Bauchspeicheldrüse Flashcards
Überblick
Lage, Farbe usw.
Kombinierte exokrine und endokrine Drüse des Verdauungssystems
Lachsartig rosa Färbung
Sekundär retroperitoneal im zentralen Oberbauch
Funktionen
Verschiedene Anteile
Exokrine Anteile (90%) Endokrine Anteile (10%): Zellgruppen inselartig in Organ eingestreut (Langer-Hans-Inseln), im Schwanzabschnitt besonders häufig
Funktionen
Bildung von Verdauungsenzymen (werden überwiegend als inaktive Vorstufen abgegeben), exokriner Anteil
Ausschüttung von Hormonen zur Regulierung von Blutzuckerspiegel, Stoffwechsel und Verdauung
-> Produktion von Insulin zur Blutzuckerspiegel- und Stoffwechselregulierung lebensnotwendig
Funktionen
Ablauf exokrine Anteile
Speisebrei aus Magen gelangt in Duodenum -> von dort hormonelle Anregung der Abgabe des exokrinen Pankreassekrets -> gelangt über die beiden Ausführungsgänge des Pancreas in Duodenum
Alkalischer Pankreassaft enthält überwiegend Enzymvorstufen, die erst im Darmlumen aktiviert werden = Schutzmechanismus, um Zerstörung des Pankreasgewebes zu verhindern
Funktionen
Ablauf endokrine Anteile
Bildet verschiedene Hormone
Gibt sie über Venen ins Blut ab
Abgabe von Insulin und Glukagon wird direkt vom Blutzuckerspiegel gesteuert
Projektion und Gliederung
Maße
14-20 (meist 16) cm lang, parenchymatös
Mit Läppchenstruktur
Ca. 70 (40-120) g schwer
Projektion und Gliederung
Projektion
Im Retroperitoneum gut fixierte Lage
Im zentralen Oberbauch relativ konstant auf I.-II. Lendenwirbel
Vom Duodenum umgeben
Projektion und Gliederung
Gliederung
Caput pancreatis, Collum pancreatis, Corpus pancreatis und Cauda pancreatis
Kopf läuft nach unten in Fortsatz aus, der A. und V.mesenterica superior umgibt = Proc.uncinatus; durch Incisura pancreatis vom Corpus getrennt
Nach links: Übergang des Kopfs in den Hals = schmaler Übergangesbereich (2cm) zum Körper
Körper: annähernd dreieckig, Margines superior et inferior begrenzen Vorder- und Rückseite (Vorderseite durch Margo anterior in zwei Abschnitte geteilt)
Facies antersuperior, anteroinferior et posterior
Ausführungsgangsystem
I.d.R. (65%) 2 Ausführungsgänge
Ductus pancreaticus
Ductus pancreaticus accessorius
Ausführungsgangsystem
Ductus pancreaticus
Ductus Wirsungianus
Hauptausführungsgang, leitet Sekret von Körper und Schwanz ab, mündet mit Ductus choledochus auf Papilla Vateri in Pars descendens des Duodenums
Vor Einmündung Vereinigung mit Ductus choledochus (60%) zu Ampulla hepatopancreatica
M.sphincter ductus pancreatici setzt sich als M.sphincter ampullae (ODDI) auf Ampulle fort
Ausführungsgangsystem
Ductus pancreaticus accessorius
Ductus Santorini
Führt Sekret aus Pankreaskopf
Mündet 2cm weiter oral auf der Papilla duodeni minor
Topografie
Sekundäre retroperitoneal im zentralen Oberbauch
Topografie
Pankreaskopf
Wird oben von Pars superior des Duodenums bedeckt
Schmiegt sich an mediale Seite der Pars descendens des Duodenums an
Wird vom Ductus choledochus (vor Vereinigung mit Ductus pancreaticus) durchbohrt
Vor Kopf: Colon transversum
Topografie
Proc.uncinatus
Umfängt A. und V.mesenterica superior, die von lymphatischen Trunci intestinales begleitet werden
Gelangt dabei hinter die Gefäße
Topografie
Pankreashals
Vor Vasa mesenterica superiores
Dahinter: Bildung der Pfortader durch Fusion von V.mesenterica superior und V.splenica, die vorher meist die V.mesenterica inferior aufnimmt
Topografie
Pankreaskörper
Überquert Aorta und Wirbelsäule
Buckelt sich in Bursa omentalis vor, deren Rückwand sie bildet
= Tuber omentale
Topografie
Vorderseite
Von Peritoneum bedeckt
Breitflächiger Kontat zur Rückseite des Magens (bildet Vorderwand der Bursa omentalis)
Topografie
Rückseite
Liegt auf der rechten Seite direkt auf V.cava inferior
Hat Bezug zur rechten V.renalis und A. und V.testicularis/ovarica
Links zur Nebenniere und zu linken lymphatischen Trunci lumbales
Oft in Drüsenparenchym eingebettet: V.splenica
Topografie
Oberrand
Rechts A.hepatica communis
Links A.splenica
Topografie
Unterrand
Links Pars horizontalis des Duodenums
Topografie
Pankreasschwanz
Hinter der linken Kolonflexur: Kontakt zum Milzhilum
Dorsal: linke Nierengefäße, Vorderseite der linken Niere (durch Hüllsysteme getrennt)
Leitungsbahnen
Arterielle Versorgung
Kopf und Hals
Doppelter Gefäßkranz aus Aa.pancreaticoduodenales superiores anterior et posterior (aus A.gastroduodenalis, also aus dem Stromgebiet des Truncus coeliacus) und aus A.pancreaticoduodenalis inferior mit R.anterior und R.posterior (aus A.mesenterica superior, Bühler-Anastomose)
Leitungsbahnen
Arterielle Versorgung
Körper und Schwanz
Rr.pancreatici aus der A.splenica
Bilden A.pancreatica dorsalis hinter Pancreas und A.pancreatica inferior am Unterrand des Pancreas
Leitungsbahnen
Venen
Entsprechen den Arterien
Bilden ventral und dorsal eine Gefäßarkade
Münden über V.mesenterica superior und V.splenica in Pfortader
V.pancreaticoduodenalis superior posterior hat Anschluss direkt an Pfortader, mündet nicht in vorgeschalteten Hauptstamm
Leitungsbahnen
Lymphbahnen
3 Gruppen regionärer Lymphknoten
Von dort in Nodi lymphoidei coeliaci und mesenterici superiores, dann über Trunci intestinales zu Ductus thoracicus
Leitungsbahnen
Lymphgefäße
Kopf und Hals
Nodi lymphoidei pancreaticoduodenales entlang der gleichnamigen Arterien (Aa.pancreaticoduodenales superiores anterior et posterior)
Dann über Nodi lymphoidei hepatici zu Nodi lymphoidei coeliaci oder direkt zu Nodi lymphoidei mesenterici superiores
Leitungsbahnen
Lymphgefäße
Körper
Lnn.pancreatici superiores und inferiores am Ober- und Unterrand des Organs
Entlang der A. und V.splenica, dann zu Lnn.coeliaci und zu Lnn.mesenterici superiores
Leitungsbahnen
Lymphgefäße
Schwanz
Drainage zu Lnn.splenici
Dann zu Lnn.coeliaci
Innervation
Sympathikus
Postganglionäre Nervenfasern gelangen nach Umschaltung im Plexus coeliacus als perivaskuläre Geflechte mit verschiedenen Arterien zum Pancreas
Hemmt Bildung von Verdauungsenzymen, Sekretabgabe, Insulinbildung
Innervation
Parasympathikus
Präganglionäre Nervenfasern erreichen Pankreas teils über perivaskuläre Geflechte aus Plexus coeliacus, teils direkt aus Truncus vagalis posterior (und anterior für den Kopf)
Fördert Bildung von Verdauungsenzymen, Sekretabgabe und Insulinbildung
Innervation
Übertragener Schmerz
Zone des übertragenen Schmerzes am Rumpf nicht genau lokalisiert
Oft gürtelförmig im zentralen und linken Oberbauch
Bei Beteiligung retroperitonealer Strukturen oft auch dorsal links der unteren BWS
Klinik
Folgen einer Nekrose des Pancreas
Z.B. bei Pankreatitis
Kann zu Verdauungsstörungen bis hin zu Durchfällen und bei sehr ausgedehnter Schädigung (Verlust von 80-90%) des Gewebes zu Diabetes mellitus führen
Klinik
Pancreas anulare
Pankreasgewebe wächst ringförmig um Duodenum herum
Insbesondere bei Neugeborenen kommt es zum Ileus mit Erbrechen
Duodenum muss durchtrennt und neben der Pankreasanlage wieder vernäht werden
Klinik
Pancreas divisum
Im Regelfall (65%): 2 Ausführungsgänge, die sich verbinden, aber getrennt ins Duodenum münden Seltener (35%): akzessorischer Gang kann sehr dünn sein, nur in Ductus pancreaticus münden Selten (10%): Verschmelzung der beiden Anlagen unvollständig, Verbindung der Ausführungsgänge unterbleibt -> akzessorischer Gang kann für Sekretabgabe zu eng sein oder der Gang der dorsalen Anlage kann den Hauptausführungsgang bilden -> Sekretrückstau (Ursache für wiederkehrende Pankreatitis)
Klinik
Pankreatitis
Durch Alkoholabusus oder die Papilla duodeni major verlegenden Gallenstein und dadurch bedingten Sekretrückstau mit Selbstverdauung
Separat mündender Ductus pancreaticus accessorius (Regelfall, 65%) kann sich als hilfreich erweisen, wenn er mit dem Hauptgang kommuniziert und Abfluss ermöglicht
Klinik
Gefahr bei endoskopischer Untersuchung der Papilla duodeni major
Verletzung der A. und V.mesenterica superior und der Pfortader durch enge Lagebeziehung zum Pankreaskopf
Meist Notfalloperation indiziert