Daten RG Flashcards
Das Römische Reich wird zur Republik.
510 v. Chr.
Das Römische Reich wird zum Kaiserreich
um 30 v. Chr.
Grösste Ausdehnung des Römischen Reiches unter Trajan
- Jh
Konstantin der Grosse & Theodosius erheben Christentum zur Staatsreligion
- Jh
Konzil von Nicäa
325
Konzil von Konstantinopel
381
Spaltung des Römischen Reiches in Ost- und Westreich
395
Erstes Konzil von Ephesos
431
Zweites Konzil von Ephesos
449
Untergang des Westreiches
476
Ausdehnung des Frankenreichs unter Chlodwig
um 500
Erlass der Lex Romana Visigothorum (Alarichs Breviar) mit vulgärrömischem Recht
506
Entstehung der Lex Salica unter Chlodwig im Frankenreich
um 510
Rechtssammlung von Justinian aus Institutionen | Codex | Digesten und Novellen (ab 1583 Corpus Iuris Civilis)
533
Lex Alamannorum und Lex Baiuvariorum
- & 8. Jh
Aachener Reichstag mit Aufzeichnung der westgermanischen Stammesrechte unter Karl dem Grossen
802/803
Tod Karls des Grossen
814
Gründung der Fraumünsterabtei (Reichskloster) in Zürich durch die Karolinger
853
Entstehung der Idee des HRRDN
- Jh
Erstes Schisma | Abspaltung der Ost- von der Westkirche
1054
Diktat des Papstes | Absetzung Gregors VII. | Exkommunikation Heinrichs IV
1075
Kniefall in Canossa
1077
Gottesfrieden
- Jh
Entstehung der meisten Städte nördlich der Alpen
zwichen 1100 und 1450
Wormser Konkordat | Ende der Laieninvestitur (zwischen Calixt II. und Heinrich V.
1122
Gratian veröffentlicht das Decretum Gratiani (Kompilation von Kirchenrechtsregeln)
1140
Friedrich I. (Barbarossa) privilegiert die Studenten gegenüber der weltlichen Gerichtsbarkeit
1158
Heiligsprechung Karls des Grossen
1165
Entstehung von Messe- und Jahrmarktsystemen
- Jh
Reichslandfrieden
- Jh
mos italicus
- Jh - 17. Jh
Entwicklung vom Land- und Standprinzip zum Markt- und Verkehrsprinzip (oder von gegenseitigen pers. Abhängigkeiten zur leistungsorientierten Produktion austauschbarer Waren und Dienste)
ab 13. Jh
Zunehmende Verschriftlichung des gelebten Rechts im HRRDN
ab 13. Jh
Die Stadtbürger erhielten das Recht | den Richter in einem Verfahren selber zu wählen (“neue Gerichtsfreiheit”)
ab 13. Jh
Universitätsgründungen in Nord- und Mittelitalien (Pavia | Padua | Perugia | Siena | Pisa)
- Jh - 14. Jh
Vierter Laterankonzil | Verbot der Gottesurteile und Einführung des Inquisitionsprozesses mit Sachverhaltsbeweisen
1215
Friedrich II. vergibt 70 Stadtrechtsprivilegien
1220
Privilegienvergabe durch Friedrich II an die geistlichen Fürsten
1220
Privilegienvergabe durch Friedrich II an die weltlichen Herrscher (“Statut Friederichs II.”)
1232
Sachsenspiegel | aufgezeichnet von Eike | Recht der Stadt Mühlhausen in Thüringen (beide bedeutende Aufzeichnungen des Landrechts)
1235
kaiserlose Zeit (Interregnum)
1254-1273
Summa theologica von Thomas von Aquin
1270
Kaiserliches Land- und Lehnrechtsbuch | genannt “Schwabenspiegel” ab 17. Jh
1275
Erlass des Zürcher “Richtebriefs” (Beispiel einer Vorschrift aus dem Stadtrecht)
1304
Zweites Schisma: Kirche wandert nach Avignon aus
1309
Zunftrevolution in Zürich (Beispiel einer Bürgeremanzipation)
1336
Licet iuris: Anerkennung von Ludwig von Bayern als Kaiser durch Volkswahl durch seine Fürsten
1338
Judenverfolgung in Zürich
1349
Zürich ist eidgenössisch verbündet
1351
Goldene Bulle unter Karl IV. | auf zwei Reichstagen in Nürnberg und Metz zustande gekommen
1356
Zürich erhält die Reichsgerichtsbarkeit
- Jh
Verlust der italienischen Reichshälfte
- Jh
Emanzipation der Gesellschaft der Bürger (Handwerker und Kaufleute)
- Jh
zweite Hälfte: erste Universitäten nördlich der Alpen (Prag | Wien | Heidelberg | Köln | Erfurt und Krakau)
- Jh
Zürich erhält von König Wenzel das Recht | den Reichsvogt selbst zu bestimmen
1400
Reich fortan als HRRDN bezeichnet
- Jh
Reformkonzil von Konstanz
1414-1418
Reformkonzil von Basel
1431-1449
Mitte: Rechtsfakultäten in Bourges | Freiburg i.Br. | Tübingen und Basel (1460) entstehen
- Jh
Reichsreformen auf Reichtag zu Worms: ewiger Reichslandfrieden durch Maximilian I. | Verfassungsakt | unbestimmte Zeit | materielles Strafrecht | RKGO
1495
Frührezeption | danach intensivierte sich die Rezeption
bis 15. Jh
Johann von Schwarzenberg redigiert die Bamberger Halsgerichtsordnung (CCB) | welche Grundlage der CCC wurde
1507
Il Principe von Niccolò Machiavelli
1513
Erasmus von Rotterdam editiert das Neue Testament auf textkritischer Grundlage
1516
Reformation
um 1520
Revision des Freiburger Stadtrechts durch Ulrich Zasius (vom mos gallicus beeinflusst | Recht darf sich entwickeln und den veränderten Umständen anpassen)
1520
Bauernkriege
um 1525
“Humanistisches Methodenprogramm” des Juristen Ulrich Zasius
1526
Reichspolizeiordnung
1530
Karl V. erlässt die Constitutio Criminalis Carolina (“Peinliche Hals-Gerichtsordnung”) | Geltung bis ins 18. Jh
1532
Reichspolizeiordnung
1548
Augsburger Religionsfrieden | danach: cuius regio eius religio
1555
Souveränitätsbegriff von Jean Bodin
1576
Reichspolizeiordnung
1577
Höhepunkt der Hexenverfolgung
zwischen 1580 und 1650
Corpus Iuris Canonici (Rechtsordnung der römisch-katholischen Kirche)
1582
Herausgabe des Corpus Iuris Civilis als gesicherte Textgrundlage des römischen Rechts durch Dionysius Gothofredus (Rechtsprofessor in Genf)
1583
Es entstehen kaum weitere Städte
- Jh bis 18. Jh
mos gallicus
ab 16. Jh
Ende: Reformation der Stadt- und Landrechte
bis 16. Jh
Recht wird zunehmend aus dem Bezug zur göttlichen Transzendenz herausgelöst
- Jh
Distanzierung der Dreizehnörtigen Eidgenossenschaft vom Reichsverband
- Jh bis 17. Jh
Beginn des Dreissigjährigen Krieges
1618
“De iure belli ac pacis” von Hugo Grotius erscheint (entscheidender Beitrag zum naturrechtlich geprägten Völkerrecht)
1625
Benedict Carpzov führt die Unterscheidung von General- und Spezialinquisition ein
1635
Englischer Bürgerkrieg
1642 bis 1648
“De cive” von Thomas Hobbes
1642
Hermann Conrings “Historischer Kommentar über den Ursprung des deutschen Rechts” | in welchem die Lothar-Legende widerlegt wird | erscheint
1643
Westfälischer Friedensvertrag beendet den Dreissigjährigen Krieg
1648
Leviathan von Thomas Hobbes
1651
Rechtsfakultät Heidelberg (mit Pufendorf wiedereröffnet)
1652
“De officio hominis et civis” von Pufendorf erscheint
1673
Spinozas “Ethica” erscheint posthum in seinem Todesjahr
1677
Habeas-Corpus-Akte in England
1679
Dissertationes von Samuel Stryk erscheinen | er führt den Begriff des usus modernus pandectarum ein
1690 bis 1692
Abhandlungen zur Staatsleitung von John Locke (“Two Treatises of Government”)
1690
Rechtsfakultät Halle (mit erstem Rektor Stryk sowie Thomasius und Wolff)
1694
Trennung von Recht und Moral | insbes. Von Recht und Religion
um 1700
Epoche des Vernunftrechts (Naturrecht im Zeitalter des Rationalismus)
- Jh bis 19. Jh
Die naturwissenschaftliche Methode wird als “mos geometricus” bezeichnet
- Jh
Amtsantritt Friedrichs des Grossen
1740
Montesquieu prägt den Ausdruck “Geist der Gesetze”
1748
Adam Smiths “Der Wohlstand der Nationen”
1776
Kants “Kritik der reinen Vernunft”
1781
Tod Friedrichs des Grossen
1786
“Josephinisches Gesetzbuch” in Österreich | enthält noch Auslegungsverbot (im Gegensatz zum AGBG)
1786
Allgemeines Landrecht für die Preussischen Staaten
1794
Kants “Metaphysik der Sitten”
1797
Reichsdeputationshauptschluss: Mediatisierung von 45/51 Reichsstädten (Unterstellung unter Landeshoheit)
1803
Code Civil erscheint
1804
Rheinbundstaaten trennen sich vom Reich
1806
Rechtsfakultät Berlin (mit Savigny und Hegel)
1810
Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
1811
Einführung der freien Beweiswürdigung | bis dahin Geständnis des Angeklagten notwendig
frühes 19. Jh
Thibauts Abhandlung “Über die Notwendigkeit eines allgemeinen bürgerlichen Rechts für Deutschland”
1814
Wiener Kongress: Friedensvertrag | Restauration | Deutscher Bund
1814 / 1815
“Volkstümliche Bewegung” / Romantizismus
ab 1815
Vormärz | erster Höhepunkt des deutschen Nationalismus
1830 bis 1848
Gründung der Universität Zürich
1833
Friedrich Carl von Savignys “System des heutigen römischen Rechts” in 8 Bänden
1840 bis 1849
Revolutionäre Erhebungen in den meisten Nationalstaaten Europas
1847 bis 1849
Paulskirchenparlament (u.a. mit Georg Beseler)
1848
Geschichtswissenschaft ordnet sich nationalpolitischen Interessen unter
Mitte des 19. Jh
Erste bedeutende Rassenlehre von Joseph Arthur Comte de Gobineau
1853 bis 1855
Privatrechtliches Gesetzbuch für den Kanton Zürich von Johann Caspar Bluntschli tritt in Kraft
1856
Darwins Evolutionstheorie
1859
Kriminalanthropologen erklären das Verbrechen als Ergebnis der Vererbung (Cesare Lombroso | Raffaele Garofalo | Enrico Ferri)
1870
Deutsche Einigung
1871
Kantone treten die Kompetenz zur Zivilgesetzgebung dem Bund ab
1874
Schweizerisches OR
1881
Naturalismus
- Jh
BGB tritt in Kraft
1900
ZGB von Eugen Huber
1907
Inkraftsetzung des Codex Iuris Canonici
1918
Gründung der Weimarer Republik
1919
Weltwirtschaftskrise
1929
Machtübernahme der Nazis | Ermächtigungsgesetz
1933
Nürnberger Rassengesetze
1935
Gründung der UNO
1945
UNO-Menschenrechtserklärung
1948
Gründung der BRD und DDR
1949
EMRK tritt in Kraft
1953
Errichtung der Berliner Mauer
1961
Mauerfall
1989
Deutsche Wiedervereinigung
1990
Ende der UdSSR
1991
Erster Mainzer Reichslandfrieden Heinrichs IV.
1103
Grosser Reichslandfrieden Barbarossas
1152
Zweiter Mainzer Reichslandfrieden Friedrichs II.
1235
Phasen der Rezeption
Frührezeption vom 12. bis 15. Jh: wissenschaftliche Arbeit mit altrömischen Quellen | Mit Humanismus und Reichsreformen wird seit 1500 das ius commune geschaffen und viele Stadtrechte geschaffen | Die letzte Phase ist diejenige des usus modernus pandectarum | Allen gemeinsam: Verwissenschaftlichung und Professionalisierung!
Frührezeption unter Barbarossa
Friedrich I rezipiert mit seinen 4 Rechtsgelehrten der Universität Bologna bereits römisches Recht.
Leistungen von Hermann Conring
Er zeigt auf, dass die Rezeption des römischen Rechts allmählich verlief, in dem er die Lothar-Legende widerlegt (1643). Damit beweist er die Wichtigkeit historischer Quellenforschung | Weiter wird das römische Recht durch seine Forschung est allgemein als ius commune zugänglich. Grundlage für den usus modernus
Auswirkungen der Rezeption
Theorie und Praxis des Rechts werden verwissenschaftlicht, man sagt sich los von materiellen Gerechtigkeitsbegriffen –> formalisierte Abläufe (v.a. erkennbar im Prozessrecht)
Leistungen Benedict Carpzovs
Er setzt um 1635 insbesondere die Kritik von Thomasius und Schwarzenberg an der Folter in die Praxis um, führt General- uns Spezialinquisition sowie Verteidigungsrechte ein.
Emanzipation des Reiches von der Kirche
1356 durch Wahlordnung in der Goldenen Bulle: Die Landesfürsten bekommen immer grössere Zugeständnisse.
Reformation durch Zwingli in Zürich
1523-1525
Lossagung Englands von Rom
1534
Zusammenhang zw. Konfessionalisierung und Territorialisierung
Die Reformation führt zur konfessionellen Partikularisierung des Reiches in einzelne “Länder”, welche das öffentl. und private Leben auf Grund konfessioneller Vorgaben ordnen (mit Sittenmandaten und Policeyordnungen)
Einsichten nach den Religionskriegen des 16. und 17. Jh
Gott muss für das Recht unerheblich sein, das Naturrecht muss unabhängig von Religion für alle Menschen gelten, nur Kraft der Vernunft. Zeitalter des Rationalismus beginnt.
Naturrecht
Überpositives, ungeschriebenes Recht (Gedankenkonstrukt), welches dem positiven Recht als Beurteilungskriterium zu dessen Gerechtigkeitsgehalt dient.
Kodifikationsphasen
- Phase im 18./19. Jh: Kodifikationen des Vernunftzeitalters, Ausfluss der Aufklärung, sehr innovativ | 2. Phase im 19./20. Jh: Fällt in den aufkommenden Nationalismus, Gesetz als Gegenstand der nationalen Identität (ZGB und OR fallen in diese Phase). Institutionenschema (persona, res, obligatio) wich dem Pandektenschema (Familien- und Erbrecht ausgegliedert)
Einflüsse, die zu Kodifikationen des Vernunftzeitalters führten (3)
(Rechts-)Wissenschaft | Politisches Wirken der aufgeklärten absolutistischen Fürsten | Grundlegendes Reformationsbestreben (Rechtssicherheit, Hebung der Sitten, wirtsch. Wohlfahrt)
Merkmale Code Civil
1804 | Vereinigt droit écrit aus SFRA und droit coutumier aus NFRA, enthält Geist der Revolution (Rechtseinheit, -gleichheit, allgemeine Freiheit, generelle Säkularisierung)
Billigkeit im aristotelischen Sinn
Sinnvolle Schliessung einer echten Gesetzeslücke
3 Annahmen, die dem kategorischen Imperativ zugrunde liegen
Das Handlungsgesetz ist die Übereinstimmung der Willen aller freien Wesen | Der freie und gute Wille ist ein Faktum der Vernunft | Die autonome Person ist immer selbst der Zweck, niemals das Mittel
Wie etabliert sich das Nationalbewusstsein im 19. Jh?
Die Krise (ausgelöst durch industr. Revolution) und die vermeintliche Schwächung der Regierung führte zur Heraufbeschwörung einer nationalen Identität (typisch für Krisenzeiten). Spezialfall in De: Flickenteppich aus kleinen Fürstentümern.
Paulskirchenverfassung
1848 | Erste dem. Verfassung für Deutschland, nicht umgesetzt. Preussischer König Friedrich Wilhelm IV lehnt Krönung nach Märzrevolution ab (will sich nicht vom Volk krönen lassen)
Hegel spricht Missverhältnis zw. Recht, Wirtschaft und Gesellschaft an
um 1820
Methodenbegriff Savignys
Doppelter Sinn: historischer und systematischer.
Windscheid begründet die Begriffsjurisprudenz
1862
Johann Anselm von Feuerbach führt Positivismus im Strafrecht ein
1801 | “nulla poena sine lege”
Franz von Liszts Leistung für das Strafrecht
Ende 19. Jh | Liszt versteht Straffälligkeit als soziales Phänomen, nicht als biologisches. Neuer Zweck: Resolzialisierung (sehr modern)