Medikation Flashcards
Pharmakokinetik
Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Wirkstoff im Körper unterliegt
Dazu gehören:
- die Aufnahme des Arzneistoffes (Resorption)
- die Verteilung im Körper (Distribution)
- der biochemische Um- und Abbau (Metabolisierung)
- sowie die Ausscheidung (Exkretion)
–> Während die die Pharmakokinetik die Verteilung und Verstoffwechselung im Körper beschreibt, behandelt die Pharmakodynamik die Wirkung auf den Körper
Die aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung LADME fasst diese Vorgänge zusammen:
Liberation – Freisetzung
Absorption – Aufnahme in die Blutbahn
Distribution – Verteilung im Organismus
Metabolism – Verstoffwechselung
Excretion – Ausscheidung (renal, biliär, pulmonal, intestinal)
Nootropika
Keine hinreichende Evidenz, daher zur Demenzbehandlung nicht empfohlen
- Gingko-Präparate
- Piracetam
- Nicergolin
Acetylcholinesterase-Hemmer
AChE-Hemmer hemmen die Acetylcholinesterase
–> erhöhte Konzentration von ACh im synaptischen Spalt –> Ausgleich des “cholinergen Defizits”
–> die cholinerge Innervation des Kortex und des Hippocampus spielt eine Rolle bei Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistungen
–> bei Alzheimer-Demenz finden sich neuropathologische Veränderungen in den cholinergen Projektionskernen des basalen Vorderhirns (Ncl. basalis Meynert)
- Zugelassen bei leichter bis mäßiger Alzheimer-Demenz:
Donepezil, Rivastigmin (Pflaster) und Galantamin - Zugelassen bei leichter bis mäßiger Parkinson-Demenz: Rivastigmin
Acetylcholinesterase-Hemmernnebenwirkungen
Häufige UAW: Appetitlosigkeit Durchfall Übelkeit und Erbrechen Schwindel Müdigkeit Schlafstörungen Muskelkrämpfe
–> durch langsame Aufdosierung und Gabe als transdermales Pflaster (Rivastigmin) können UAW reduziert werden
Acetylcholinesterase-Hemmern Interaktionen mit anderen Medikation
- gleichzeitige Gabe von Betablockern –> Bradykardien, Synkopen
- Vorsicht bei Asthma bronchiale, KHK, HRST (insbes. AV-Block) und aktiver gastrointest. Ulcus-Erkrankung
AD Empfehlung für Pat. mit Antikoagulation, Thrombozytenaggregationshemmer oder Blutungsanomalien in der Vorgeschichte
Mirtazapin oder Bupropion
–> bei SSRIs oder SNRIs können bereits nach 1-2 Wochen Anwendung Blutungen oder eine verlängerte Blutungszeit auftreten
Andere Ursachen für ein SIADH (außer Medikamente)
- schwere ZNS-Erkrankung
- Pneumonie
- kleinzelliges Bronchial-Ca
Antidepressiva, die zu Gewichtszunahme führen
Sehr wahrscheinlich:
- Amitriptylin
- Mirtazapin
- Trimipramin
Wahrscheinlich:
- Citalopram
- Paroxetin
Unwahrscheinlich:
- Agomelatin
- Duloxetin
- Escitalopram
- Fluoxetin
- Sertralin
- Trazodon
- Venlafaxin
Mögl. Gewichtsabnahme:
- Bupropion
- Milnacipran
Beispiel für einen genetischen Polymorphismus des Cytochrome P-450 Systems
CYP2D6-Gen liegt bei ca. 5 bis max. 10% der Normalbevölkerung in Europa mehrfach vor (Genduplikationen)
–> verstärkter Abbau von Medikamenten und damit evtl. Ultrarapid-Metabolizer-Status
Bupropion und Metoprolol Interaktion
Metoprolol ist ein Substrat von CYP2D6
Bupropion ist ein Inhibitor von CYP2D6
–> erhöhte Metoprolol-Spiegel bei Kombination mit Bupropion
Carbamazepin und Marcumar Interaktion
Carbamazepin ist ein Induktor von CYP1A2
Marcumar ist ein Substrat von CYP1A2
–> Änderung der Gerinnungswerte bei Kombination
Carbamazepin und Rauchen Interaktion
Carbamazepin ist ein Induktor von CYP1A2
Rauchen induziert ebenfalls CYP1A2
–> erniedrigte Spiegel vom Carbamazepin bei Rauchern
Cyproheptadin
Serotonin-Antagonist
–> bei persistierendem serotonergen Syndrom
Diazepam und Fluvoxamin Interaktion
Diazepam ist ein Substrat von CYP2C19
Fluvoxamin ist ein Inhibitor von CYP2C19
–> Verlängerung der HWZ von Diazepam in Kombination mit Fluvoxamin
Digoxin und Johanniskraut Interaktion
Digoxin ist ein Substrat von CYP3A4
Johanniskraut ist ein Induktor von CYP3A4
–> erniedrigte Digoxin-Spiegel und potentieller Wirkverlust bei Kombination mit Johanniskraut
Drei Arten von ADs nach dem Kielholz-Schema
1) AD vom Amitriptylin-Typ (Siedierend):
Amitripty lin, Doxepin, Trimipramin, Mianserin, Mirtazapin, Agomelatin
2) AD vom Imipramin-Typ(mittelmäßig): Imipramin
3) AD vom Desipramin-Typ(antriebssteigernd):
Desipramin, Nortriptylin, alle SSRI, Venlafaxin, MAO-Hemmer
EEG-Veränderungen unter Psychopharmaka
- Verlangsamung des Grundrhythmus und Amplitudenanstieg des Alpha-Rhythmus (verschiedene AD und AP)
- erh. zerebrale Erregbarkeit und Auftreten von ETPs (AD und AP, v.a. Clozapin)
- vermehrte Beta-Aktivität (v.a. unter Benzos)
EKG-Veränderungen unter Lithium
T-Wellen-Abflachung (harmlos)
Extensive metabolizer (CYP450-System)
Diese Personen zeigen eine normale Verstoffwechslung (hier liegen keine Genvariationen vor)
Hyponatriämie unter Psychopharmaka
Häufig bei Carbamazepin, SSRI
Keine Kombination von TZA und…
…Antiarrythmika vom Chinidin-Typ.
Kontraindikationen von MAO-Hemmern
- Suizidalität
- ängstlich-agitierte Depression
- erhöhte Krampfneigung
- Leber- und Nierenschädigungen
- Kombination mit u.a. anderen ADs, Triptanen, Tramal, Disulfiram (Antabus)
Nach Absetzen von Tranylcypromin
–> muss mind. zwei Wochen Karenz von einem AD eingehalten werden
Vor Gabe von Tranylcypromin
–> nach vorheriger Verordnung eines anderen ADs müssen mind. 5 HWZ des AD abgewartet werden (CAVE: bei Fluoxetin also mind. 5 Wochen!)
Kontrolluntersuchungen vor Beginn mit Lithium
- Erfassung von Kontraindikationen
- Halsumfang
- Körpergewicht
- RR und Puls
Labor:
- Kreatinin-Clearance
- Urinstatus
- Schilddrüsenwerte
- Blutbild
- Elektrolyte
- EKG und EEG
Leukopenien oder Agranulozytose unter Psychopharmaka
Häufig unter Carbamazepin (und formal auch Clozapin)
Lithium und Nierenschäden, was passiert am Tubulus?
Alle renalen Funktionseinschränkungen mit Natriumverlust führen zu einer verstärkten Lithium-Rückresorption am proximalen Tubulus
- -> Lithium hemmt die Natrium-Rückresorption am distalen Tubulus
- -> daraus folgt eine verstärkte Rückresorption von Natrium und Lithium am proximalen Tubulus
MAO-Hemmer
MAO = Monoaminooxidase
–> katalysiert den Abbau von Monoaminen
Zwei Arten:
- irreversible, unspezifische Hemmung von MAOA und MAOB: Tranylcypromin (Jatrosom)
- reversible und selektive Hemmung von MAOA: Moclobemid
Medikamenten-induz. Tachykardie
vermittelt über Blockade von:
- muskarinerge ACH-Rezeptoren (z.B. Amitriptylin)
- -> M2-Rezeptoren (Subtyp am Herzen)werden durch den Parasympathikus angesteuert, wirken negativ chronotrop (HF sinkt)
- Blockade von alpha1-adrenerge Rezeptoren –> bewirken an Blutgefäßen eine Vasokonstriktion (RR steigt an)
Mirtazapin Wirkmechanismus
alpha-2-Antagonist (wie Mianserin)
- starke Antagonisierung des präsynaptischen alpha-2- Autorezeptors (hemmt die präsynapt. Ausschüttung von NA und Serotonin)
und des postsynaptischen Serotonin-Typ-III-Rezeptors (5-HT2-R)
–> Erhöhung der synaptischen Konzentration von Serotonin und Noradrenalin
Psychopharmaka, die ein RLS verursachen können
AD:
- Mirtazapin
- Citalopram
- Sertralin
- Paroxetin
- Fluoxetin
AP:
- Clozapin
- Haloperidol
- Olanzapin
- Quetiapin
- Risperidon
Andere: Lithium
QTc-Verlängerung
auffällig bei:
Männern > 440ms
Frauen > 450ms
- bei >500ms steigt das Risiko für ventrikuläre Arrythmien (v.a. Torsades de pointes Tachykardien)
- besonders hohes Risiko bei: Sertindol, Pimozid, Thioridazin (Antipsychotikum mit ähnl. Wirkspektrum wie Quetiapin), Haloperidol (i.v.), Melperon, Ziprasidon, Citalopram und Escitalopram in höheren Dosierungen
- CAVE: QTc-Verlängerung und Hypokaliämien sind besonders gefährlich hinsichtlich Arrythmien
Klinisch wichtige Induktoren von CYP1A2
Rauchen
Carbamazepin
Rifampicin
Klinisch wichtige Induktoren von CYP2C9
Carbamazepin
Rifampicin
Poor metabolizer (CYP450-System)
Bei diesen Personen werden die Medikamente so langsam abgebaut, dass bereits bei kleinen Dosierungen ausgeprägte Nebenwirkungen auftreten können
Klinisch wichtige Induktoren von CYP3A4
Carbamazepin Johanniskraut Phenobarbital Phenytoin Rifampicin
Klinisch wichtige Inhibitoren von CYP1A2
Fluvoxamin
Perazin
Ciprofloxazin und Norfloxazin
Klinisch wichtige Inhibitoren von CYP2C19
Fluvoxamin
Fluconazol
Omeprazol
Klinisch wichtige Inhibitoren von CYP2D6
Bupropion
Fluoxetin
Paroxetin
Duloxetin
Levomepromazin (Neurocil)
Perphenazin
Melperon
Propranolol
Amiodaron
Klinisch wichtige Inhibitoren von CYP3A4
Erythromycin Grapefruitsaft Atorvastatin, Simvastatin Indinavir Verapamil
Substrat von CYP1A2
Clozapin
Substrat von CYP2D6
Metoprolol
Substrate von CYP2C19
Citalopram
Diazepam
Substrate von CYP3A4
Digoxin
Ciclosporin
Carbamazepin
Subtrate von CYP2C9
Phenprocoumon (Marcumar)
Phenytoin
Therapie des serotonergen Syndroms
- Antidepressivum absetzen!
- symptomatisch Therapie mit BZD
- ggf. bei persistierenden Symptomen Gabe des Serotonin-Antagonisten Cyproheptadin
UAW bei Blockade von adrenergen Rezeptoren
Hypotonie
Orthostase
reflektorische Tachykardie
UAW unter Blockade von H1-Rezeptoren
Sedierung
Gewichtszunahme
Ultrarapid metabolizer (CYP450-System)
Medikamente werden so schnell abgebaut, dass oft keine ausreichende Plasmakonzentration aufgebaut wird
Vier dopaminerge Bahnsysteme im ZNS
1) Mesolimbisches System:
entspringt im Mesencephalon, zieht zu Teilen des limbischen System (Ncl. accumbens, lat. Septum, Ncl. amygdalae)
2) Mesokortikales System:
zieht vom Mesencephalon in den PFC, den Gyrus cinguli und die Regio entorhinalis
–> 1 und 2 sind entscheidend für die Vermittlung der antipsychotischen Wirksamkeit
3) Nigrostriatales System:
zieht von der Substantia nigra zum Striatum
–> hier entstehen EPMS durch D2-R-Blockade
4) Tuberoinfundibuläres System:
zieht vom Ncl. arcuates des Hypothalamus zur Eminentia mediana
–> Dopamin über Portalvenen zur Hypophyse
–> D2-Rezeptoren hemmen hier Prolaktinsekretion
Wirkmechanismus Benzodiazepine
- -> BZD verstärken die hemmende Wirkung GABAerger Interneurone
- -> binden an einen spezifischen Benzodiazepin-Rezeptor (Omega-Rezeptor)
- -> durch Bindung von BDZ am Rezeptor wird die Bindungsfähigkeit von GABA an den GABAA-Rezeptoren erhöht
- -> Einstrom von Chloridionen
- -> Hyperpolarisation der Nervenzellen
- -> Mindererregbarkeit
Wirkmechanismus von Lithium
- Einfluss auf Second-Messenger- und Signalkaskaden
- evtl. Beeinflussung von G-Proteinen –> so werden verschiedene Neurotransmitter wie z.B. Serotonin, GABA,Dopamin und Acetylcholin beeinflusst
Wirkung von AD auf Second-Messenger-Ebene und auf die Genexpression
Postsynaptische Rezeptoren vermitteln eine Vielzahl von Signalkaskaden, die zur Veränderung der Genexpressionsmuster führen
- -> Veränderung des Second-messenger-cycloAMP (cAMP)
- -> erhöhte Expression des Transkriptionsfaktors CREB
- -> Hochregulation von Wachstumsfaktoren wie BDNF
- -> zerebrale Neuroneogenese bzw. neuronale Plastizität
Wirkung von Amphetaminen im ZNS
- erhöhte Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin
(keine wesentliche Ausschüttung von Serotonin)
Amphetamine werden über einen aktiven Transporter in die präsynaptische Zelle aufgenommen
–> Freisetzung von NA und Dopamin in den synaptischen Spalt durch Umkehr (Inversion) des membranständigen Transporters
Wirkung von GHB im ZNS
GHB = Gamma-Hydroxybuttersäure, ‘Liquid Extasy’
chemisch bewirkt es ähnlich wie Alkohol eine Verstärkung der Wirkung von GABAergen Neuronen
–> in höheren Dosen sedierend, häufig anterograde Amnesie
Wirkung von Kokain im ZNS
- Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
- -> Aktivierung der mesolimbischen dopaminergen Bahnsysteme (Belohnungssystem), was die stark süchtig machende Wirkung erklärt
Interaktionen mit Lithium
Medikamente:
- Thiazidiuretika, Schleifendiuretika (verminderte Li-Ausscheidung)
- ACE-Hemmer (vermind. Li-Ausscheidung)
- Kalziumantagonisten z.B. Verapamil, Diltiazem (erhöhte Neurotoxizität bei normaler Plasmakonz.)
- NSAR wie Diclophenac, Ibuprofen (vermind. Li-Ausscheidung)
- Tetrazykline (erh. Li-Spiegel)
- Carbamazepin (Erh. Neurotoxizität bei normalen Plasmaspiegeln)
- Phenytoin (Erh. Li-Toxizität)
außerdem: kochsalzarme Diät (gesteigerte Resorption von Lithium –> Anstieg des Serumspiegels)
Kontraindikationen für Lithium
- schwere Nierenfunktionsstörung
- Morbus Addison (NN-Insuffizienz)
- schwere Herz- oder Kreislauferkrankung (z.B. schwere Herzinsuffizienz)
- Störungen des Natriumhaushalts (z.B. Hyponatriämie)
- Psoriasis (Li kann eine bestehende Psoriasis verschlechtern)