Gattungstheorie Flashcards
Großgattungen
(Lyrik, Drama, Epik)
=>nicht triadisch voneinander abgrenzbar, sondern bestenfalls
binär
Untergattungen
Epik: Roman, Autobiografie, Kriminal- und Abenteuerroman, Kurzgeschichte, Märchen, Novelle, Fabel, Anekdote.
Lyrik: Ode, Ballade, Sonett, Elfchen.
Drama: Tragödie, Komödie.
Untergruppen
Ode: sapphische Ode, alkäische Ode
Tragödie: bürgerliches Trauerspiel, barocke Trauerspiel
Roman: Briefroman, Bildungsroman
Naturformen
Gattungen ≠ Naturformen
In einem weiten Sinne bezeichnet man mit ›Gattung‹ die drei von Goethe irreführenderweise als »Naturformen« bezeichneten Textgruppen Lyrik, Drama und Epik.
Gattungsbegriffe
- Gattungsbegriffe und -konzepte sind Konstrukte, Abstraktionen
- Gattungen unterliegen einem historischen Wandel (historische
Varianz, Vielfalt) hinsichtlich Merkmalen, Bewertung, Funktionen
=> historische Betrachtung der Entwicklung von Gattungen
=> Gattungen und Gattungslandschaften als offene Systeme
==» „diachrone Systemtransformation“
diachrone Systemtransformation
Gattungen unterliegen einem starken historischen Wandel → Versuche der Festschreibung haben die Veränderung und Entwicklung von Gattungen nicht verhindert (Nominierung)
- Bewertung, Merkmale von Gattungen ändern sich (z.B.: Roman entwickelt sich zu beliebter Gattung)
Phasen in denen…
- Viele Texte einer Gattung werden verfasst
- Gattung wenig Relevanz hat
- Gattungen können aus System fallen, durch andere/neue substituiert werden oder neue hinzukommen.
→ Aufgrund dieser Entwicklungsprozesse auf den Ebenen der Gattungen im Einzelnen und der Gattungslandschaft kann man von „eine[r] dia- chrone[n] Systemtransformation“ sprechen.
Epik
erzählerische Mittelbarkeit, Prosa, ungebundene Rede
Drama
szenischer Unmittelbarkeit, narrativ
Lyrik
gebundene Rede
- Seit Mitte des 18. Jahrhunderts
- kurze Texte in Versform
- in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts → Gattungsbezeichnung Lyrik.
Gattungslandschaft
Gesamtheit der Gattungen einer Epoche
Gattung ist ein offenes System
→ gibt keine systematisierte vollständige Gattungstheorie
Sinn und Nutzen von Gattungsbegriffen
- Abgrenzungen
- Merkmalskomplexe (inhaltliche, formale Merkmale)
→ Kriterien-/Merkmalsbündel für prototypischen Effekt bzw.
Familienähnlichkeit - Partizipationsmodell
- präzise u. transparente Kommunikation
Rezeptionsmuster
(→ Erwartungshorizont)
→ Schemaerfüllung, -variation oder -bruch
heuristisch
→ stammt von dem griechischen Wort „heuriskein“ für „entdecken“ ab
→ beschreibt einen Prozess, bei dem ein bestimmtes Wissen oder ein erwünschtes Ergebnis durch vorläufige Annahmen erlangt werden
Gattungskonzepte als heuristische Instrumente