quiz 01 Flashcards
Was ist der Unterschied zwischen erzwingbaren und nicht erzwingbaren Regeln?
Erzwingbare Regeln: Sind gesetzlich vorgeschrieben und können von Gerichten durchgesetzt werden.
Nicht erzwingbare Regeln: Betrifft Brauch/Sitte und Moral, sie sind gesellschaftliche Erwartungen, aber nicht rechtlich bindend.
Beispiel für Brauch/Sitte und Moral?
Brauch/Sitte: Händeschütteln zur Begrüßung.
Moral: Ehrlichkeit gegenüber anderen.
Was ist der Unterschied zwischen geschriebenem Recht und Gewohnheitsrecht?
Geschriebenes Recht: Alle in Gesetzen festgelegten Regeln.
Gewohnheitsrecht: Unschriftliche, aber anerkannte Regeln, die sich durch lange Anwendung etabliert haben.
Beispiel für Gewohnheitsrecht?
Das Trinkgeld in Restaurants ist in der Schweiz nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber oft erwartet.
Was ist der Ortsgebrauch?
Ortsübliche Regeln, die für bestimmte Orte gelten.
In einer bestimmten Region ist es üblich, dass Mietwohnungen mit Vorhängen übergeben werden.
Wie ist die Rangordnung der Rechtserlasse?
Verfassung (z. B. Bundesverfassung)
Gesetz (z. B. Obligationenrecht)
Verordnung (z. B. Verkehrsregeln)
Was ist der Unterschied zwischen öffentlichem und privatem Recht?
Öffentliches Recht: Regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern.
Privates Recht: Regelt das Verhältnis zwischen Privatpersonen.
Beispiel für öffentliches und privates Recht?
Öffentliches Recht: Steuerpflicht (jeder muss Steuern zahlen).
Privates Recht: Ein Mietvertrag zwischen zwei Personen.
Was ist der Unterschied zwischen zwingendem und dispositivem Recht?
Zwingendes Recht: Kann nicht abgeändert werden.
Dispositives Recht: Gilt nur, wenn nichts anderes vereinbart wurde.
Beispiel für zwingendes und dispositives Recht?
Zwingendes Recht: Mindestferienanspruch von 4 Wochen (OR Art. 329a).
Dispositives Recht: Zahlungsfrist von 30 Tagen, falls nichts anderes vereinbart wurde (OR Art. 75).
Nenne die wichtigsten Rechtsgrundsätze und deren Bedeutung.
Rechtsgleichheit (alle sind vor dem Gesetz gleich, BV Art. 8).
Reihenfolge der Rechtsquellen (ZGB Art. 1: Gesetz → Gewohnheitsrecht → Richterrecht).
Richterliches Ermessen (ZGB Art. 4: Richter entscheidet bei Gesetzeslücken).
Treu und Glauben (ZGB Art. 2: Ehrliches Verhalten im Rechtsverkehr).
Rechtsmissbrauchsverbot (ZGB Art. 2: Missbrauch von Rechten ist nicht erlaubt).
Beweislast (ZGB Art. 8: Wer etwas behauptet, muss es beweisen).
Was ist der Unterschied zwischen natürlichen und juristischen Personen?
Natürliche Person: Jeder Mensch.
Juristische Person: Unternehmen, Vereine etc.
Ab wann ist eine Person rechtsfähig?
Ab der Geburt (ZGB Art. 11).
Was sind die Voraussetzungen für Handlungsfähigkeit?
Volljährigkeit (ab 18 Jahren, ZGB Art. 14).
Urteilsfähigkeit (kann vernünftig handeln, ZGB Art. 16).
Welche drei Arten gibt es, wie eine Obligation entsteht?
Durch Vertrag (z. B. Kaufvertrag).
Durch unerlaubte Handlung (z. B. Sachbeschädigung).
Durch ungerechtfertigte Bereicherung (z. B. doppelt ausgezahlter Lohn).
Welche Vertragsmängel führen zur Nichtigkeit eines Vertrages?
Unmöglicher Vertragsinhalt (z. B. Verkauf von Land auf dem Mond).
Widerrechtlicher Vertragsinhalt (z. B. Drogenhandel).
Unsittlicher Vertragsinhalt (z. B. Vertrag über Kinderarbeit).
Welche Vertragsmängel machen einen Vertrag anfechtbar?
Irrtum (z. B. Bestellung von 100 statt 10 Stück).
Täuschung (z. B. Autoverkäufer verschweigt Unfallschaden).
Drohung (z. B. Vertrag unter Erpressung unterschrieben).
Wann erlischt eine Obligation?
Durch Erfüllung, Verrechnung oder Verjährung.
Welche Verjährungsfristen gelten für Forderungen?
10 Jahre (z. B. allgemeine Forderungen, OR Art. 127).
5 Jahre (z. B. Mietzinsen, Lohnforderungen, OR Art. 128).
1 Jahr (ungerechtfertigte Bereicherung, OR Art. 67).
Was ist der Unterschied zwischen Verschuldenshaftung, Kausalhaftung und Gefährdungshaftung?
Verschuldenshaftung: Schuldhafte Handlung (z. B. jemand beschädigt absichtlich ein Auto).
Einfache Kausalhaftung: Haftung ohne eigenes Verschulden (z. B. Eltern haften für ihre Kinder).
Gefährdungshaftung: Haftung für eine gefährliche Tätigkeit (z. B. Autofahrer haften für Unfälle).