Pragmatik Flashcards

1
Q

Austin: Felicity conditions

A

A1: Es muss konventionalisierte Formen geben, um eine Bitte/Aufforderung zu machen.
A2: Die Umstände müssen passend sein (gleicher Ort, gleiche Zeit, physische Voraussetzungen).
B: Die Aufforderung muss korrekt und vollständig vorgebracht werden.
C1: S hat die Absicht, dass H die Aufforderung ausführt; H geht davon aus S will, dass H die Aufforderung
ausführt.
C2: H muss die Aufforderung dann auch ausführen und S muss H dabei unterstützen oder zumindest nicht daran
hindern.

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2
Q

konstativ – explizit performativ – implizit performativ

A

Explizit performativ: Sprachhandlungen genannt

Implizit performativ: Sprachakt nicht in der Äusserung

Konstativ: rein informativ

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3
Q

Klassifikation von Sprechakten

A

Assertiva/Representiva: Beschreibungen, Behauptungen, Hypothesen (Wort-auf-Welt-Ausrichtung)

Direktiva: Befehle, Wünsche, Bitten (Welt-auf-Wort-Ausrichtung)

Kommissiva: Versprechen, Absichtsbekundungen (Welt-auf-Wort-Ausrichtung)

Expressiva: Angabe persönlicher Einstellungen zu Sachverhalten (Entschuldigen, Danken,…)

Deklarationen: Erfolgreiche Durchführung der Sprachhandlung führt zu Änderung sozialer Tatsachen
(Einstellen, verurteilen, trennen, abtreten, …)

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4
Q

Teilakte des Sprechakts nach Searle

A

Propositionaler Akt: Der wörtliche Inhalt der Äusserung
(bestehend aus Referenten und
Prädikat)

Illokutiver Akt: Eigentlicher Sprechakt; das, was gemeint ist

Perlokutiver Akt: Die erzielte Wirkung des Sprechakts

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5
Q

Illokutionen bei indirekten Sprechakten

A

Indirekte Sprechakte sind Sprechakte, bei welchen „der mit sprachlichen Mitteln angezeigte Illokutionstyp
nicht mit der primär intendierten illokutiven Funktion übereinstimmt“

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6
Q

Illokutionäre Indikatoren

A
  • Wortstellung
  • Verbmodus
  • Modalpartikel
  • Intonation
  • Propositionaler Gehalt
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7
Q

Probleme der Sprechakttheorie

A
  • Trotz Fokus auf den Kontext oft basierend auf theoretischen Überlegungen; echte Sprachdaten meist
    komplexer, weniger leicht kategorisierbar
  • Fokus auf mündlichen, dialogischen Sprachgebrauch
  • Geht davon aus, dass Bedeutung einer Äusserung = Absicht der Sprecherin – woran lässt sich diese
    erkennen?
  • Sprechaktklassen teilweise sehr gross (Direktiva: Fragen, Befehle, Bitten, …)
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8
Q

Next Turn Proof Procedure (NTPP)

A
  • Jede Äusserung/Handlung hat einen Bezug zur vorangehenden Äusserung/Handlung.
  • Dadurch wird die Bedeutung der vorangehenden Äusserung/Handlung deutlich.
  • Somit können wir Äusserungen aufgrund der Reaktion der anderen Teilnehmenden klassifizieren.
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9
Q

Konversationsmaximen

A
  1. Maxime der Qualität
    Versuche einen wahren Gesprächsbeitrag zu machen.
  2. Maxime der Quantität
    Mache deinen Beitrag so informativ wie erforderlich – aber nicht informativer.
  3. Maxime der Relevanz
    Sei relevant.
  4. Maximen der Modalität
    Drücke dich deutlich aus (keine Ambiguitäten, keine Weitschweifigkeit, keine ungeläufigen Ausdrücke, gehe geordnet vor).
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10
Q

Implikaturen

A

Konventionelle Implikatur (also, sprachlich verdeutlicht)

Konversationelle Implikatur:
1. Generalisierte konversationelle Implikatur (Es könnte schlimmer
sein.)
2. Partikularisierte konversationelle
Implikatur (spezifisch in der Kommunikationssituation)

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11
Q

Brown & Levinson: Positive & negative face

A

Negative face:
* Jeder Mensch möchte in seiner Handlungsfreiheit nicht eingeschränkt werden.
(negatives Gesicht des Hörers bedroht: Aufforderung)

Positive face:
* Jeder Mensch möchte (von sich selbst und anderen) als geschätztes Mitglied seiner Gemeinschaft
wahrgenommen werden.
(positives Gesicht der Sprecherin bedroht: Schuldeingeständnis, Entschuldigung)

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12
Q

Gesichtsbedrohende Sprechhandlung

A

face-threatening acts

  1. Don’t do the FTA
  2. Do the FTA:
  3. off record
  4. on record:
  5. without redressive action
  6. with redressive action:
  7. positive politeness
  8. negative politeness
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13
Q

Ausmass der Gesichtsbedrohung

A

Wx= D(S,H) + P(H,S) + Rx

W= Ausmass der Gesichtsbedrohung
Faktoren, aufgrund welcher das Ausmass der Gesichtsbedrohung berechnet werden kann:
* Soziale Distanz (D) zwischen den Interagierenden (S, H)
* Relative Macht (P) des Sprechers über die Hörerin
* Absolutes Belastungspotenzial (R) der Handlung in der spezifischen Kultur
à Einfluss von Kontextfaktoren

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14
Q

Fraser & Nolan

A
  • Deference/Ehrerbietung vs. Politeness/Höflichkeit
  • Höflichkeit = Normalfall; Ehrerbietung = alles, was darüber hinausgeht (= …?)
  • „no sentence is inherently polite or impolite“ à Emphase auf Verwendungskontext und Rezeption durch
    angesprochene Person (Lektürereflexionen)
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15
Q

Leech

A

Höflichkeit bei Konflikt zwischen illokutionärem und sozialem Ziel (übereinstimmend mit den kurzfristigen und
langfristigen Zielen bei den Relevanztheorien)

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16
Q

Leech: 4 Konstellationen von von Zielzusammensetzungen

A
  • Kompetitiv (Zielkonflikt, z. B. Aufforderung)
  • Konvivial (Übereinstimmung, z. B. Dank)
  • Kollaborativ (Ziele voneinander unabhängig, z. B. Informationsbericht)
  • Konfliktär (Widerspruch zwischen den Zielen, z. B. Beleidigung)
17
Q

5 Höflichkeitsmaximen nach Leech

A

Grosszügigkeit & Takt: Lege grossen Wert auf die Bedürfnisse des Gegenübers und wenig Wert auf
deine eignen Bedürfnisse.

Beifall & Bescheidenheit: Lege grossen Wert auf die Qualitäten des Gegenübers und wenig Wert auf deine eigenen Qualitäten.

Verpflichtung: Lege grossen Wert auf die Verpflichtungen, die du gegenüber deinem
Gegenüber hast und wenig Wert auf Verpflichtungen, die das Gegenüber gegenüber dir hat.

Meinung: Lege grossen Wert auf die Meinung deines Gegenübers und wenig Wert auf
deine eigene Meinung.

Gefühle: Lege grossen Wert auf die Gefühle deines Gegenübers und wenig Wert auf
deine eigenen Gefühle.

18
Q

Situative Faktoren nach Leech, die Höflichkeit beeinflussen

A
  • Vertikale Distanz: Unterschiede in Status und Macht der Interagierenden
  • Horizontale Distanz: Grad der Bekanntheit zwischen den Interagierenden
  • Kosten/Nutzen: Höhe der Kosten/Nutzen der Sprachhandlung
  • Rechte und Pflichten aufgrund sozialer Rollen
  • Territorialität: Gruppenzugehörigkeit der Interagierenden (gleiche Gruppe)?
19
Q

Arndt & Janney: Emotive Kommunikation

A

Höflichkeit als mutimodaler, regulierter Ausdruck von Gefühlen

3 Dimensionen von Gefühlen:
* Vertrautheit (mit dem Gegenstand = confidence, Sicherheit)
* Positiver/negativer Affekt (z. B. Freude, Traurigkeit)
* Grad des Engagements (hohe Involviertheit vs. Desinteresse)

Wenn negative Gefühle kommuniziert werden, sollten diese mit einem geringen Mass an Sicherheit und
Engagement abgeschwächt werden, bei positiven Gefühlen ist das Gegenteil der Fall

20
Q

Relevanztheoretische Ansätze

A

Relevanztheoretiker*innen nehmen an, dass die Maxime der Relevanz alleine ausschlaggebend ist für die
Interpretation des wörtlichen als auch des implizierten Inhalts.

Beobachtung: wenn Verhalten gegen Höflichkeitsmaximen verstösst, wird nach der Relevanz gesucht:
Ursachen für den Verstoss (Unkenntnis der Regel (kulturelle Differenzen?) oder gezielter Angriff?). à
Höflichkeit notwendig, um die Unterstellung von interaktionaler Aggression (= unerwünschte Implikatur)
abzuwenden.