12. Sitzung Flashcards
Was lässt sich zu Gottfried Wilhelm Leibniz Leben & Werk sagen?
- 1646-1716
- Promotion in Jura, Tätigkeit im Dienst des Mainzer Erzbischofs
- Mitglied der Royal Society
- Ernennung zum Reichshofrat
Was meint Leibniz mit dem Satz vom zureichenden Grund?
- Positionen von Leibniz in Freiheitsdebatte etwas unklarer
- nichts geschieht, ohne dass ihm ein zureichender Grund/zureichende Ursache vorausgegangen ist
Was meint Leibniz mit dem vorhergehenden vs. Dem nachfolgenden Willen?
- eher deterministisches Verständnis
- Menschen Fähigkeit abgesprochen, eigenen Willen zu wählen -> infiniter Regress
Wie sieht Leibniz die metaphysische vs. Die moralische Notwendigkeit an?
- will menschliche Freiheit verteidigen
- Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Notwendigkeit:
o metaphysische
o moralische Notwendigkeit - menschliche Handlungen werden zwar durch Erkenntnis des Guten bestimmt (moralisch notwendig), aber es liegen keine metaphysische Notwendigkeit & kein Zwang vor
Wie sieht Leibniz Freiheit an?
- Willensfreiheit=Gleichgültigkeit
-> keine ausgewogene Gleichgültigkeit - Freiheit als Spontaneität (eng mit Lehre von Monaden & prästabilierten Harmonie verknüpft)
-> menschliche Seele als geistige Substanz unabhängig in ihren Entschlüssen von physischen Einflüssen & ist aus sich selbst heraus bestimmt
Was ist Leibniz Meinung zum Theodizee-Problem?
- Theodizee-Problem: wie lassen sich klassische Gottesattribute (Allmacht, Allwissen, Allgüte) mit Existenz des Schlechten & Bösen in der Welt vereinbaren
- basiert auf Unterscheidung der zwei verschiedene Arten von Notwendigkeit -> Gott ist frei von metaphysischer Notwendigkeit, aber Entscheidungen sind wie beim Menschen durch Erkenntnis des Guten bestimmt
- Gott verfügt über vollkommene Erkenntnis -> Gott will bei allem immer nur das Beste -> trotz aller Übel, die bestmögliche aller Welten
Was ist David Humes Meinung zur Freiheit & Notwendigkeit?
- Traktats über die menschliche Natur
- unbelebte Körper verfügen nicht über Willensfreiheit, sondern unterliegen in ihren Bewegungen der Notwendigkeit
- muss sich zunächst wie wir mit Blick auf physischen Beziehungen von Körper über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge urteilen, um zu fragen, ob wir im Bereich des menschlichen Handelns eine substantiell andere Situation vorfinden
Was ist Humes Theorie der Kausalität?
- nicht etwas, was objektiv in Dingen existiert, sondern eher unvermeidliche Eindruck, der bei uns als Beobachtern steht -> durch Gewöhnung formt unser Verstand die Idee eines kausalen Zusammenhangs & betrachtet Gegenstand & Bewegung als Ursache der Bewegung des anderen (Billiardkugel)
Was hat die Kausalität & Notwendigkeit für Folgen auf das menschliche Handeln?
- überall dort, wo wir ähnliche Gleichförmigkeit & Regelmäßigkeit beobachten, notwendige kausale Beziehungen unterstellen (-> menschliche Handlungen -> Zusammenhang zwischen Motiven & äußeren Umständen, in denen Menschen handeln)
-> Berechenbarkeit der menschlichen Handlungen erkennen wir allgemein an & entwickeln entsprechende Erwartungshaltungen -> leugnen damit implizit Willensfreiheit (freier Wille = Illusion)
Was meint Hume mit der Unvereinbarkeit von Willensfreiheit & moralischer Verantwortung?
- traditionelle Auffassung: Willensfreiheit Voraussetzung von moralischer Verantwortung
-> Hume behauptet genau das Gegenteil -> Leugnung des notwendigen Zusammenhangs unserer Handlungen mit unseren Neigungen/Charakter führt dazu, dass Handlungen als zufällig gelten müssen (passiert uns lediglich) -> nicht sinnvoll uns für unser Verhalten zu tadeln oder zu bestrafen
Wie sieht Hume die Vernunft an?
- Vernunftvermögen ist nicht in der Lage einen neuen Wunsch/neue Leidenschaft entstehen zu lassen
- einzige was Vernunft kann: bestehenden Handlungsimpuls auf neue Gegenstände umleiten, wenn wir mit Hilfe der Vernunft einsehen, dass Gegenstand ein geeignetes Mittel zur Befriedigung unserer bereits bestehenden Wünsche ist -> keine neuen Wünsche schaffen: keine Wünsche bekämpfen/unterdrücken -> Vernunft ist nichts als Sklavin der Leidenschaften
Was meint Immanuel Kant mit der Vernunftantinomien der Kritik der reinen Vernunft?
- unsere Vernunft verstrickt sich in Antinomie, da sie uns in manchen Kontexten zu einander entgegengesetzten Annahmen führt (erscheinen rational zwingend, aber stehen im Widerspruch)
-> passiert auch bei der Idee der Freiheit:
o Vernunft führt uns zur Vorstellung, dass alles Geschehen in der Welt durch Kausalgesetze bestimmt werden & durch vorhergehende Ursachen notwendig determiniert sind &
o führt uns zur Vorstellung, dass Kausalketten irgendwo ihren Anfang nehmen müssen & daher Ursachen geben müssen, denen keine anderen Ursachen vorausgehen
-> sowohl Thesis als auch Antithesis wahr; scheint aber als können nicht beide wahr sein (verschiedene Betrachtungsebenen -> miteinander vereinbar)
Was ist die Unterscheidung zwischen Erscheinungen & Dingen von Kant?
- Lösung der Freiheitsantinomie basiert auf dieser Unterscheidung
- phaenomena & noumena
-> können nie sicher erkennen, wie Dinge an sich sind
-> unserer Erkenntnis bezieht sich auf Erscheinungen & ist durch Formen der Anschauung & Verstandeskategorien geprägt (von Erkenntnisweisen geprägt, verraten uns aber nichts über Dinge selbst) (Raum & Zeit, Idee der Kausalität)
-> Freheitsantinomie lässt sich so auflösen: als Gegenstände der Erscheinungswelt unterliegen unbelebte Körper (auch Menschen) den Gesetzen der Kausalität -> als Erscheinungen sind wir unfrei
-> als Dinge betrachtet: Menschen als Vernunftwesen: unterliegen Gesetz nicht: frei
Wie ist Kants Meinung zur Freiheit & Moralgesetz in der Kritik der praktischen Vernunft?
- nicht bewiesen, dass Willensfreiheit gibt (durch Freiheitstantinomie), sondern, dass sie widerspruchsfrei gedacht werden kann
- Kritik der praktischen Vernunft: stärkere These: verfügen über Willensfreiheit & können uns auch dessen bewusst werden -> nicht, dass wir uns frei fühlen, sondern durch Geltung des kategorischen Imperativs
-> will zeigen, dass es reine praktische Vernunft gibt (unabhängig von vorausgesetzten Wünschen/Neigungen den Willen bestimmen & Menschen zum Handeln motivieren)
-> Tätigkeit der Vernunft nicht nur als Sklavin der Leidenschaft erschöpft, sondern setzt auch aus sich heraus Zwecke -> Resultat der Gesetzgebung der reinen Vernunft: Moralgesetz (kategorische Imperativ) - Versuch aufgegeben kategorischen Imperativ zu beweisen -> aber: „Faktum der Vernunft“
- unsere Selbsterfahrung bestätigt seine Überlegungen indirekt (Galgen-Beispiel)