Kohlenhydrate Flashcards
Grundstruktur von Kohlenhydraten
(HCOH)n mit n ≥ 3
Funktion von Kohlenhydraten
- Energielieferant und -speicher
- Zell‐Zell‐Kommunikation
- Struktur, Funktion von Proteinen und Lipiden
- Bestandteile Nucleinsäuren RNA und DNA
Welche funktionellen Gruppen enthalten Kohlenhydrate?
- Aldehyd- oder Ketogruppe
- mehrere Hydroxygruppen
Aldehydgruppe
endständige Carbonylgruppe
Ketongruppe
eingebaute Carbonylgruppe in Kohlenstoffkette
Carbonylgruppe
funktionelle Gruppe mit Doppelbindung zwischen C=O
=> C kann noch 2 weitere Bindungen eingehen
=> O hat 2 freie Elektronenpaare
Aldose
Kohlenhydrate mit Aldehydgruppe
Ketose
Kohlenhydrate mit Ketongruppe
Fischer-Projektion
- lineare, 2D Moleküldarstellung
- Carbonylgruppe oben
Aldehydgruppe bei Fischer-Projektion
Aldehydgruppe an C-1 Atom
Ketogruppe bei Fischer-Projektion
Ketogruppe an C-2 Atom
Was versteht man unter der D-Reihe bei der Fischer-Projektion?
Hydroxygruppe unterstes chirales C-Atom zeigt in Fischer-Projektion nach rechts
Wofür steht dexter?
rechts
Was versteht man unter der L-Reihe bei der Fischer-Projektion?
Hydroxygruppe unterstes chirales C-Atom zeigt in Fischer-Projektion nach links
Wofür steht laevus?
links
Haworth-Projektion
ringförmige Darstellung von mehrgliedrigen Molekülen
Aus wie viele C-Atomen bestehen die Ringe bei der Haworth-Projektion?
5 oder 6
Wie nennt man einen 5er Ring?
Furanose
Wie nennt man einen 6er Ring?
Pyranose
Wie werden die Kohlenstoffatome in der Haworth-Projektion gezählt?
Beginnend rechts hinten (nach O-Molekül) im Uhrzeigersinn
Wie werden die Kohlenstoffatome in der Fischer-Projektion gezählt?
oben nach unten
Was ist die Sesselform?
Darstellungsform von Sechsringverbindungen mit äquatorial ausgerichteten Substituenten
Warum liegen Pentosen und Hexosen fast nie offenkettig vor?
Sesselform ist energetisch günstiger
In was wird der Großteil an Kohlenhydraten zur Energiegewinnung überführt?
Glucose
Woraus können alle endogenen Monosaccharide hergestellt werden?
Glucose
Isomere
gleiche Molekülformel, unterschiedliche Struktur
Konstitutionsisomere
Atome in unterschiedlicher Reihenfolge verknüpft
Beispiel von Konstitutionsisomeren
Glycerinaldehyd und Dihydroxyaceton
Stereoisomere
Atome in gleicher Reihenfolge verknüpft, unterschiedlich räumliche angeordnet
Isomere, Abweichung in räumlicher Anordnung
Stereoisomere
Enantiomere
Isomere mit nicht übereinanderlegbaren Spiegelbildern
Beispiel von Enantiomeren
D-Glycerinaldehyd und L-Glycerinaldehyd
Stereoisomere
Diastereoisomere
nicht spiegelbildliche Isomere
Beispiel von Diastereoisomeren
D-Altrose und D-Glucose
Was bildet ein Aldehyd und ein Alkohol?
Halbacetal
Was bildet ein Keton und ein Alkohol?
Halbketal
Diastereoisomere
Was versteht man unter Anomer?
jene Epimere, die bei der Bildung eines ringförmigen Halbacetals (Ring-Ketten-Tautomerie) von Kohlenhydraten (Aldosen und Ketosen) neu entstehen
2 Formen der Haworth-Projektion
- Sesselform
- Wannen-/ Bootform
Welche der zwei Formen in der Haworth-Projektion ist energetisch begünstigt?
Sesselform
Warum ist die Sesselform gegenüber der Wannenform stabiler?
sterische Behinderung geringer, da axiale Positionen von H-Atomen besetzt
Wie ist die Sesselform ausgerichtet?
äquatorial
Wie ist die Wannenform ausgerichtet?
axial
Was versteht man unter Briefumschlag-Konformation?
- Struktur von Monosacchariden, die Briefumschlag ähnelt
- 4 Atome liegen auf einer Ebene
Mutarotation
Gleichgewicht zwischen anomeren Formen in wässriger Lösung
Beispiel Mutarotation Glucose
64% β‐D-Glucose und 36% 𝛼-D-Glucose
Was versteht man unter β in β‐D‐Glucose?
OH-Gruppe zeigt nach oben
Was versteht man unter 𝛼 in 𝛼‐D‐Glucose?
OH-Gruppe zeigt nach unten
Was passiert bei der Umsetzung mit Methanol?
Führt Methyl-Glucosid, durchläuft keine Mutarotation mehr
Stereoisomere: Diastereoisomere
Epimere
unterscheiden sich in nur einem von mehreren asymmetrischen C-Atmon
nur ein Unterschied, alles andere gleich
Stereoisomere: Diastereoisomere
Anomere
Isomere, die sich in einem neuen asymmetrischen C-Atom unterscheiden, das durch Ringschluss entsteht
Beispiel Anomere
𝛼-D-Glucose und β‐D-Glucose
Beispiel Epimere
D-Glucose und D-Mannose
Wichtige Hexosen (Monosaccharide)
Vorkommen und biologische Bedeutung: D-Glucose
Vorkommen
in Fruchtsäften, Bestandteil von Stärke, Glycogen, Saccharose, Lactose
Biologische Bedeutung
* Wichtigstes vom Organismus verwertetes Monosaccharid
* Blutzucker
Wichtige Hexosen (Monosaccharide)
Vorkommen und biologische Bedeutung: D-Galactose
Vorkommen
Bestandteil von Lactose, des wichtigsten Kohlenhydrats der Milch
Biologische Bedeutung
* Wird vom Organismus in Sphingolipide und Glykoproteine eingebaut
* Abbau erst nach Umwandlung in Glucose möglich
Wichtige Hexosen (Monosaccharide)
Vorkommen und biologische Bedeutung: D-Mannose
Vorkommen
Bestandteil von tierischen und pflanzlichen Glykoproteinen
Biologische Bedeutung
* Dient zur Sortierung von lysosomalen Proteinen
* Abbau erst nach Umwandlung in Glucose
Wichtige Hexosen (Monosaccharide)
Vorkommen und biologische Bedeutung: D-Fructose
Vorkommen
in Fruchtsäften, Bestandteil von Saccharose
Biologische Bedeutung
* Biosynthese aus Glucose in verschiedenen Geweben
* Abbau erst nach Umwandlung in Glucose; in Leber jedoch direkter Abbau möglich
Wichtige Pentosen (Monosaccharide)
Vorkommen und biologische Bedeutung: D-Ribose
Vorkommen
in Ribonukleinsäuren (RNA) und Ribonucleotiden (ATP)
Biologische Bedeutung
Strukturelement von Coenzymen, Biosynthese aus Glucose
Wichtige Pentosen (Monosaccharide)
Vorkommen und biologische Bedeutung: D-Desoxyribose
Vorkommen
in Desoxyribonukleinsäuren (DNA) und Desoxyribonucleotiden (dATP)
Biologische Bedeutung
Biosynthese aus Ribose
Wichtige Pentosen (Monosaccharide)
Biologische Bedeutung: D-Ribulose
Stoffwechselzwischenprodukt im Glucoseabbau über Pentosephosphatweg
Wichtige Pentosen (Monosaccharide)
Biologische Bedeutung: D-Arabinose/D-Xylose
Vorkommen in Proteoglykanen
Welche Modifizierungen von Monosacchariden gibt es?
- Reduktion von Aldosen/ Ketosen (an C1) zu Zuckeralkoholen (Bsp: Glucose zu Sorbitol)
- Oxidation an C6 führt zu Uronaten (Uronsäuren)
- Phosphorsäureester (= intrazellulär metabolisch aktive Form der Glukose)
- Aminozucker und N‐Acetyl‐Derivate: Austausch einer/ mehrerer Hydroxygruppen gegen eine Aminogruppe (vor allem an C2)
- Lactone und C1‐Carbonsäuren (z.B. Gluconat)
Aminozucker und N‐Acetyl‐Derivate
Physiologisch relevante C2‐Amine und Vorkommen
- Glucosamin, Galactosamin, Mannosamin
- Vorkommen in Glycoproteinen, Proteoglycanen, bakteriellen Zellwänden, Chitin
Dissacharide
Glycosidische Bindung aufgrund von Aldehyd‐ oder Ketogruppen
Oligosaccharide
Mehrfach-Kohlenhydrate mit 3-20 Monosacchariden
Polysaccharide
Mehrfach-Kohlenhydrate mit >20 Monosacchariden
Wie nennt man den Nicht-Zuckerrest eines O- oder N-Glycosids?
Aglycon
Was ist der Unterschied dem Maltose- und dem Trehalosetyp?
Maltosetyp
Bindung zwischen Halbacetal-C-Atom 1 und alkoholischen Hydroxyl-Gruppe (nicht des Halbacetals)
=> Deshalb: noch freie halbacetalische Hydroxylgruppe mit reduzierenden Eigenschaften, kann weitere glycosidische Bindungen eingehen
Trehalosetyp
Bindung zwischen 2 Halbacetalen, und daher ist keine weitere Bindung möglich.
Beispiele Maltosetyp
- Maltose: 𝛼-Glucosyl-(1-4)-Glucosid
- Lactose: β-Glucosyl-(1-4)-Glucosid
Beispiele Trehalosetyp
- Trehalose: 𝛼-Glucosyl-(1-1)-Glucosid
- Saccharose: 𝛼-Glucosyl-(1-2)-β-Fructosid
Beispiel Glycosids in Pharmazie
Digitoxin und Digoxin
Unterschied zwischen Digitoxin und Digoxin
- Digitoxin (R-H): lipophil, hepatische Elimination
- Digoxin (R-OH): hydrophil, renale Elimination
Wie sind Digitoxin und Digoxin aufgebaut?
- ungesättigtes 𝛾-Lacton
- Steroidgrundgerüst/ Aglycon
- 3 Zuckerreste (Digitoxose)
Was ist die Sialinsäure?
Oberbegriff für N- oder O-acetlyierte Neuraminsäurederivate
Was ist die häufigste vorkommende Sialinsäure?
N-Acetylneuraminsäure
Wo kommt Sialinsäure vor?
Glycoproteinen und Gangliosiden (Glycolipiden)
Wo findet man freie Oligosaccharide?
Pflanzen u. Milch
Anomeres C-Atom
- Chiralitätszentrum, das bei Bildung cyclisches Halb-/ Vollacetals /-ketals aus prochiralen Carbonylkohlenstoffatom der offenkettigen Form entsteht
- ist Ringsauerstoff von Zuckern benachbart
=> resultierenden Diastereomere sind Anomere
Chiralität
Spiegelung an einer Molekülebene, führt nicht zu Selbstabbildung
Stereozentrum
Atome, die mind. 4 unterschiedliche Substituenten tragen
Wo findet man gebundene Oligosaccharide?
Glycoproteinen und Gangliosiden
Unterschied zwischen Homoglycanen und Heteroglycanen
- Homoglycane: gleicher Kohlenhydrat-Baustein (WH gleiches MS)
- Heteroglycane: verschiedene Kohlenhydrat-Bausteine (WH von mind. 2 verschiedene MS)
MS = Monosaccharide
Bestandteile pflanzliche Stärke
- Amylose: 20–30% 𝛼-(1-4); 6 Glu/Windung
- Amylopektin: >50% 𝛼-(1-4) und 𝛼-(1-6)
=> an jedem 25. Glucose-Baustein
Mr = 10^6
Abkürzungen für Kohlenhydrate
Glc … Glucose
Gal … Galactose
Fuc … Fucose
Man … Mannose
Sia … Sialinsäure
Gal/NAc … N-Acetylgalactosamin
Glc/NAc … N-Acetylgalactosamin
Bestandteile Glykogen
(tierische Stärke)
𝛼-(1-4) und 𝛼-(1-6)
=> an jedem 6.–10. Glucose-Baustein
Mr = 1×106 ‐ 2×107
dh. sehr starke Verzweigungen
Aufbau Cellulose
*Pflanzen
- Glucose: β-(1-4)-Bindungen
- Fadenförmig
- Ausbildung von Fasern über intermolekulare H‐Brücken
Aufbau und Vorkommen Dextrane
Bakterien
Glucose: (1-6)
auch (1-2), (1-3) und (1-4)
in Bakterien
Wann werden Dextrane eingesetzt?
- Molekularsieb zur Gelchromatographie
- Blutplasmaersatz
Zwischen welchen 4 Gruppen unterscheidet man Heteroglykane?
- Glycoproteine
- Proteoglycane
- Peptidoglycane
- Glycolipide
Oligo‐ und Polysaccharide aus unterschiedlichen Monosacchariden
Heteroglykane
Bestandteile u. Funktion: Glycoproteine
Bestandteile
* Oligosaccharide aus 2-20 unterschiedlichen Monosacchariden
* verschiedene Proteine
Funktion
vielseitig und vom Protein abhängig
Beispiel: Proteinfaltung, /-sortierung
Heteroglykane
Bestandteile u. Funktion: Proteoglycane
Bestandteile
* Glycosaminglycane mit sich wiederholenden Disacchariden
* einfach aufgebaute Proteinskelette (core-Protein)
Funktion
Bestandteil der extrazellulären Matrix
Heteroglykane
Bestandteile u. Funktion: Peptidoglycane
Bestandteile
* Disaccharid aus N-Acetylglucosamin und N-Acetylmuraminsäure
* Peptide aus 4–5 Aminosäuren
Funktion
Bildung bakterieller Zellwand
Heteroglykane
Bestandteile u. Funktion:
Glykolipide
Bestandteil
Oligosaccharide und Ceramid, Polyisoprenol, Phosphatidylinositol
Funktion
* Bauteil zellulärer Membranen
* Zwischenprodukt bei Glykoproteinbiosynthese
* Membrananker von Proteinen (GPI-Anker)
Glycosaminoglycane
lange, unverzweigte Heteroglycane, meist aus Hexosamin und Uronsäure
Beispiele von Glycosaminoglycanen
- Hyaluronsäure: Bestandteil Bindegewebe
- Chondroitin-4-Sulfat: Knorpel, Aorta
- Chondroitin-6-Sulfat: Herzklappen
- Dermatansulfat: Haut, Blutgefäße, Herzklappen
- Heparin: Hemmstoff Blutgerinnung
- Heparansulfat: Blutgefäße, Zelloberfläche
Hauptbestandteil bakterielle Zellwand
Peptidoglycan/Murein
Wie schützt sich das Bakterium?
Bildung käfigartiker Hülle
Grundaufbau Murein
- Lineare Ketten alternierendes Disaccharids aus N‐Acetyl‐Glucosamin und N‐Acetyl-Muraminsäure
- Kopplung Muraminsäure‐Reste über Tetrapeptid => Verbrückung über Gly5‐Pentapeptid*
*(über Lys und D‐Ala)
Wie schützt sich unser Körper vor Bakterien?
Spaltung Muraminsäureketten durch Lysozym (u.a. in Tränenflüssigkeit, Nasenschleimhaut)
Was sind Lectine?
Klasse an glykanbindenden Proteinen
Beispiele von Lectinen
- Selectine
- Calnexin & Calreticulin
- Mannose-6-Phosphat-Rezeptor
Welcher Typ von Lectinen sind Selectine?
C‐Typ Lectine (Ca2+ abhängig)
C‐Typ Lectine
Wie sind Selectine aufgebaut?
Ca2+ als Brücke zwischen Glu des Proteins und OH‐Gruppen des Zuckers
C‐Typ Lectine
Funktion Selectine
binden Immunzellen an verletzte Stellen
C‐Typ Lectine
Zwischen welchen drei Arten von Selectinen unterscheidet man und wo werden diese gebildet?
E-Selectin … Endothelzellen
L-Selectin … Leukozyten
P-Selectin … Thrombozyten, Endothelzellen
Selectine/C‐Typ Lectine
Woran sind andere C-Typ-Lectine beteiligt (Nicht-Selectine)?
- rezeptorvermittelte Endozytose
- Zell‐Zell‐Erkennung
Welcher Typ von Lectinen sind Calnexin und Calreticulin?
L‐Typ Lectine
Lectine
Funktion von Calnexin, Calreticulin
Chaperone* im ER
*Proteine, die bei neu synthetisierten, größeren Enzymen dafür sorgen, dass diese sich nicht an andere Proteine anlagern und damit funktionsuntüchtig werden
Welcher Typ von Lectinen sind Mannose-6-Phosphat-Rezeptoren?
P-Typ-Lectine
Lectine
Funktion Mannose-6-Phosphat-Rezeptor
Bindet Enzyme im Golgi‐Apparat und dirigiert sie zu Lysosomen
Influenza: Bindung von Sialinsäureresten
Warum sind Sialinsäurereste bei Influenza relevant?
Zelluläre Aufnahme Virus
- Virale Protein Hämagglutinin erkennt Sialinsäurereste von Glycoproteinen Zelloberfläche
- Endocytotische Aufnahme des Virus
- Bindungsspezifität Hämagglutinins trägt vermutlich zur Artspezifität Virus bei
Influenza: Bindung von Sialinsäureresten
Wie wird das Influenzavirus wieder abgespaltet?
- Nach Abknospung Viruspartikels bleiben neue Vironen über Hemagglutinin mit Zelloberfläche verbunden
- Virale Enzym Neuramidase spaltet glykosidischen Bindungen zwischen Sialinsäure und Glycoprotein
Umkehr des Aufnahmeprozesses
Wie wird Neuramidase als Arzneimittel eingesetzt?
Als antivirales Arzneistoff-Target (Oseltamivir, Zanamivir, usw.)