Medienforschung Flashcards

1
Q

Was ist unter einem “oralen” und unter einem “literalen Kommunikationsmodus” zu verstehen? Wie stehen diese beiden Begriffe zueinander?

A

Unter oraler Kommunikation versteht man das gesprochene Wort während literale Kommunikation in Schriftform stattfindet. Beide Modi dienen der Informationsübermittlung. Orale Kommunikation ist jedoch räumlich und zeitlich beschränkt, wohingegen literale zeitliche wie auch räumliche Distanzen überwindet.

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2
Q

Welche Auswirkungen haben diese beiden Modi jeweils auf die Kommunikation einer Gemeinschaft/ Gesellschaft?

A

Durch literale Kommunikation erst können sich komplexe Gesellschaften bilden. Die Post als Transportwesen für Information beispielsweise konnte sich nur dank literaler Kommunikation entwickeln. Die Organisation von vielen Menschen und die Durchsetzung von Regeln und Gesetzen funktioniert auch nur durch literale Kommunikation.

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3
Q

Welche gesellschaftlichen Folgen hatte die Erfindung der Drucktechnik beweglichen Lettern durch Gutenberg?

A

Die Erfindung des Buchdrucks diente als Grundlage für die massenhafte Verbreitung von Schriften. So konnte die periodische Presse sowie die Massenpresse entstehen. Außerdem wandelte sich das Publikum von Schriften. Wo früher hauptsächlich Mönche Bücher lasen und kopierten, konnte jetzt jeder, sofern er lesen konnte, an Schriften gelangen. Die Alphabetisierung der breiten Öffentlichkeit bis zum 18. Jahrhundert war eine Folge davon.

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4
Q

Woher stammt der Begriff Zeitung?

A

Zeitung bedeutete ursprünglich Neuigkeit. In Zeitungen sollen also neue
Informationen zu finden sein.

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5
Q

Aus welchen Vorformen entwickelten sich die heutigen Zeitschriften und Zeitungen?

A

Ende des 15. Jahrhunderts waren Einblattdrucke und Flugblätter verbreitet, die zwar nicht periodisch sondern einmalig waren aber neuste Informationen über politische und militärische Ereignisse enthielten und eine beträchtliche Verbreitung hatten und für das Volk durchaus zu bezahlen waren.

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6
Q

Welche gesellschaftlichen Entwicklungen begünstigten die Entwicklung der Massenpresse?

A

Die Alphabetisierung einer breiten Öffentlichkeit sorgte für ein wachsendes Publikum für die Presse. Durch die Industrialisierung und den verstärkten Konsum von Massenprodukten fand die Presse mit der Werbung eine Finanzierungsmöglichkeit. Die Ausbildung einer Wissensgesellschaft machte die Zeitung als Übermittler von Wissen und Neuigkeiten unentbehrlich. Die Nationenbildung sorgte für die Notwendigkeit einer politischen Öffentlichkeit, die bis in die entfernten Ecken des Landes reichte und vor allem die Demokratisierung verlangte umfassende politische Information für alle Bürger, was nur durch die Massenpresse bewerkstelligt werden konnte.

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7
Q

Welche Arten von Mediensystemen unterscheidet man und welche ist in Deutschland vertreten?

A

Man unterscheidet die wirtschafts-liberale, die demokratisch kontrollierte, die autoritäre und die totalitäre Institutionalisierung von Medien. In Deutschland ist beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk das demokratisch kontrollierte System vertreten, da der Staat eingreift um Pluralität und Qualität der journalistischen Arbeit zu sichern. Die Presse und der privatwirtschaftliche Rundfunk jedoch ist in Deutschland theoretisch frei von politischen Einflüssen und soll die politische Machtausübung kontrollieren, was den Kriterien der liberalen Institutionalisierung entspricht.

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8
Q

Was ist der Unterschied zwischen einer publizistischen Einheit und einer redaktionellen Ausgabe?

A

Eine publizistische Einheit bezeichnet Zeitungen mit einem identischen allgemeinen politischen Teil (Mantel). Redaktionelle Ausgaben sind Zeitungen, die sich durch inhaltliche Besonderheiten, wie einem Lokalteil oder einem anderen Titel, unterscheiden.

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9
Q

Worin Unterscheiden sich der öffentlich-rechtliche und der private Rundfunk in Deutschland? Beschrieben Sie 3 Unterschiede!

A

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist als eine Anstalt organisiert, während der private ein marktwirtschaftliches Unternehmen ist. Der Zweck des Rundfunks ist beim öffentlich-rechtlichen die Grundversorgung aller Bevölkerungsschichten und - gruppen mit Information und Unterhaltung. Beim privaten Rundfunk wird der Inhalt durch die Nachfrage und die zur Verfügung stehenden Mittel bestimmt, da das Ziel Gewinnmaximierung ist. Finanziert wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch Gebühren und Werbung, während der privatwirtschaftliche sich rein durch Werbung finanziert.

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10
Q

Erläutern Sie zwei Beispiele von Öffentlichkeitswandel in der deutschen Ge- schichte.

A

Die Reformation im 16./17. Jahrhundert ist ein Beispiel für Öffentlichkeitswandel. Nun konnte man die Bibel selber lesen, sofern man lesen konnte, und sich über das Ge- lesene eine eigene Meinung bilden. Ein weiteres Beispiel ist die Entstehung der bür- gerlichen Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert. Menschen hielten Reden, feierten Feste trafen sich in Kaffeehäusern und Salons um zu diskutieren. Besonders Handwerker und Kaufleute hatten das Bedürfnis der Partizipation an der Politik. Neu war, dass nicht nur jeder Zugang zu Informationen hatte, sondern man konnte eigene Beiträge beisteuern und mitdiskutieren.

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11
Q

Was versteht man unter deliberativer Öffentlichkeit nach Habermas?

A

In einer deliberativen Öffentlichkeit gibt es nur herrschaftsfreien Diskurs. Es wird stets nach Konsens gesucht und die Lösung mit den besseren Argumenten wird ge- wählt. Im Diskurs wird jeder gehört unter der Voraussetzung, dass er richtig, wahr- heitsgemäß und wahrhaftig argumentiert.

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12
Q

Nennen Sie 3 Unterschiede im technischen Potential von Rundfunk und Internet!

A

Während im Rundfunk die Publizität öffentlich ist kann man im Internet differenzieren ob eine Information für alle oder nur für eine Gruppe von Nutzern zugänglich ist. Par- tizipation des Publikums ist beim Rundfunk schwer und begrenzt möglich. Im Internet ist jedoch ein- und zweiseitige Kommunikation möglich. Letztlich ist im Rundfunk le- diglich eine one-to-many Kommunikation möglich, während im Internet auch one-to- one, wie beim Chat oder der E-mail, wie auch many-to-many Kommunikation, wie bei der Kommentarfunktion bei Online-Artikeln praktiziert wird.

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13
Q

Was ist der sog. „Long Tail“ in der Medienöffentlichkeit?

A

Öffentlichkeiten, die weder allgemein öffentlich, wie beispielsweise Tageszeitungen, sind, noch in die speziellen Öffentlichkeiten, die nicht für alle Menschen interessant sind, wie zum Beispiel Modezeitschriften, passen, gehören zum Long Tail. Beispiele für long-tail-Öffentlichkeiten sind Vereinssitzungen und Elternabende. Theoretisch sind sie öffentlich, also jeder könnte hingehen, sie werden jedoch nur von denjenigen besucht, für die sie ausgelegt sind. Ein anderes Wort für long-tail-Öffentlichkeiten ist Nischenöffentlichkeit.

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14
Q

Definieren Sie kurz Disintermediation?

A

Im Internet können Werbung, PR und andere Informationsquellen mit ihren Botschaf- ten ihr Publikum oder ihre Zielgruppe direkt erreichen, ohne den Weg über den Gatekeeper zu gehen.

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15
Q

Was ist Crossmedialität?

A

Journalisten arbeiten crossmedial, wenn sie Artikel und andere Medieninhalte für verschiedene Medienformate produzieren. Ein Beispiel wäre wenn eine Zeitung einen Artikel in ihrer Printausgabe und gleichzeitig auf ihrer Website veröffentlicht.

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16
Q

Welche journalistischen Vermittlungsformen stehen durch den Medienwandel in Konkurrenz?

A

Der professionelle Journalismus wie beispielsweise von Tageszeitungen leidet unter dem Medienwandel, da die Finanzierung durch die „Gratismentalität“ im Internet schwieriger wird und Internetpräsenz trotzdem unverzichtbar ist. In Konkurrenz dazu steht der partizipative Journalismus, der von „Laienjournalisten“ geleistet wird, und zwar nicht kommerziell aber meinungsorientiert und nicht zwingend ausgewogen ist. Der dritte Konkurrent ist die technische Vermittlung, wobei Suchmaschinen wie Google News automatisiert Nachrichtenangebote aufgrund von Ranking-Kriterien zu- sammenstellen.

17
Q

Wie lautet das Rieplsche Gesetz?

A

Durch die Entwicklung neuer Medien werden die alten nicht vollständig verdrängt, vielmehr spezialisieren sich die alten Medien auf neue Aufgaben und Verwertungs- gebiete. Medien sterben also nicht, sie entwickeln sich weiter.