Vorlesung 8 Flashcards

1
Q

Benenne die Klassiker der Erziehungstheorie?

A

John Locke (1692): Gedanken über Erziehung (Empirismus)

  • Der Mensch ist zu ganz überwiegenden Teilen erziehbar (tabula rasa)
  • Handbuch der Erziehung (Nahrung, Strafen, Spielzeug, Manieren, etc.)
  • Praxisleitfaden für die Erziehung zum Gentleman

Jean Jaques Rousseau (1760): Emile oder über die Erziehung

  • „Alles, was aus den Händen des Schöpfers kommt ist gut; alles entartet unter den Händ des Menschen“ (erster Satz des Emile, Natur vs. Kultur)
  • => Programm der negativen Erziehung
  • Entdeckung der Kindheit und Thematisierung von Entwicklungsstufen

Friedrich Schiller (1795): Über die ästhetische Erziehung des Menschen

  • „Ausbildung des Empfindungsvermögens ist also das dringendere Bedürfnis der Zeit…“ 31).
  • Auseinandersetzung mit Kant – Ideal der schönen Seele

Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1806/1826): Grundzüge der Erziehungskunst

  • Ethik als Grundlage aller Erziehung (als Generationenverhältnis gedacht)
  • Beginn einer Bildungssoziologie/ Erziehungssoziologie

Wilhelm Flitner (1950): Allgemeine Pädagogik

  • Erziehung ist ein Vierklang
  • Entfaltung des Naturwesens, Wachstum und Entwicklung (Individuum)
  • Einordnungsprozess in die Gesellschaft, kulturelle Übernahme (Gesellschaft)
  • Geistiger Erweckungsprozess als Höherführung durch Begegnung mit der älteren Generation
  • Geistiger Erweckungsprozess eines sittlichen und vertrauenden Lebens

Jürgen Oelkers (2001): Einführung in die Theorie der Erziehung

  • Kommt nach kritischer Diskussion zum Ergebnis, dass sich Erziehungstheorien stärker „disziplinieren“ müssen. Man könne aber von Erziehung sprechen, wenn
  • Ein begründetes Defizit vorliegt
  • Möglichkeiten der Beseitigung des Defizits vorhanden sind
  • Die Möglichkeiten durch Dritte angeboten werden
  • Eine Pauschalisierung des Defizits vermieden wird
  • Frühere Irrtümer im Erziehungsangebot erkannt und bearbeitet werden konnten
  • Die Defizitbearbeitung zeitlich befristet erfolgt und
  • Resultatkontrollen möglich sind
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2
Q

Erläutere die Kompetenz 4!

Lehrerinnen und Lehrer kennen die sozialen und kulturellen Lebensbedingungen von Schülerinnen und Schülern und nehmen im Rahmen der Schule Einfluss auf deren individuelle Entwicklung.

A

Standards für die theoretischen Ausbildungsabschnitte
Die Absolventinnen und Absolventen…

  • kennen pädagogische, soziologische und psychologische Theorien der Entwicklung und der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen.
  • kennen etwaige Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern beim Lernprozess und Möglichkeiten der pädagogischen Hilfen und Präventivmaßnahmen.
  • kennen interkulturelle Dimensionen bei der Gestaltung von Bildungs- und
    Erziehungsprozessen.
  • kennen die Bedeutung geschlechtsspezifischer Einflüsse auf Bildungs- und
    Erziehungsprozesse.

Standards für die praktischen Ausbildungsabschnitte
Die Absolventinnen und Absolventen…

  • erkennen Benachteiligungen und realisieren
  • pädagogische Hilfen und Präventionsmaßnahmen.
  • unterstützen individuell.
  • beachten die kulturelle und soziale Vielfalt
  • in der jeweiligen Lerngruppe.
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3
Q

Erläutere die Kompetenz 5!

Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Werte und Normen und unterstützen selbstbestimmtes Urteilen und Handeln von Schülerinnen und Schülern.

A

Standards für die theoretischen Ausbildungsabschnitte
Die Absolventinnen und Absolventen…

  • kennen und reflektieren demokratische Werte und Normen sowie ihre Vermittlung.
  • wissen, wie man wertbewusste Haltungen und selbstbestimmtes Urteilen und Handeln von Schülerinnen und Schülern fördert.
  • wissen, wie Schülerinnen und Schüler im Umgang mit persönlichen Krisen-
    und Entscheidungssituationen unterstützt werden.

Standards für die praktischen Ausbildungsabschnitte
Die Absolventinnen und Absolventen…

  • reflektieren Werte und Werthaltungen und handeln entsprechend.
  • üben mit den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortliches Urteilen und
    Handeln schrittweise ein.
  • setzen Formen des konstruktiven Umgangsmit Normkonflikten ein.
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4
Q

Erläutere die Kompetenz 6!

Lehrerinnen und Lehrer finden Lösungsansätze für Schwierigkeiten und Konflikte in Schule und Unterricht.

A

Standards für die theoretischen Ausbildungsabschnitte
Die Absolventinnen und Absolventen…

  • verfügen über Kenntnisse zu Kommunikation und Interaktion (unter besonderer Berücksichtigung der Lehrer-Schüler-Interaktion).
  • kennen Regeln der Gesprächsführung sowie Grundsätze des Umgangs
    miteinander, die in Unterricht, Schule und Elternarbeit bedeutsam sind.
  • kennen Risiken und Gefährdungen des Kindes- und Jugendalters sowie
    Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
  • analysieren Konflikte und kennen Methoden der konstruktiven Konfliktbearbeitung
    und des Umgangs mit Gewalt.

Standards für die praktischen Ausbildungsabschnitte
Die Absolventinnen und Absolventen…

  • gestalten soziale Beziehungen und soziale Lernprozesse in Unterricht und Schule.
  • erarbeiten mit den Schülerinnen und Schülern Regeln des Umgangs miteinander und setzen sie um.
  • wenden im konkreten Fall Strategien und Handlungsformen der Konfliktprävention und -lösung an.
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5
Q

Benenne die Kompetenzbereiche des Erziehens!

A
  1. Aufwachsen, Lebenswelten von Jugendlichen und Sozialisation
  2. Ethik pädagogischen Handelns, demokratisch Handeln
  3. Intervention, Mediation, Moderation
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6
Q

Erkläre das buddY E.V. !

„VERANTWORTUNG LEBEN UND FÖRDERN“

A
  • Gründung 2005, Sitz in Düsseldorf
  • Bundesweit agierender, gemeinnütziger Verein
  • Ziel: Förderung von Kompetenzen(Bildungserfolg)
  • Präsidentin: Prof. Dr. Rita Süssmuth
  • 6 Vorstandsmitglieder
  • 18 Mitarbeiter in Düsseldorf und Frankfurt
  • 20 Trainer bundesweit
  • Hauptförderer Vodafone Stiftung
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7
Q

Erläutere die gesellschaftliche Ausgangslage!

A

Von Ressourcennutzungskultur

  • Ressourcen werden knapp
  • Wettbewerbsdenken
  • Entsolidarisierung/Egozentrismus
  • innere Entgrenzung

Individualisierung und Pluralisierung Multioptionsgesellschaft
Abnahme von Ligaturen (trad. Bindekräfte)

  • äußere Entgrenzung

Globalisierung demografischer Wandel Klimawandel
Entwicklung der Arbeits- und Kapitaleinkommen

zur Potentialentfaltungskultur

  • Kreativitätssteigerung
  • mehr Kooperation
  • soziale Resonanz
  • Integration
  • größere Aufstiegschancen
  • gesellschaftliche Dynamik
  • Zuwachs an sozialer Mobilität
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8
Q

Was sind die Forderungen der OECD?

A

Die OECD hat drei Kernkompetenzen definiert, die in allen Bildungssystemen vermittelt werden sollten:

  • selbstständig handeln können
    vgl. Selbstwirksamkeitsüberzeugung ( Prof. Wolfgang Edelstein)
  • Werkzeuge (tools) konstruktiv und reflexiv nutzen können
    vgl. Lernen lernen (Prof. Wolfgang Edelstein)
  • in heterogenen Gruppen erfolgreich miteinander umgehen bzw. gemeinsam handeln können
    vgl. Perspektivwechsel (Prof. Wolfgang Edelstein)
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9
Q

Was bedeutet Bildungserfolg?

A

Bildungserfolg als Voraussetzung für ein gelingendes Leben bedeutet:

  • eigenständig Entscheidungen treffen
  • Talente und Zufriedenheit entwickeln
  • ein ökonomisches Auskommen haben
  • für sich selbst und eine Familie sorgen
  • für Gesundheit und Wohlbefinden sorgen
  • am sozialen und politischen Leben teilnehmen

(nach Amartya Sen 1999 „Bildungserfolg nach dem Capability-Ansatz“)

Für den Bildungserfolg ist zu 2/3 die Familie verantwortlich und zu 1/3 die Schule
Vgl. Helmke & Weinert 1997

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10
Q

Nenne die Einsatzbereiche des Projektes!

A

Einsatzbereiche des Projekts

  • Steigerung der Zukunftschancen von Schülern
  • Soziale Handlungskompetenzen von Schülern stärken
  • Problemen wie Sucht und Gewalt vorbeugen
  • Soziales Klima an Schulen verbessern Bild
  • Individuelles und selbstgesteuertes Lernen fördern
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11
Q

Nenne die vier Säulen des Buddy Programms!

A
  • Peergroup-Education
  • Lebensweltorientierung
  • Partizipation
  • Selbstwirksamkeit
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12
Q

Was ist das Förderprogramm Demokratischen Handelns?

A

… ist ein unabhängiges und überparteiliches Angebot für Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, ganze Schulen und Projekte der Jugendarbeit.
… ein Forum für Bildung und Demokratie-Lernen

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13
Q

Wer hat das Förderprogramm Demokratisches Handeln gegründet?

A

Der Wettbewerb “Förderprogramm
Demokratisch Handeln” beruht auf einer Initiative der unabhängigen und überparteilichen Theodor-Heuss- Stiftung (Gründungsvorsitzende: Dr. Hildegard Hamm-Brücher), der “Akademie für Bildungsreform”

(Vorstand: Dr. Jan Hofmann, Berlin / Prof. Dr. Peter Fauser, Jena) und ist an der Friedrich Schiller-Universität Jena angesiedelt.

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14
Q

Fasse die Ausschreibung des Förderprogrammes zusammen!

A

Seit 1990 wird der Wettbewerb jährlich in ganz Deutschland ausgeschrieben, vom
Bundesbildungsministerium, von einer Reihe von Bundesländern und von den Stiftungen unterstützt und jährlich in einer anderen Stadt mit einer dreitätigen „Lernstatt Demokratie“ abgeschlossen.
Bis heute liegen über viertausend Projektberichte vor.

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15
Q

Was wird im Förderprogramm ausgezeichnet?

A

Gesucht, ausgezeichnet und begleitet werden Projekte, die politische Bildung um ein Lernen durch eigenes Tun erweitern:

• durch Engagement,
• Zusammenarbeit und
• verantwortliches Handeln
im Gemeinwesen.

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16
Q

Wer kann sich für das Förderprogramm bewerben?

A
  • Projektgruppen oder Schulklassen
  • ganze Schulen
  • Einzelpersonen aus Schule und Jugendarbeit, sowohl Jugendliche als auch Lehrerinnen und Lehrer bzw. Sozialpädagogen
  • gemischte Gruppen
17
Q

Was ist das Ziel des Förderprogramms?

Und Wie?

A
  • demokratische Haltung und Kultur im gelebten Alltag von Schule und Jugendarbeit zu stärken
  • Beispielhaftes Engagement anzuerkennen
  • Interessierte Projekte zu unterstützen und zu begleiten

Wie:

  • durch die Dokumentation an sich
  • durch die Berücksichtigung aller Projekte in der jährlich erscheinenden Ergebnisbroschüre
  • durch die Einladung zur Lernstatt Demokratie
  • durch die mit der Urkunde verbundene öffentliche Anerkennung
  • durch fachlichen Rat und Begleitung (Regionale Beratung)
  • in Einzelfällen durch Publikation
18
Q

Was sind die Bestandteile der “Lernstatt Demokratie”?

A

Bestandteile der Lernstatt Demokratie sind:

• Eine öffentliche Ausstellung der eingeladenen Projekte,
an die sich eine Fortbildungsveranstaltung und Erfahrungsaustausch anschließt
• Ganztätige Workshops, bei denen Teilnehmer mit Experten unterschiedlicher Professionen (Journalisten, Schriftsteller, Medienfachleute..) an Themen der Politik arbeiten
• Die öffentliche Auszeichnung der Arbeiten
• Gesprächsrunden mit Politikerinnen und Politikern

19
Q

In welchen Themenfeldern zeigt sich das demokratische Handeln?

A
  • Gewalt, Asyl, Zusammenleben, Minderheiten
  • Geschichte: Mahnen und Erinnern
  • Welt und Umwelt
  • Schule, Schulleben und Schulpartnerschaft
  • Kommune und lokales Umfeld
20
Q

Nenne zwei Beispielprojekte von “gesagt. getan.”!

A

Projekt 44/09
60 Jahre Grundgesetz
Die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Kaisen-Schule lassen die Lesung aus den Protokollen der Bremischen Bürgerschaft von der Debatte zur Ratifizierung des Grundgesetzes vom 20. Mai 1949 durch eine szenische Darstellung wiederaufleben.

Projekt 114/09
20 Jahre
Friedliche Revolution
Im Rahmen der „Festwochen zu 20 Jahre Grenzöffnung“ beteiligt sich das an der Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen liegende Gymnasium in Vacha mit einer eigenen Projektwoche, in welcher unter anderem ein Theaterstück mit dem Titel „20 Jahre Friedliche Revolution“ entsteht.