Modul 11 Flashcards
Was ist Restrisiko?
Restrisiko = Risiko, das mit einer technisch möglich und wirtschaftlich vertretbaren Lösung nicht beherrscht werden kann.
Welche Löschsysteme bzw. Brandunterdrückungssysteme kennen Sie? Nennen Sie drei Beispiele?
Sprinkleranlagen Feinsprüh-Löschanlagen Nebel-Löschsysteme Pulver-Löschsysteme Inertgas-Löschsysteme Chemische Löschsysteme
Wann besteht i. d. R. ein Anpassungsverlangen?
Wenn wesentliche Änderungen im Baurecht beschrieben werden.
Wesentliche Änderung können z. B. sein:
- Rettungswege
Tragwerk
Nutzungsänderung
Wie entsteht passiver Bestandsschutz?
Durch formelle und materielle Legalität:
formelle Genehmigung Baugenehmigung (formelle Legalität)
Übereinstimmung der Nutzung mit materiellem Recht (materielle Legalität)
Wie gehen Sie chronologisch bei der Planung des Brandschutzes im Bestand vor?
Genehmigungsunterlagen einsehen Ortsbesichtigung Nutzung (Definition für die Nutzung) Durchsicht der Pläne Konzept (Bestandsanalyse, Risiken) Definition der Brandschutzmängel Bewertung Vorschlag zur Sanierung Kontrolle und Dokumentation
Sie wurden beauftragt bei einem bestehenden Gebäude die vorhandene Rettungswegsituation zu bewerten. Nennen Sie die wichtigsten Anforderungen sowie 5 Parameter, die Sie überprüfen.
Schutzziel nach MBO “ ausreichend lang benutzbar”
liegt eine konkrete Gefährdung vor?
Zu untersuchende Parameter: Länge der Rettungswege Begrenzung (Wände, Decken, Durchdringungen) Abschlüsse in den Rettungswegen Brennbare Bekleidung Risikoabwägung/Kompensation Brandmeldung mit akustischer Warnung Betriebliche Maßnahmen
Einflussparameter des Materials / Objekts?
Alterung Holz / Verformung; Beton, Stahl / Korrosion, Fugen / Beschichtungen / Dämmung Nachrüsten / Eingriff Installationen / Abschottungen / FSA Umnutzung / Vergrößerungen Notwendige Flure - Installationskanäle Wohnhäuser – Hotels / Studentenheime Industriehalle – Verkaufsstätte / Lager
Im Bestand haben Sie häufig mit dem Einbau von Holz- und Holzwerkstoffen zu tun. Welche Unterschiede sehen Sie bei der Verwendung von Holzwerkstoffen als Wandverkleidung im notwendigen Flur gegenüber der Verwendung von Holz als Tragkonstruktion?
Wandbekleidung
- Rauchentwicklung im Rettungsweg (kritisch, da brennbar)
- Schädlingsbefall und Aufwand für Pflege
Tragkonstruktion
- kein spontanversagen
- geringe wärmeleitfähigkeit
- Bildung einer schützenden Kohleschicht
- Feuchtegehalt reduziert die Abbrandgeschwindigkeit
Welchen Unterschied sehen Sie bei Ihrer Beurteilung des abwehrenden Brandschutzes, wenn Sie eine bauliche Anlage
in einem Altstadtkern mit geschlossener Bebauung und engen Gassen,
in einer Vorstadtlage mit großen Baugrundstücken in offener Bauweise errichtet wurde?
Altstadtkern:
- Löschwasserversorgung (altes Leitungsnetz)
- Fehlende Aufstellflächen für Gerätschaften der Feuerwehr
- “Herankommen” schlecht
- ggf. Verkehr
Vorstadtlage:
- vorstehende Kriterien sind leichter zu realisieren
Ein bestehendes Gebäude wird erweitert, gilt für die Erweiterung und das bestehende Gebäude Bestandsschutz?
Wenn im bestehenden Gebäude keine wesentlichen Eingriffe vorgenommen werden und die bestehende Rettungswegsituation aufrechterhalten wird besteht kein Anpassungsverlangen an das bestehende Gebäude. Neu errichtete Gebäudeteile sind nach aktuellem Baurecht zu bewerten.
Was muss bei der Schadenserfassung berücksichtig werden?
Ursache der Brandentstehung
Ursache der Brandausbreitung
Wirksamkeit vorhandener Schutzmaßnahmen
Schadensausmaß
Was sollte bei öffentlichen Aufträgen immer beachtet werden?
bei öffentlicher Ausschreibung nur eine technische Beurteilung abgeben
bei öffentlichen Aufträgen immer alles protokollieren
Bestandsaufnahmen vom Auftraggeber abverlangen
Welche Konstruktionsarten werden bei Flachdächern unterschieden?
nicht belüftetes Dach -> einschaliges Flachdach -> Warmdach
belüftetes Dach -> zweischaliges Flachdach -> Kaltdach
Welche Punkte sind bei der Brandschutzplanung zu berücksichtigen?
Komplextrennung räumlich und baulich
Bauliche Konstruktion (z. B. Porenbeton)
Auswahl der Materialien (z. B. nicht brennbar)
Schaffung von Voraussetzungen, um wirksame Löscharbeiten durchführen zu können
Dachaufbau gem. Anforderung
Welche Dachschichten sind zur Ermittlung der Brandlast zu beurteilen?
Tragdecke Dampfsperre Dämmung Abdichtung Deckschicht
Was passiert innerhalb eines Trapezprofildaches, wenn es darunter brennt? Sind hier ggf. zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, auch dann, wenn der im Dachschichtpaket eingebaute Dämmstoff problemlos die Kriterien eines A-Baustoffes erfüllt?
- Tiefsicken bilden sich Pyrolysegase
- Ausbreitung innerhalb des Daches
- Temp. steig und Entzündungstemp. sinkt
- Durchzündung
Maßnahme RWA’s
Welche sind die wichtigsten Parameter für den Brandschutz bei Flachdächern?
Brandlastreduzierung des Dachaufbaus
Alternativkonzepte entwickeln
Schnittstellen kennen bzw. beachten
qualifizierte Vorarbeiten / Vorleistungen
Wieso sollte generell immer eine Bestandsaufnahme vom Bauherr bzw. Auftraggeber angefordert werden?
Bauherr bzw. Auftraggeber sind dann in der Haftung, falls etwas bei der Bestandsaufnahme
vergessen wurde
Nimmt der Auftragnehmer die Bestandsaufnahme selbst vor, haftet der AN für diese
Was gilt für Fremdleistungen?
Nach Möglichkeit sollten immer Fachleute hinzugezogen werden
Fremdleistungen nie selbst durchführen! (Haftungsgrund)
Nennen Sie Planungshinweise für die Ausführung von Flachdächern
Dachabdichtungen nur bei geeigneten Witterungsverhältnissen ausführen
Nachteilige Auswirkungen durch besondere Maßnahmen vermeiden
Fachgerechten Dachaufbau bereits bei der Planung beachten
Gefälle und Dachentwässerung planen
Anwendungskategorien sind vom Bauherr / Planer festzulegen
Anschlusshöhe der Abdichtungen fachgerecht planen (nach Abschnitt 4.3 bis 4.6)
Notwendigkeit von Bewegungsfugen prüfen und planen
Wasseransammlungen bei begrünten Dächern beachten Dampfsperre entsprechend
bemessen
Windsogsicherung
Türen zu Dachflächen müssen geeigneten Abdichtungsanschluss aufweisen
Anschlagpunkte (Sekuranten) für Pflege, Wartung und Instandhaltung vorsehen
Brandschutzanforderungen der jeweiligen LBO beachten
Abstand von Durchdringungen beachten mindestens 0,30m zueinander
Maximale Durchbiegung der Stahltrapezprofile beachten
Blechdicke von Trapezprofilen mindestens 0,88mm
Mehrlagige Dachabdichtungen parallel mit Versatz verlegen und vollflächig verkleben
Schaumglasplatten gegen Wasserunterläufigkeit verlegen
Bei Abdichtung mit Polymehrbitumenbahnen Kreuzstöße vermeiden
(versetzte Anordnung),
an T-Stößen Kapillarbildung möglich Abschrägung der Bahnen
Welche weiteren Vorschriften und Regelwerke gelten für Flachdächer?
- Industriebaurichtlinie
- DIN 18230
Welche Ausführung wird im Dachbereich als Rettungsweg anerkannt?
Druckfeste A1 Dämmung im Dachbereich mit Plattenbelag
Wärmedämmung nach Flachdachrichtlinie
Für die Wärmedämmung dürfen nur Dämmstoffe nach
bauaufsichtlich eingeführten Normen
allgemein bauaufsichtlichen Zulassungen oder
europäischen technischen Zulassungen
verwendet werden.
Welche Anforderungen stellt die Flachdachrichtlinie an Dämmstoffplatten in nicht belüfteten Dächern?
Dämmstoffplatten müssen druckbelastbar sein
bei genutzten Dächern mit erhöhter Druckbelastbarkeit
Wie werden die Klassen nach DIN EN 13501 unterteilt?
Hauptklassen (Euroklassen EK): Zeit bis zum Flash Over Euroklassen A1, A2, B kein flash over Euroklasse C 10-20min Euroklasse D 2-10min Euroklasse E 0-2min
Unterklassen: Rauchentwicklung Unterklasse s1 kein /kaum Unterklasse s2 mittel Unterklasse s3 stark
Brennendes Abtropfen
Unterklasse d0 kein abtropfen
Unterklasse d1 begrenzt
Unterklasse d2 stark
Nennen Sie Eigenschaften diffusionshemmender/diffusionsdichter Schichten
Baustoffklasse B1, schwer entflammbar geprüft nach DIN 18234 geringe Brandlast (Heizwert nur ca. 10.500kJ/m²) praktisch dampfdicht regensicher hohe Trittsicherheit temperaturstabil 25,0 x 1,50m Deckmaß silikonfrei nach Automobilnorm vollflächige SK-Klebemasse
Nennen Sie Heizwerte unterschiedlicher Dachaufbauten
154 kWh/m² Bitumenbahnen, PS-Dämmung, Bitumen Dampfsperre
36 kWh/m² Kunststoffbahnen, PS-Dämmung, Kunststoff Dampfsperre
24 kWh/m² Kunststoffbahnen, MF-Dämmung, Kunststoff Dampfsperre
Was ist bei Sonderlösungen bzw. Alternativmöglichkeiten zu beachten?
Schriftliche Abstimmung bzw. Einwilligung:
Abstimmung mit dem Gebäude- / Brandversicherer
Brandschutzbeauftragter untere Bauaufsicht (Landratsamt, kreisfreie Städte)
Sachverständiger für Brandschutz
Klare Darlegung der Vor- und Nachteile gegenüber Auftraggeber
Was ist die Grundlage des Bestandsschutzes?
-> Bei einer rechtmäßig bestehenden baulichen Anlage gibt es einen grundsätzlich
gewährten Schutz gegenüber Eingriffen des Staates
Baurecht durch Art.14 GG
Entbindet nicht von der Pflicht, bauliche Anlagen nach § 3 (1) i. V. m. § 52 MBO
Wann kann der Bestandsschutz angewendet werden? (Wann besteht Bestandsschutz)
Errichtet nach den damals gültigen Vorschriften
Keine wesentlichen Veränderungen
Keine unmittelbare Gefährdung („konkrete Gefährdung“)
Renovierung ohne Eingriff in die Substanz
Wann besteht kein Bestandsschutz?
bei Vorliegen einer „konkreten“ Gefahr
wenn eine Nutzungsänderung beabsichtigt ist bzw. bereits erfolgt ist
Grundsanierungen oder Umbauten (Eingriff in die Substanz)
Nach einem Abbrand (Brandschaden)
Nicht genehmigtes Gebäude
Konstruktionsänderungen
wenn eine bauliche Anlage längere Zeit nicht genutzt wird
Wann hat materielle Legalität nur Bestand?
wenn die begonne / genehmigte Nutzung andauert
wenn überhaupt eine funktionsfähige bauliche Anlage vorhanden ist
Wozu dient der passive Bestandsschutz?
um behördlicher Beseitigungsanordnung oder Änderungsanordnung entgegen zu wirken
Schutz der ursprünglich rechtmäßigen Bestandsnutzung
passiver Bestandsschutz entfällt, wenn der ursprünglich legale Zustand in seiner Substanz nicht mehr vorhanden ist (Brandereignis).
Wie werden baurechtliche Vorschriften unterteilt?
bauplanungsrechtliche Bestimmungen gültiger Bebauungsplan
bauordnungsrechtliche Bestimmungen
Welche sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften sind zu beachten?
Denkmalschutz
Naturschutz, z. B. Löschwasserrückhalt
Straßenrecht / Verkehrsrecht, z. B. Bahnlinie, Flugplätze
Arbeitsschutz (ASR´s)
Wann erlischt Bestandsschutz?
Bestandsschutz erlischt, wenn eine bauliche Anlage längere Zeit nicht genutzt wird.
Wann kann der Staat durch Gesetz in den Bestandsschutz eingreifen?
§85 Abs. 1 LBauO
Nach Erteilung einer Baugenehmigung kann die Behörde zusätzlich brandschutztechnische Anforderungen stellen
Es gibt im Baurecht keinen absoluten Bestandsschutz,
wenn eine Gefahr für Leben und Gesundheit besteht! („konkrete“ Gefahr)
Wann ist von einer konkreten Gefahr auszugehen?
Wenn in dem zu beurteilenden konkreten Einzelfall in überschaubarer Zukunft mit dem Schadenseintritt gerechnet werden muss.
z. B.:
- fehlende / unzureichende Rettungswege
fehlende / unzureichende Abtrennungen von notwendigen Fluren und Treppenräumen
Unterversorgung mit Löschwasser
Unzureichende Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen
Wann besteht i. d. R. ein Anpassungsverlangen?
Wenn wesentliche Änderungen im Baurecht beschrieben werden.
Wesentliche Änderung können z. B. sein:
- Rettungswege
Tragwerk
Nutzungsänderung
Beachte:
Das Anpassungsverlangen bezieht sich nur auf die Teile, die mit den von der Änderung betroffenen Teilen in konstruktiven Zusammenhang stehen oder unmittelbar verbunden sind.
Was ist die Voraussetzung für den Erlass nachträglicher Anforderungen?
Es muss eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung (Leben und Gesundheit) vorliegen. ACHTUNG in MBO nur noch Gefahr!!
Der Begriff steht für den Schutz des Staates und die Rechtsgüter des § 823 Abs. 1 BGB.
Körper
Leben
Gesundheit
Freiheit
Eigentum
Nach welchen Gesichtspunkten hat eine Baubehörde beim Vorliegen einer konkreten Gefahr die Maßnahme zu beurteilen?
Die nachzufordernde Maßnahme muss notwendig, zweckmäßig und verhältnismäßig sein.
Zumutbare finanzielle Belastung des Bauherrns: ca. 14% – 19% der Gesamtherstellkosten
Welche Problematik ergibt sich für die Feuerwehr beim Löschen einer Dachfläche mit Solarmodulen?
Die Solarmodule erzeugen unter Lichteinwirkung kontinuierlich Gleichstrom. Durch (brand-) geschädigte Leitungen können gefährliche Stromschläge entstehen, die für die Einsatzkräfte lebensgefährlich sein können. Bei Gebäuden mit Photovoltaik-Anlagen sind besondere Maßnahmen im Einsatz mit der FW abzustimmen und zu üben.
In welche 5 Teile wird der Brandschutz gegliedert?
Nutzung durch, z. B. Bewohner Vorbeugender Brandschutz Planerische und Konstruktive Elemente eines Bauwerkes Abwehrender Brandschutz Brandsanierung
Was versteht man unter „Vorbeugender Brandschutz“?
Unter vorbeugendem Brandschutz sind alle Vorkehrungen baulicher, betrieblicher, organisatorischer und technischer Art zu verstehen, die dazu dienen:
Die Brandentstehung bzw. Ausbreitung zu verhindern
Die Rettung von Menschen sowie die Bergung von Sachen zu ermöglichen
Die schnelle Brandbekämpfung zu ermöglichen
Die schnelle Brandmeldung zu sichern
Die Zugänglichkeit zu Objekten zu erleichtern
Die Löschwasserversorgung sicherzustellen
Der vorbeugende Brandschutz schafft die Voraussetzung für den abwehrenden Brandschutz.
Was versteht man unter „Abwehrender Brandschutz“?
Der „Abwehrende Brandschutz“ umfasst alle Maßnahmen. Die zur Menschen- und Tierrettung im Brandfall, sowie zur Bekämpfung von Bränden erforderlich sind.
Beschreiben Sie den zeitlichen Ablauf der Rettung (in Stichpunkten)?
- Notruf ca. 2 min ↓ - Alarmierung ca. 2 min ↓ - Anfahrt ca. 8 min (4+4) ↓ - Eintreffen ca. 2 min Eintreffen + Erkundung ↓ Erkundung ↓ Entscheidung - Befehl ↓ - In Stellung bringen ca. 3 min ↓ - Rettung ca. 3 min
Nennen Sie Grenzen der Rettung durch die Feuerwehr?
Personenanzahl Zustand der Personen - Alter der Personen Gebäudestruktur, z. B. Höhe Zur verfügungstehende Rettungsgeräte
Nennen Sie mögliche Mängel in Bestandsbauten?
Grundsätzliche Mängel:
- Verschleiß
Installationen, vor allem durch Nachinstallationen
Veränderungen, z. B. Nutzung
Mängel beim „Altbestand“ (Denkmäler):
Brennbare Baustoffe, z. B. Holzbalkendecken
Treppen, z. B. Holztreppen
Rettungswege, z. B. Holzvertäfelung
Mängel beim „modernen“ Altbauten (ca. 1960):
Planungsfehler
vorgesetzte Fassaden
„mobile Bauweisen“ (Leichtbau, Systemtrennwände)
unvollständige Schächte
Lüftungssysteme
mangelnde Koordination
In welcher Sonderbauvorschrift ist der Bestandsschutz explizit erwähnt?
In der MHHR-Erläuterungen FK Bauaufsicht, Fassung April 2008 Abschnitt C Bestandsschutz
Was sollte bei der Bestandsanalyse beachtet werden?
Nachvollziehen des „alten“ Konzeptes Baugenehmigung und Vorschriften zum Zeitpunkt der Baugenehmigung / Errichtung Nachweis der Leistungsfähigkeit Zustand der Konstruktionen Detailuntersuchungen, z. B.: Installationsschächte Trennwände von Rettungswegen Lüftungssysteme
Was sollte bei der Bestandsanalyse die Schwerpunkte sein?
Nutzung, zur Einschätzung der Risiken Rettungswegkonzept Installationen (da meist viele verschiedene Gewerke vorhanden sind) Ausbau Überprüfung und Sanierung der Bauteile
Wie würden Sie bei einer Bauteilanalyse vorgehen?
Optische Bewertung
Vorhandene Unterlagen (Statik, Konstruktionszeichnungen) sichten, ggf. auswerten
Ggf. Kernbohrungen prüfen / Öffnen von Bauteilen durchführen (zerstörerische Beprobung)
Ggf. Materialuntersuchungen
Bewertung „Brandschutzleistung“
Beachte:
Immer vom Bauherrn veranlassen lassen!
Nie selbst veranlassen!!!
Wer anschafft zahlt!!!
Nennen Sie eine mögliche Kompensationsmaßnahme für eine Denkmalgeschützte Stahlbetondecke, die eine F90 Klassifizierung nicht erfüllt?
Eine Montage einer Brandfrüherkennung ist eine mögliche Kompensation.
Welche Fragen sollte man sich bei Nachrüstungen stellen?
- Warum? z. B. gesetzliche Vorgaben
- Was? z. B. Erstellung einer Prioritätenliste
Rettungswege / Weiterleitungspfade (Feuer) - Tragkonstruktionen
Sprinkler / BMA als Ertüchtigung / Kompensation - Wie? z. B. Maßnahmen
Konzepte / Anpassung an Substanz
Nachweise - Wer? Ausführung
Wann ist Brandschutz bei Massivbauteilen zu beachten?
Flächige / lineare Sanierungen bei Verschleiß der „Betondeckung“
Brandgeschädigte Bauteile
Zermürbung
Abplatzungen
bei Lasterhöhung Lamellenverstärkung (z. B. durch Kohlenstofflamellen)
Brandschutzanforderungen aus Brandschutzkonzepten bzw. Baugenehmigungen
Nennen Sie Einflussfaktoren auf die Feuerwiderstandsdauer von Stahlbetonplatten?
Einflussparameter: konstruktive Randeinspannung konstruktiver Querabtrag Teilbeheizung von Plattenbereichen Dehnungsbehinderung durch nichtbeheizte Anschlussbauteile Membranwirkung
Gefahr: („gevare“ = Hinterhalt, Betrug)
Gefahr ist eine Situation oder ein Sachverhalt, was zu einer negativen Auswirkung
führen kann.
Diese negative Auswirkung einer Gefährdung kann Personen, Sachen,
Sachverhalte, Umwelt oder Tiere treffen.
Schutz:
etwas, das jemandes Sicherheit vergrößert und Gefahren und Schäden abwehrt.
Sicherheit:
das Geschütztsein vor Gefahren, vor Risiken Gewissheit, Ruhe, Sorglosigkeit
Bürgschaft: Pfand
Vorschlag vom VDI: Freiheit von nicht akzeptablen Risiken
Sicherheit = (Wahrscheinlichkeit, Ausmaß)
Risiko: („riscare“ = Klippen umschiffen)
Kalkulierte Prognose eines möglichen Schadens bzw. Verlustes im negativen Fall (Gefahr)
Risiko = Schaden – Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadenhöhe
Was ist Restrisiko?
Restrisiko = Risiko, das mit einer technisch möglich und wirtschaftlich vertretbaren Lösung nicht beherrscht werden kann.
Welche Risiken sind mit einem Brand bei einem Gewerbe- oder Industriebetrieb insbesondere verbunden?
Schäden für die Umwelt
Imageschaden für den Betrieb
Finanzieller Schaden durch Produktionsausfall
- Kundenstamm sucht sich neuen Anbieter, aufgrund von Lieferproblemen durch
Produktionsausfall
Wie kann Risiko beziffert werden?
Risiko Aggregation: zum Beispiel durch die Monte-Carlo-Simulation.
Welche Grundstrategien zum Risikomanagement kennen Sie?
Verminderung
Minimierung
Abwälzung
Akzeptanz
Welche Grundschritte sind zum objektspezifischen Risikomanagement notwendig?
Strategische Risiken
Marktrisiken
Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzkrisen
Politische, rechtliche und gesellschaftliche Risiken, z.B. Risiken aus Corporate
Governance
Risiken bei der Wertschöpfungskette bzw. betrieblichen Prozessen:
z.B. Just in Time, Aus- und Rückwirkungsschäden
Haftungsrisiken
Sonstige Risiken, z.B. Korruption und Betrug (u.a. Prozesskosten)
Nennen Sie Einflussgrößen, welche die Brandrisiken eines Betriebs bzw. Unternehmens maßgeblich bestimmen?
Nutzungsbedingte Brandgefahren (Gefahren der Brandentstehung und
Brandausbreitung)
Mögliche Folgen im Brandfall (Szenarien: Schadenausmaß)
Vorhandene Schutzmaßnahmen und ihre Wirksamkeit sowie zuverlässige
Verfügbarkeit (Qualitätssicherung) Schadeneintrittswahrscheinlichkeit
Entwickeln Sie ausgehend von den wesentlichen Elementen eines Managementsystems ein Brandschutzmanagementsystem
Definition von Unternehmenszielen als Soll-Zustand
Ermittlung des Handlungsbedarfs durch die Erfassung und Analyse des
Ist-Zustandes
Planung und Umsetzung notwendiger Maßnahmen (Gegenüberstellung vom
Soll- und Ist-Zustand sowie Beauftragung und Überwachung der Umsetzung)
Kontrolle der Zielerreichung als kontinuierlicher Prozess und lernendes System
mit ggf. Zielkorrektur
Im Zuge vom Risikomanagement sind die brandbedingten BU-Risiken zu bewältigen. Welche Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden?
Höhe der Grundkosten durch den Umsatzausfall (z. B. Gehälter, Mieten und
Kapitalzinsen/Abschreibung) und Gewinnausfälle
Zuverlässigkeit der Ausweichmöglichkeiten (z. B. durch Auslastung und / oder
Stilllegung redundanter Kapazitäten)
Was halten Sie von „worst credible case“ als Grundlage für den Brandschutznachweis und begründen Sie Ihre Aussage?
Credible: = glaubhaft, zuverlässig
Diese Betrachtung ist nur dann möglich, wenn für die Einschätzung der Gefahren
und Risiken die erforderlichen Daten der Wahrscheinlichkeit verfügbar sind.
Nennen Sie das Bemessungsziel der DIN 18230
- Unter Bezug der Brandlasten
- Sichere und evtl. Kostengünstige Beurteilung
- Genauere Einzelfallbetrachtung als Abschnitt 6
- Erreichen der Schutzziele nach LBO und damit verbundene Genehmigungsfähigkeit der Anlage