V4 Flashcards
Ziel der Aufbereitung:
- Anreicherung der im Rohhaufwerk enthaltenen Wertstoffe in Konzentraten
- Abreicherung des Wertstoffs in den Bergen (Abgängen)
- Abtrennung von schädlichen Bestandteilen aus dem Produkt
Erfüllung der Anforderungenan ein Produkt hinsichtlich:
- Gleichmäßigkeit
- Wertstoffgehalt
- Schadstoffgehalt
- Wassergehalt (Feuchte)
- physikalische Eigenschaften (Korngröße, Oberfläche, Kornform, etc.)
Geschichte der Aufbereitung:
- Zusammen mit der Aufbereitung von Lebensmitteln ist die Aufbereitung mineralischer Rohstoffe eine der ältesten Technologien der Menschheit
-
älteste Form der Aufbereitung:
- Handklaubung (von Feuerstein, ged. Kupfer, ged. Gold)
-
später:
- Dichtesortierung („Goldenes Vlies“)
Grundlegende Begriffe in der Aufbereitungstechnik:
Weitere grundlegende Begriffe in der Aufbereitungstechnik:
Rohstoffeigenschaften des freien Einzelkorns:
aufgeschlossen = nicht verwachsen
- chemische Zusammensetzung
- spezifisches Gewicht (Dichte)
- Magnetisierbarkeit
- elektrische Leitfähigkeit
- der Oberfläche
- des gesamten Korns
- Benetzbarkeit der Oberfläche
- Härte
- Spaltbarkeit
Rohstoffeigenschaften des verwachsenen Korns:
- mineralogische/stoffliche Zusammensetzung
- Wertstoffgehalt
- Schadstoffgehalt
- Zerkleinerungsverhalten
- Verwachsungsgrad/Aufschlussgrad
- mittlere Dichte
- Korngröße
- Kornform
Rohstoffeigenschaften des Haufwerks:
- Korngrößenverteilung
- Kornformverteilung
- Dichteverteilung
- Wertstoffverteilung in den einzelnen Dichtestufen und Korngrößenklassen
- Feuchte
- Schüttgewicht
- Fließverhalten
- Abrasionsverhalten
Ziele der Zerkleinerung:
- Erzeugen eines Fertigprodukts z.B. Baustoffe
- Erzeugung eines Produkts für nachfolgende Verfahrensstufen
- Klassierung
- Sortierung
- Laugung
- sonst. Verfahrensschritte
- thermische, biologische etc. Behandlung
Einteilung der Zerkleinerung nach Korngrößenbereichen:
-
Grobzerkleinerung:
- (Endfeinheit 80-300mm)
-
Mittelzerkleinerung:
- (Endfeinheit 10-20mm)
-
Feinzerkleinerung:
- (Endfeinheit < 0,1mm)
-
Feinstzerkleinerung:
- (Endfeinheit < 10μm)
-
Ultrafeinstzerkleinerung:
- (Endfeinheit bis 0,1μm)
Beispiele für Zerkleinerungsaggregate:
Backenbrecher
Beispiele für Zerkleinerungsaggregate:
Kegelbrecher: Ausführung als Steil- und Flachkegelbrecher
-
Einsatz:
- Vor- und Mittelzerkleinerung (Steilkegelbrecher), Nachzerkleinerung (Flachkegelbrecher) von hartem bis mittelhartem Gestein
-
Allgemeiner Aufbau:
- Kegelbrecher haben einen ringförmigen Brechraum zwischen einem kreisförmig taumelnden Brechkegel und einem feststehenden kegelförmigen Brechmantel
Beispiele für Zerkleinerungsaggregate:
Kugelmühle
- Aufgabestückgröße < 20 mm
- Endfeinheit < 100 μm
- Durchsatz bis 500t/h
Ziele der Klassierung:
- Abscheidung unerwünschter Grob- oder Feinfraktionen aus einem Produkt
- Zerlegung eines Vorprodukts in geeignete Korngrößenklassen für nachfolgende Verfahrensschritte
- Abtrennen eines Materials bestimmter Korngröße nach vorausgegangener selektiver Zerkleinerung
- hier: Zerkleinerung + Klassierung = Sortierung
- Abtrennen eines hinreichend zerkleinerten Materialstroms aus dem Zerkleinerer-Auslauf und Rückführung des Grobgutsin den Zerkleinerer
- „Mahl-Klassier-Kreislauf“
Feste- und bewegliche Roste:
-
Feste Roste:
- aus parallelen Profilstangen Neigung mindestens 35°, besser 50°
- trennschnitt üblicherweise bei >50 mm
-
Bewegliche Roste:
- Stangen statt Siebbelag, für Grobabsiebung, weniger Verstopfungsgefahr als fester Rost
Wälzsiebe (Trommelsiebe):
-
Vorteile:
- schonende Absiebung
- Kombination mit Läuterung
- infacher Aufbau, robust
-
Nachteile:
- geringer Durchsatz
- es wirkt nur die Erdbeschleunigung
- geringe Trennschärfe
Schwingsiebmaschinen:
-
Art der Siebgutbewegung:
- Siebguthebt ab ⇒ Wurfsiebmaschinen
- Siebgutgleitet ⇒ Plansiebmaschinen
-
Durchsatz [nur Anhaltswerte]:
- von 4 t/m2bei 2mm Trennschnitt bis 70 t/m2bei 90 mm
-
Schwingungsformen:
- Kreisschwingung
- Linearschwingung
- Ellipsenschwingung
Zyklone [nass und trocken]:
- Korngröße: 5 -500μm
-
Einsatz:
- Klassieren
- Entschlämmen
- Eindicken
- Klären
- (Dichtesortierung; hier: Sortierzyklone)
-
Vorteile:
- keine beweglichen Teile
- robust, unempfindlich, leicht
- geringe Kosten
- kaum Wartung
- geringer Platzbedarf
- hoher Durchsatz möglich
Trennmerkmale:
- ausreichender Aufschluss und genügend große Unterschiede in mindestens einem Trennmerkmal
Verfahrensschema der Sortierung ohne Nachreinigung:
Dichtesortierung: Schwimm-Sink-Scheider
Dichtesortierung: Setzarbeit
Setzmaschinen
Magnetscheidung: Trommelmagnetscheider
Klaubung:
Flotation:
„Sortierung nach der Benetzbarkeit der Oberfläche“
- Flotiert wird, wenn die Partikel zu fein sind um mit anderen Verfahren sortiert werden zu können
- Im Erz z.B. weil so weit aufgeschlossen werden muss
- In der Kohle z.B. weil viel Feinstkorn entstanden ist
Prinzip Flotation:
-
Hydrophile Stoffe:
- lassen sich mit Wasser benetzen
-
Hydrophobe Stoffe:
- lassen sich nicht mit Wasser benetzen
- Wirkungsweise:
- Trübe mit hydrophoben und hydrophilen Feststoffteilchen
- Luftblasen, die mit den Teilchen in Kontakt kommen können
- an hydrophoben Teilchen können sich Luftblasen anlagern
- vorausgesetzt die Luftblasen sind groß genug bzw. die Teilchen nicht zu groß, zu schwer oder auch zu klein steigen diese nach oben werden „flotiert“
- an der Trübeoberfläche bildet sich eine feststoffbeladene Schaumschicht, die abgesteift werden kann oder überläuft, hierzu muss der Schaum stabil sein
Pneumatische Flotationsmaschinen:
- Die Begasung der Trübe ist von der Blasenaufsteigezone (Phasentrenngefäß) räumlich getrennt
- Statt einer Vielzahl von Zellen benötigt man i.A. nur einen Flotationsapparat pro Verfahrensstufe:
- platzsparend,
- hohe spezifische Leistung (bis 2.000m3/h Trübe)
- preiswert
Laugung:
- für bestimmte Erztypen günstigstes und effizientestes Aufbereitungsverfahren, ansonsten Anwendung der Laugung bei:
- fein verwachsenen Erzen
- Armerzen
- in situ-Laugung
Wichtige durch Laugung aufbereitete Erze:
- Steinsalz
- Kalisalz
- Gold und Silber
- Uranerz
- Kupfer
Verfahrensschritte bei der Laugung:
- mechanischer Aufschluss
- Laugen
- mechanische Abtrennung der Lauge vom Laugerückstand
- Anreichern und Reinigen der Lauge
- Rückführung des Wertstoffs in den festen Zustand
Haufen-oder Haldenlaugung:
- Laugen von grob oder nicht gebrochenem Erz
- Lagerung auf undurchlässiger Schicht
- Aufgabe des Lösungsmittels von oben
- Abführen der Produktlauge über Drainagesystem
- auch: unter Tage in Abbaukammern
In-Situ-Laugung:
- Laugung in der Lagerstätte
- Erzkörper porös oder durch Sprengung aufgelockert
- frische Lauge wird eingepumpt, Produktlauge wird aus Bohrlochtiefsten gepumpt
- z.B.: Kavernenbergbau (Steinsalz, Kalisalz), aber auch bei Schwefel, Kupfer