Kapitel 1.4 - Hypothesen Flashcards

1
Q

Welche vier Eigenschaften unterscheiden eine wissenschaftliche Hypothese von einer nicht wissenschaftlichen Hypothese?

  1. theoretische Begründbarkeit, empirische Testbarkeit, Widerlegbarkeit und prinzipielle Allgemeingültigkeit
  2. theoretische Begründbarkeit, rein logische Testbarkeit, Wiederlegbarkeit und prinzipielle Allgemeingültigkeit
  3. theoretische Begründbarkeit, empirische Testbarkeit, Widerlegbarkeit und Gültigkeit im Einzelfall
  4. theoretische Begründbarkeit, empirische Testbarkeit, Widerlegbarkeit und Gültigkeit im Einzelfall
A

1) theoretische Begründbarkeit, empirische Testbarkeit, Widerlegbarkeit und prinzipielle Allgemeingültigkeit

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2
Q

Was ist eine wissenschaftliche Hypothese?

A

Eine wissenschaftliche Hypothese stellt eine vorläufige, auf dem Forschungsstand basierende Antwort auf eine Frage dar. Sie ist empirisch tastbar, d. h., abstrakte Begriffe (Intelligenz, Emotionen etc.) können operationalisiert und gemessen werden. Außerdem ist die Hypothese widerlegbar. Zudem geht sie über den Einzelfall hinaus und beansprucht somit eine Allgemeingültigkeit. In der Wissenschaft stützen sich solche Vermutungen immer auf bestehende Theorien und frühere Forschungsergebnisse.

Das Operationalisieren von Variablen bzw. Merkmalen bezieht sich auf die Art und Weise, wie diese erhoben werden (durch Messen, bestimmte Fragen, Beobachtung etc.).

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3
Q

Wann wird eine Forschungsfrage exploratorisch untersucht?

A

Im Fall, dass es zu einer Fragestellung noch kein wissenschaftliches Vorwissen gibt und eine Vermutung aus Erkenntnissen benachbarter Bereiche nicht abgeleitet werden kann, kann keine wissenschaftliche Hypothese formuliert werden. In diesem Fall wird die Forschungsfrage exploratorisch untersucht.

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4
Q

Was trifft auf Nullhypothesen (H0, „H“ für Hypothese)zu?

  1. Die Nullhypothese postuliert stets, dass ein Effekt besteht.
  2. Die Nullhypothese postuliert stets, dass kein Effekt besteht.

Der Effekt bezieht sich an dieser Stelle auf die untersuchten statistischen Marker (Mittelwert, Mit telwertunterschied, Korrelation, d. h. Zusammenhang etc.).

A

2) Die Nullhypothese postuliert stets, dass kein Effekt besteht.

Ein Beispiel für eine Nullhypothese ist die folgende: „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem elterlichen Erziehungsverhalten und dem Verhalten des Kindes“.

Die Alternativhypothese (H1) lautet z. B.: „Es gibt einen Zusammenhang zwischen negativen Erziehungspraktiken und dem oppositionellen Verhalten des Kindes“.

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5
Q

Was ist eine Arbeitshypothese?

A

Die Arbeitshypothese ist eine Hypothese, die unsere theoretisch begründete Vermutung widerspiegelt. Das kann entweder die Nullhypothese oder die Alternativhypothese sein.

Es gibt Theorien und auch empirische Erkenntnisse, die beschreiben, dass die negativen Erziehungsstrategien der Eltern (z. B. inkonsequentes Erziehungsverhalten, Überreagieren, körperliche Gewalt) einen negativen Einfluss auf das Kind haben. Daher werden wir vermuten, dass die Alternativhypothese aus dem vorherigen Beispiel („Es gibt einen Zusammenhang zwischen negativen Erziehungspraktiken und dem oppositionellen Verhalten des Kindes“) zutrifft. Wir werden sie in diesem Fall auch eine Arbeitshypothese nennen. Unabhängig davon, ob unsere Arbeitshypothese die Null- oder die Alternativhypothese ist, werden die H0 und H1 immer beim statistischen Testen formuliert. Dies hat eine Bedeutung für die Anwendung statistischer Verfahren.

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6
Q

Welche Typen von Hypothesen gibt es?

A
  • In Forschungshypothesen werden Vermutungen zu dem Vorhandensein, der Stärke und der Richtung von Effekten formuliert. So kann bei einer Alternativhypothese die Stärke des Effektes und die Richtung des Effektes postuliert werden. Dabei unterscheidet man zwischen der gerichteten Hypothese (Richtung wird postuliert) und der ungerichteten Hypothese (Richtung wird nicht postuliert. Dieser Unterschied hat eine entscheidende Bedeutung beim statistischen Vorgehen.
  • Unterscheidungshypothesen: In Forschungshypothesen werden Vermutungen zu dem Vorhandensein, der Stärke und der Richtung von Effekten formuliert. Vermutungen über Unterschiede zwischen Gruppen werden postuliert.
  • Zusammenhangshypothese: Ein Zusammenhang wird postulier. Wie z.B. in unserer Alternativhypothese.
  • Zusammenhangshypothesen und Unterscheeidungshypothesen enthalten keine Information über Ursache und Folge, kann
    aber trotzdem zur Erklärung von Mechanismen herangezogen werden.
  • Veränderungshypothese: EIne Veränderung wird postuliert. Kann aufgestellt werden wenn Merkmale über die Zeit hinweg erhoben werden. Auch wenn bei Veränderungshypothesen Zusammenhänge über die Zeit hinweg untersucht werden, können auch hier nicht immer Aussagen über Ursachen und Folgen gemacht werden. Das hängt stark vom experimentellen Design ab.

Gerichtete Hypothese: „Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen negativen Erziehungspraktiken und dem oppositionellen Verhalten des Kindes“

Unterscheidungshypothese: “Unterscheiden sich Eltern mit hohem und niedrigem sozioökonomischem Status in ihrem Erziehungsverhalten?“

Veränderungshypothese: “Das oppositionelle Verhalten ist nach dem Elterntraining geringer ausgeprägt als vor dem Training“

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