03407 - 1. Einführung Flashcards

1
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Was sind die Hauptziele der Sozialpsychologie?

A

Ein Hauptziel sozialpsychologischer Forschung besteht darin, empirisch überprüfbare Theorien und Modelle zu entwickeln, um zu beschreiben, zu prognostizieren und zu erklären, wie Menschen sich in sozialen Situationen verhalten – wie sie einander wahrnehmen, wie sie Einfluss aufeinander ausüben und wie sie ihre Beziehungen zueinander gestalten.

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2
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Was sind die Empirische Forschungsmethoden in der Sozialpsychologie?

A
  • Beobachtungsverfahren
  • Korrelative Verfahren
  • Experimentelle Verfahren
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3
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Nennen Sie Beispiele für Anwendungsfächer die von der Sozialpsychologie profitieren

A
  • Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Gesundheitspsychologie
  • Gemeindepsychologie
  • Klinische Psychologie
  • Rechtspsychologie
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4
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Was sind die forschungsleitenden Prämissen in der Sozialpsychologie?

A
  • Konstruktivismus:

Menschen reagieren nicht auf die objektive Umgebung, sondern auf die subjektiv konstruierte, wahrgenommene und interpretierte Wahrheit

  • Verhaltensgleichung nach Kurt Lewin:

Sie beschreibt menschliches Verhalten V, als eine Funktion von Personenfaktoren (P) und Umweltfaktoren (U) => V= f(P,U)

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5
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Welche Einflüsse auf Wahrnehmung, Erleben und Verhalten in sozialen Situationen untersucht die sozialpsychologische Forschung?

A
  • Beeinflussen durch Personenmerkmale (z.B. Einstellungen, Motive, Emotionen)
  • Effekte von Merkmalen der (subjektiv wahrgenommenen) sozialen Situation
  • Wechselwirkung (Interaktion) der Effekte von Personen- und Situationsfaktoren
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6
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Was ist die Definition von Interaktion (zweier Einflussfaktoren)?

A

Eine Interaktion zwischen zwei Einflussfaktoren liegt vor, wenn die Stärke des Effekts, den ein bestimmter Faktor (z.B. ein Situationsmerkmal) auf eine Variable (z.B. ein bestimmtes Verhalten) ausübt, systematisch mit der Ausprägung eines anderen Faktors (z.B. einem Personenmerkmal) variiert.

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7
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Forschungsbereiche der Sozialpsychologie

A

-Intrapersonale Prozesse:

• Einstellungen

-Interpersonale Prozesse:

  • Soziale Beziehung
  • Prosoziales Verhalten
  • Aggressives Verhalten

-Intragruppale Prozesse:

  • Kooperation in Gruppen
  • Gruppenleistung

-Intergruppale Prozesse:

  • Ursachen von Intergruppen-diskriminierung
  • Entwicklung von Interventionsmaßnahmen
  • Hilfeverhalten
  • Solidarität
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8
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1. Einführung

Welche Ebenen sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Analysen und welche Verbindungen zu anderen Sozial- und Verhaltenswissenschaften gibt es?

A

-Makroebene:

  • Politikwissenschaft
  • Wirtschaftswissenschaft
  • Soziologie

-Mesoebene:

  • (Mikro-)Soziologie
  • Kommunikationswissenschaft
  • Ethnologie

-Mikroebene:

  • Allgemeine Psychologie
  • Kognitionspsychologie
  • Persönlichkeits-psychologie
  • Humanbiologie
  • Neurowissenschaft

-Beeinflussung durch Nachbardisziplinen:

Humanbiologie => Aggressionsforschung

Soziologie =>
Sozialpsychologische Intergruppenforschung

Das besondere Potenzial der Sozialpsychologie liegt in der Erklärung von Zusammenhängen zwischen Makro- und Mikroprozessen.

Der Einfluss makrostruktureller Faktoren auf das Individuum wird also durch sozialpsychologische Prozesse auf der Mesoebene vermittelt (Stichwort: soziale Einflußprozesse und soziale Repräsentationen)

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9
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Wie entwickeln Sozialpsychologen ihre Theorien? Wie gehen Sozialpsychologen vor, um ihre Theorien zu überprüfen? (Wissenschaftliche Grundbegriffe)

A
  • GRUNDSATZ:
    Wissenschaftliche Theorien müssen bestimmten GÜTEKRITERIEN entsprechen und INTERSUBJEKTIV NACHVOLLZIEHBAR sein.
  • WISSENSCHAFTLICHE THEORIE = BEGRIFFE + HYPOTHESEN.
  • DEFINITIONEN klären die Begriffe, die in einer Theorie verwendet werden. Durch eine möglichst präzise Definition sollen Missverständnisse und Mehrdeutigkeiten ausgeräumt werden.
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10
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Erläutern Sie die wissenschaftstheoretischen Grundbegriffe im Studienbrief.

A
  • HYPOTHETISCHE KONSTRUKTE:
    Abstrakte theoretische Begriffe, die sich nicht direkt beobachten lassen, sondern nur mit Hilfe von Indikatoren beobachtet oder erschlossen werden können (Bsp. sozialer Einfluss).
  • Der Begriff VARIABLE bezieht sich auf die messbaren Indikatoren eines hypothetischen Konstrukts.
  • Unter OPERATIONALISIERUNG wird die Art und Weise verstanden, wie ein hypothetisches Konstrukt in eine beobachtbare Variable überführt wird. Sie hat Auswirkungen auf die Validität (Gültigkeit) der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen.
  • Die HYPOTHESEN einer Theorie spezifizieren die Beziehung zwischen den hypothetischen Konstrukten. Sie liefern eine vorgeschlagene Erklärung für eine beobachtete Beziehung zwischen Ereignissen. (Hypothesen nehmen häufig die Form von WENN-DANN-SÄTZEN an.)

JE ALLGEMEINER die Formulierungen der HYPOTHESEN sind, DESTO GRÖSSER IST DER GÜLTIGKEITSBEREICH einer Theorie.

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11
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was versteht man unter Konstruktvalidität?

A

Der Begriff KONSTRUKTVALIDITÄT bezieht sich darauf, inwieweit eine beobachtete Variable das zugrunde liegende theoretische Konstrukt angemessen repräsentiert.

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12
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was sind die Gütekriterien zur Beurteilung wissenschaftlicher Theorien?

A
  1. Innere Widerspruchsfreiheit: Man sollte nicht eine Aussage und deren Gegenteil (Verneinung) aus einer Theorie ableiten können.
  2. Äußere Widerspruchsfreiheit: Eine Theorie sollte nicht im Widerspruch zu als gesichert geltenden Theorien stehen, ohne genau zu spezifizieren, wo bisherige Annahmen zu korrigieren sind.
  3. Eine Theorie ist umso besser je präziser ihre Vorhersagen und Erklärungsleistungen sind.
  4. Eine Theorie ist umso besser je mehr Phänomene sie erklären und vorhersagen kann.
  5. Eine Theorie ist umso besser je sparsamer ihre Annahmen sind.

Und eine Theorie ist umso besser, je größer die Prüfbarkeit ihrer Hypothesen ist. Die Hypothesen müssen potenziell falsifizierbar sein.

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13
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was versteht man unter Theoriepluralismus?

A

Die Sozialpsychologie bedient sich meist mehrerer Theorien um so die Vorzüge der einzelnen Theorien zu nutzen und Phänomene besser erklären zu können.

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14
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was versteht man unter Triangulation?

A

Die Verwendung mehrerer Methoden und Messinstrumente (oder verschiedenartiger Daten), um ein gegebenes Thema zu erforschen.
(engl. also “cross examination”)

ZIEL ist es zumeist, eine HÖHERE VALIDITÄT der Forschungsergebnisse zu erreichen und systematische Fehler zu verringern. (engl. also “cross examination”)

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15
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Sozialpsychologische Forschungsmethoden lassen sich generell anhand zweier Fragen klassifizieren. Erläutern Sie diese und nennen Sie deren Vor- und Nachteile.

A

FRAGE 1: Findet die Datenerhebung im FELD ODER LABOR statt?

  • Bei der FELDFORSCHUNG werden die Erlebens- und Verhaltensdaten in der Umgebung erhoben, in der sie natürlicherweise auftreten.
  • Bei der LABORFORSCHUNG findet die Datenerhebung unter hoch kontrollierten Be-dingungen in speziell dafür ausgestatteten Räumlichkeiten statt.
    VORTEIL:
    • Kontrollierbarkeit und Standardisierung
    NACHTEILE:
    • Isolierte Wirkmechanismen können nicht auf spezifische Kontex-te/ Population außerhalb des Labors übertragen (generalisiert) werden (mangelnde Externe Validität).
    • „Setting“ der Laborsituation kann sich auf das Erleben und Verhalten der Versuchspersonen auswirken und die Ergebnisse verfälschen.

FRAGE 2: Dient die Methode der Beschreibung, der Vorhersage oder der Erklärung sozialer Phänomene?

  • Wenn das Ziel der Forschung in der BESCHREIBUNG SOZIALER PHÄNOMENE besteht, verwenden sie Methoden der BEOBACHTUNG → die sozialen Phänomene werden systematisch beobachtet und protokolliert.
  • Besteht das Ziel in der VORHERSAGE VON PHÄNOMENEN, verwenden Forscher häufig KORRELATIONSMETHODEN – zwei oder mehrere Variablen werden systematisch gemessen, und es wird die Beziehung zwischen ihnen ermittelt.
  • Besteht das Ziel der Forschung in der ERKLÄRUNG, verwenden sie EXPERIMENTELLE METHODEN → der VORTEIL dieser Methoden ist, dass Annahmen über kausale Beziehungen zwischen den Variablen mit wesentlich größerer Sicherheit überprüft werden können als durch Beobachtungs- oder Korrelationsmethoden.

Die Prüfung sozial-psychologischer Theorien und ihrer Anwendbarkeit auf unterschiedliche Kontexte und Populationen stützt sich typischerweise auf eine Kombi-nation aus Feld- und Laborforschung.

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16
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Erläutern Sie das (sozial-) psychologische Experiment.

A

Schlüsselmerkmale → MANIPULATION und KONTROLLE

Vorgehen im Experiment:

(1) Manipulation der unabhängigen Variable
(2) Überprüfung der Veränderungen der abhängigen Variable

17
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was versteht man unter Konfundierung?

A

Wenn die beobachtete Kovariation von Ursache und Wirkung in einem Experiment nicht allein auf die manipulierte Ursache (UV) sondern auch auf andere mit der manipulierten Ursache zufällig variierende Faktoren zurückzuführen ist. (= Konfundierung der unabhängigen Variablen mit einer STÖRVARIABLE)

18
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was sind die wichtigsten Kontrolltechniken für ein Experiment?

A
  • RANDOMISIERUNG
    Die Randomisierung soll sicherstellen, dass alle potentiell relevanten Merkmale der Vpn vor der Manipulation in den verschiedenen Bedingungen des Experiments (zu-mindest im Durchschnitt) gleich ausgeprägt sind; sie können infolgedessen nicht für beobachtete unterschiedliche Ausprägungen der AV zwischen den Experimentalbe-dingungen verantwortlich sein.
  • PARALLELISIERUNG (auch Matching)
    ist eine Technik in der Experimentellen Forschung zur Störfaktor-Kontrolle.
    Wird beim Design von Beobachtungsstudien angewandt. Bei Fall-Kontroll-Studien können Fälle und Kontrollen so gewählt werden, dass sie in Bezug auf bestimmte Kriterien (z. B. Geschlecht, sozioökonomischer Status, Altersgruppe) übereinstimmen.
19
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Erläutern Sie die Klassifikationsbegriffe von Variablen in der experimentellen (Sozial)Psychologie.

A
  • UNABHÄNGIGE Variable (UV):
    Die Variable, für die eine ursächliche Wirkung angenommen wird; sie wird manipuliert. (auch TREATMENT, FAKTOR)
  • ABHÄNGIGE Variable (AV):
    Die Variable, von deren Ausprägung angenommen wird, dass sie von der UV abhängt; sie wird gemessen. (auch: OUTCOME)
  • MODERATORvariable:
    Eine im Rahmen der theoretischen Annahmen relevante Variable, die die Stärke des Kausaleffekts der UV auf die AV beeinflusst. Sie erklärt, wann (unter welchen Bedingungen) ein bestimmter Effekt der UV zu erwarten ist; sie wird in Experimenten daher häufig als eine zusätzliche UV manipuliert. (auch INTERAGIERENDE Variable)
  • MEDIATORvariable (mediating variable):
    Eine im Rahmen der theoretischen Annahmen relevante Variable, die den Kausaleffekt der UV auf die AV vermittelt. Sie erklärt, warum sich die UV auf die AV auswirkt; sie wird in Experimenten daher häufig zusätzlich zur AV gemessen, oder aber gezielt manipuliert. (auch VERMITTELNDER PROZESS)
  • STÖRvariable:
    Variablen, die auch Einfluss auf die Ausprägung der AV haben können. Dieser Einfluss ist nicht von theoretischem Interesse, er beeinträchtigt aber die Interpretation des Effekts der UV. Störvariablen müssen daher eliminiert oder kontrolliert werden. (auch CONFOUNDERVARIABLE)
20
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was versteht man unter einem “echten” Experiment?

A

Von einem echten Experiment mit ZUFALLSZUWEISUNG (true randomized experiment) spricht man wenn Zuteilung der Versuchspersonen (Vpn) auf die verschiedenen Bedingungen des Experiments zufällig (randomisiert) geschieht.

Die RANDOMISIERUNG soll sicherstellen, dass alle potentiell relevanten Merkmale der Vpn vor der Manipulation in den verschiedenen Bedingungen des Experiments (zumindest im Durchschnitt) gleich ausgeprägt sind; sie können infolgedessen nicht für beobachtete unterschiedliche Ausprägungen der AV zwischen den Experimentalbedingungen verantwortlich sein.

Um ein „echtes“ Experiment handelt es sich nur, wenn neben der Möglichkeit der Manipulation der UV auch die Möglichkeit der randomisierten Zuteilung der Vpn besteht.

Von einem QUASIEXPERIMENT spricht man demgegenüber, wenn die Vpn nicht zufällig auf die verschiedenen Experimentalbedingungen verteilt werden (i.d.R. aufgrund von Faktoren, die nicht der Kontrolle des Forschers unterliegt).

Bei einem FELDEXPERIMENT handelt es sich meist um ein echtes Experiment mit Zufallszuweisung in einem natürlichen Setting.

21
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was sind die vier Gütekriterien zur Beurteilung experimenteller Untersuchungen?

A

-INTERNE Validität (internal validity):
Sie bezieht sich auf die Sicherheit, mit der man aus den Ergebnissen des Experiments auf eine kausale Ursache-Wirkungsbeziehungen schließen kann.
Die interne Validität eines Experiments ist hoch, wenn die beobachtete Veränderung der AV mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die experimentelle Manipulation der UV zurückzuführen ist. Sie nimmt extrem zu, wenn man ein Kontrollgruppendesign verwendet.

  • KONSTRUKTvalidität (construct validity):
    Sie bezieht sich auf die Gültigkeit der Annahme, dass UV bzw. AV die Variablen (Konstrukte), die sie repräsentieren sollen, angemessen erfassen. Selbst wenn der Forscher mit der Konstruktvalidität der UV zufrieden sein sollte, bleibt die Frage offen, ob die AV auch tatsächlich das misst, was sie messen soll.
  • EXTERNE Validität (external validity):
    Sie bezieht sich darauf, inwieweit die Befunde (unter Berücksichtigung relevanter theoretischer Annahmen) auf andere Situationen oder Populationen übertragbar (GENERALISIERBAR) sind.
    Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der externen Validität ist die REPLIZIERBARKEIT.
  • STATISTISCHE Validität
    Sie bezieht sich auf Beeinträchtigungen und Fehler im Rahmen statistische Analysen. Diese gefährden die Gültigkeit kausaler Schlussfolgerungen.
22
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Was versteht man unter einer konfundierten UV?

A

Eine Variable, die aus zwei oder mehr potenziell trennbaren Komponenten besteht, ist konfundiert. Ist die UV konfundiert, hat der Forscher nur sehr wenige Möglichkeiten, eindeutige kausale Schlussfolgerungen zu ziehen.

Eine konfundierte UV gefährdet insbesondere die interne Validität.

23
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Welche drei Arten von Gefährdungen der Konstruktvalidität in Bezug auf die abhängigen Variablen gibt es?

A
  • SOZIALE ERWÜNSCHTHEIT (social desirability):

VPn sind gewöhnlich darauf aus, in einem positiven Licht gesehen zu werden und deshalb ihre Antworten bzw. ihr Verhalten so gestalten, dass sie möglichst nicht negativ bewertet werden.

GEGENMASSNAHMEN: unobtrusive measures

  • Hinweise aus der experimentellen Situation (DEMAND CHARACTERISTICS):

Hinweisreize aus dem Experiment, die der VPn als Anhaltspunkt dafür dienen, welche Verhaltensweisen oder Reakti-onen in einer experimentellen Situation von ihm erwartet werden.

GEGENMASSNAHMEN: post-experimental enquiry, cover story

  • Erwartungen des VL (EXPERIMENTER EXPECTANCY EFFECT oder VERSUCHSLEITEREFFEKT):

Effekte, die vom VL im Verlauf seiner Interaktion mit dem Versuchsteilnehmer unbeabsichtigt hervorgerufen werden.

GEGENMASSNAHMEN: VL über Ziel der Untersuchung im Unklaren lassen

24
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Worauf richtet sich die Hauptkritik am Experiment?

A

Am Experiment wird kritisiert, dass die Vpn in „künstliche“ Situationen gebracht werden und die Ergebnisse nicht auf das „reale“ Leben übertragbar sind.

Diese Kritik beruht jedoch auf einer falschen Prämisse:
→ Für Übertragbarkeit experimenteller Befunde ist nicht entscheidend, dass die Experimentalsituation einer realen Situation maximal gleicht (OFFENSICHTLICHER REALISMUS).

→ Entscheidend ist, dass sie PSYCHOLOGISCHEN REALISMUS besitzt, d.h., dass die in einem Experiment angestoßenen psychologischen Prozesse denjenigen, die unter entsprechenden Bedingungen im „realen Leben“ ablaufen, weitgehend ähneln (s. Aronson, Wilson, & Akert, 1994).

WENN der PSYCHOLOGISCHER REALISMUS HOCH ist, können Laborexperimente weitreichende GENERALISIERBARe Ergebnisse produzieren, da sie eine Prüfung der theoretischen Annahmen auf einem hochgradig allgemeinen (statt auf situationsspezifischen) Niveau ermöglichen.

25
Q

03407 - Sozialpsychologie I
1.2 Methoden

Nennen Sie die wichtigsten verbindlichen Ethik-Richtlinien (in Deutschland z.B. durch die DGPs) für die Forschung mit Menschen.

A
  • die FREIWILLIGKEIT der Vpn zur Teilnahme
  • Verpflichtung Vpn KEINEN SCHÄDIGENDEN EINFLÜSSEN / Gefährdungen auszusetzen
  • die Verpflichtung, Untersuchungen unverzüglich ABZUBRECHEN, WENN Vpn UNERWARTETE BELASTUNGSREAKTIONEN zeigen.
  • Bei Täuschung der Vpn muss eine vollständige POSTEXPERIMENTELLE AUFKLÄRUNG erfolgen
  • MÖGLICHKEIT der Vpn, die an Ihnen erhobenen DATEN ZURÜCKZUZIEHEN
26
Q

03407 - Sozialpsychologie I
2 Geschichte

Für die Geschichte der Sozialpsychologie SIEHE ZUSAMMENFASSUNG VON M.Volke & “psychomentalis”

A

Für die Geschichte der Sozialpsychologie SIEHE ZUSAMMENFASSUNG VON M.Volke & “psychomentalis”