Gruppe 2: Flashcards
Definition: Adoleszenz
- Lat. Adolescere – deutsch: heranwachsen
- Umfassende Veränderung in verschiedenen Funktionsdomänen
- Von etwa 10-20 Jahren (WHO)
Entwicklungstheorie nach Jean Piaget
- sensomotorische Entwicklung
- präoperationale Entwicklung
- konkret.operationale Entwicklung
- formales Denken
- Formal-operationales Stadium
- Sensomotorische Entwicklung
- verbesserte Abstimmung zwischen Sensorik und Motorik
- lernt, dass Objekte auch existieren, wenn man sie nicht sieht
(0-2 Jahre)
- Präoperationale Entwicklung
- konzentriert sich auf eine Dimension
komplexere Zusammenhänge sind noch nicht begreifbar (z.B. Volumen)
(2-7 Jahre)
- Konkret-operationale Phase
- erkennt in konkreten Situationen Zusammenhänge (z.B. zwischen Form, Menge und Volumen im Umschüttversuch)
(7-11 Jahre)
- formales Denken
- kann Abstrakt bzw. theoretisch denken
- benötigt dafür kein Anschauungsmaterial mehr
(ab 12 Jahren)
- Formal-opertaionales Stadium
- Proportionales Denken
- -> Fähigkeit, Logik einer Aussage zu beurteilen
- -> Wichtig für formal-logische Aufgaben (z.B. Dreisatz)
- Hypothetisch deduktives Denken
- -> Wenn zwei Annahmen wahr sind, muss auch eine darauf abgeleitete Folgerung wahr sein
Metakognition
- Fähigkeit, über das eigene Denken nachzudenken
- Eigene Kognitionen wie Erinnerungen, Wahrnehmungen oder Entscheidungen reflektieren und bewerten können
Exekutive Funktionen
- Kognitive Flexibilität
- Inhibition
- Arbeitsgedächtnis
Kognitive Flexibilität:
- Fähigkeit, Gedanken/verhaltensweisen an neue, herausfordernde und unerwartete Situationen anzupassen
Inhibition:
Fähigkeit, impulsive und Automatische Antworten zu Kontrolliren und durch Aufmerksamkeit und logisches Denken Antworten zu geben
Arbeitsgedächtnis:
- Fähigkeit, kurzfristigInformationen zu speichern und zu handeln, um komplexe, kognitive Aufgaben durchzuführen
Egozentrisches Denken
- Überzeugung der Jugendlichen, dass die Aufmerksamkeit der anderen stets auf sie gerichtet ist und ihre Gefühle und Erfahrungen einmalig sind
- Verhalten sich so, als würde sie ein imaginäres Publikum beobachten
Risikoverhalten & Stoplight Driving Game
• Egozentrische Denkweise begünstigt Risikoverhalten von Jugendlichen à subjektive Unverwundbarkeit
• Untersuchung des Risikoverhaltens unter Einfluss der Peergroup
• Ergebnis: Jugendliche im Alter zwischen 14-18 Jahren zeigen eine steigende
Risikobereitschaft bei Anwesenheit der Peergroup
Theorie of Mind
• Fähigkeit eines Menschen, mentale Inhalte wie Überzeugungen, Wünsche, Emotionen oder Intentionen in sich selbst und in anderen zu erkennen
o Voraussetzung für erfolgreiche, soziale Interaktion
• Trennung der eigenen Perspektive von der Perspektive anderer
• Reminder: Schokoladenbeispiel
• Kognitive ToM: rationales Erschließen von mentalen Zuständen anderer („Ich weiß,
was du weißt“)
• Affektive ToM: emotionale Nachempfinden der Gefühle des Gegenübers („Ich fühle,
was du fühlst“)
Wer bin ich? Identitätskrise vs. Exploration
• Identitätsentwicklung = bedeutendste Persönlichkeitsentwicklung
• Wichtig um produktiver und zufriedener Erwachsener zu werden
• Wer bin ich? Welche Richtung will ich im Leben einschlagen ? Welche Ziele
und Wertevorstellungen habe ich?
• Bei der Suchen nach Antworten kommt es meist zur Identitätskriese
• Experimentieren von Alternativen, Hinterfragung von Eigenschaften, Fähigkeiten, Idealen
• Nach Überwindung der Kriese -> Formung der eigenen Identität (Beständigkeit des Selbst)
• Identität wird im Erwachsenenalter ständig weiterentwickelt (Festlegungen und Entscheidungen in Frage stellen)
Krise oder Exploration?
- Heutige Theoretiker: Identitätsfindung =Erkundung – keine traumatische Kriese
- Junger Mensch probiert Lebensalternativen aus (Selbststruktur &-konsistenz entsteht)
Aktive Konstruktion der Identität
= Befragungsverfahren - ermittelt Entwicklungsstand der eigenen Identität
• Basis Eriksons Theorie:
–> Exploration und innere Verpflichtung (ggnü. Werten,Überzeugunen,
Zielen)
Vier Identitätszustände:
- Erarbeite Identität (Nach Explorationsphase folgen innere Verpflichtungen )
- Identitätsmoratorium (Explorationen die noch nicht zu inneren
Verflichtungen geführt haben) - Übernommene Identität (innere Verpflichtungen ohne Exploration)
- Diffuse Identität (fehlende Exploration und innere Verpflichtung)
–> Wechsel oder Verharrung in einem Status ist möglich
–> Je nach Identitätsbereich
(Religion, Politik, Sexualität) kann Status variieren
Selbstkonzept/ Selbstbild
• Zusammenfügung eigener Sicht und Fremdperspektive (soz. Vergleich)
• Umfasst: Wissen über persönliche Eigenschaften (Persönlichkeitsmerkmal),
Kompetenzen, Interessen, Gefühle und Verhalten
• Größter Entwicklungsbereich in der frühen Schulzeit
• Änderungen des Selbstkonzept = Produkt aus kognitiven Fähigkeiten und
Rückmeldungen von anderen
• Einschätzung der eigenen Position im sozialen Umfeld durch Vergleich
mit anderen
• Kultur hat großen Einfluss auf den Inhalt des Selbstkonzeptes
–> Diskrepanz ideal Selbst (Botschaften und Erwartungen von anderen und einem Selbst) und real Selbst - pos./neg. Einfluss auf das Selbstwertgefühl
Selbstwertgefühl
• = Bewertung von sich selbst
-> Einstellung gegenüber sich selbst
• Teils genestisch, teils durch Erfahrungen
• Kinder haben meist ein sehr gutes Selbstwertgefühl
• Beginn der Schulzeit: Leistungsrückmeldunden -> Selbstwert wird
differenzierter und sinkt
• Mit zunehmenden Alter differenzierter
• Aus Lebenserfahrungen entstehen Selbsteinschätzung zu persönlichen
Kompetenzen
• Kinder schätzen Eigenschaften realistisch ein (Selbstrespekt entsteht)
Entwicklung des Selbstwertes:
- Ab der 4.ten Klasse nimmt es (meist) zu und stabilisiert sich (Begeisterung für Aktivitäten steigt -> Erfolgserlebnisse steigen -> Selbstwert steigt)
- Kompetenzen prognostizieren persönliche Wichtigkeit, Nützlichkeit und Interesse, Leistungsfähigkeit eines Themas/Aktivität – Bsp.: hohe sportliche Kompetenz korreliert mit sportlicher Leistung
Globaler Selbstwert:
- Schulische Kompetenz
- Soziale Kompetenz
- Körperliche/ Sportliche Kompetenz
- Körperliche Erscheinung
Qualität der Beziehung mit Eltern
• Autonomie –> psychische Distanzierung von den Eltern
• Erlernen vom effektiven Problemlösen und Entscheidungen treffen
• Entidealisierung der Eltern
• Autonomie kann von strengen, kontrollierenden Eltern beeinträchtigt werdenà
niedriges Selbstwert
• Vermehrte Meinungsverschiedenheiten & Konflikte:
> Anpassung Eltern-Kind-Verhältnis
> Veränderte Bedürfnisse
• Generation Gap?
> Historische Ereignisse beeinflussen bis ins Erwachsenenalter
• Unterschiede zw. Elterngeneration und der Kindesgeneration
• Emotionale Nähe, Unterstützung und Wärme in Kindheit
> Ab Jugend Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit
> Größer werdendes Vertrauen
Gleichaltrige Freude (Peers)
• The Importance of Belonging“
- -> Hohe Bedeutung in der Adoleszenz
- -> Peerkultur
- -> Gegenseitigkeit
Warum ist Zugehörigkeit wichtig?
• Lebenszufriedenheit • Freude • Mentale und körperliche Gesundheit --> Sinnhaftigkeit im Leben Peerkonformität nimmt nach und nach in der Adoleszenz ab (Individualisierung)
Gleichaltrige Freunde (Peers) - enge Freunde
• Offenheit und Unterstützung (persönliche Gedanken & Gefühle) • Starke individuelle Unterschiede • Bedeutung Freundschaft für Teenager: 1. Vertrautheit oder psychische Nähe 2. Gegenseitige Verstehen 3. Loyalität
Romantische Beziehungen
- Zumeist Gleichaltrige
- Dating: Übung von Bindungsfähigkeit
- Sexuelle Identität
- Massive kulturelle Unterschiede
Phasenkonzept zum Aufbau rom. Beziehungen nach Brown (1999)
- Initationsphase
- Statusphase
- Affektionsphase
- Bondingphase
Soziale Entwicklung im jungen Erwachsenenalter: Erikson Theorie: Intimität vs. Isolierung
• Psychische Konflikt des frühen Erwachsenenalters heißt „Intimität versus Isolierung“
• Ohne Intimität sind junge Erwachsene nach Erikson mit Einsamkeit und mit sich
selbst beschäftigt sein konfrontiert
• Eine fortgeschrittene Identitätsfindung ist ein zuverlässiger Prädiktor für eine tiefe, verbindliche Liebesbeziehung
• Menschen, die sich isoliert fühlen, zögern, enge Bindungen einzugehen -> sie befürchten den Verlust der eigenen Identität
• Sie neigen eher zu Konkurrenzdenken und fühlen sich schnell bedroht, wenn andere ihnen zu nahe kommen
Sternbergs Dreieckstheorie der Liebe
• 3 Komponenten der Liebe: 1. Intimität
- Leidenschaft
- Bindung
- Intimität
- Emotionale Komponente
- Liebevolle Kommunikation; Interesse für das Wohlbefinden des anderen
- Wunsch, dass der Partner sich ebenso verhält
- Leidenschaft
- Komponente körperlicher und psychischer Erregung
* Wunsch nach sexueller Aktivität und Romantik
- Bindung
- Kognitive Komponente -> Bewegt die Partner zu der Entscheidung, die Liebe zu bewahren
- Zu Beginn der Beziehung ist die leidenschaftliche Liebe sehr stark
- Mit der Zeit schwindet die Leidenschaft und geht in Intimität und Bindung über
- Eine dauerhafte Beziehung erfordert Engagement von beiden Partnern
8 Formen der Liebe:
- Nicht-Liebe
- Sympathie
- Verliebtheit
- Leere Liebe
- Wahre Liebe
- Kameradschaftliche Liebe
- Vollkommene Liebe
Bindungsmuster: Sichere Bindung
• Liebevolle und unterstützende Eltern
• Erwachsene betrachten sich selbst als liebenswerte Menschen, fühlen sich wohl in
intimen Beziehungen
• Machen sich kaum sorgen, dass man sie verlassen könnte; Verhalten gegenüber Partner ist mitfühlend, unterstützend
• Konfliktlösungsstrategien sind konstruktiv; sexuelle Aktivität
Bindungsmuster: Unsicher-vermeidende Bindung
• Fordernde, respektlose und kritisierende Eltern
• Sind unabhängig, misstrauen dem Partner, haben Angst, wenn ihnen jemand zu nahe
kommt; sind überzeugt davon, dass andere sie nicht mögen
• Eifersucht, emotionale Distanz, mangelnde Unterstützung des Partners, wenig Freude an Körperkontakt
• Verdrängen ihre Bindungsbedürfnisse durch übermäßige Arbeit und Affären
Bindungsmuster: Unsicher ambivalente Bindung
• Unvorhersehbare und unfaire Eltern
• Verlieben sich sehr schnell; sind darüber besorgt, dass ihre Gefühle andere
überwältigen könnten, andere ihnen nicht Liebe entgegenbringen
• Eifersucht, emotionale Hochs und Tiefs, tiefe Zweifel, ob der Partner die Zuneigung erwidert
Bindungsmuster: Fazit
- Negative Eltern-Kind-Erfahrungen können auf erwachsene Beziehungen übertragen werden
- Auch die Merkmale des Partners und die Lebensumstände sind auschlaggebend
- Positive Erfahrungen können unsere Erwartungen ändern
- Wenn der Partner die Beziehung mit sensiblen, unterstützenden Verhalten angeht, wird der unsichere Partner seine Erwartungen neu definieren und in ähnlicher Weise reagieren
Partnerwahl:
• Die meisten Menschen suchen sich einen Partner aus, der ihnen in Aspekten wie Einstellung, Persönlichkeit, Bildungsziel, Intelligenz und körperlicher Attraktivität ähnlich ist
• Gegensätze ziehen sich nicht an
o je stärker sich Partner ähneln, umso zufriedener sind sie mit ihrer Beziehung
Partnerwahl Mann:
- Suchen eine Partnerin, deren Eigenschaften Jugend, Gesundheit, Freude an Sexualität, Fruchtbarkeit und Fürsorge für den Nachwuchs signalisieren
- Tendenziell eher jüngere Frau
- suchen häufig schon früh in einer Beziehung körperliche Intimität
- schätzen Körperliche Attraktivität höher
Partnerwahl Frau:
- legen größeren Wert auf Intelligenz, Ehrgeiz, finanziellen Status und moralische Integrität - begrenzte Fortpflanzungsfähigkeità Überleben und Wohlergehen der Kinder
- bevorzugen gleichaltrigen/etwas älteren Mann
- Nehmen sich lieber mehr Zeit, um zuerst psychische Intimität herzustellen
- schätzen die Fähigkeit ihres Partners, für finanzielle Sicherheit zu sorgen
Zufriedenheit in der Ehe: Gute Ehe
Gute Ehe:
o enge, emotionale Bindung
o wenig negative Kommunikation
o sehen sich als Paar eher als getrennte Individuen - gemeinsame
Lebensplanung
o ähnliche Überzeugungen, Interessen und Freizeitaktivitäten o ähnliche Auffassung über Rollenverteilung
Zufriedenheit in der Ehe: unerfüllbare Erwartungen an eine Ehe
o zentral für das eigene Glück
o wichtigste Verpflichtung im Leben
o als zufriedenstellende, intime und leidenschaftliche Bindung zweier
Menschen
o „wenn mein Partner mich liebt, sollte er instinktiv wissen, was ich will und
brauche um glücklich zu sein“ (McCarthy & McCarthy, 2004)
• Zufriedenheit in der Ehe nimmt bis zum 10. Ehejahr bei beiden Partnern stetig ab
(Männer anfangs weniger zufrieden als Frauen)
Entscheidung Kinder zu bekommen:
• Wird von vielen Faktoren beeinflusst o Finanzielle Umstände
o Individuelle Wertvorstellungen
o Gesundheitszustand
• Es ist zum Trend geworden, die Vor- und Nachteile einer Elternschaft abzuwägen,
somit treffen heute viel mehr Paare eine persönlich sinnvolle Entscheidung
o Erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Kind erst dann bekommen, wenn
sie auch dafür bereit sind
Scheidung
• die meisten Scheidungen werden innerhalb von sieben Jahren nach der Heirat vollzogen
• etwa 2/3 der Geschiedenen heiraten wieder
• Häufige Gründe für Scheidung:
o Ineffektiver Problemlösungsstil (z.B. spricht ein Partner ein Problem an, der andere reagiert mit Ablehnung, Wut und Rückzug)àbeeinträchtigt gegenseitige Zuneigung
o Umgang miteinander, in dem es kaum Konflikte gibt, bei dem aber beide Partner zunehmend getrennte Leben führen, da beide unterschiedliche Erwartungen an das Familienleben hegen & nur wenig gemeinsame Interessen, Aktivitäten oder Freunde haben
Emerging Adulthood
• Phase der Exploration bei biologischer – aber nicht sozialen Reife
o aufkommendes Erwachsenenalter (Übergangsphase von Jugend zum
Erwachsenenalteràzwischen 18 und 25 Jahren)
Hauptmerkmale: Emerging Adulthood
o Trend zur späten Heirat
o Längere Ausbildung
o Häufig wechselnde Arbeitsstellen
o Intensiver Selbstfokus
o Erleben einer breiten Vielfalt an Beziehungen
o Vermeidung von Verpflichtungen zu einzelnen engen Beziehungen und zu
einem bestimmten Lebensstil