08.02. V2, V6, V7 & V8 Flashcards
Welche Bewusstseinsarten unterscheidet Freud, welche Instanzen der Persönlichkeit? Charakterisieren Sie diese jeweils kurz.
Bewusstseinsarten nach Freud (topographisches Modell):
Bewusstes: Das im Moment bewusste Erleben, augenblickliche Wahrnehmungen und Gedanken.
Vorbewusstes: Erinnerungen und Wissensinhalte, die durch aktive Aufmerksamkeit ins Bewusstsein geholt werden können.
Unbewusstes: Verdrängte, meist unangenehme Erinnerungen oder Triebwünsche, Ort primitiver Emotionen und Triebe. Nur durch spezielle psychoanalytische Techniken erreichbar.
Instanzen der Persönlichkeit (Drei-Instanzen-Modell):
ES: Auf unmittelbare Triebbefriedigung ausgerichtet.
Über-Ich: Verinnerlichte Normen, die der unmittelbaren Triebbefriedigung entgegenstehen können.
Ich: Vermittelt zwischen ES und Über-Ich, versucht Wege zu finden, die Normen und Triebwünsche in Einklang bringen.
Welche neuen Aspekte führt Erikson in seinem Modell der psychosozialen Entwicklung ein?
Erikson betont die Rolle der Ich-Entwicklung und betrachtet Entwicklung als lebenslangen Prozess.
Grundkonzept: Der Mensch durchläuft verschiedene psychosoziale Krisen, deren Bewältigung die individuelle Persönlichkeit prägt.
Woraus resultieren aus Freuds Perspektive Entwicklungsprobleme, wie würden im Gegensatz dazu Lerntheoretiker Entwicklungsprobleme begründen?
Freud: Entwicklungsprobleme entstehen durch dauerhafte Konflikte zwischen dem Wunsch nach Triebbefriedigung und den Ansprüchen der Lebenswelt. Diese können zu Fixierungen führen.
Lerntheoretiker: Entwicklungsprobleme resultieren aus unangemessenen Lernprozessen oder fehlenden Verstärkungen. Exogene Steuerung von Verhalten und Umweltbedingungen stehen im Vordergrund.
Welche zentralen Lernformen kennen Sie, wo liegt jeweils der Fokus?
Klassisches Konditionieren: Fokus auf der Verknüpfung von Reizen (Stimulus ⇒ Reaktion)
Operantes Konditionieren: Fokus auf Konsequenzen, die die Auftretenswahrscheinlichkeit von Verhalten beeinflussen (Stimulus ⇒ Reaktion ⇒ Konsequenz)
Modelllernen: Lernen durch Beobachtung von Vorbildern und kognitive Verarbeitung
Beschreiben Sie den Vorgang der Klassischen Konditionierung.
Einer natürlichen, meist angeborenen unbedingten Reaktion (z.B. Speichelfluss bei Hunden) wird durch Lernen eine neue, bedingte Reaktion hinzugefügt.
Nach welchem Grundprinzip funktioniert Operante Konditionierung?
Die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens wird durch die unmittelbar folgenden Konsequenzen verändert.
Verhalten, das belohnt wird, tritt häufiger auf; Verhalten, das bestraft wird, seltener.
Welches sind relevante Verhaltenskonsequenzen?
Positive Verstärkung: Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit durch Belohnung.
Negative Verstärkung: Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit durch Entfernen eines unangenehmen Reizes.
Bestrafung (positiv oder negativ): Senkung der Auftretenswahrscheinlichkeit.
Beschreiben Sie das Grundprinzip des Modelllernens.
Menschen lernen durch die Beobachtung des Verhaltens anderer (Vorbilder). Sie repräsentieren das Verhalten kognitiv und ahmen es nach.
Was ist nach Bandura Voraussetzung dafür, was erhöht die Motivation?
Voraussetzungen: Aufmerksamkeit, Behalten, motorische Reproduktionskompetenz und Motivation müssen vorhanden sein.
Motivationsfördernde Faktoren: Gefühlte Ähnlichkeit zum Modell, positiver emotionaler Bezug, erfolgreiche Bewertung des Modells.
Was ist unter der „kognitiven Wende“ zu verstehen?
Übergang vom Behaviorismus zum Kognitivismus. Die „Black Box“ des menschlichen Geistes wird geöffnet, und kognitive Prozesse wie Wahrnehmung, Verarbeitung und Bewertung werden einbezogen.
Banduras Bobo-Doll-Experiment und Chomskys Kritik am Behaviorismus waren prägende Meilensteine.
Welche fünf grundlegenden theoretischen Ausrichtungen gibt es in der Entwicklungspsychologie und worauf liegt jeweils ihr Fokus?
Psychoanalytisch: Fokus auf das Unbewusste und sozioemotionale Prozesse.
Kognitiv: Fokus auf kognitive Prozesse und endogene Steuerung.
Lerntheoretisch: Fokus auf Verhalten und exogene Steuerung.
Psychobiologisch: Evolutionäre Angepasstheit des Verhaltens, endogene Steuerung.
Ökologisch: Kontext, exogene Steuerung.
Welches sind bedeutsame Vertreter dieser Denkrichtungen?
Psychoanalytisch: Freud, Erikson, Anna Freud, Klein, Winnicott.
Kognitiv: Piaget, Vygotsky.
Lerntheoretisch: Pawlow, Skinner, Watson, Bandura.
Psychobiologisch: Lorenz, Bowlby, Ainsworth.
Ökologisch: Bronfenbrenner, Vygotsky.
V6
Was versteht man unter der Variabilität der körperlichen Entwicklung und wodurch wird sie beeinflusst?
Variabilität: Sehr unterschiedliche Ausprägungen der körperlichen Entwicklung bei Individuen und Gruppen.
Einflüsse: Genetische und umweltbedingte Faktoren (z.B. Ernährung, Bewegung).
Beobachtung: Jahrhunderttrends zeigen eine Erhöhung des Durchschnitts von Körpergröße und Körpergewicht (10 - 20% in Deu). Ernährungsprobleme (Unter- oder Überversorgung) beeinflussen die Entwicklung ebenfalls.
Übergewicht entsteht durch ein multifaktorielles Geschehen. Erläutern Sie dieses.
Hauptursachen für Übergewicht:
Geschmackspräferenzen der Kinder werden bereits im Mutterleib beeinflusst.
Ungesunde Nahrungsmittel sind oft preisgünstiger.
Weniger Spielen im Freien, stattdessen Zeit vor Fernseher oder Handy.
Schulwege werden seltener zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Weniger regelmäßiger Sportunterricht und fettreiche Mittagsmahlzeiten im Ganztagssetting.
Was versteht man unter dem cephalocaudalen Prinzip?
Definition: Ein Entwicklungsmuster, bei dem Regionen in Kopfnähe früher wachsen und sich entwickeln als weiter vom Kopf entfernte Körperregionen.
Beispiel: Im Säuglingsalter ist der Kopf überproportional groß, und der Körper wächst später schneller, wodurch sich die Proportionen verändern.
Aus dem Zusammenspiel welcher Faktoren resultiert die frühe motorische Entwicklung?
Faktoren:
Entwicklung neuronaler Mechanismen
Zuwachs an Körperkraft
Kontrolle über die Körperhaltung
Balance und Wahrnehmungsfähigkeit
Veränderungen der Körperproportionen
Motivation des Kindes.
Erläutern Sie an einem Beispiel die Grundstruktur der motorischen Entwicklung, benennen Sie die fünf Stadien.
Beispiel: Greifen
Basis: Greifreflex
Stadien:
1. Erlernen einzelner Bewegungsabfolgen (kontrolliertes Greifen, 3-4 Monate)
2. Koordination der Armbewegungen
3. Integration in längere Bewegungsfolgen (mit Aufrichten des Oberkörpers)
4. Zunehmende Automatisierung (fließende Bewegung)
5. Verfeinerung (z.B. Pinzettengriff)
Wie beeinflussen sich motorische und sensorische Entwicklung gegenseitig (Beispiele)?
Tiefenwahrnehmung: Diese wird durch die motorische Entwicklung erlernt. Ein Beispiel ist die „visuelle Klippe“, bei der Kinder ab 6 Monaten nicht mehr bereit sind, auf die tiefere Seite der Glasplatte zu krabbeln.
Tasten: Durch aktives Berühren mit Mund und Händen sammeln Kinder Erfahrungen, die mit jeder neuen motorischen Kompetenz erweitert werden.
In den ersten Lebensmonaten entwickelt sich das Sehvermögen von Säuglingen erheblich.
Verbesserungen:
Zunahme der Sehschärfe
Entwicklung der Kontrastempfindlichkeit
Fähigkeit, Farben zu unterscheiden (ab 2-3 Monaten)
Sensitivität für Tiefenhinweise (ab 7 Monaten)
Die Sehfähigkeit nähert sich ab 8 Monaten der eines Erwachsenen an, ist aber erst mit 6 Jahren voll entwickelt.
Warum sind Säuglinge musikalischer als manche Erwachsene?
Säuglinge haben ein stark entwickeltes Gehör und können akustische Muster erkennen. Diese Sensibilität macht sie empfänglich für musikalische Strukturen und Melodien.
Was bedeutet „intermodale Wahrnehmung“?
Definition: Die Fähigkeit, Informationen aus verschiedenen Sinnen zu integrieren und ein einheitliches Bild der Umgebung zu schaffen.
Beispiel: Eine Studie zeigt, dass Säuglinge in der Lage sind, ein lauter werdendes Geräusch mit einem näherkommenden Zug zu verbinden.
Was belegt das Experiment der „Visuellen Klippe“?
Beleg: Ab etwa 6 Monaten weigern sich Kinder, auf die tiefere Seite der Glasplatte zu krabbeln, selbst wenn sie wissen, dass sie sicher sind. Das Experiment zeigt die Entwicklung der Tiefenwahrnehmung in Verbindung mit der Motorik.
V7
Was versteht man unter „Neurogenese“ und „Synaptogenese“?
Neurogenese: Die Vermehrung von Neuronen durch Zellteilung.
Synaptogenese: Die Bildung von Synapsen, also Verbindungen zwischen Neuronen, die zu einem Netzwerk aus Milliarden von Nervenverbindungen führen.
Wann finden diese Prozesse jeweils in der Entwicklung hauptsächlich statt?
Neurogenese: Beginnt ab dem 19.-21. Tag nach der Befruchtung und ist etwa 18 Wochen später abgeschlossen.
Synaptogenese: Beginnt pränatal und erreicht ihren Höhepunkt in der ersten Zeit nach der Geburt, wobei sie stark erfahrungsabhängig ist.
Erläutern Sie die frühesten Formen des Lernens: Habituation, Assoziation und Kontingenzlernen.
Habituation: Gewöhnung an Reize, die wiederholt präsentiert werden. Die Aufmerksamkeit nimmt dabei im Laufe der Zeit ab.
Assoziation: Erlernen von Zusammenhängen zwischen Ereignissen (z.B. ein bestimmter Geruch kündigt Nahrung an).
Kontingenzlernen: Erkennen eines Zusammenhangs zwischen eigenem Handeln und den darauf folgenden Konsequenzen (z.B. Strampeln, um ein Mobile zu bewegen).
Was versteht Piaget unter „Schema“, „Assimilation“ und „Akkomodation“?
Schema: Denkeinheit zur Verarbeitung von Informationen, geistige Repräsentationen von Objekten oder Aktionen.
Assimilation: Integration neuer Informationen in bereits bestehende Schemata.
Akkomodation: Anpassung bestehender Schemata, wenn die Information nicht in das vorhandene Schema passt.
Nennen Sie die vier Phasen kognitiver Entwicklung nach Piaget und ordnen Sie die Altersstufen zu. Erläutern Sie kurz jede Phase.
Sensumotorische Phase (0-2 Jahre): Kognitive Entwicklung durch Wahrnehmung und motorische Aktivität. Zentrale Begriffe: Objektpermanenz, A-non-B-Suchfehler.
Präoperationale Phase (2-6 Jahre): Symbolisches Denken entwickelt sich, aber das Denken ist noch stark an konkrete Wahrnehmungen gebunden. Limitationen: Egozentrismus, Zentrierung.
Konkret-operationale Phase (7-11 Jahre): Logisches Denken, Reversibilität und Perspektivübernahme werden möglich. Neue Fähigkeiten: Klassifikation, Transitivität, Seriation.
Formal-operationale Phase (ab 12 Jahren): Abstraktes und hypothetisches Denken, wissenschaftliche Rationalität.
Erläutern Sie die wesentlichen Unterschiede zwischen den Phasen.
Sensumotorisch: Denken ist an direkte Sinneseindrücke und motorische Handlungen gebunden.
Präoperational: Symbolisches Denken entwickelt sich, aber das Denken ist noch egozentrisch und an konkrete Wahrnehmungen gebunden.
Konkret-operational: Logische Denkoperationen sind möglich, jedoch nur im Kontext konkreter Erfahrungen.
Formal-operational: Abstraktes und hypothetisches Denken sind möglich, sowie metakognitive Reflexionen.
Wie ist Piagets Theorie einzuordnen – welche Stärken hat sie und was ist kritisch zu sehen?
Stärken:
Erste umfassende Theorie der kognitiven Entwicklung.
Vielfältige empirische Bestätigung und Inspiration für weitere Forschung.
Hohe Relevanz für pädagogische Praxis.
Kritik:
Piaget unterschätzte kindliche Kompetenzen (z.B. Kernwissen).
Das Phasenmodell ist zu starr und berücksichtigt nicht die soziale Interaktion.
Unterschiede in der Entwicklung zwischen Individuen werden nicht ausreichend beachtet.
Was ist mit „Intuitivem Kernwissen“ gemeint? Bringen Sie Beispiele.
Definition: Angeborenes Wissen in bestimmten Domänen, wie Physik oder Biologie, das evolutionsbiologisch erklärbar ist.
Beispiele: Säuglinge zeigen Überraschung, wenn physikalische Gesetzmäßigkeiten verletzt werden (z.B. ein Objekt fällt nicht zu Boden) oder erkennen früh Motive anderer Personen.
Welchen inhaltlichen Fokus setzt die soziokulturelle Theorie kognitiver Entwicklung nach Vygotsky?
Fokus: Lernen als sozialer und kultureller Prozess, der durch Interaktion mit kognitiv weiterentwickelten Personen (z.B. Lehrer, Eltern) gefördert wird. Wichtige Rolle der Sprache und des „scaffoldings“ (abgestufte Unterstützung).
Scaffolding = bezeichnet die abgestufte Unterstützung durch eine erfahrene Person, die einem Kind hilft, Aufgaben zu meistern, die es ohne Hilfe noch nicht bewältigen könnte, wobei die Unterstützung schrittweise reduziert wird, bis das Kind eigenständig agieren kann.
Welchen setzt die Informationsverarbeitungstheorie?
Fokus: Kognitive Entwicklung als kontinuierlicher Fortschritt in der Informationsverarbeitung. Zentrale Prozesse sind Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken und Metakognition. Die Entwicklung wird oft mit einer Analogie zur „Hardware“ (Hirnstruktur) und „Software“ (Kognition) verglichen
Wo liegt jeweils der Unterschied zu Piaget‘s Schwerpunktsetzung?
Piaget: Fokus auf diskontinuierliche Entwicklungsphasen und qualitative Veränderungen.
Soziokulturelle Theorie: Schwerpunkt auf soziale Interaktionen und kulturelle Einflüsse.
Informationsverarbeitungstheorie: Fokus auf kontinuierliche, quantitative Fortschritte
Was versteht man unter Exekutivfunktionen? Wofür sind diese wichtig?
Definition: Prozesse, die zielgerichtetes Denken und Verhalten fördern, wie kognitive Flexibilität, Arbeitsgedächtnis und Impulskontrolle.
Bedeutung: Sie sind essenziell für Planungsfähigkeit, Problemlösen und Anpassungsfähigkeit im Alltag
Welche aktuellen drei Ansätze auf kognitive Entwicklung lassen sich unterscheiden? Erläutern Sie diese kurz.
Maturational Viewpoint: Kognitive Entwicklung als Folge der Ausreifung spezifischer Hirnregionen.
Interactive Specialization: Kognitive Funktionen entwickeln sich durch die spezialisierte Zusammenarbeit neuronaler Netzwerke.
Neuroconstructivism: Kognitive Fähigkeiten entstehen durch die allmähliche Organisation neuronaler Schaltkreise, beeinflusst durch Umwelt und Erfahrungen
V8
Was ist der Unterschied zwischen Sex und Gender und welche Aspekte sind ihnen jeweils zugeordnet?
Sex: Bezieht sich auf die biologischen Geschlechtsmerkmale, wie Chromosomen, Hormonhaushalt und primäre sowie sekundäre Geschlechtsmerkmale.
Gender: Betrifft das soziale und psychologische Geschlecht, umfasst nichtbiologische Merkmale, wie kulturelle Rollenzuweisungen und soziale Erwartungen.
Was ist der Unterschied zwischen Inter und Trans?
Inter: Biologische Geschlechtsmerkmale, die nicht klar der binären Vorstellung von Mann oder Frau entsprechen (z. B. Chromosomenvariationen oder uneindeutige Geschlechtsorgane).
Trans: Personen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt. Diese können sich einem anderen Geschlecht zugehörig fühlen oder nicht-binär sein.
Welche wesentlichen Entwicklungsbereiche werden durch das Geschlecht beeinflusst?
Selbstkonzept
Geschlechtstypisierung
Geschlechterrollen und -segregation
Kognitive und körperliche Fähigkeiten (z. B. Mathematik, Sprache, Selbstkontrolle)
Persönlichkeitsmerkmale und Sozialverhalten
Wie beeinflusst die Geschlechtsidentität das Selbstkonzept? Nennen Sie jeweils Beispiele.
Die Geschlechtsidentität beeinflusst, wie Kinder sich selbst wahrnehmen und ihre Rolle in der Gesellschaft einordnen.
Beispiel: Studien wie „Pretty as a Princess“ zeigen, dass das Engagement mit gender-spezifischen Medienprodukten Geschlechterstereotype verstärken und somit das Selbstkonzept beeinflussen können.
Was versteht man unter geschlechtstypischem Verhalten?
Verhalten, das auf soziale Erwartungen basiert und mit dem Geschlecht assoziiert wird, z. B. Spielzeugwahl oder Berufswahl.
Beispiel: Jungen zeigen oft eine Präferenz für „männlich“ konnotierte Spiele wie Fußball, während Mädchen sich eher zu Puppen hingezogen fühlen.
Welche Veränderungen im Denken treten durch das Erreichen der Geschlechtskonstanz ein?
Kinder erkennen, dass das Geschlecht eine feste Eigenschaft ist, die sich nicht durch äußere Veränderungen wie Kleidung ändert.
Dies führt zur Stabilität des Selbstkonzepts und zur stärkeren Orientierung an geschlechtsspezifischen Normen.
Gibt es grundsätzlich viele große Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Generell sind viele Unterschiede in der Mittelwertverteilung zwischen den Geschlechtern klein. Es gibt jedoch signifikante Unterschiede in bestimmten Bereichen wie körperlicher Stärke (♂+) oder sozialem Rückzug (♀+).
In welchen Bereichen zeigen sich Geschlechtsunterschiede im Kindes- und Jugendalter sowie im Erwachsenenalter?
Kindheit: Spielpräferenzen, Sprachentwicklung, Selbstkontrolle, Aktivitätsniveau
Jugend: Selbstkonzept, Interesse an spezifischen Fächern (z. B. Mathematik)
Erwachsenenalter: Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Neurotizismus ♀+, Aggressivität ♂+), räumliche Wahrnehmung und berufliche Interessen
Welches sind Einflussfaktoren auf die Entstehung von Geschlechtsunterschieden?
Biologische Faktoren: Chormosenen & Hormone, Hirnstrukturen und Genetik
Psychologische Faktoren: kog Entwicklung und Geschlechtskonskonstanz, Selbstkonzept und Geschlechtsindentität
Soziale und kulturelle Faktoren: Sozialisationsdruk und Geschlechtsidentität
(Eltern, Medien, Gleichaltrige)
Kultureller Wandel und intersektionale Einflüsse (= Überlappende Diskriminierungen und Identitätsdimensionen)
Was versteht man unter Geschlechtsidentität?
Die individuelle Erfahrung und das subjektive Empfinden der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht.
(kog. & emotionale; Geschlächtsidentität 2. - 3. Lebensjahr)
(gender incongurence = Unsicherheiten aka Trans und Inter)
Welche Querverbindungen kennen Sie zwischen Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung?
Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung sind unterschiedlich, beeinflussen sich jedoch teilweise.
—> Biologisches Geschlecht
—> Sexuelle Orientierung
—> Geschlechtsidentität
—> Geschlechtsausdruck
Beispiel: Trans*-Personen können durch Transition auch ihre sexuelle Orientierung neu definieren (z. B. von hetero zu homo).
Transfer: Sollte man Ihrer Meinung nach bei Prävention, Beratung und Therapie das Geschlecht von Adressat:innen berücksichtigen oder sollte dies keine Rolle spielen? Begründen Sie Ihre Antwort, bringen Sie auch Beispiele.
Das Geschlecht sollte berücksichtigt werden, da es tiefgreifende Auswirkungen auf die soziale Wahrnehmung, Rollenverhalten und psychologische Bedürfnisse hat. Ein Beispiel sind gender-spezifische Präventionsmaßnahmen in der Jugend, um z. B. geschlechtstypische Gesundheitsrisiken (wie Essstörungen bei Mädchen oder Aggressionsverhalten bei Jungen) zu minimieren. Andererseits sollte man auch individuell ansetzen und vermeiden, stereotype Geschlechterbilder zu verstärken.