Konstruktivismus Systemtheorie 1 Flashcards
Interaktion (nach Watzlawick)=
- sichtbares Verhalten gebundener Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Menschen
- innere Dialoge zählen nicht als Interaktion (da es nicht hin- und hergeht)
Kommunikation (nach Watzlawick)=
- einfache Kommunikation = Mitteilung von A nach B
- Kommunikationstheorie= ganzes Wissensgebiet zur Kommunikation
- kommunikative Muster= grössere einheiten von Interaktionen in einer Beziehung über längeren Zeitraum
pragmatische Kommunikation (nach Watzlawick)=
Aspekte der Kommunikation mit der man das Verhalten der Menschen beeinflussen kann
Homöostase=
stabiles Gleichgewicht
Interaktion als System
menschliche Interaktion als System, das sich von der Umwelt abgrenzt
Beispiel:
- Liebespaar hebt sich ab von Freundeskreis
- Familie hebt sich ab von der Verwandtschaft
negative Rückkoppelung=
Konflikt wird zurückgefahren und ein erneutes Gleichgewicht (Homöostase) entsteht
positive Rückkoppelung=
Konfliktausweitung, die ein Syste gefährdet oder sprengt
Axiome verhelfen zu:
- aufmerksameren Gesprächsverhalten (Sensibilitätsgewinn),
- metakommunikativem Reflexionsverhalten (Analysegewinn),
- zielorientiertem Austesten von Interventionen (Problemlösegewinn).
typische Grundschritte einer Problemlösung:
- Die bisherigen und misslingenden Lösungsversuche werden unterbunden, da sie ja keine Lösung erbringen, sondern das Problem erhalten.
- Es werden im Gespräch alternative Umgangsformen mit dem Problem oder neue Deutungen zur Problemsituation gesucht.
- Neudeutungen oder neue Verhaltensweisen werden ausprobiert und auf ihre Wirkungen hin über-prüft.
Bei Misserfolg beginnt man wieder mit Schritt 2.
Lösung 2. Ordnung=
- Hier sucht man einen Lösungsweg ausserhalb der bisher in betracht gezogenen Rahmenbedingungen und Lösungsversuche
- wo Beteiligte unsicher ein für sie neues Verhalten ausprobieren und es wird zu einer Lösung (=Leiden verschwindet), haben sie eine Lösung 2.Ordnung angewendet
Beispiel:
Ehescheidung –> man legt die bisherigen Lösungsversuche innerhalb des Systems zur Seite und lässt sich scheiden. Damit verlässt man das System und löst es auf
Paradoxien=
eine scheinbar falsche Aussage, die bei genauerem Hinschauen auf eine Wahrheit hinweist
Beispiel: So besteht eine Paradoxie in der westlichen Erziehung etwa darin, dass Heranwachsende ei-genständig werden müssen. Diese Vorgabe gibt ihnen ihre Elterngeneration auf, ist also fremdbestimmt. Man soll also fremdbestimmt eigenständig werden.
Antinomien=
Widerspruch in einem Satz oder zwischen zwei Sätzen, von denen jeder über Gültigkeit verfügt
Was führt im menschlichen Leben immer wieder zu Irritationen und Problemen?
Paradoxien und Antinomien
Axiom 1=
Man kann nicht nicht kommunizieren.
Watzlawick behauptet nun, es sei unmöglich, unter Menschen nicht zu kommunizieren, weil er Kommunika-tion mit Verhalten gleichsetzt. Da sich jedes lebendige Lebewesen immer verhält und wir in Interaktion dem Verhalten aller Beteiligten in einem System ständig ausgesetzt sind, findet ständig Kommunikation statt.
Axiom 2=
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation darstellt.
Wenn nach Watzlawick also die Beziehungsqualität die Inhalte massgeblich mitbestimmt, dann heisst dies: jede Beziehungsdefinition bestimmt den Inhalt qualitativ und quantitativ mit. Die Beziehungsdefinition der Beteiligten erleichtert oder erschwert ihren inhaltlichen Austausch. Gestörte Beziehungen zeichnen sich durch gehemmte und knappe Informationsflüsse aus.
Metakommunikation=
Wenn das Axiom 2 besagt, dass die Beziehungsdefinition eine Metakommunikation darstellt, heisst dies: die Beziehungsdefinitionen der Beteiligten steuern den Datenfluss und die Datenqualität mit. Liegen Störungen vor, so kann man metakommunizieren.
- Fragen dazu sind etwa:*
- • Wie sehen die einzelnen Beteiligten die Sache?*
- • Wie stehen sie zueinander in Beziehung?*
- • Was ist zu belassen? Was ist zu ändern?*
Axiom 3=
Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt. Einfacher: «Kommunikationsabläufe werden durch die Beteiligten unterschiedlich strukturiert.»
D.h. die Beteiligten einer Kommunikation entwickeln in ihren Kreisläufen der Kom-munikation (Zirkularität) verlässliche Strukturierungen und Interpunktionen, z.B. ihre gegenseitig abgestimm-ten Rollendefinitionen, so dass Kommunikation routiniert und effizient ablaufen kann.
Axiom 4=
Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax, aber auf dem Gebiet der Beziehungen eine unzulängliche Semantik. Analoge Kommu- nikation dagegen besitzt dieses semantische Potenzial, ermangelt aber der für die eindeutige Kommunikation erforderlichen Syntax.
analoge Kommunikation=
Die analoge Körpersprache besitzt wie die Bildsprache keine eindeutige oder öffentlich festge-legte Grammatik. Körper- und Bildsprache sagen vieles aus, doch sind sie oft mehrdeutig: ein Lächeln kann z.B. auf Sympathie, auf Verachtung, ja gar auf Trauer und Wut weisen.
Digitale Kommunikation=
Kommunikation durch Wörter.
Beispiel: Das Wort Tisch ist ein abstraktes Symbol für einen wirklichen Tisch. Dieser kann weder tischen noch tisch als Eigenschaft vorweisen.
Axiom 5=
Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit/Ergänzung beruht.
- Symmetrische Kommunikation zeigt sich im Gespräch durch ein Streben nach Gleichheit. Komplementäre (asymmetrische) Kommunikation geschieht in Ungleichheit.*
- (Autoritätsbindungen sind komplementär.)*