollen Kernidee der Parmenideischen Philosophie: Nicht-Entstandensein & Unvergänglichkeit des Seienden mit sinnlichen Wahrnehmung versöhnen
    -> Grundidee: Welt besteht aus unendlich vielen unvergänglichen Atomen (eigentlich Seiende; aber so klein, dass sie nicht wahrgenommen werden können)
    (Demokrit vertritt auch konventionelle Moralvorstellungen wie Epikur)
18
Q

Wann haben die Sophisten ungefähr gelebt?

A
  • ca. 400 v. Chr.
19
Q

Welche Merkmale hat die sophistische Philosophie?

A
  • Hinwendung zum Menschen
  • ethische & anthropologische Fragen
  • homo mensura-Satz: Mensch als Maß aller Dinge
  • Gegenüberstellung von Natur & Gesetz (Kritik konventioneller Gerechtigkeitsvorstellungen): Gegensatz von physis & nomos
  • unterstellt: argumentieren für das Recht des Stärkeren
  • aber auch Ansicht: Sophisten als frühe Aufklärer: religiös begründete Vorstellungen von Ordnung & Gerechtigkeit in Frage gestellt & kritischen Reflexion unterzogen -> gewisse Weise moralischer Fortschritt
20
Q

Was lässt sich zu Sokrates Leben sagen?

A
  • geb. 470 v. Chr. -399 v.Chr
  • wurde wegen Verführung der Jugend & Einführung neuer Gottheiten angeklagt & zum Tode verurteilt
  • hinterließ keine eigenen Schriften
  • tritt als Dialogpartner in Dialogen Platons auf
21
Q

Was lässt sich zu dem Sokrates des Platon & dem realen Sokrates sagen?

A
  • inwiefern Darstellung Platons verlässlich?
    -> Platon als Sprachrohr oder akkurat als Freund & Schüler wiedergegeben
    -> auflösen, da über Sokrates keine Quellen vorliegen
22
Q

Was hat es mit dem sokratischen Dialog & der „Hebammenkunst“ auf sich?

A
  • besonders angemessene Form des philosophischen Gesprächs
  • Philosophie als Art Hebammenkunst: anstatt von außen Wissen an SuS hineinzutragen, unterstützt Lehrer dabei, selbst zu Einsichten zu gelangen & zur Welt zu bringen, was an Erkenntnis eigentlich bereits in ihm ist
23
Q

Was ist die anamnesis-Lehre?

A
  • Vorstellung einer Wiedererinnerung
  • kein neues Wissen, sondern erinnern uns an etwas, dass wir schon einmal gewusst haben
  • metaphysische Hintergrund: Ideen der Unsterblichkeit der Seele & der menschlichen Wiedergeburt