Semester 1 Flashcards
Forensik / forensische Wissenschaft
Anwendung wissenschaftlicher Methoden zum Zweck der Identifikation, des Ausschlusses, der Analyse und Rekonstruktion von Straftaten
forum = Marktplatz (früher Ort der Gerichte)
Locardsche Prinzip
Austausch / Übertragungsprinzip
Basis jeder Spurensuche
Jeder und alles am Tatort nimmt etwas mit und lässt etwas zurück
Kriminaltechnik
Gesamtheit der naturwissenschaftlich- technischen Erkenntnisse und Methoden, sowie der darauf basierenden technischen Mitteln und Verfahren zur Suche, Sicherung und Auswertung von Spuren
Tat
§ 1: Keine Strafe ohne Gesetz
eine Tat kann nur bestraft werden, wenn die Straflichkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde
Tatort
Ort an dem sich kriminalistisch relevante oder gerichtlich strafbare Handlungen ereignet haben
beschränkt sich nicht nur auf den Ort des Ereignisses, sondern auch auf jene Bereiche, in welchen vor oder nach der Tat relevante Handlungen stattgefunden haben
Unterscheidung: unmittelbaren Tatort und Tatort im weiteren Sinne
unmittelbarer Tatort
Ort an dem die Tat ausgeführt wurde und in der Regel auch die meisten Spuren erwartet werden können
Tatortbegriff nach Clages
Unterscheidung des Tatorts in engeren und weiteren Sinn
Tatortbegriff nach Trenschel
kriminalistischer Tatort ist jederOrt, an dem der Täter vor, während oder nach der Tat gehandelt hat
juristischer Tatortbegriff
§9 Ort der Tat
eine Tat ist an jedem Ort begangen an dem der Täter gehandelt hat oder im Fall des Unterlassens hätte handeln müssen oder der zum Tatbestand gehörende Erfolg eingetreten ist oder nach Vorstellung des Täters hätte eintreten sollte
Tätigkeits-, Erfolgs- und Distanztheorie
Tätigkeitstheorie
Ort, an denen der Täter durch aktives Tun den Tatbestand verwirklicht hat oder bei Unterlassungsdelikten hätte handeln müssen
Erfolgstheorie
Orte an denen der Erfolg einer Straftat durch aktives Tun oder Unterlassen eingetreten ist
Distanztheorie
Orte, an denen nach Vorstellung des Täters der Erfolg einer Straftat hätte eintreten sollen
Tatort im weiteren Sinne
schließt die nähere Umgebung des Tatortes mit ein
Tatortarbeit (Definition)
Gesamtheit der polizeilichen Maßnahmen am Tatort zu kennzeichnen. Dabei sollen Anhaltspunkte über zeitliche und örtliche Faktoren, Motive, Begehungsweisen, Folgen und Auswirkung einer strafbaren Handlung gewonnen, festgelegt und ausgewertet werden
Ziel: Handlungsweisen der Beteiligten als gedankliches Modell zu rekonstruieren, Tatverdächtige zu ermitteln und Unschuldige zu entlassen
Tatortarbeit (im allgemeinen)
koordinierte und gründliche Tatortarbeit ist entscheidend für die fachgerechte Aufklärung einer Straftat
Tatortsicherung
Tatortbesichtigung
Suche, Erkennen und Sichern von Spuren
Vorselektieren, Aufbereiten und Erstbewerten von tatrelevanten Spuren sowie Beweismitteln
Dokumentation der Tatortarbeit (Fotografie, Videografie und Planzeichnung)
Erste Rekonstruktion des Tathergangs
mögliche Veränderungen des Tatorts
Verschleierung der Tat seitens des Täters unbeteiligte Dritte (Presse, Schaulustige) Rettungs und Hilfskräfte Verkehrsmittel Witterungseinflüsse Tiere Verwesung, Fäulnis, Auflösung eigene Kraft (unbedachtes Handeln)
Sicherungsangriff
beginnt mit Kenntnisnahme des Sachverhaltes und der ersten Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Ereignisortes
Identitätsfestellung aller anwesenden Personen
Auswertungsangriff
Beginn praktischen Tätigkeiten am Tatort
Tatortsbefundaufnahme
Tatortbefundaufnahme
Lichtbilder Suchen und markieren von Spuren Spurensicherung Anfertigung von Maßstäben Ermittlung notwendiger Informationen für den Tatortbefungbericht Befragung von Zeugen
objektiver Tatortbefund
Beschreibung des Tatorts, des Tatobjekts, des Opfers, der Spurensuche und Spurensicherung
subjektiver Tatortbefund
Darstellung vom Tathergang, Tatumständen, Zeugenaussagen und eigenen Schlussfolgen
Spur
Spuren im kriminaltechnischen Sinn sind sichtbare oder latente materielle Veränderungen, die im Zusammenhang mit einem kriminalistisch relevanten Ereignis entstanden sind und zu dessen Aufklärung beitragen können
Geben Hinweis auf modale (Art und Weise), lokale (örtliche) und temporale (zeitliche)Umständen
Speichern spezifische Eigenschaften des Spurenverursachers ermöglichen eine Identifizierung
Spurenverursacher
alle Subjekte und Objekte (Mensch, Tier, Gegenstand) sowie die Umwelt, die kriminalistisch verwertbare Veränderungen bewirkt haben
Spurentäger
sind in der Regel Subjekte und Objekte an /auf denen sich eine Spur befindet
Ort oder Gegenstand, an dem sich die Spur findet oder deponiert wurde
Spurenkomplexe
sind mehrere an einem oder mehreren Spurenträger vorhandene unterschiedliche kriminaltechnische Spuren
Spurenüberkreuzung
entsteht infolge einer Wechselwirkung zwischen Spurenträger und Spurenverursacher
Trugspuren
Trugspuren sind materielle Veränderungen aller Art, die durch Handlungen vor oder nach einer Tat entstanden sind und nicht im Zusammenhang mit der Begehung von Straftaten stehen
Fingierte Spuren
wurden absichtlich verursacht um
- eine Straftat vorzutäuschen
- Ablauf des Geschehens zu verschleiern
- um den Tatverdacht auf eine andere Person zu lenken
Situationsfehler
Bei vorgetäuschten oder nachträglich verschleierten Tat werden Spuren gelegt, die sich nicht logisch in das Tatgeschehen einpassen
systematische (objektiven) Suchmethode
Gesamter Tatortbereich wird lückenlos nach Spuren der Tat abgesucht
+ hohe Wahrscheinlichkeit Spuren zu finden
- zeitaufwendig und kraftaufwendig
heuristische (subjektive) Suchmethode
Suchbereich wird auf mutmaßlichen oder erkennbaren Bereich beschränkt
+ wenig zeit und kraftaufwendig
- Fehlinterpretation der Spuren; lückenhaft oder auch fehlerhaft
optische Suchverfahren
Schräglicht
Durchlicht
UV-/Halogenlicht
Lupe
physikalisches Suchverfahren
Anhauen
Einstäuben (Adhäsionsverfehren)
chemisches Suchverfahren
Tränken
besprühen
bedampfen
Adhäsionsverfahren
Material mit glatten Oberflächen
Einstäuben mit Pulver, dass an der Spur haften bleibt
materielle Beweise
nicht lebende oder anorganischer Form
Schuhspuren, Reifenabdrücke, Farbe..
biologischen Beweis
organischer Natur
Blut, Schweiß, Haare..
rekonstruktive Beweise
hilft besseres Verständnis zu bekommen, was am Tatort geschehen ist
Festellung des Ermittlers
Assoziative Beweise
Verbindung zw Tatverdächtigen und dem Tatort
Transfer Prinzip
wenn Kraft auf Objekt einwirkt, zerbricht dieses in Einzelteile
Einzelteile gehen auf das über was die Kraft ausübt bzw den Ort der Kraftausübung
kriminelle Handlungen erfordern in der Regel Kraft….
Kriminalbiologie
Forschungsgebiet zur Todesermittlung, beschäftigt sich mit körperlichen und genetischen Merkmalen eins Straftäters / Opfers
Beweis
Tatsachen oder Erfahrungssätze, die in der Hauptverhandlung zu der Überzeugung des Gerichts führen muss, das eine Behauptung wahr oder unwahr ist und sich ein bestimmtes Geschehen ohne vernünftige Zweifeln genau so zugetragen hat
keine absolute Gewissheit erforderlich
nur hoher Grad an Wahrscheinlichkeit
Materialspuren
stoffliche Eigenschaften und deren Zuordnung
Spermaspuren, Blutspuren, Speichelspuren
Formspuren
Form dieser Spuren -> kriminalistische Schlussfolgerungen technische Fromspuren Schusswaffenspuren Daktyloskopische Spuren sonstige Fromspuren
Blutspritzmuster, Werkzeugabdruck
Situationsspur
Lage von Spuren oder Gegenständen zueinander oder zur Umgebung -> Rekonstruktion
Stellung von Fenster und Tür
Lage von Kleidung
Waffe und abgefeuertes Projektils
Gegenstandsspuren
beweiserhebliche Gegenstände
vom Täter am Ereignisort zurückgelassene / verlorene Gegenstände
können sich Form und Materialspuren dran befinden
technische Formspuren
Formveränderungen an einem Objekt, die durch einen Spurensetzer verursacht wurde, Sie ermöglichen kriminalistische Schlussfolgerungen hinsichtlich der Art des Spurenverursachers oder gar eine Individualidentifizierung
Werkzeugspuren
Schuh und Reifenspuren
Reifenspuren
Lehre der Formspuren
Trassologie
Abdruckspur
durch unmittelbaren Kontakt hervorgerufene flächenhafte Wiederspieglung eines Spurenveruraschers
meistens feste und glatten Spurenträger
Fußbodenbelag, Papier, Glasscherben
können mit / in einer Substanz verursacht werden
Eindrucksspuren
plastische Verformungen durch das Einwirken eines Spurenverursachers auf einen relativ weichen Spurenträger
Form des Spurenverursachers prägt sich bleibend ein
feuchter Sand, Erde, Schnee
Gleitriefen
meist parallel verlaufende Rillen, die beim Hinübergleiten eines Spurenverursacher unter Druckanwendung auf einem weniger harten Spurenträger erzeugt wurde
Schnitte
Trennflächen, die bei der Anwendung von Schnittwerkzeugen entstehen
jede Schnittkante des Werkzeuges verursacht dabei 2 Spurenbilder
Brüche und Risse
entstehen bei Trennung von festen Stoffen
Passspuren
Nachweis der Zusammengehörigkeit von 2 oder mehreren Teilen zu einem ursprünglichen Ganzen
einzelne materielle Teile werden als Passtücke bezeichnet
Werkzeugspuren
Werkzeuge hinterlassen an den bearbeiteten Gegenständen oder Stoffen Bearbeitungsspuren
aus ihnen sind die Werkzeuge zu erkennen
Oberflächeneffekt
Vorliegen Gruppenmerkmal -> Werkzeugart und größe
Vorliegen eigentümliches Merkmal - > individuelles Werkzeug
Werkzeug
ein Gerät oder eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Gegenständen
Unterscheidung Handwerkzeug und Maschinenwerkzeug
Arten von Werkzeugspuren
Abdruckspur Eindruckspur Gleitriefen Schnitt, Bohr und Sägespur Bruch oder Rissspur spezielle Trennspur
Schartenspur
von Werkzeuge von einem Werkzeug oder anderem Gegenstand durch gleitende oder schneidende Wirkung in den Spurenträger durch Oberflächenveränderungen verursachte Spuren
an den Gegenstand befindlich Erhöhung und Vertiefung verursachen dabei an den Kontaktstellen mit dem Spurenträgern parallel zueinander angeordnete rillenartige Spuren
Schuhspur
je nach Beschaffenheit der Spurenträger eine Eindrucksspur oder eine Eindrucksspur
Reifenspuren
ein oder Abdruckspuren, die durch eine Abwälzungsbewegung des Reifens unter gleichzeitigen Druck entstehen
Erscheinungsformen von Reifenspuren
Fahrspur Bremsspur Blockierspur Schleuderspur Rutschspur
Bestimmung bei Reifenspuren
Reifenbreite
Spurweite
Reifenumfang
Fahrtrichtung
Mischbereifung
bei Wende oder Kurvenfahrspuren (Sachverständiger erforderlich)
Gangbild
mind 3 Fuß oder Schuhspuren
Hinweise auf Fortbewegungsart
gehen oder laufen
Besonderheiten beim Gang
Tragen von Lasten
Fußkrankheiten
Gangbildelemente
- Richtungslinie
- Schrittlänge
- Schrittbreite
- Fußlinie
- Fußwinkel
- Schrittwinkel
Richtungslinie
Grade zw oder neben dem Gangbild, gibt die Bewegungsrichtung der Person wieder
Schrittlänge
Abstand zw 2 aufeinanderfolgenden Schuh / Fußspuren
Schrittbreite
Abstand von der Randmitten der absatzbereiche zw den Spuren der rechten und linken Schuh
Fußlinie
Mittellinie der Schuhspur, die die Fußstellung zur Bewegungsrichtung angibt
Fußwinkel
Winkel zw Richtungs und Fußlinie
Schrittwinkel
Winkel zw den Verbindungslinien von drei aufeinanderfolgenden Spuren
zw die Randlinie der Absatzbereiche oder anderen markanten Merkmalen gelegt
Handschuhspuren
meistens Abdruckspuren selten Eindruckspuren
Handschuhe werden vielfach zur Verhinderung daktyloskopischer Spuren verwendet
liefert info zu Ledernarbungen Textilgewebe Falten Nahtstellen oder Profilgebilde
Gruppen und individuelle Identifizierung möglich
kriminalistische Fotografie
Gesamtheit von Verfahren, Mitteln und Methoden zur Aufnahme, Reproduktion und Verarbeitung von Objekten / Szenen mit kriminalistisch relevanten Inhalt zu Dolumentations- und Beweiszwecken, bei denen chemische / elektronische Technologien verwendet werden
detailgetreue, realistische und nachvollziehbare Beschreibung von Spuren bzw der räumlichen / gegenständliche Situation am Tatort
Berührungsfreie Sicherungsmethoden ohne Veränderung der Spur
diskriptiv oder explorativ
diskriptiv
beschreibend
Abbildung visuell wahrnehmbarer Objekte
Beweissicherung, Dokumentation, Erkennungsdienstliche Personenfotografie (Identifizierung / Fahndung)
explorativ
erforschend
über Grenzen der menschlichen Wahrnehmung hinaus
Untersuchungsmethode (UV, Infrarot), Spurensuchmittel ( thermographisch) Spurenaufbereitung ( Fotogramme)
Motiv und Bildausschnitt
logisch geordnete, zusammenhängende Fotoserien, zunehmend detailierten Bildausschnitten
geeigneten Maßstab für jeden Aufnahmeschritt
vorangestellte “Virgin” Übersichtsaufnahme interessanter Orte - ohne Manipulation auch kein Maßstab
Tatortfotografie
- Orientierungsaufnahme
- Übersichtsaufnahme
- Teilübersichtsaufnahme
- Detailaufnahme
Orientierungsaufnahme
unmittelbar nach Eintreffen aus mehreren Richtungen
Lage des Tatorts zu seiner Umgebung, markante Objekte zur Wiedererkennung
ggF erhöhter Standort, luftbild
Übersichtsaufnahme
gesamter Ereignisort aus Augenhöhe
Keine Einsatzkräfte/mittel im Fotobereich
keine Veränderung vor der Fotografie
in Räumen diagonal fotografieren
Teilübersichtsaufnahme
immer nur mit Nummerntafel und Maßstab
vom Allgemeinen zum Besonderen
Weg des Täters
Lage von Spuren zum Tatort und zueinander
überlappend
Deatilaufnahme
immer mit Nummerntafel und Maßstab
Spuren und deren Lage zum Spurenträger
Formatfüllend
bei 3D Strukturen Kontraststeigerung durch Streif-/ Schräglicht
2 Aufnahmen
- Lage der Spur auf Spurenträger
- Spur selbst
Fotogrammmetrie
Gruppe von Messmethoden und Auswertungsverfahren der Fernerkundung, um aus Fotografien und genauen Messbildern eines Objektes seine räumliche Lage oder 3D Form zu bestimmen. Im Regelfall werden die Bilder mit speziellen Messkameras aufgenommen
3D Oberflächenerfassung von größeren Objekten oder Räumen
Für rekonstruktive Fragen Kombination mit anderen 3D datensätzen
3D Scanner
erfassen die Oberflächengeometrie von Objekten durch punktweises Abtasten mit einem Laserstrahl. Dabei entsteht eine Menge von dreidimensionalen Abtastpunkten, die als Punktewolke bezeichnet wird
Rechtsmedizin
Gerichtsmedizin, Gerichtliche Medizin oder Forensische Medizin
Anwendung medizinischer Kenntnisse für die Rechtspflege
beschäftigt sich mit Fragen aus der straf-, zivil- und versicherungsrechtlichen Praxis, die nur mit wissenschaftlichen Methoden (Medizin, Biologie, Chemie) beantwortet werden können.
im Dienste der Rechtspflege und liefert seinen Beitrag zur Wahrheitsfindung
Forensisches Denken
De omnibus dubitandum (man muss an allem zweideln)
vom Befund zur Anamnese
Teilgebiete der Rechtsmedizin
morphologisch orientierte Rechtsmedizin Verkehrsmedizin medizinische Kriminalistik ärztliche Rechts- und Standeskunde Forensische Spurenkunde forensische Tokiologie forensische Biomechanik Forensische Anthropologie
nichtnatürlicher Tod
auf ein von außen verursachtes oder beeinflusstes Geschehen zurüchzuführen
nichtnatürlicher Tod Kategorien
Unfall
Suizid
Behandlungsfehler mit tödlichen Ausgang)
Tötung durch fremde Hand
Aufgaben der Rechtsmedizin
- Obduktionsbericht
- Verletzungsgutachten
- Behandlungsfehlergutachten
- DNA, Toxikologie, Vaterschaftstests -> Gutachten
Obduktionsprotokoll
nach einer Obduktion durch Rechtsmediziner aufzufassende Protokoll enthält alle erhobenen Befunde sowie eine vorläufige Stellungsnahme zu Todesart und Todesursache
in Laiensprache genau, umfassend und exakt
sorgfältige Befundnahme und Spurensicherung bildet Grundlage für die spätere Begutachtung
Ebenen
Sagittalebene
Frontalebene
Tranversalebene
medianebene -> mittlere Sagitalebene
rechts links
transversal
oben unten
longitudinal
vorne hinten
sagittal
rückenseits, am Rücken gelegen
dorsal / posterior
bauchseits, am Bauch gelegen
ventral /anterior
zum Schädel hin
kranial / cranial
zum Gesäß hin
kaudal / caudal
zum Körperzentrum hin
proximal
Körperzentrum entfernt
distal
in der Mitte gelegen (Medianebene)
median
neben der Mitte gelegen Medianebene)
paramedian
seitlich , von der Medianebene weg
lateral
rechts (Medianebene)
dexter
links (Medianebene)
sinister
zur Oberfläche des Körpers hin
peripher
zum Inneren des Körpers hin
zentral
zum Rumpf hin
proximal
zum Ende der Gliedmaßen
distal
zur Fußsohle hin
plantar
zur Vorder/ Hinterseite der Arme oder Beine
anterior /posterior
strinwärtsgelegen, vorne am Schädel
frontal
nasenwärtsgelegen, zur in der Mitte gelegenenen Nase hin
nasal
zur Schädelbasis gelegen
basal
an der Kopfvorderseite
rostral
am Mund, im Mund, mundwärts, den Mund betreffen
oral
vom Mund weg gelegen
aboral
zum Hinterkopf hin gelegen
okzipital
schläfenwärts (also seitlich)
temporal
handflächenseitig
palmar
zum Hand / Fußrücken hin gelegen
dorsal
Forensische Bildgebung
Forensische Fotografie Forensische Mikroskopie Oberflächenscanner Computertomografie (CT) Magnetresonanztomografie (MRT) Anigographie
Mensch als Spurenträger
Blutspuren Sekretspuren (Speichel, Sperma, Scheidensekret) Hautkontaktspuren, Schweißspuren Fingernagelschmutz Urin, Kot, Erbrochenes Bissspuren Haare
Ganganalyse
technisch-wissenschaftliches Verfahren mit dessen Hilfe die natürliche Fortbewegungsart von Lebewesen beschrieben und auf seine Charakeristika hin untersucht wird
Fußfehlstellung
Knickfuß
Spreizfuß
Senkfuß
abrieb des Schuhinnenrands
X-Beine
Abrieb des Schuhaußenrands
O-Beine
Sichtbarmachung von latenten Blutspuren
Luminol-Methode
- besprühen des Gegenstandes mit Luminollösung -> im verdunkelten Raum kommt es zu Lumineszenz an mehreren Stellen
- durch Überlagerung (Superpositionsverfahren) können die spurentragenden Stellen am Spurenträger gefunden werden
Überlagerung
Superpositionsverfahren
Hauptursache für Blutungen
durch Verletzungen
durch Krankheitsgründen
Speichelspuren
Trinkgefäße, Zigarettenkippen, Bisspuren, Lebensmittel
Sperma
Rahmen von Sexualdelikten neben sichtbaren Spuren an Bekleidung, Haaren und Körperoberfläche auch abstriche an: Mundhöhle äußeren Genitale und Scheide Anus und Rektum
Hautkontaktspuren und Schweißspuren
Bekleidung Tatwaffe Einbruchswerkzeug Haut des Opfers Kraftfahrzeug latente Fingerabdrucksspuren
in der Regel nicht sichtbar
Fingernagelschmutz
Materialanhaftungen können DNA-fähiges Material, Faser oder Spuren von chemischen Verbindungen enthalten
Urin, Kot, Erbrochenes
Sicherung mit de Ziel: chemischtokiologische, molekularbiologische oder mikroskopische Untersuchungen durchzuführen
Bisspuren
Mensch oder Tier
menschliche Bissspuren
bei Opfen von Gewaltdelikten
bei Opfern oder Täter als Kampf oder Abwehrbiss
an Nahrungsmitteln
bei Bissspuren mit Sichtbaren Zahnabdrücken sollen nach der DNA-Spurensicherung mit Dentalmasse einen Abdruck der Haustelle hergestellt werden
Bissverletzung durch Tiere
häufig Kombination von Rissquetschwunden, Hautabschlürfungen und schlitzförmigen Hautdurchspiesungen
zusätzlich können Kratzverletzungen durch Pfoten bzw Kralleneinsatz entstehen
Haare
keine Wurzel am Haar -> keine DNA
Mensch und Tierhaare : Auswertung mitkroskopisch, DNA-Analytik
Gliederung eines Obduktionsprotokoll
A. äußere Besichtigung
B. innere Besichtigung
C. Vorläufiges Gutachten
Lehre vom Tod
Thanatologie
Wissenschaft von den Ursachen und Umständen des Todes
lat für nach dem Tod (am, im toten Körper auftetend
postmorten
nach (lat)
post
den Tod betreffend (lat)
mortalis
virtuelle Autopsie
Virtuopsy
postmortale Bildgebung
alle bildgebende Verfahren, die der postmortalen Befunderhebung und dokumentation sowie Diagnosenfindung und insbesondere Feststellung der Todesursache dienen
Äquivalenztheorie
jede Bedingung ist im starfrechtlichen Sinn als kausal anzusehen, die nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass nicht auch der Erfolg entfiele
Dabei spielt es keine Rolle, auf welchen vorbestehenden Zustand eine Gewalteinwirkung trifft
postmortales Röntgen
Befunde können dokumentiert werden, die bei der Obduktion präparationsbedingt verloren gehen und die radiologische Diagnostik unterstützt das präparatorische Vorgehen während der Obduktion
besonders ältere, verheilte Knochenbrüche können bei der Obduktion übersehen werden
Röntgen
postmortale diagnostik, unterstützend zur Obduktion
identifizierung des Leichnams
Beurteilung von Verletzungen am Lebenden
Forensiche Altersdiagnostik am lebenden und Verstorbenden
Computertomografie (CT)
postmortale Diagnostik, unterstützend zur Obduktion
Beurteilung von Verletzungen am Lebenden (wenn klinischerseits bereits vorhanden)
forensische Altersdiagnostik am Lebenden
postmorale Computertomographie
gesamte Leichnam kann in eng gestaffelten Schnittbildern dargestellt werden
Strahlenschutz entfällt bei Verstorbenen
Multislice-Computertomographie (MSCT) ermöglicht die Rekonstruktion von 3D Datensätzen
Anigografie
Darstellung eines Schädels mit sichtbar gemachten Blutgefässen
Magnetresonanztomografie (MRT)
postmortale Diagnostik, unterstützend zur Obduktion
beurteilung von Weichteilverletzung am Lebenden, insbesondere nach behaupteter Gewalt gegen den Hals
postmortale Magnetresonaztomographie
deutlich bessere Weichteildarstellung als das CT (höherer Wasseranteil im Gewebe)
weniger zur Darstellung von Knochen geeignet
Darstellung von Hämatomen gelingt häufig gut
Hämatom
Einblutung
identifzierung
postmortale Röntgenaufnahmen an frischen oder dekompostierten Leichen können Befunde erbringen, die wichtige Hinweise auf die Identität geben und im Rahmen der Obduktion nicht sichtbar oder sichtbar gewesen wären
nicht invasiv
nichts verändert, ohne von außen etwas zu verändern in Innere schauen
Maximum Intensity Projection (MIP)
gesamte Stapel von Einzelschichten wird aus einem beliebigten Winkel aus betrachtet, wobei ein Rechenprogramm jeweils nur die hellsten Bildpunkte (MAximum Intensity) berücksichtigt, die den kontrastgefüllten Gefäßlumina entsprechen. Der gesamte gemessene Gefäßbaum wird in frei wählberer Betrachtungsebene dargestellt
Volume Rendering
Berechnung der Oberfläche mit künstlichen Licht und Schattenwirkung und generiert so einen 3D Eindruck
Forensische Altersdiagnostik
forensische Altersdiagnostik spielt am Lebenden im Strafverfahren spielt die Radiologie eine wichtige Rolle.
neben vorgeschriebenen klinischen /körperlichen Untersuchungen kommen eine Röntgenuntersuchung der linken Hand (Entwicklung der Handwurzelknochen), ein Orthopantogramm (Zahnentwicklung) und bei Abschlusses der Handsklettentwicklung ein Röntgenbild oder besser ein CT der Schlüsselbeine zur Beurteilung der Verknöcherung der medialen Clavicula-Epiphysenfuge zum Einsatz
Sonografie
postmortal vorwiegend zur Ergänzung der Leichenschau
am lebenden untersuchung von Hämatomen
forensiche Altersdiagnostik am lebenden (hoch experimentell)
(Digitale) Fotografie
Befundsdokumentation im gesamten morphologischen Spektrum der Rechtsmedizin
3D-Oberflächenrekonstruktion
3D Erfassung der Oberfläche vom menschlichen Körpern, Körperteilen oder Gegenständen(Waffen) zur digitalen Rekonstruktion
Kombination mit anderen 3D Datensätzen
Fahrstuhl der Rekonstruktion
unfallort- und Tatortvermessung - Vermessung der Örtlichkeit im Rahmen der Polizeiarbeit
Dokumentation von Körperoberflächen und Tatinstrumenten exakte 3D Erfassung der KÖrperoberfläche
Dokumentation des Körperinneren
stumpfe Gewalt
mechanische Einwirkung einer mehr oder minder begrenzten Fläche gegen den menschlichen Körper
Biomechanik: Verschiebung und Kompression des Gewebes
Schlag, Sturz, Tritt, Verkehrsunfall…
Verletzungserfolg abhängig von: Heftigkeit Masse und oberfläche ´n-Beschaffenheit des einwirkenden Gegenstands Einwirkungsfläche Gewicht Oberflächenstruktur Richtung der Einwirkung Betroffene Körperegion
scharfe Gewalt
Schnittverletzung
Stichverletzung
Schnittverletzung
durch schneidende Werkzeuge
Messer dolch Glasscherbe Blechkante
Stichverletzung
durch einstoßen schmaler ´, dünner, spitzer Gegenstände in ihrer Längsachse
Todesart im weiteren Sinne
Abgrenzung zw einem natürlichen und einem außergewöhnlichen Tod (nichtnatürlich oder unklarer Tod = Aufgabe der ärztlichen Leichenschau)
Todesart im engeren Sinne
Diagnose unter forensischen Gesichtspunkten: handelt es sich dennoch um einen natürlichen Tod, um einen Unfall, einen Suizid, einem med Behandlungsfehler oder einen Delikt?
=Aufgabe der Legalinspektion und der rechtsmedizinischen Zusatzuntersuchungen (Obduktion, Bildgebung (CT, MRT))
Todesursache
med Diagnose über die Eintrittspforte dees Todes
setzt eine Obdukton evtl Bildgebung zwingend voraus
vor Ort kann höchstens vermutet werden
ärztliche Leichenschau
Letzter Dienst am Patienten
Leichenschau
Untersuchung der sterblichen Überreste eines menschen zur Feststellung des Todes und zur Bestimmung der Ursachen und näheren Umständen des Todes
muss unverzüglich folgen
findet am Leichenfundort statt
3 sicheren Todeszeichen
Totenflecke
Totenstarre
Leichenfäulnis
weiter Kriterien der Todeszeichen
nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen
festgestellter Hirntod
vergebliche Reanimation nach min 30min
untersuchung der Leiche
Wahrnehmungen am Leichenfundort (Registrieren und dokumentieren)
anamnesische informationen
allgemeine Festellungen (Ernährungszustand, Hautverfärbungen, Vernachlässigungszeichen, Austrocknungszeichen, Geruch)
systematische Untersuchung aller Körperegionen -> auch Rücken, behaarte Kopfhaut und alle Körperöffnungen
Untersuchung behaarte Kopfhaut
Verletzungen,
Knochenreiben
Untersuchung Gesichtshaut
Schürfungen,
Blutungen,
Narben
Untersuchung Augen
Augenlider,
Pupillen,
konjuktivale Blutungen,
Untersuchung der Haut der Ober und Unterlider
Untersuchung Ohren
Inspektion der Ohrenöffnung
untersuchung Nase
Dislokation, Knochenreiben, Nasenöffnung, Inhalt, Abrinnspur
Untersuchung Mund
Abrinnspur, Lippenrot, Mundvorhof, Lippen und Wangenschleimhaut, Inhalt der Mundhöhle, lokalisation der Zunge, Geruchsproben durch Druck auf den Thorax
Untersuchung Hals
Inspektion des vorder, seitlich und rückwärtigen Halses, Hämatome,
Abschürfungen
Untersuchung Thorax
Form, Rippenbögen Verletzungen Hautverfärbungen Brust
Untersuchung Abdomen
Verletzung
Brüche
Hämatome
Narben
untersuchung After und äußerliche Genetalien
Anatomie
Blut und Kothaftungen
Verletzungen
Untersuchung Obere Extremitäten
Oberarme Unterarme Ellenbogen Handgelenke Hämatome alte und frische injektionsmarken Griffspuren Narben Fesslungsmarken Hände Finger Rückseite: Strommarken Abwehrverletzungen Fingernägeln
Untersuchung Untere Extremitäten
Oberschenkel unterschenkel Knie und Fußgelenke Griffspuren Fesslungsspuren Abschürfungen Blasenbildung Seitenungleichheit
Fußsohlen
Strommarken
Beschmutzung
Blutanhaftungen
Rücken/ Gesäß
Hämatome
Schnürrungen
Narbenbildung
Todesarten
Natürlich
Unnatürlich
ungeklärt
im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen
medizinische Diagnose von Krankheiten, Verletzungen oder Vergiftungen
Kausalkette von unmittelbarer Todesursache und Grundleiden
natürlicher Tod
Tod aus krankhafter (innerer) Ursache völlig unabhängig von rechtlicher Bedeutsamkeit
- Verstorbene muss an einer konkret zu bezeichnenden und ärztlich diagnostizierten lebensbedrohlichen Krankheit gelitten haben
- Ort und nähere Umstände des Auffindens der Leiche müssen mit der angenommenen Todesursache kompatibel sein
nicht natürlicher Tod
Todesfall, der auf ein von außen verursachtes, ausgelöstes oder beeinflusstes Geschehen zurückzuführen ist
muss strafrechlich bewertet werden
es müssen konkrete Anhaltspunkte für eine Möglichkeit der Verursachung des Todes von außen (durch Unfall, Suizid oder fremde Hand ) vorliegen
ungeklärte Todesart
- Es liegen keine Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod vor
- Trotz sorgfältiger Untersuchung und Einbeziehung der Vorgeschichte haben sich keine Befunde ergeben, die einen Tod aus krankhafter Ursache und völlig unabhängig von rechtlich bedeutsamen Faktoren plausibel erklären
Totenflecken
Livores
Beurteilungskriterien: Lokalisation, Intensität, Farbe, Wegdrückbarkeit/Umlagerbarkeit
Beginn am Hals (nach ca 15-20min) Konfluierung (nach ca 1-2h) Volle Ausbildung (nach ca 6-8h) Umlagerbarkeit (zw 6-12h) Wegdrückbarkeit (bis 36h) => 20min - 36h
Blut ist eine zusammengesetzte Flüssigkeit, beim Tod setzt die Mischung,es kommt zu einem Schwerengefälle, Festteile sinken nach unten
ungewöhnliche Verteilung -> Transport / Veränderung der Lage der Leiche
Menge der umgelagerten Flecken: Zeitpunkt der postmortalen Lageänderung
Verteilung stimmt nicht mit dem Fundort überein -> Spuren innerhalb des Umfelds
Todesstarre
Rigor mortis
Beurteilungskriterien: Lokalisation (Nystensche Regel), Grad der Ausprägung, Wiedereintritt nach brechen
Ablauf: APT -Synthese setzt aus -> Myofibrillen können nicht erschlaffen, Actin + Myosin nicht mehr zu trennen
Ausbildung der Nystenscher Regel
nach 24h- 3d Rückbildung der Starre, Autolyse muskelgewebe
Beginn am Kiefergelenk (nach 2h)
vollständige Ausprägung (nach 6-8h)
Wiedereintritt nach Brechen (bis ca 8h postmortem)
vollständige Auflösung (nach ca 2-3 d)
späte Leichenerscheinungen
Fäulnis Autolyse Verwesung Mumifikation Skelettierung
Fäulnis
anerobe bakterielle Zersetzung
Bakterien stammen aus Dickdarm oder Mund-Nasenbereich
-> Beginn häufig im Dickdarm (rechter Unterbauch) oder seltener im Gesicht, schreitet entlang des Gefäßnetztes -> Hautgefäße setzen sich ab (durchschlagendes Venennetzt) -> Haut verfärbt sich grünschwarz, Gasdruck bläht den Körper auf, es kommt zur Blasenbildung der Haut und zu Austritt rötlicher; übelriechender Flüssigkeit aus Mund und Nase
durch bakterielle Proteinzersetzung entstehen schweflige Verbindungen; roter Blutfarbstoff Hämoglobin wird in Sulfhämoglobin (grün) umgewandelt. -> Bildung übelricehenden Fäulnisgasen
Fäulnisentwicklung stark temperaturabhängig; im Sommer evtl schon nach einem Tag erkennbar
Autolyse
Zersetzung des Gewebes durch körpereigene Enzyme
Verwesung
Auf Fäulnis und Autolyse folgende, aerobe Zersetzung des Körpers
Fortschreitende aerobe-mikrobielle Leichenzersetzung durch überwiegend oxidative Prozesse mit Entwicklung stechend -muffig riechender Gase
Mumifikation
Vertrocknung
beginnt in trockenen millieu bereits nach wenigen Tagen an Fingern, Nasespitze, Lippen und Hodensack in Form einer dunkelen Verfärbung und ledrigen Veränderung der Haut
Nach Monaten kann der ganze Körper mumifiziert sein
Konservierung durch raschen Wasserverlust und lederartig-derben, bräunlichen Vertrocknung der Weichteilgewebe
Skelettierung
Freilegung der Knochen durch Gewebezerfall und oder Tierfraß
Im Wald ist eine vollständige Skelletierung durch Insekten etc in Wochen möglich
Fettwachsbildung
Adipocire
Umwandlung des Körperfettes (ungesättigt Fettsäuren) in feuchten, sauerstoffarmen Millieu (wasser, feuchtes Lehmgrab) in weiss-graue, harte krümmlige Masse
Dauert monate bis JAhre
Ablauf Fäulnis
nach 2 d -> Grünfärbung der Haut im rechten Unterbauch
nach 5-7 d -> Flächenhafte Grünfärbung der Bauchhaut, Durchschlagen des Venennetzes
nach 9 -14d -> Bildung flüssigkeitsbefüllder Hautblasen, Auftreiben des Rumpfes, Austritt von Fäulnisflüssigkeit aus Mund und Nase, Auftreiben des Hodensacks
nach 3-4 Wochen -> Flächenhafte Ablösung der Haut, Haare leicht ausziehbar, Gesicht mit wulstförmigen Auftreibung der Lider und Lippen, geschwollene Zunge ragt aus dem Mund hervor
Progression der Fäulnis in freier Luft bei 20 Grad
Caspersche Regel
1 Woche Luft = 2 Wochen Wasser = 8 Wochen Erdgrab
unsichere Todesanzeichen
Bewusstlosigkeit Ausfall der Spontanatmung kein Puls tastbar keine Herztöne wahrnehmbar Areflexie (komplette Lähmung aller Muskeln mit fehlenden Pupillenreflexen) Hornhauttrübung Abkühlung des Körpers
Körpertemperatur
durch sistieren des Stoffwechsels sinkt die Körpertemperatur nach Todeseintritt allmählich ab, abhängig von Außentemperatur, Körperfülle, Bekleidung/Bedeckung, Luftbewegung und Feuchtigkeit
Nonogramm
empirische Darstellung der Messwerte mit den Einflüssen
Verhalten der Totenflecke
Auftreten nach 20-30min
wegstreichbar (leichtes Darüberstreichen) 3-4 h p.m
auf kräftigen Fingerdruck verdrängbar 20-30h p.m
Zsako-Sehnenphänomen
Reflexprüfung kräftiges Beklopfen der Muskel an unterschiedlichen Körperstellen -> innerhalb ersten 2,5 h p.m zu positiven Ergebnis
Muskelreaktion auf mechanischen Reiz
Schlag auf den Armmuskel mit schweren Reflexhammer: Auslösung einer lokalen Muskelkontraktion (idiomuskulärer Wulst) bis 8-10h p.m
Muskelreaktion auf elektrische Reize
definierte elektrische Reizung der mimischen Gesichtsmuskulatur -> Reaktion bis 15h p.m
Beurteilung des Mageninhalts
Füllzustand des Magens und Verdauungszustand der Speisen können bei bekannter letzter Mahlzeit in relativ groben Rahmen zur Schätzung der Todeszeit beitragen
kriminalistische Todeszeitschätzung
letzte Leerung des Briefkastens / neuste Zeitung der Woche
aufgeschlagenes TV Programm
letzter Gebrauch von passwortgeschützter Pc /Handys
Abreißkalender (seltener)
Body Farm
Gelände auf dem wissenschaftliche Studien zu p.m Veränderungen an Leichen durchgeführt werden
Knochenkunde, Verwesungsprozesse, Leichenliegezeitbestimmung über Verwesungsstadien, Untersuchungsgestände (Krankheit, Geschlecht, Alter, Todesart, Leichenlagerung), Faktoren (Fäulnisstadien, Skelettierung, Geschwindigkeit der Verwesung bei unterschiedlichen Witterung)
Anthropologie
Lehre von Menschen in natur- und geisteswissenschaftlicher Sicht in Geschichte und Gegenwart
untersuchung im Bereich des menschlichen Lebens, Rechtspflege, Völkerkunde, Humanbiologie, Oestelogie, Knochenkunde und Entomologie
handelt es sich um Knochen?
sind Überreste forensisch relevant? ->menschlich/tierisch, aktuell /historisch
wie viel Personen
biologisches Profil (Geographische Abstammung, Biologisches alter, Biologisches Geschlecht, Statur, Pathologie/TRauma
Vitalreaktion
Befunde, die darauf hinweisen, dass die schädigende Einwirkung auf den Körper während des Lebens stattgefunden hat
Morphognostik
Beurteilung eines Individuums anhand sichtbarer Einzelmerkmale des Körpers / Skeletts (Schädel, Becken, Langknochen, Zahnmaterial)
Vergleich aufgenommener Merkmale untereinander
Wunsch: Bestätigung der Resultate durch DNA-Analyse
Ziel: Charakterisierung der Individuen
Morphometrie
Lehre der Vermessung
Grenzen der morphognostischer und morphmetrischer Analysen
Einfluss subjektiver Eindrücken; Fehlinterpretation
Messfehler, nicht wdh Messungen
Auswahl unterschiedlicher Art und Anzahl der Merkmale (kein Standart vorhanden)
stark fragmentiertes Material
Einbeziehung mehrere Regionen (Becken; Langknochen)
Untermauerung der Ergebnisse durch DNA-Analyse
forensische Anthropologie
Teilgebiet der Anthropologie
populärste Teilgebiet ist die forensische Osteologie
weitere Gebiete sind die Identifizierung nach Bildern, Altersdiagnose und Abstammungsgutachten
Gesichtsweichteilrekonstruktion
plastische Rekonstruktion
Handzeichnung
plastische Rekonstruktion (GWR)
Erstellung eines Gipsabdrucks des Schädels (Ton, Wachs, Kunststoff)
Modellierung der Muskeln und Gewebeschichten
Handzeichnung (GWR)
Erarbeitung durch Schädelfoto und Transparentpapier im Maßstab 1:1
in Deutschland Phantombildsoftware ISIS oder Facette
Vorraussetzung der Gesichtsrekonstruktion
- intakter Schädel, am besten vorhandener Unterkiefer
- aus sterblichen Überresten viele Informationen sammeln -> relevant sind Haarfarbe und länge, ggF Bartwuchs, Haut und Augenfarbe, Körpergröße und gewicht, Alter und Herkunft
-für spätere Modellierung sind auch Hinweise auf Kleidung oder Kopfbedeckung nützlich
Am isolierten Schädel ebenfalls Aussagen zum Lebensalter und Geschlecht möglich
- an bestimmten anatomischen Punkten (landmarks) des Schädels befinden sich definierbare Weichteildicken
- eröffnet die Möglichkeit Messungen am lebenden Menschen durchzuführen, jedoch zeigen sch unterschiede in Abhängigkeit von der Körperposition des Probanden
- eine wichtige Einflussgröße ist neben dem Geschlecht das Lebensalter-> mit steigenden Alter verleiren die Geichtsweichteile an Festigkeit, der größte Einfluss der Weichteildicke geht jedoch vom individuellen Ernährungszustand aus
Informationen von Ermittlungsbehörden
- Auffindungssituation, Ermittlungsergebnisse, Bekleidungsstücke oder Gegenstände
- Fotografien -> tote Person muss im Kopfbereich von allen Seiten fotografiert werden -> Aufnahmen zeigen meistens Reste von Weichteilen, Haaren, Ohren oder Nasenformen
- Asservatenliste (Bekleidung oder Gegenstände): liefern Hinweise zu den Lebensumstände der Person -> Bekleidungsteile geben Auskünfte über Konfektionsgröße der Person und lassen Rückschlüsse auf die Weichendicke zu- wenn Person eher im Freien sich aufhält ist die Haut wettergegerbt und gebräunt
Informationen aus der Rechtsmedizin
- Obduktionsbericht: enthält Angaben zu Geschlecht, Größe, Gewicht, evtl zur Liegezeit - oft fehlen Inf zu ethnischer Herkunft oder Alter
- Fotografien: einzige möglichkeit den Toten im aufnahmezustand zu betrachten
- Schädel mit Unterkiefer, sind gereinigt zur Rekonstruktion
- vordere Nasenstachel darf nicht zerstört werden-> bei Fahlen kaum Aussagen über Nasenläge / Nasenform
FAktensammlung und Recherche
Für Rekonstruktion ist der Zugriff auf eine große Datenbank mit Lichtbildern von Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Gewichts und Nationalitäten sehr wichtig
Variationsbreite und eignet sich zu Vorbereitung einer realisitschen Rekonstruktion
Durchschnitt dieser bekommt der Rekonstrukteur in Gefühl für die entsprechenden Merkmale der gesuchten Person
Bei einer längeren Liegezeit des Toten, werden Recherchen zu den Haartrachten angestellt, die zu der Zit modern waren, as diese Person verschwand
Informationspuzzle
Geschlecht Haare(Länge, Farbe, Form) Gesichtsbehaarung bei Männern Hautfarbe Augenfarbe Körpergröße und gewicht ALter Ethnie Kleidung
Vorbereitung des Schädels
Unterkiefer wird atomisch korrekt eingesetzt und mit kleinen Federn am Schädel aufgehängt
Danach wird der Schädel an einer Halterung befestigt
die Weichteilstärken werden geschnitten, mit Nummern und Messpunkte versehen und auf die entsprechenden Stellen des Schädels geklebt
Schädel wird in “Frankfurter Horizontale” aus einem Abstand von 2,5m fotografiert
Frankfurter Horziontale
unterkante der linken Augenhöhle bildet eine Ebene mit der Oberkante des äußeren Gehörgangs
beim Fehlen kommt es zu Verzerrungen in den Gesichtsproportionen
Polizeiliche Kriminalstatistik
gibt Auskunft über :
Tatumstände
Tatverdächtige
Opfer und Schäden
ISO Wert
Lichtempfindlichkeit
je höher der Wert desto weniger Licht wird für die Belichtungszeit benötigt
Exif Daten
exchangeable Image File Format
standartformat für speichern von Metadaten in digitlen Aufnahmen
Datum, Uhrzeit, Brennweite, Belichtungszeit, Blendeneinstellung, ISO-Einstellung, Koordinaten