Vorlesung 2 Flashcards

1
Q

Pädagogik

A
  • Herkunft: Von gr. „pais“ (Knabe, Kind) und „ago“ (ich führe, lenke, leite) bzw. „agogos“ (Führer)
    ○ Begleitung der Knaben vom Haus zur Schule (Der Pädagoge war der, der den Knaben zur Schule gebracht hat)
  • Allgemein: Bemühungen von Erwachsenen, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und unterstützen (Idee kommt ca. Im 18. Jahrhundert auf)
  • Pädagogik als:
    1. Praxis (Institutionen, Personen etc.)
    2. Erziehungslehre oder Didaktik (Ziele, Methoden, Maßstäbe)
    Wissenschaft (theoretische und empirische Forschung) — Auch abgegrenzt von der eigentlichen Praxis durch den Begriff der „Erziehungswissenschaft“, mittlerweile weiterentwickelt in die „Bildungswissenschaft“
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2
Q

Erziehung

A
  • Von Lat. „educare“ (großziehen, ernähren, erziehen)
    ○ Früher auch „Edukation“
  • Dreistellige Relation:
    ○ Vermittler (Erzieher*in)
    ○ Adressat (Zögling)
    ○ Vermitteltes (Gegenstand)
  • Generationenverhältnis
    ○ Frage nach Machtasymmetrien
    ○ Frage nach Reziprozität (Wechselseitigkeit)

➡️ Ziele und Methoden der Erziehung sind historisch und kulturell variabel

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3
Q

Grundlegendes

A

• Für die Begriffe der Erziehungswissenschaft gibt es keine allgemein anerkannten Definitionen
○ Begriffe sind Konstruktionen, über die wir uns erschließen (Zugang): Sie bilden aber nicht die Wirklichkeit ab
○ Definitionen sind nicht ein und für alle mal gesetzt, Verständnisse weichen ab (bspw. gibt es kein definitives, übergreifendes Verständnis von Bildung)
• Die Begriffe ändern sich in historischer Hinsicht
• Je nach Forschungsmethode gibt es unterschiedliche Definitionen

➡️ Die Begriffe werden in erziehungswissenschaftlichen Debatten immer wieder neu bestimmt
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4
Q

Bildung

A

Bildung
• Herkunft: althochdeutsch
○ „bilidon“ = gestalten, erschaffen, nachahmen, bilden (Handwerker bildet Tisch (nach dem Bild in seinem Kopf))
○ „bildunga“ = Vorstellung, Vorstellungskraft

• 14. Jahrhundert: Mystik: Inneres des Menschen und Gottesebenbildlichkeit 
	Auch die Seele kann nach einem Vorbild verformt werden, sie kann gottgleich gemacht werden, als so gebildet werden

• 18. Jahrhundert: Bildung wird zu pädagogischem Begriff
	○ Aufklärung: Vernunft, politische Emanzipation, Entfaltung der Persönlichkeit 
		Es geht immer noch um die Seele, aber im Sinne von Persönlichkeit und Vernunft

• Zweistellige Relation: „Ich und Welt“ (Humboldt)

Heute: breite Ausdifferenzierung (Allgemeinbildung/Berufsbildung, Erwachsenenbildung, Bildungssystem, Bildungschancen, Bildungspolitik etc. )

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5
Q

Sozialisation

A

• Begriff kommt Anfang des 20. Jahrhunderts auf
• Soziale Prägung des Menschen durch Umwelt und Milieu
• Vergesellschaftung
• Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft
• Zentrale Sozialisationsinstanzen:
○ Familie (primäre Sozialisation)
○ Peers (sekundäre Sozialisation)
○ Schule (sekundäre Sozialisation)
○ Arbeit (teritäre Sozialisation)

• Auch Sozialisation ist wechselwirksam (reziprok) 

Bsp.: Sprache

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6
Q

Enkulturation

A

• Lat. „cultura“ = Ackerbau ➡️ 17. Jahrhundert: Kultur vs. Natur
• Begriff Kultur bezieht sich auf die gesamte/einen breiten Teil der Gesellschaft, nicht auf Teile dieser
• Enkulturation:
○ Einleben in kulturelle Lebensweise (Sprache, Praktiken, Werte, Regeln etc.) von Geburt an
○ Primäre Enkulturation:
Prägung grundlegender Persönlichkeitsstrukturen
Anpassung an kulturelle und gesellschaftliche „Selbstverständlichkeiten“
○ Sekundäre Enkulturation:
Möglichkeit zur Hinterfragung „selbstverständlicher“ Lebensweisen
Freisetzung von kultureller Kreativität

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7
Q

Akkulturation

A
  • Prozesse und Probleme des Einlebens in eine fremde Kultur
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8
Q

Lernen

A

• Herkunft: Gotisch lais = „ich weiß“; „ich bin wissend geworden“, „ich habe erfahren“
• Lernen = Erwerb von Wissen, Veränderung des Verhaltens
• Es kann sowohl erwünschtes als auch unerwünschtes Verhalten gelernt werden
○ Begriff ist rein deskriptiv, nicht normativ: Ich kann genauso Fußballspielen lernen wie Einbrechen
• Lernen als psychologischer vs. Erziehungswissenschaftlicher Begriff
• Vier Formen des Lernens aus erziehungswissenschaftlicher Sicht:
○ Wissen-Lernen
○ Können-Lernen
○ Leben-Lernen
(spezifisch erziehungswissenschaftliche Idee: In der modernen Gesellschaft sind Lebenswege nicht vorherbestimmt — das Individuum soll sich entfalten (können))
○ Lernen-Lernen

• Lernen ist ein Prozess, das zwischen Nicht-Wissen und Wissen
	○ Dieser Prozess ist uneinsehbar Prozess ist schwer zu messen
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9
Q

Kompetenz

A

• Herkunft: lateinisch „competens“ = geeignet, zuständig
• Erst seit wenigen Jahrzehnten in der Erziehungswissenschaft
• Fähigkeit, mit bestimmten Anforderungen, Situationen und Problemen angemessen umzugehen
• Orientierung an „learning outcome“ (was soll gekonnt werden) und an ökonomischer Verwertbarkeit
• Differenzierung vieler Teilkompetenzen (Z.B. Lesekompetenz, soziale Kompetenz, etc.)

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10
Q

Mimesis

A

• Herkunft: Griechisch „mimos“ = Darsteller, Possenreißer, Schauspieler; „mimesis“ = Nachahmung

• Mimesis als Fähigkeit, körperliche Bewegungen nachzuahmen, Rollen darzustellen, innere Vorstellungsbilder zu entwickeln und auszudrücken

• Mimesis als kreative Nachahmung❗️
	Es kommt etwas eigenes hervor, es ist nicht nur „Nachäffen“ 

• Mimesis als anthropologische Grundlage von Lern- und Bildungsprozessen (u.a. soziales Lernen und ästhetische Bildung)
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