VL 4: Durkheim Flashcards

1
Q

Was hält, laut Durkheim, die Gesellschaft zusammen?

A

Die Gesellschaft beeinflusst den Menschen; nicht der Mensch macht die Gesellschaft

Solidarität hält sie zusammen

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2
Q

Von welcher Annahme geht Durkheim aus? Welche Frage untersucht er?

A

kulturelle Sinn- und Wertorientierungen sind prägend für die Integration von Gesellschaften

Wie ist soziale Ordnung möglich?

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3
Q

Inwiefern grenzt sich Durkheim vom Kontraktualismus (z.B. Hobbes) ab?

A

außervertragliche Voraussetzung des Vertrages

Kollektivbewusstsein (=Moral statt Rationalität)

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4
Q

Inwiefern grenzt sich Durkheim von der ökonomischen Theorie (z.B. Smith) ab?

A

Gesellschaft besteht nicht aus Einzelinteressen, sondern aus der Emergenz sozialer Tatbestände

holistische Perspektive = Gesellschaft als Ganzes betrachten

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5
Q

Inwiefern grenzt sich Durkheim vom Evolutionismus (z.B. Marx) ab?

A

die Geschichte verfolgt kein „letztes“ Ziel (=Kommunismus)

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6
Q

Was sind für Durkheim soziologische Tatbestände?

A

„Ein soziologischer Tatbestand ist jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den Einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; … wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt.“

—> Realismus: „unabhängiges Eigenleben“

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7
Q

Wie definiert Durkheim das Kollektivbewusstsein?

A

„Gemeinsam geteiltes Wissen, Wertvorstellungen und Deutungsmuster“, die „festgesetzte Verhaltensweisen“ erzeugen und durch ihren einschränkenden und Zwang ausübenden Charakter reflektiert wird.

„Jede Gesellschaft ist eine moralische Gesellschaft.“

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8
Q

Wie definiert Durkheim Soziologie, und welche Perspektive kann man dieser Definition zuordnen?

A

„Diese Glaubensvorstellungen und durch die Gesellschaft festgesetzten Verhaltensweisen kann man Institutionen nennen; die Soziologie kann also definiert werden als die Wissenschaft von den Institutionen, deren Entstehung und Wirkunsart.“

—> Makro-Perspektive

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9
Q

Welche Methode verfolgt Durkheim?

A

konstitutionstheoretische Perspektive:

  • soziale Tatbestände wie Dinge betrachten
  • Soziales durch Soziales erklären
  • Realität sui generis
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10
Q

Was ist gemeint, wenn Durkheim sagt, man solle soziale Tatbestände wie Dinge betrachten?

A

= objektive Betrachtung, das Subjektive wird ausgeklammert

„Ein Ding ist alles, was gegeben ist, ist die Gesamtheit der Regeln, die das Handeln tatsächlich bestimmen. Wir müssen also die sozialen Erscheinungen in sich selbst betrachten, losgelöst von den bewussten Subjekten, wir müssen sie außen, als Dinge der Außenwelt betrachten.“

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11
Q

Was ist gemeint, wenn Durkheim sagt, man solle Soziales durch Soziales erklären?

A

„Wir müssen also die Erklärung des sozialen Lebens (nicht im Individuum, sondern) in der Natur der Gesellschaft selbst suchen.“

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12
Q

Was ist mit Realität sui generis, bei Durkheim, gemeint?

A

= Realismus-Perspektive

Wir müssen in der Gesellschaft und nicht beim Individuum nach Antworten suchen

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13
Q

Wie sieht Durkheims dreigliedriges Erklärungsmodell aus?

A
  1. Funktionszusammenhang eines sozialen Tatbestandes
  2. Ursächliche Erklärung/kausale Entstehung des sozialen Tatbestandes
  3. normale (erwartete) vs. pathologische (destabilisierend anomische) Folgen eines sozialen Tatbestandes
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14
Q

Wie differenziert Durkheim die Gesellschaft?

A

traditionale vs. moderne Gesellschaften

sprich: mechanische vs. organische Solidarität

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15
Q

Wie definiert Durkheim traditionale Gesellschaften? Mit welchen Solidaritäts-Typus sind diese verbunden?

A

= segmentäre Gesellschaften:

  • Familienverbund
  • form- und organisationslos —> repressives Strafrecht
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16
Q

Wie definiert Durkheim moderne Gesellschaften? Mit welchen Solidaritäts-Typus sind diese verbunden?

A

= funktional differenziert:

  • Berufsgliederung
  • Arbeitsteilung —> restitutives Strafrecht
17
Q

Was mein Durkheim, wenn er von mechanischer Solidarität spricht?

A

—> segmentäre Gesellschaften

  • geringe Größe / Überschaubarkeit
  • Individuen leben in engem, unhinterfragtem Zusammenhang mit ihrem Kollektiv und dessen Normen
  • hohe soziale Kontrolle
  • ausgeprägtes Kollektivbewusstsein
  • wenig Arbeitsteilung
  • Gleichheit aller
18
Q

Was mein Durkheim, wenn er von organischer Solidarität spricht?

A

—> funktional differenzierte Gesellschaften

  • Zusammenhalt durch Abhängigkeiten insb. Arbeitsteilung
  • verschiedene Überzeugungen
  • Individuum kann zur Persönlichkeit werden, Kollektivbewusstsein geht zurück
19
Q

Welche Schlussfolgerung kann man aus Durkheims Definition mechanischer Solidarität ziehen?

A

Je stärker das Kollektivbewusstsein, desto geringer die Individualität

Die Individualität wird hier nicht unterdrückt, sondern ist nicht existent/wird nicht gebraucht

20
Q

Welche Schlussfolgerung kann man aus Durkheims Definition organischer Solidarität ziehen?

A

Individualität entsteht und wächst erst beim Übergang in höhere Gesellschaftsformen

Individuum wird entlastet

21
Q

Wie entwickelt sich laut Durkheim die traditionale Gesellschaft zu einer funktional differenzierten Gesellschaft? Welche Frage stellt er sich dazu?

A

= kausale Entstehung/ursächliche Erklärung eines sozialen Tatbestandes

  • fortschreitende Individualisierungsprozesse
  • Bevölkerungswachstum (quantitativ)
  • Verstädterung, Dichte (qualitativ)
    —> Kommunikation, Moblität

Ab wann wirkt das desintegrierend/wird es pathologisch?

22
Q

Was sind die Folgen der kausalen Entstehung bei Durkheim? Ab wann handelt es sich um einen pathologischen Tatbestand?

A
  • mehr Arbeitsteilung (durch Bevölkerungsdichte) und Abnahme des Kollektivbewusstseins
  • Krisendiagnose: Verlust an Moral!
  • erzwungene Arbeitsteilung sorgt für Klassenkämpfe (nicht jeder kann gleich Ressourcen haben)
  • Krise ist kulturell: Verlust an Moral, Normen, Werten

—> Lösung: Aufbau neuer Moral über Berufsgruppen

23
Q

Welche Beobachtung machte Durkheim bei seiner exemplarischer Analyse über Selbstmorde?

A

mehr Selbstmorde bei Protestanten als bei Katholiken und Juden

Widerspruch: Selbstmorde in allen Religionen verboten

—> Bisher: „Selbstmorde sind etwas hochgradig individuelles“
—> Durkheim: „Soziales durch Soziales erklären“

24
Q

Was ergab Durkheims exemplarische Analyse über Selbstmorde?

A

Differenzierte Selbstmord-Idealtypen basierend auf dem Verhältnis zwischen sozialer Kontrolle und Individualismus/Kollektivismus

25
Q

Welche Idealtypen von Selbstmorden differenziert Durkheim?

A
  1. egoistischer Selbstmord
    • soziale Kontrolle; Individualismus
  2. altruistischer Selbstmord
    + soziale Kontrolle; Kollektivismus
  3. anomischer Selbstmord
    • soziale Kontrolle; Kollektivismus
  4. fatalistischer Selbstmord
    + soziale Kontrolle; Individualismus