Knieendoprothetik Flashcards
Anatomie des Kniegelenks
Knochen
Femur Patella Tibiaplateau Fibula Tibia
Anatomie Kniegelenk
Bänder
HKB: bei Beugung stabilisierende Rolle (verhindert hintere Translation des Schienbeinkopfes)
VKB: begrenzt Streckung (Extension)
Kreuzbänder:
Dehnung+Verkürung je nach Belastungszustand variiert, Unterschied in Belastung bei aktiver und passiver Beugung
Seitenbänder: Schützen vor seitlichem Abknicken
Menisken
Ausgleich Inkongruenzen der Gelenkflächen
gleichmäßige Druckverteilung
Führung
hauptsächlich ligamentär
Dreh-Roll-Gleitbewegung
Roll-Gleit-Mechanismus
angestrebt: hoher Rollanteil
da Belastungswinkel wechselt –> Lastflächenwechsel
senkrechte Belastung optimal für Knorpel & Kniebinnenfkt.
bei hohen Gleitanteil:
Belastungswinkel gleich, schräge Krafteinleitung
Patella Bewegungen
Kippungen
Rotationen
mediolaterale Translation
Biomechanik -Kinetik
Achsfehlstellung–> überhöhte Kraftspitzeb (valgus>varus)
->erhöhte Gelenkkontaktkraft während Standphase
Patellofemorale Gelenkkontaktkräfte:
Treppensteigen>Laufen
Gonarthrose
meist primär degenrativ, nicht entzündlich –>Ursache nicht erkennbar
sekundär: Trauma Instabilität Entzündung Postinfektiös Stoffwechselerkrankungen Durchblutungsstörung
Radiologische Klassifikation der Arthrose nach Kellgren und Lawrence
Grad I
Fragliche Arthrose:
Geringe subchondrale Sklerosierung, keine Osteophyten, keine Gelenkspaltverschmälerung
Radiologische Klassifikation der Arthrose nach Kellgren und Lawrence
Grad II
Geringe Arthrose:
Geringe Gelenkspaltverschmälerung, beginnende Osteophytenbildung
Radiologische Klassifikation der Arthrose nach Kellgren und Lawrence
Grad III
Mäßige Arthrose:
Gelenkspaltverschmälerung, ausgeprägte Osteophyten, unebene Gelenkfläche
Radiologische Klassifikation der Arthrose nach Kellgren und Lawrence
Grad IV
Schwere Arthrose:
ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung, Deformierung der Gelenkpartner
Faktoren Entstehung Gonarthrose
Systemisch
Adipositas Knochendichte Geschlehct Alter Ethnische Zugehörigkeit erbliche Faktoren
Faktoren Entstehung Gonarthrose
Lokal
physische Aktivität Trauma Gelenkachse Muskelkraft Varus-Valgus Laxitität Anteroposteriore Laxitität Propriozeption Meniskektomie
Diagnostik und Indikationsstellung
Klinische Untersuchung
Inspektion Gangbild
Palpation und fkt Untersuchung:
Grinding Test (Retropatellare Arthrose)
Bewegungsausmaß des Kniegelenks nach Neutral-Null-Methode
Schubladentest: Kreuzbandläsion
Varus-Valgus-Stresstest: Seitenbandstabilität
Payr-Test: Feststellung Meniskusschaden
Diagnostik und Indikationsstellung
weitere Verfahren
Radiologische Untersuchung (ggf. zusätzlich MRT, CT)
Diagnostische Arthroskopie (nur Ausnahmefälle)
Ziele Endoprothetik
Schmerzreduktion
Verbesserung Fkt
Lange Haltbarkeit
Präoperative Planung
Bestimmung+Korrektur Beinachse
Auswahl Prothesensystem (Größe, Komponenten)
Bestimmung Größe und korrekte Postion d. Prothese
Füllen Knochendefekte
Beinachse
mech. Beinachse und anatomische Achse Femur liegen nicht aufeinander –> 5-9°
- -> Berüclsichtigung bei Prothesenplanung
mech. Beinachse und anatomische Tibiaachse liegen aufeinander
Behandlungskaskade
Biologics (Knorpelzüchtung)
Partial resurfacing
Unicondylär
TKA CR/UC (CR=HKB erhaltend, UC= ultrakongruent)
TKA - PS (HKB ersetzend(posterior stabilized)
Revision
Implantatwahl
Entscheidend: Funktionalität stabilisierender Bänder
unikondyläres Implantat
nur bei ansonsten intakten Gelenkflächen, gerader Beinachse und stabilen Seiten- und Kreuzbändern
nur bei monokompartimenteller Arthrose
Verbesserte Fixierung(Ankerstift, Kiel, raufe OF)
Zementieren bevorzugt
Kreuzbanderhaltende bikondyläre OF-Prothese
mehrere Kompartimente betroffen
Bänder intakt (Cave: Erhalt nur HKB, vordere wird immer geopfert)
ungekoppelt
Kreuzbandersetzende OF-Prothese
zwei Varianten:
Ultrakongruentes Inlay
Posterior stabilisierte Prothese
gekoppelte Implantate
Kopplung an femorale Komponente, Zapfen in Tibiakomponenten
–>Rotation im gesamten Bewegungsumfang
unterschiedliche Kopplungsgrade
zusätzliche Schäden Seitenbänder, Bewewgungseinschränkungen mit notwendigem, ausgedehntem Release undschweren knöchernen Deformitäten
CAVE
zunehmender Koppelungsgrad
–>Kräfte werden direkt von Femurauf Tibia und umgekehrt überttragen
lange Stems zur besseren Verankerung notwendig
Nachteil: erhöhte Lockerungsgefahr
Gekoppelte rotierende Prothese,Schanierprothese
Ablauf OP
Femur First
Knöcherne Landmarkentechnik
Präparation Femur, Tibia unabhängig
->max. knochensparend, aber Fehler wahrscheinlicher
Entfernung Tibiaresektat einfacher
Ablauf OP
Tibia First
balancierte Beugespalttechnik
Resektion Femur baut auf tibialer Resektionauf
Balancierung des Kniegelenks einfacher
Computernavigierte OP
Verbesserung intraoperativ erzielten Alignements der implantierten Gelenkpartner
(eigtl nichtevidenzbasiert)
Computernavigierte OP
Vorteile
Achsausrichtung (Frontal- und Sagittalaebene)
Resektionsabweichungen erkennen+korrgieren
Streck- und Beugespalt Kontrolle
Eröffnung Markräume nicht nötig (Tibia&Femur extramedullär ausgerichtet, geringerer Blutverlust, geringere Embolierate)
bewusste Kompromisse unter Berücksichtigung aller erfassten Parameter
Computernavigierte OP
Nachteile
bisher nicht ausreichend klinisch getestet
höhere Invasivität und minimal erhöhtes Frakturrisiko (Markerplatzierung)
Lernkurve –> OP-Dauer dennoch länger
Kosten Anschaffung, Wartung, Einwegmaterial
kein zusätzliches Entgelt im DRG-System
klinische Herausforderungen
aseptische Lockerung
Verschleiß
Infektion
Arthrofibrosis
Prothesentypen
unikondylär
bikondylär (un-/teilgekoppelt)
gekoppelte achsgeführte Totalendoprothese
Systeme
achsfrei geführte Kniegelenkendoprothese
Scharnierknieendoprothese
Schlittenknieendoprothese
Vorteile
Bikondyläre Knieprothese
Erhalt Kniekinematik
Erhalt Propriozeption des Kniegelenks
tiefe Beugung
höherer postoperativer Aktivitätsgrad
Nachteile Bikondyläre Knieprothese
kleines Indikationsspektrum (keine Osteotomie, Fehlstellung, Bewegungseinschränkung)
nicht weit verbreitet
keine Langzeitinfos
mgl kinematischer Konflikt zw. KB und Prothsenflächen
Teilgekoppelte Knieprothese
Varus-Valgus-Stabilisierung durch verlängerten Zapfen des Inlays
Verwendung bei geringer Instabilität
Vorteile
Metallfreie Implantate
Verbesserte Benetzbarkeit
Stärkere Abriebresistenz
Verbesserte Biokompatibilität
Keine bekannten Allergien
Nachteile
Metallfreie Implantate
Herstellung komplexer Geometrien schwierig
Brüchigkeit –>Arthrodese (Versteifung)
Verankerung Knieendoprothetik
zementiert (Goldstandard)/-frei
Hybrid(Tibia zementiert)
pressfit bei Keramik nicht mgl
bei Kopplung meist Zementierung
beizementierung Jet-Lavage (durchspülen des Knochens, muss blutleer sein)