2 Flashcards
Wer ist nach § 238 HGB zur Buchführung verpflichtet?
Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.
Wer gilt nach § 1 Abs. 1 HGB als Kaufmann?
Kaufmann im Sinne dieses Gesetzbuchs ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt.
Wer ist nach § 140 AO zur Buchführung verpflichtet?
Alle, die nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher führen müssen. bsp:Buchführung nach HGB:
Das Bauunternehmen dokumentiert jeden Bauauftrag, die damit verbundenen Einnahmen, Materialkosten, Lohnkosten und andere Ausgaben.
Diese Buchführung hilft dem Unternehmen, den Überblick über die finanzielle Lage zu behalten und Geschäftsentscheidungen zu treffen.
Verpflichtung nach § 140 AO:
Diese Aufzeichnungen werden nicht nur intern verwendet, sondern müssen auch den Steuerbehörden zur Verfügung gestellt werden.
Beispielsweise müssen die Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens in den jährlichen Steuererklärungen korrekt wiedergegeben werden.
Das Finanzamt kann diese Aufzeichnungen prüfen, um die Steuerlast des Unternehmens korrekt zu berechnen.
Unter welchen Bedingungen besteht die originäre Buchführungspflicht nach § 141 AO?
Wenn im Kalenderjahr
der Umsatz > 600.000 € oder
der Wirtschaftswert selbst bewirtschafteter land- und forstwirtschaftlicher Flächen > 25.000 € oder
der Gewinn aus Gewerbebetrieb > 60.000 € ist.
Was ist ein Handelsgewerbe nach § 1 Abs. 2 HGB?
Handelsgewerbe ist jeder Gewerbebetrieb, es sei denn, dass das Unternehmen nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert.
Was sind die Kriterien für das Vorhandensein eines Gewerbebetriebes?
Selbstständige nachhaltige Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht (Einkommensteuergesetz)
Gewerbliche Unternehmen oder Gewerbetreibende
Land- und Forstwirtschaft sowie freiberufliche Tätigkeiten sind grundsätzlich kein Gewerbebetrieb.
Wann ist ein Geschäftsbetrieb in kaufmännischer Weise eingerichtet?
Wenn er aufgrund der Art oder des Umfangs des Unternehmens bestimmte Anhaltspunkte aufweist:
Umsatzerlöse
Anzahl der Arbeitnehmer
Warenangebot
Anzahl der Geschäftskontakte
Umfang der Organisation
Was sind Indikatoren dafür das man Buchführungspfliht hat nach Paragraph 238
Einzelkaufleute, Personenhandelsgesellschaften, Kapitalgesellschaften, Eingetragene Genossenschaften
Wer ist nicht Buchführungspflichtig aber Aufzeichnungspflichtig? Was bedeutet diese Aufzeichnungspflicht?
Freiberufler, Gewerbliche Unternehmen die kein Handelsgewerbe betrieben, Personengesellschaften deren Zweck Rechtsform-immandent nicht auf den betrieb eines Handelsgewerbes ausgerichtet ist, Stiftungen, Land und forstwirtschaftliche unternehmen
->Verpflichtung zur Aufzeichnung stellt sicher, dass auch Steuerpflichtige, die keiner Buchführungspflicht unterliegen, die Angaben in ihren Steuererklärungen belegen können, zum Beispiel zu Betriebseinnahmen und -ausgaben, Kasseneinnahmen und -ausgaben, Wareneingängen, Warenausgängen, Bemessungsgrundlagen der Umsatzsteuer, Vorgänge mit Auslandsbezug, ..
Wann ist eine Buchführung ordnungsgemäß?
wenn sie „… einem sachverständigen Dritten(z.B. Wirtschaftsprüfer) innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann.“ (§ 238 Abs. 1 S. 2 HGB)”
Was sind die Dokumentationsgrundsätze bei der Buchführung?
Belegprinzip (§ 238 Abs 1 HGB)
Einhaltung Fristen
Einhaltung aufbewarungsfristen (10 Jahre)
Wann ist die HGB-Bewertungskonzeption anzuwenden?
Immer dann, wenn die Annahme der Unternehmensfortführung gegeben ist und keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten entgegenstehen (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).tatsächliche = wirtschaftliche Krisen
rechtliche= Insolvenz
entscheidend sind die Verhältnisse am Abschlussstichtag
Was bedeutet der Grundsatz Pagatorik?
Die Pagatorik ist ein Prinzip der Rechnungslegung, das besagt, dass nur tatsächlich geleistete Zahlungen und tatsächlich erhaltene Einnahmen in der Buchführung und Bilanz berücksichtigt werden. Im Rahmen der Pagatorik werden also nur Zahlungsströme, die tatsächlich stattgefunden haben oder mit Sicherheit stattfinden werden, in der Rechnungslegung erfasst.
Was sind Kalkulatorische Kosten?
kalkulatorische kosten beruhen nicht tatsächlichen Zahlungsvorgängen, lediglich auf fiktiven theoretischen aufwand.
1. Zusatzkosten: kein aufwand zu verzeichnen: Kalkulatorische miete & Zinsen
2. Anderskosten: Kalkulatorische Abschreibungen
3. Zusatzkosten: Kalkulatorischen Unternhemerlohn
Was sind anderskosten?
Unternehmen X kauft Maschine 2019 für 150k netto. Steuerlich wird einer Nutzungsdauer von 15 jähren angesetzt-> linear 10k jährlich Abschreibung. tatsächliche Nutzungsdauer 20 Jahre. außerdem geht das unternehmen davon aus das Wiederbeschaffung der Maschine in 20 jähren 250k wird. Formel = Wiederbeschaffungkosten/Tatsächliche Nutzungsdauer. 250k / 20 Jahre = 12.500
Somit kommen wir in der kalkulatorischen Abschreibung in den letzten 5 jahren auf 12500 Euro und in den ersten 15 Jahren auf 10.000 steuerrechtlich (normal) und die 2500 werden als anderkosten gebucht
was sind Zusatzkosten?
gliedern sich durch Opportunitätskosten die kosten eines entgangenen Ertrages sind: bsp kalkulatorische miete-> unternehmen besitzt eigene Büroräume und nutzt diese selbst. Zusatzkosten wäre die entgangen miete. kalkulatorische Zinsen -> ich kaufe auto für 100k und diese 100k kann ich nicht mehr anlegen. würde bei bei diesen 100k 4k Zinsen verlieren
kalkulatorischer Unternehmenslohn: Kollege bekommt 5000 mehr bei Konkurrenzunternehmen
Grundsatz Einzelbewertung?
Vermögensgegenstände und Schulden sind einzeln zu bewerten. Spezialregelungen erlaube Abweichungen z.B. in der voratsbewertung
was besagt der Grundsatz der Stetigkeit in Bezug auf die formelle Stetigkeit ?
1.Bilanzidentität (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB):
Die Werte der Schlussbilanz des Jahres 2023 müssen die gleichen sein wie die Werte der Eröffnungsbilanz des Jahres 2024.
Beispiel: Wenn der Maschinenbestand in der Schlussbilanz 2023 mit 100.000 € bewertet wurde, muss dieser Wert auch in der Eröffnungsbilanz 2024 stehen.
- Sachlich gleiche Geschäftsvorfälle (§ 243 Abs. 2 HGB):
Geschäftsvorfälle, die in den Folgejahren ähnlich sind, müssen auf denselben Konten verbucht werden.
Beispiel: Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten müssen jedes Jahr auf dem gleichen Konto “Umsatzerlöse” gebucht werden.
- Beibehaltung der Abgrenzung der Bilanzpositionen (§ 265 Abs. 1 S. 1 HGB):
Die Struktur und Bezeichnungen der Bilanzpositionen müssen beibehalten werden.
Beispiel: Wenn die Muster GmbH in 2023 “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen” als Bilanzposition verwendet, darf diese Position in 2024 nicht in “Kundenguthaben” umbenannt werden.
welche 3 Prinzipien gibt es bei GoB
- Vorsichtsprinzip (eher ärmer als reicher rechnen
- realisationsprinzip (Gewinne dürfen erst dann ausgewiesen werden, wenn sie durch Umsätze realisiert wurden (§ 252 Abs. 1 Nr. 4, 2 Hs. HGB)
Gewinnrealisierung kann erfolgen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
a) Abschluss eines Kaufvertrags für das betreffende Gut/Dienstleistung
b) Geschuldete Lieferung oder Leistung muss erbracht sein (Produktion von Gütern oder Erstellung einer Dienstleistung),
c) Gefahrenübergang muss erfolgt sein (produziertes Gut oder erstellte Leistung muss den Verfügungsbereich des produzierenden oder leistenden Unternehmens verlassen haben),
d) Abrechnungsfähigkeit muss gegeben sein (Rückgaberechte, Mängel) - Imparitätsprinzip: Konkretisierung des vorsichtprinzips
Einnahme erst dann eintragen wenn diese auch realisiert ist -> wenn negatives Ergebnis vorhersehbar dann wird aber schon eingetragen -> auf eine Realisation kommt es nicht an
was ist die Stichtagsinventur?
Bei der Stichtagsinventur wird das Inventar an einem festgelegten Stichtag, oft der Bilanzstichtag oder innerhalb von zehn Tagen vor oder nach diesem Datum, durch eine körperliche Bestandsaufnahme mengenmäßig erfasst.
was ist die vor und nachverlagerte Inventur?
bietet Unternehmen besondere Flexibilität, indem sie den Zeitpunkt der Inventur frei wählen können. Sie kann innerhalb eines Zeitraums von maximal drei Monaten vor und höchstens zwei Monaten nach dem Stichtag durchgeführt werden. Nachteil sind die aufwendigen Fortschreibungen und Rückrechnungen die hier notwenig sind
was ist die permanente Inventur ?
Diese wird fortlaufend über das gesamte Geschäftsjahr hinweg durchgeführt, etwa monatlich oder vierteljährlich. Dafür müssen Lagerbücher und Listen aller Zu- und Abgänge geführt werden. Der Nachteil ist der hohe Aufwand für die Buchführung, besonders bei unkontrollierbaren Abgängen durch Verderb oder Zerbrechlichkeit.
was sind Aktiva?
Mittelverwendung: In welche vermögensgegenstäden oder wirtschaftsgüter sind die Mittel angelegt
Was sind Passiva?
Mittelherkunft: woher bzw von wem stammen die Mittel