Gesamt Flashcards
Warum Projektmanagement?
Konkurrenz
Lebenszyklen werden kürzer
Breitere Produktpalette
Globalisierung
Steigerung der Wirtschaftlichkeit
Kapitel 1
Projekt - Begriffdefinition
Definition nach DIN 69 901
- Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z.B.:
- Zielvorgabe
- Zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Begrenzungen
- Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
- Projektspezifische Organisation
Definition Projektmanagement
Definition nach DIN 69901: 2007-5
Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mittel für die Abwicklung eines Projektes
Kapitel 1
Definition Risikomanagement
Definition nach DIN 69901:2007-5
Aufgabengebiet innerhalb des Projektmanagements zur systematischen Erfassung und Bewertung von Risiken und deren Abschaltung
Kapitel 1
Definition Claim Management
Definition nach DIN 69901:2007-5
(Nachforderungsmanagement) Aufgabengebiet innerhalb des Projektmanagements zur Überwachung und Beurteilung von Abweichungen bzw. Änderungen und deren wirtschaftlichen Folgen zwecks Ermittlung und Durchsetzung von Ansprüchen
Kapitel 1
Auswirkungen von Fehlentscheidungen / Wissen über die Zeit: Graph
Graphischer Zusammenhang zwischen Projektmanagement und Kosten
Kapitel 1
Qualitätsmanagementsystem Graphik:
Kapitel 1
Projekterfolg Graphik:
Magisches Dreieck
Kapitel 1
Projekterfolg Graphik:
Erweitertes Zielnetz
Kapitel 1
Rahmenbedingungen eines Projektes
Qualität
Risiko
Kosten
Zeit
Chance
Personal
…
Woran Projekte scheitern
“Empirische Befunde zum Nicht-Erreichen von Projektzielen”
70%:
Unklare Anforderungen und Ziele
40-50%:
Fehlende Ressourcen bei Projektstart
Fehlende PM-Erfahrung auf Leitungsebene
Politik, Egoismen
Kompetenzstreit
30-40%:
Schlechte Kommunikation
Unzureichende Projektplanung
Mangel an qualifizierten Mitarbeitern
20-30%:
Fehlende PM-Methodik
Fehlende Unterstützung durch Top Management
Kapitel 1
Wodurch entsteht die Projekt-Komplexität?
Art der Teilaufgaben / Aktivitäten
Anzahl der Teilaufgaben / Aktivitäten
Verschiedenartigkeit der Beziehungen zueinander -> Schnittstellen
Große Dynamik: Change Management
Hohe Vielfalt
Geringer Grad an Voraussehbarkeit
Kapitel 1
Projektmanagement - Erfolgsfaktoren
Haupterfolgsfaktoren:
Einbindung der Endbenutzer
Unterstützung durch das obere Management
Klare Anforderungen
Weitere Faktoren:
Projekt-interessierte Stakeholder
PL
Projektteam
Dokumentation
Prozesse
Information
Risikomanagement
Vertragsmanagement
Projektsteuerung
Projektplanung
Generische Projektphasen
Kapitel 1
Problemlösungsprozess
Kapitel 1
Problemlösungsprozess: Situationsanalyse
Systematische Durchleuchtung einer intuitiv als problematisch empfundenen Gegebenheit mit dem Ziel
- Transparenz zu schaffen
- Grenzen aufzuzeigen
- Problem zu definieren
- Ursachen / Ursachenketten herauszuarbeiten
Art, Umfang und Detaillierungsgerad unterscheiden sich je nach Projektphase erheblich
Problemlösungsprozess: Zieldefinition
Ein Ziel ist ein gedanklich vorweggenommener Soll-Zustand,
- der in der Zukunft liegt
- der real sein soll
- dessen Erreichen wünschenswert ist
- der bewusst gewählt wird und
- der nur durch Handlung erreicht werden kann
Kapitel 1
Arten von Zielen
Muss-Ziele
- unbedingt erforderlich
- klar formuliert
- quantifiziert
Kann-Ziele
- ihr Erreichen wird positiv bewertet
quantifiziert oder qualitativ/strategisch
Kapitel 1
Definition Lasten- und Pflichtenheft
Lastenheft
Vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Auftrags
Pflichtenheft
Vom Auftragnehmer erarbeitete Realisierungsvorgaben aufgrund der Umsetzung des vom Auftraggeber vorgegebenen Lastenheftes
Sinn einer Planung
Hauptsächlich für PL und Linienverantwortliche
Realistische Vorgaben?
Definition von Arbeitspaketen
Einsatz von Spezialisten
Ressourcenplanung
Information an alle Beteiligten
Kapitel 2
Planungsmethoden
- PSP
- Netzplan
- Ganttplan
- Ressourcenplan
(Notiz aus VL / in dieser Reihenfolge)
Kapitel 2
Arten von PM-Plänen
Ablaufplan (Phasen)
Organisationplan (Rollen und Aufgaben)
PSP (Aktivitäten und Abhängigkeiten)
Terminplan (Dauer und Meilensteine)
Kapazitäten-Einsatzplan (Personal- und Sachmittel)
Kosten- und Finanzierungsplan (Ausgaben und Einnahmen)
Risikoplan (Auswirkungen, Eintrittswahrscheinlichkeit und Gegenmaßnahmen)
Qualitätssicherungsplan (Normen, Richtlinien, Audits, Abnahmen)
Inhalte eines Prozesses bzw. einer Arbeitsanweisung
Ziel / Zweck
Geltungsbereich
Begriffe und Definitionen
Prozess - Ablaufbeschreibung
Mitgeltende Unterlagen
Verteiler
Verantwortlichkeit
Projektphasen Management vs. operative Ebene
Management:
Anforderung - Planung - Steuerung - Kontrolle
Operativ / Inhalt:
Initialisierung - Vorstudie - Konzept - Realisierung - Einführung - Nutzung
Kapitel 2
Projektphase: Initialisierung
Meist unstrukturiert
Zeitspanne zwischen Erkennen einer Anforderung und der Entscheidung
Aktivitäten:
- Präzise Anforderungen ermitteln
- Umfang
- Meilensteine definieren
- Projektanstrag stellen
- Erfolgskriterien
- Wirtschaftlichkeit schätzen
Ergebnis:
- Projektvereinbarung
- Auftrag Risiken
Kapitel 2
Projektphase: Vorstudie
Machbarkeitsstudie / Vorprojekt
Kick-Off als Beginn
Aktivitäten:
- Grenzen des Problemfeldes
- Umfang der neuen Lösung
- Ziele definieren
- Lösungsansätze
- Risiken bewerten
- Wirtschaftlichkeit prüfen
Ergebnis:
Pflichtenheft
Erste Ablaufplanung - Grobplanung
Kapitel 2
Projektphase: Konzept
Aktivitäten:
Kostenplanung
Ressourcenplanung
Realisierungsplanung
Meilensteinplan: Alternativen entwickeln
Definition von Teilprojekten
Planung des Schulungs- und Einführungskonzeptes
Änderungswesen einrichten
Ergebnis:
Entscheidung für eine Lösungsvariante
Konzept: Bewertung der Lösungsvarianten
Detailplan
Kapitel 2
Projektphase: Realisierung
Teilweise Überlappung mit Konzeptphase
Aktivitäten:
Kostenplan erstellen
Realisierung, z.B. Bau der Anlage
Einführung bzw. Übergabe planen
Instandhaltungs-, Schulungskonzept erstellen
Probelauf
Ergebnis:
Produkt, Anlage
Einführungs- Übergabekonzept
Testbericht
“Null”serie
Kapitel 2
Projektphase: Einführung / Produktion
bei komplexen Projekten stufenweise
oft nicht kalkulierbar
Aktivitäten:
Übergabe organisieren
Erstproduktion
Abnahmeprotokoll erstellen
Projektteam auflösen
Ergebnis:
Serienstart
Abschlussbericht
Zielkontrolle
Projektbeurteilung - Review
Kapitel 2
Projektphase: Nutzung
oft auch Überlappung mit vorheriger Phase
Aktivitäten:
Optimieren
Projektdoku archivieren
Erfolgskontrolle
Ergebnis:
Verbesserungsvorschläge
Rückführung in ein neues Projekt
Kapitel 2
Nachteile von Phasenmodellen
- Oft keine scharfe Trennung der Phasen möglich
- Einzelne Aktivitäten:
der nächsten Phase müssen vor Ende der vorherigen beginnen / sind bei Beginn der nächsten Phase noch nicht abgeschlossen / dauern über mehrere Phasen hinweg
- Risiko aufgrund des fehlenden Zwischenberichts
Definition und Beschreibung PSP
Darstellung einer Projektstruktur. Die Darstellung kann nach dem Aufbau (Aufbaustruktur), nach dem Ablauf (Ablaufsturktur), nach Grundbedingungen (Grundstruktur) oder sonstigen Gesichtspunkten (z.B. Mischformen) erfolgen
- Aufteilung in übersichtliche Elemente/Arbeitspakete/Teilprojekte
- Darstellung der Schnittstellen
- Fachliche Zuordnung
- Verantwortlichkeiten definieren
- AP beinhaltet mehrere Tätigkeiten zur Erreichung eines Ergebnisses
Kapitel 2
Verschiedene Varianten des PSP
Bottom up - induktiv
- vom Einzelnen zum Allgemeinen
- Tätigkeiten werden definiert
- Tätigkeiten werden in AP zusammengefasst
- Es besteht noch kein Überblick
Top-down - deduktiv
- Vom Allgemeinen ausgehend zum Detail
- Zerlegung in kleine Einheiten
- Es besteht bereits ein guter Überblick über das Projekt
Funktionsorientiert: Zerlegung in Aufgaben
Technik (Konstruktion, Simulation, Entwurf, Energie,..)
Produktion (Prototyp, Serienproduktion)
Marketing (Marktanalyse, Preise, Werbung,..)
Objektorientiert: Zerlegung in Komponenten
Mechanik (Filter, Ventile, Dichtungen,..)
Elektrik (Motor, Schalter,…)
Kapitel 2
Vorgehen zur Erstellung eines PSP
(Voraussetzung: Pflichtenheft liegt vor)
- Vorgehen festlegen (deduktiv, induktiv)
- Vorläufigen Strukturplan erstellen
- Arbeitspakete definieren
- Auf Vollständigkeit und Logik prüfen
- Endgültigen PSP verabschieden
Zu beachten:
- AP klar voneinander abgrenzen
- nur soweit detaillieren, bis AP als Ganzes delegiert werden kann
- Verantwortung für das Erreichen der Ziele sowie die Einhaltung von Terminen und Kosten an die jeweiligen MA delegieren
Beispielhafter PSP (Skizze)
Kapitel 2
Vor- und Nachteile einer Terminliste
Vorteile
- Keine speziellen Kenntnisse notwendig
- Einfach und schnell zu erstellen
Nachteile
Niccht geeignet für größere Projekte
wird schnell unübersichtlich
Dartellung von Abhängigkeiten nicht möglich
Alternative: Balkenplan
Kapitel 2
Beispielhafter Balkenplan (Skizze)
Vor- und Nachteile Balkenplan
Vorteile:
- Weit verbreitet und sehr übersichtlich
- schnell zu erstellen
- Geeignet für kleine und mittelgroße Projekte
- zeigt zeitliche Parallelen auf
Nachteile:
- Änderungsaufwand kann sehr groß werden
- Nur bei Planungszeiträumen von mindestens einer Woche übersichtlich
Kapitel 2
Varianten der Terminplanung
Vorwärtsterminierung:
- Vom Start zum Endtermin
- Korrektur bei Überschreiten der vorgaben
Rückwärtsterminierung:
- Endtermin steht fest, Planung des Beginns
Termintreue Planung
Kapazitätstreue Planung
Kapitel 2
Vor- und Nachteile der Meilensteinplanung
Vorteile:
Sehr übersichtlich
Darstellung nur wichtiger Ereignisse im Projektablauf
Schneller und guter Überblick über den Projektstand
Geeignet für alle Projekttypen
Zeigt parallele Ereignisse klar auf
Nachteile:
Zusammenhänge zwischen Meilensteinen werden nicht dargestellt
Nur bei größeren Planungszeiträumen geeignet
Kapitel 2
Meilensteinplanung: Wann Statusabfrage / Review?
- Vor Entscheidungen mit großen Konsequenzen
- Bei größerer Unsicherheit
- Weitere Tätigkeiten ohne Erfahrungen
- Kritische Überprüfung des Status’
- Unabhängige Gutachter
- Identifizieren von Fehlern
- Beurteilung und Bewertung von Risiken
Kapitel 2
Definition Netzplantechnik
nach DIN 699900-1
Alle Verfahren zur Analyse, Beschreibung, Planung, Steuerung und Überwachung von Abläufen auf der Grundlage der Graphentheorie, wobei Zeit, Kosten, Einsatzmittel bzw. Ressourcen berücksichtigt werden können. Ein Netzplan ist die graphische oder tabellarische Darstellung von Abläufen und der Abhängigkeiten
Kapitel 2
Wozu Netzplantechnik?
- Für die Terminplanung im Anlagenbau
- Graphische Darstellung von Ablaufstrukturen
- Abhängigkeit und Reihenfolge von AP wird veranschaulicht
- Planungsprozess wird vereinfacht und unterstützt
- Stetige Rückkopplung und SOLL-IST-Vergleich
- Ermittlung kritischer Werte
Kapitel 2
Netzplantechnik: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- stellt zeitliche und sachliche Abhängigkeiten dar
- Zuordnung von Mitarbeitern und Kosten zu einzelnen Aufgaben möglich
- Kann durch EDV auf unterschiedliche Arten ausgeweitet werden
- Erkennung von Verzögerungen
- Bestimmung von Zwischen- und Endterminen
Nachteile:
- Hoher Detaillierungsgrad
- Großer Änderungsaufwand
- Schulungsaufwand für das Personal erforderlich und erheblich
- Für viele Projekte überdimensoniert
Kapitel 2
Projekt-Zielgrößen: Zeit
Herausforderungen und Lösungsansätze
Herausforderungen:
- Speed to market / time to market
- Sehr dynamische Märkte
- Wer zuerst auf dem Markt ist, bekommt den Hauptmarktanteil
- wird erreicht durch Parallelisierung der Tätigkeiten
Lösungsansätze:
- Intensive Kommunikation zwischen Verantwortlichen
- Räumliche Zusammenlegung von Marketing, Produktion, Entwicklung, Einkauf,…
- QSmaßnahmen, -planung
- Risikoanalyse
Detaillierungsgrad der AP erhöhen
- Eindeutige Definition der Erfolgskriterien
- Sofortige Einleitung von Gegenmaßnahmen bei Abweichungen
Kapitel 2
Projekt-Zielgrößen: Kosten
Herausforderungen und Fragestellungen
Herausforderungen:
- Target Costing / Design to Cost
- 80% der Produktkosten werden in Definitionsphase festgelegt
- anschließende Änderungen sind kaum realisierbar
- Maximalwert in Erfolgskriterien festgelegt
Fragen:
- Wie viel ist der Markt bereit zu zahlen?
- Wo stehen die Mitbewerber?
- Welche Zielkosten und Stückzahlen liegen der Wirtschaftlichkeitsrechung zugrunde?
- Wie ist die Kostenstruktur?
- Aufschlüsselung der Kosten in die Teilsysteme?
Notiz: Kosten spielen anfangs eine untergeordnete Rolle! Wichtiger: First-to-market. Kostenoptimierung erfolgt, sobald Produkt am Markt ist.
Kapitel 2
Projekt-Zielgrößen: Qualität
Aufgaben und Beispiele
Aufgaben:
- Qualitätsziele des Unternehmens und des Projektes
- Festgelegt m Qualitätsplan sind: Maßnahmen, deren zeitliche Terminierung, Verantwortlichkeiten
Beispiele:
- Prüfungen an Zwischen- und Endprodukten
- Berichtserstellung
- Zulassungen
- Risikoanalysen
- Berücksichtigung von wirtschaftlichen Faktoren
- Kundenwünsche
Kapitel 2
Datenbanken: Vor- und Nachteile
Vorteile:
Konsequente Planung zwingend nötig
Nutzung von Standards
Effiziente Auswertungen möglich
Änderungen leicht realisierbar
Nachteile:
Einführung
Stammdatenerfassung aufwändig
Investition
“falsche Sicherheit”
Kapitel 2
Rollen im Projekt
PL
Projektteam
Teilprojektleiter
Controller
Fachbereichsleiter - Linie
Lenkungsausschuss
Chief Product Officer (CPO)
Kapitel 3
Lenkungsausschuss: Teilhaber und Funktion
Teilhaber:
F&E, Auftraggeber, Prozessentwicklung, Controlling, Konstruktion, Produktion, PL, IT, Unternehmensleitung, logistik, Vertrieb
Funktion:
- Bei größeren Projekten
- Trifft die wesentlichen Entscheidungen
- Definition der Ziele, Meilensteine
- Konflikte schlichten
- Bindeglied zwischen Linie und Projekt
- Ungerade Anzahl Mitglieder
Kapitel 3
Aufgaben des PLs
- Projektauftragserstellung
- Projektüberwachung und -steuerung (Kosten, Termine, Qualität, ziele)
- Ressourcenplanung
- Koordination aller Projektschnittstellen - Informationsaustausch
- Motivation des Teams
- Analyse der Ist-Situation
- Herbeiführung notwendiger Entscheidungen (Zielmanagement)
- Steuerung des Änderungsmanagements
- Durchführung des Berichtswesens
- Außenvertretung des Projektteams gegenüber Kunden
Kapitel 3
Anforderungen an den idealen PL
Großer PL-Bauch
Generalistisch:
- Breites Wissen
- neugierig/offen für Alternativen
- Projektdenken vor Interessenvertretung eines Faches, eines Standes
Kostenbewusst
- wirtschaftliches denken und handeln
Handlungsorientiert:
- Motivation, Energie und Tatendrang
- Risikobereitschaft, Entscheidungswille
- Lösungsorientiert
- Hohe Stressresistenz
Frustrationstoleranz
- Ausdauernd
- Keine negativen Gefühle bei Misserfolgen
Teamfähig:
- Vorliebe für Gruppenarbeit
- Extrovertiert, anpassungsfähig
- Begeistert sich für Sachleistung, stellt keine sozialen Vergleiche an
Durchsetzungsfähig:
- Kooperativer Führungsstil
- Überzeugend
- Zielorientiert
- Überzeugendes Auftreten
Zukunftsorientiert:
- Agieren statt reagieren, präventiv handeln
- antizipieren von zukünftigen Ereignissen
- strategisches denken
…. und noch eine Folie, die ich nicht noch abtippe
Kapitel 3
Fähigkeiten von Teammitgliedern
Organisationsfähigkeit
Fähigkeit zur Entscheidungsfindung
Fachwissen
Prozesswissen
Teamfähigkeit
Problemlösungskompetenz
Engagement
Konfliktlösungskompetenz
Erfahrung
Zwischenmenschliche Fähigkeiten - Sozialkompetenz
Beschreibung: Projektteam
- Eine kleine Anzahl von Personen
- Sich ergänzende Fähigkeiten
- Verpflichtung für gemeinsamen Vorsatz und für Leistungsziele
Engagement zu einem gemeinsamen Arbeitsansatz
Wechselseitige Verantwortlichkeiten
Natürliches Team:
Funktionsteam, gemeinsame Funktion, Gruppenleiter mit Gruppe
Multifunktionales Team:
Aus verschiedenen Organisationseinheiten, funktionsübergreifend, Kombination unterschiedlicher Fähigkeiten
Kapitel 3
Optimale Anzahl Projektmitarbeiter (Skizze)
Kapitel 3
Internationale Teams
Globale Unternehmen: Globale Organisation
- Physische Kick-Off Besprechung
- Physische, regelmäßige Besprechungen
- Technische Gegebenheiten klären
- Informations- und Kommunikationsregeln einhalten
Interkulturelle Zusammenarbeit
- Synergie nutzen
- Unterschiedliche Betrachtungen führen zu unterschiedlichen Lösungen
Ortszeiten
Teamentwicklung: Phasenmodell nach Tuckmann
Forming:
- Gruppenmitglieder lernen sich kennen
- Vieles ist unklar
- Fixierung auf den Leiter “Was soll ich tun?” / “Wo stehe ich?”
- Führungskraft soll Siccherheit und Orientierung geben, Aufgaben zeigen
Storming:
- Ziele werden klarer
- Unterschiedliche Aufassungen
- Rollenverteilung bildet sich heraus und erste Machtkämpfe entstehen
- Führungskräfte sollten auf Disziplin achten, zu Konflikten ermutigen, Angriffe unterbinden
- Motivation durch erreichte Erfolge aufrechterhalten
Norming:
- Organisationsphase
- Klare Strukturen und Verabredungen werden getroffen
- Führungskräfte übertragen Aufgaben, binden Wortführer stärker ein und machen Erfolge sichtbar
Performing:
- Integrationsphase
- Selbstorganisation tritt in den Vordergrund
- Teams werden kreativer und flexibel im Umgang
- “Wer hat was zu tun?” / “Wie können wir das Ziel am besten erreichen?”
- Führungskräfte können sich langsam zurückziehen
Adjourning Phase:
- Dies ist die einzige Phase, nach der keine anderen Phasen mehr folgen können: Auflösungsprozess
- Soziale Gruppenbeziehungen lockern sich auf
- Teammitglieder verabschieden sich von ihrer Rolle und ihren Aufgaben

Ressourceneinsatzplan: Mögliche Konflikte
Welche Konflikte können überhaupt entstehen? 3 Ebenen:
Fachilch / Inhaltlich:
Problem mit dem, was ich mache
Persönlich:
Problem in der Kommunikation, falsches verstehen
Organisation:
Bspw. Unzufriedenheit mit der Rolle
–> Projektleiter muss Konflikte identifizieren!

Ressourceneinsatzplan: Kapazitäts- vs. Termintreue (Skizze)
S. Grafik unten

Ressourceneinsatzplan: Beschreibung und Skizze
Der PL plant, aber Zugriff auf alle Ressourcen ist nicht sichergestellt.
Alle Ressourcen, die aufgrund der Verfügbarkeit kritisch für das Projekt sein können werden im Ressourceneinsatzplan erfasst.

Maßnahmen bei Ressourcenkonflikten
- Gleichzeitige Ausführung von Tätigkeiten
- Abhängigkeiten im PSP kritisch hinterfragen
- Einsatz zusätzlicher Ressourcen
- Prioritäten verändern
- Outsourcing
- Realisierung nur notwendiger Arbeitspakete
Formen der Projektorganisation
Eingliederung in Linienorganisation
Einfluss Projektmanagement (Stabsfunktion PL, ohne Weisungsbefugnisse)
Matrix-Projektmanagement (räumlich getrenntes Team, bei dem die Projektmitarbeiter fachlich und disziplinarisch in der Fachabteilung verbleiben, Weisungsbefugnis und Verantwortung sind geteilt zwischen Fachabteilungs- und Projektleiter)
Reines Projektmanagement (Autonomes Projektteam mit voller Weisungsbefugnis und Verantwortung beim PL)
Kapitel 3
Einfluss-Projektmanagement (Stablinienprojektmanagement): Skizze
Kapitel 3
Matrix Projektmanagement: Skizze
Kapitel 3
Reines / autonomes Projektmanagement: Skizze
Kapitel 3
Einflussprojektmanagement: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Geringer organisatorischer Aufwand
- Große Flexibilität beim zugriff auf Projektmitarbeiter
- Projektmitarbeiter können gleichzeitig in verschiedenen Projekten tätig sein
- Motivation der Projektmitarbeiter wird durch gute persönliche Beziehungen gefördert
Nachteile:
- der PL ist auf seine Beziehungen und seinen persönlichen Einfluss angewiesen
- PL besitzt keine formalen Rechte und Pflichten
- Gefahr von Terminüberschreitungen bei Zielkonflikten mit den Zielen der Fachabteilungen
- Umständliche Entscheidungsvorbereitung und -findung
- Starke Einbindung der Unternehmensleitung bei Konflikten
- Große persönliche Belastung des PLs
Kapitel 3
Matrix Projektmanagement: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Flexible Einbindung auch stark unterschiedlicher Projekte in das Unternehmen
- Gute Kapazitätsnutzung durch ständige personelle Kapazitätsanpassung
- Eindeutig definierte Verantwortlichkeit und Weisungsbefugnis innerhalb des Projektteams
- Gute Projekttransparenz durch ständige Absprachen
- Temporärer Zugriff auch auf Spezialisten möglich
- Fachkompetenz der Projektmitarbeiter entspricht dem Stand der Technik
- Keine Rückführungsprobleme bei den Projektmitarbeitern nach Projektende
- Projektteam kann gut an Projekt eunterschiedlicher Größe, Komplexität und Laufzeit angepasst werden
Nachteile:
- Hoher organisatorischer Aufwand um Zuständigkeiten, Kompetenzen und Verantwortung abzugrenzen
- Großer Informations- und Kommunikationsaufwand
- Häufige Ziel- und Interessenkonflikte zwischen Projekt und Fachabteilung
- Permanenter Rechtfertigugnsdruck
- Belastung der Projektmitarbeiter durch Mitarbeit in verschiedenen Projekten
- Verunsicherung der Mitarbeiter durch konträre Anweisungen zweier Vorgesetzter
- Verunsicherung der Fachvorgesetzten und des PLs durch Autoritätsverlust
Kapitel 3
Reines / autonomes Projektmanagement: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Klare Projektverantwortung, Zuständigkeit und Kompetenz
- Klare Weisungsbefugnisse
- Wenig nicht-fachliche Konflikte mit anderen Fachabteilungen
- Kurze Reaktionszeit und kurze Entscheidungswege
- Guter Teamzusammenhalt, hohe Identifikation mit dem Projekt
- Gute Kontrollmöglichkeit
Nachteile:
- Temporär schlecht ausgelastete Ressourcen
- Schwieriger Personalaufbau
- Schwierige Personalrückführung
- Gefahr der Abkapselung gegenüber anderen Projekten und bereichen und der Abkopplung von übergeordneter Kontrolle
- Akzeptanzprobleme zwischen Team und Linienorganisation
- Tendenz zur Doppelarbeit (Projektabteilung vs. Fachabteilung)
- Fachkompetenz der Projektmitarbeiter fällt gegenüber denen in den Fachabteilungen zurück
Kapitel 3
Verschiedene Führungsstile
Max Weber (1864 - 1920)
Autokratischer Führungsstil
Patriarchischer Führungsstil
Charismatischer Führungsstil
Bürokratischer Führungsstil
Kurt Lewin (1890 - 1947)
Autoritärer Stil
Kooperativer Stil
Laissez-faire Stil
Situativer Führungsstil
Phase 1 - Diktieren
Phase 2 - Argumentieren
Phase 3 - Partizipieren
Phase 4 - Delegieren

Abgrenzung der Kompetenzen: Darstellung in Chart

Matrix-Projektmanagement. Zuständig- und Verantwortlichkeitsteilung
PL (vertritt die Belange des Projektes)
- Vertragserfüllung, Terminplanung, Kostenkontrolle, Koordinierung aller Tätigkeiten
Fachvorgesetzte / Abteilungsleiter (vertreten die Belange des Fachgebietes)
- Fachlich richtige Ausführung, Bereitstellung von Personal und Arbeitsmitteln, sind Disziplinarvorgesetzte
Kriterien zur Auswahl einer Projektorganisation
Kapitel 3
Stakeholder-Analyse: Beschreibung
- Identifikation nach Rolle und Namen
- Analyse und Klärung von Auftrag und wesentlicher Zielsetzung
- Betroffenheit in Hinblick auf generelles Interesse und Einfluss
- Analyse der Chancen durch den jeweiligen Stakeholer
- Analyse der Risiken durch den jeweiligen Stakeholer und der daraus resultierenden Konfliktpotentiale
- Maßnahmen für die Projektarbeit
Kapitel 3
Beispielhafte Stakeholder-Liste
Kapitel 3
Ursachen für Projektfehlschläge (Detaillierte Aufführung der Gründe für Nicht-Erreichen von Projektzielen)
Projektaufgabe
- Ausgangssituation ist unklar
- Keine systematische Freigabe für Projekte
- Projekte werden ohne eindeutigen Projektauftrag gestartet: Projektziele fehlen oder sind unklar definiert
- Einsame Entscheidung
- Prio im Vergleich zu anderen Projekten ist nicht geklärt
Organisation:
- Projektarbeit wird nicht ausreichend anerkannt
- Kein effizientes PM
- Einbettung des Projektes in die Unternehmensorganisation
- Linie boykottiert die Projektarbeit
- Unzureichende Kommunikation der Fachbereiche
- Kein ausgeprägtes Teamwork, kein funktionierendes Team
Abwicklung:
- Keine internen Abwicklungsrichtlinien
- Steuerungsmaßnahmen werden zu spät eingeleitet
- Berichterstattung wird vom Management nicht eingefordert
- Keine Dokumentationsrichtlinien, keine ausreichende Doku
- Unzureichender Projektabschluss, Keine Weitergabe von Erfahrungen
Projektteam
- Zusammensetzung ist nicht durchdacht
- Linie stellt die Mitarbeiter ab, die am leichtesten entbehrlich sind
- auf Zuruf, keine Zuordnung und Rollen
- Einzelne Teammitglieder sind nicht teamfähig oder inkompetent
- Doppelbelastung einzelner Teammitglieder
- Demotivation aufgrund früherer Projektfehlschläge
Software
- Software ist ungeeignet
- Keine Software vorhanden
- Mitarbeiter sind für die Software nicht ausreichend geschult
Projektleiter:
- Spezialist (nicht im PM geschult)
- Führung durch PL kaum spürbar
- delegiert unzureichend
wenig Kompetenzen, aber viel Verantwortung
- Problemlösungskompetenz unzureichend ausgebildet
- Sozialkompetenz unzureichend
Controlling: Definition
DIN 69901
Sicherung des Erreichens der Projektziele durch:
Soll-Ist-Vergleich, Feststellung der Abweichungen, Bewerten der Konsequenzen und Vorschlagen von Korrekturmaßnahmen, Mitwirkung bei der Maßnahmenplanung und Kontrolle der Durchführung
Kapitel 4
Warum Controlling?
- Wachsender Kostendruck
- Stärkerer Wettbewerb
- Unterstützung der Unternehmensleitung
- Beherrschung von Komplexität und Bedeutung der Projekte
- Schnelle Reaktion auf sich ändernde Bedingungen
Führungsaufgabe der Projektleitung mit Auftraggeber, Ausschuss und Entscheidungsträgern
Kapitel 4
Controlling: Verschiedene Abstufungen
Einzelprojektcontrolling (Projektleitung, -ausschuss):
- Unterstützung des Projektmanagements in Bezug auf Kosten, Zeit, Qualität
Multiprojektcontrolling (Projektausschuss):
- Betrachtung mehrerer Projekte gemäß der strategischen Ausrichtung des Unternehmens
- Beachtung von Kapazitäten, Kosten- und Finanzauswirkungen
Strategisches Controlling (Geschäftsleitung):
- Strategische Aufgabenstellungen des PMs
- Effektive Projektbewertung und Projektauswahl
Kapitel 4
Controlling: Vorteile
- Sicherstellung des Erreichens der Ergebnisse
- Überblick über den aktuellen Status
- Motivation
- Möglichkeit offener Kommunikation
- Identifikation von Fehlern
- Initiierung von Steuerungsmaßnahmen
- Optimierungspotential für Prozesse und Organisation
Kapitel 4
Berichterstellung: Worauf achten?
- Bericht an die jeweiligen Besonderheiten des Projekts anpassen
- Detaillierung an den Informationsbedarf des Empfängers anpassen (Informationsüberflutung -> Langeweile oder zu starke Verdichtung vermeiden)
- Berichtsumfang zwischen Ersteller und Empfänger abstimmen (Informationsbedürfnis der Zielgruppe berücksichtigen, z.B. wird sich jeder Teilprojektleiter nicht nur für die AP interessieren, für die er verantwortlich ist, sondern auch für die, die Vorgänger seiner AP sind)
- Berichte so aufbauen, dass detaillierte Informationen auf Anfrage nachgereicht werden können
Kapitel 4
Methoden des Einzelprojektcontrollings
Meilensteintrendanalyse
- Gute und schnelle Übersicht
- rechtzeitige Initiierung von Korrekturmaßnahmen
- Kontrolle zu jedem Berichtstermin
- Steigende Kurve: Verzögerung, Abfallende Kurve: Beschleunigung, Horizontale Kurve: Nach Plan
s. Grafik
Kostenkontrolle
- Soll-Ist Vergleich sagt zunächst wenig aus
- Leistung mit berücksichtigen
- Earned Value Analyse bzw. Fertigstellungswert (DIN)
- Ermittelt das Verhältnis der geplanten Kosten zu den tatsächlcih erbrachten Leistungen
Kapitel 4

Kostenkontrolle und Leistungsstand verbinden: Beschreibung und Beispielmethode
Voraussetzung:
- Definition geeigneter Arbeitspakete
- Erfassung des Fortschrittes bei der Abarbeitung der Arbeitspakete
- Detaillierte Planung des Kostenverlaufs
- Erfassung der Ist-Kosten
Liefert Antworten auf folgende Fragen:
- Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten für die erbrachte Leistung?
- Wie hochd ürfen die Kosten für die erbrachte Leistung sein?
- Wie hoch dürften die Kosten bei der geplanten leistung sein?
–> Kennzahlenanalyse: Realisierungsgrad, Fertigstellungsgrad, Prozentualer Kostenfortschritt
Kapitel 4
Kennzahlenanalyse: Formeln
Realisierungsgrad (RG):
(Gesamtaufwand-Restaufwand)/Gesamtaufwand * 100
Fertigstellungsgrad (FG):
Abgerechneter Aufwand / Geplanter aufwand * 100
Prozentualer Kostenfortschritt:
Abgerechnete Ist-Kosten / Geplanter Gesamtaufwand * 100
s. Übungsaufgabe im Skript: Folie 135ff
Earned Value Analysis: Definition und Skizze
Die Earned Value Analysis (auch als Earned-Value-Analyse, Leistungswertanalyse, Fertigstellungswertmethode oder Arbeitswertanalyse bezeichnet) ist ein Werkzeug des Projektcontrollings. Sie dient zur Fortschrittsbewertung von Projekten. Dabei wird die aktuelle Termin- und Kostensituation durch Kennzahlen beschrieben. Die Schlüsselwerte sind dabei Planwert (engl. planned value), Istkosten (actual costs) und Fertigstellungswert (earned value). Durch die Verfolgung der Kennzahlen ist eine Trendanalyse möglich.

Earned Value Analysis: Kennzahlenbeschreibung und -berechnung
Plankosten (planned Costs = PC):
- Budgetmäßige Vorgabe für eine geplante Leistung zu einem zeitpunkt
Istkosten (actual costs = AC):
- Aktuell verbrauchte Kosten zu einem Zeitpunkt
Leistungswert (earned value = EV)
- Kosten, die für die erbrachte Leistung angefallen sein sollten
- Produkt aus Gesamtbudget und prozentualem Fortschritt
Kapitel 4
Kosten- und Leistungsindex: Grafische Darstellung
Abschätzungen zum weiteren Projektverlauf: Grafik und Formeln
Voraussichtliche Gesamtkosten =
Gesamte Plankosten * CPI (Cost to complete)
Voraussichtliche Gesamtdauer =
Plandauer * SPI (Time to complete)
S. Grafik

Kontrollgrößen: Beschreibung, Form
Abläufe/Prozesse, die es ermöglichen, jederzeit einen aktuellen überblick über den Projektstatus zu haben
Harte Daten:
- Termine, Aufwand, Kosten, Leistungsfortschritt
- Ereignisgebunden und periodisch
Weiche Daten:
- Leistungsbereitschaft
- Teamatmosphäre
- Effektivität von Besprechungen
- Akzeptanz des Projektes
- Permanent und ereignisgebunden
Kapitel 4
Schätzungen / Prognosen: Beschreibung
- Schätzungen sind Prognosen für eine in der Zukunft liegende Entwicklung (und damit keine verbindlichen Vorhersagen)
- Schätzungen werden auf Basis eines Soll-Ist-Vergleichs vorgenommen
- Wesentliches Hilfsmittel für das PM
- Schätzungen beinhalten eine gewisse SchätzUNgenauigkeit, (Risiken der Schätzungenauigkeit sind geringer als die Risiken, die ohne Schätzung bestehen würden)
Kapitel 4
Wie Schätzungen in Projektalltag integrieren?
Schätzungen hängen vom Informationsstand ab: Auch bei schlechtem Informationsstand sind alle Informationsquellen heranzuziehen
Schätzen kostet Zeit und Geld: Fundierte Schätzungen lassen sich z.B. in “Schätz”-Workshops erarbeiten, ad-hoc Schätzungen haben meist nur einen geringen Wert
Für Schätzungen ist Expertenwissen erforderlich: Besser das Wissen vieler zusammenführen, als in der Projektleitung allein schätzen
Schätzverfahren (offen oder anonym) an Aufgabe anpassen: Bei offenen Schätzungen wird die Gruppe u.U. von starken Persönlichkeiten dominiert, bei anonymen Schätzungen unterbleibt u.U. der Meinungsaustausch durch Diskussion
Schätzungen müssen transparent und nachvollziehbar sein: Schätzungen und insbesondere die zugrunde gelegten Annahmen sind sorgfältig zu dokumentieren
Kapitel 4
Subjektiver Fertigstellungsgrad: Skizze und Vermeidungsstrategien
90%-Syndrom-Vermeidung:
- Objektive Kontrollmethoden
- Tätigkeit erst bei vollständiger Erledigung erfassen
- Klar verständliche, messbare Ziele
- Situative Projektplanung
Methode zum Schätzen bei großer Unsicherheit
Drei Zeiten Verfahren:
- wahrscheinlicher Zeitaufwand WZ
- Minimaler Zeitaufwand (optimistisch) MinZ
- Maximaler Zeitaufwand (pessimistisch) Max Z
Planwert= 1/6 (MinZ + 4*WZ + MaxZ)
Kapitel 4
Strategisches Projektcontrolling in einzelnen Projektphasen
Initiierung
- Strategische Projekte werden üblicherweise top-down- initiiert
- bottom-up werden weitere Wünsche für die Erreichung der Ziele formuliert
- Gleiche Chance für alle Projekte
- Gesamtbetrachtung auch der laufenden Projekte (Projektabbruch)
Planung
- Bewertung nach zuvor festgelegten Kriterien aller Projekte
- Auswahl
- Priorisierung
Realisierung und Kontrolle
- Kontinuierliche Bewertung der Projekte
- Bei abzusehenden Abweichungen korrekturmaßnahmen einleiten oder Projekt abbrechen
Kapitel 4
Projekt-Bewertungs-Matrix
Entsteht aus einer Matrix, in der Strategische Bedeutung und Dringlichkeit eines jeden Projektes mit Zahlen bewertet werden. Daraus ergeben sich Gewichtungen für jeweils die strategische Bedeutung und die Dringlichkeit, welche in die untenstehende Matrix überführt werden können.

Strategisches Projektcontrolling: Vorselektion
Begrenzung der zu bewertenden Projekte
Machbarkeit
Widerspruch zu strategischen Unternehmenszielen
Definition von Muss Projekten
Objektive Auswahl
Keine Bevorzugung, sonst könnten wichtige Projekte zurückgestellt werden
Kapitel 4
Strategisches Projektcontrolling: Methoden zur Bewertung der Attraktivität
Projektportfolios
- Bestandsaufnahme der Projekte
- Analyse unter Berücksichtigung strategischer Unternehmensziele
- Festlegung der gewünschten Änderungen und eines Soll-Portfolios
- Maßnahmenausarbeitung zur Erreichung des Wunschportfolios
- Zuordnung knapper Ressourcen auf die Projekte
- z.B. strategische Bedeutung vs. Dringlichkeit
Wirtschaftlichkeitsrechnungen
-
Nutzwertanalyse
Nicht-monetäres Bewertungsverfahren der Entscheidungstheorie
Wofür?
- Wirtschaftliche Faktoren wie Kosten oder Rentabilität sind häufig nicht ausreichend
- Einbezug von qualitativen / weichen Faktoren, die nicht numerisch dargestellt werden können
- Werkzeug zur Entscheidungsfindung
Vorgehen
- Weiche Faktoren ermitteln
- Faktoren gewichten
- Punkte vergeben
- Errechnen der jeweiligen Punkte
- Gesamtsumme ermitteln
Kapitel 4
Beispielhafte Nutzwertanalyse: Skizze
Kapitel 4
Strategisches Projektcontrolling: Abhängigkeiten
Darstellung in Tabelle und Besschreibung verschiedener Ausprägungen
Aktive Projekte
- nehmen Einfluss auf andere Projekte, sind aber unabhängig
- Prio
Kritische Projekte
- Hohe Vernetzung, Komplexität und hohes Risiko
- Bearbeitung im Anschluss an aktive Projekte
Passive Projekte
- Sind abhängig von anderen projekten, haben aber keinen Einfluss
Träge Projekte
- Geringe Vernetzung mit anderen Projekten
- Bearbeitung abhängig von Attraktivität
Kapitel 4
Risiko: Definition und Vorgehen
Ein noch nicht eingetretenes Ereignis, das im Falle des Eintritts einen positiven oder negativen Einfluss auf die Projektziele hat.
Entsteht durch: Nebenwirkungen, Fehler, Entscheidungen, Unbekanntes
Phasen:
- Identifikation
- Qnaitifzierung / Bewertung
- Abdeckung / Maßnahmen
- Kontrolle
Kapitel 5
Risiko: Wonach bewerten?
Eintrittswahrscheinlichkeit:
- Erwartung des möglichen Eintritts (quantitativ oder qualitativ)
Tragweite:
- Auswirkungen auf die Projektziele (Verzug, Kosten, Qualität,…)
Kapitel 5

Risiko: Verschiedene Toleranzverläufe
Kapitel 5
Risikoarten: Tabelle mit Beispielen und Instrumenten
Kapitel 5
Risikoumfeld des Unternehmers
Gesellschaftlich:
- Umwelt- und Klimaänderungen
- Rohstoffknappheit
- Demografische Veränderungen
- Veränderte gesetzliche Vorschriften
Volkswirtschaftlich
- Globalisierung
- Verändertes Konsumentenverhalten
- Kapitalmärkte
Betriebswirtschaftlich
- Outsourcing und Offshoring
- Veränderte Eigentümerstrukturen
Kapitel 5
Risikomanagement: Definition und Begründung
Ein systematischer Prozess, Risiko zu
- identifizieren
- analysieren
- bewerten
- Überwachen
Korrekturmaßnahmen: Planen und Umsetzen
Wozu?
- Änderung des Risikoumfelds und Arten
- Management von Risiken und Chancen
- Kombination von Ertragskennzahlen mit Risikokennzahlen
Kapitel 5
Risikomanagement: Prozess
Kapitel 5
Risikoanalyse: Ziel, Bearbeitungstiefe und Ergebnis in groben Projektphasen
Kapitel 5
Kalkulation von Risikoquellen
Aufteilung der Leistung in Pakete
- Fehlzuordnung
- Lücken in Kalkulation
- Höhere Kosten
Definition der Schnittstellen
- Leistungsüberlappungen
- Leistungslücken
- Falsch definierte Schnittstellen
Massenermittlung
- Falsch ermittelte Massen
- Zu teuer
- Zu preiswert
Kapitel 5
Risikoquellen in der Technik
Neuartigkeit von Produkt, Technologie, Technik, Anwendung
Leistung
Eigenschaften
Spezifikationen, auch Normen und Richtlinien
Schnittstellen
Fertigungsort (lokal)
Verpackung
Logistik
Risikoquellen im Vertrag
- Unklare Ausschreibung / unklare Vertragsformulierungen
- Angebotsumfang nicht deckungsgleich mit Erwartungen des Auftraggebers
- Herstellkosten nicht ausreichend zur Deckung der Vertragsleistungen
- Übernahme schwer kalkulierbarer Leistungen
- Unausgewogene Vertragskonditionen
- Vergleichsregelungen zur Vermeidung von Rechtsstreiten
- Rechtsstreite zur Durchsetzung von Forderungen
- Lizenzprobleme
- Produkthaftung
- Vertragsstrafen
Kapitel 5
Risikoquellen bei den Lieferanten / Partnern
- Verzug während Vertragsausführung
- Schlechterfüllung durch den Nachunternehmer
- Erhöhte Kosten wegen Selbstvornahme
- Erhöhtes eigenes Pönale-Risiko durch erforderliche Selbstvornahmen
- Liquiditätsprobleme / Insolvenz während der Vertragsdurchführung
- Pönale Risiko: Verbleib der Differenz-Pönale (Pönale = Vertragsstrafe)
Kapitel 5
Risikoquellen durch den Auftraggeber
- Mangelnde Bonität des AGs
- Überschreitung von Zahlungsfristen
- Mangelnde Sachkunde des AGs
- Verweigerung von berechtigten Nachträgen
- Unberechtigte Forderungen
- Verzögerte Mitwirkung des Auftraggebers
- Mangelnde Termintreue des AGs
Kapitel 5
Risikoquellen in der Abwicklung
- Mitwirkung der Auftraggeber
- Lösung von Schnittstellenproblemen
- Geänderte und zusätzliche Leistungen
- Erhöhter Aufwand durch Kompromisse
- Ineffizientes PM
- Ineffizientes Projektcontrolling
- Ressourcenengpässe
- Unrealistischer Terminplan
- Spätes Erkennen von Terminverzügen
- ad-hoc Beschleunigungsmaßnahmen
- Verspätete Beschaffung
- Mangelhafte QS
- wiederholte Beschaffung und wiederholter Einbau
- Mangelhaftes Sicherheitsmanagement: Unfälle
- Personalwechsel
- Inkonsistenter Informations- / Wissensstand
- Ein- und Ausgangskontrolle terminlich relevanter Informationen und Dokumente
- Dokumentation von wechselseitigen Verpflichtungen
Kapitel 5
Weitere Risikoquellen
Unklare Ziele
Höhere Gewalt
Umwelt- und wetterbedingte Probleme
Interkulturelle Probleme
Politische Gegebenheiten
Zollvorschriften
Kapitel 5
Risikomanagement-Prozess: Identifikation
Kapitel 5
Risikomanagement-Prozess: Bewertung
Quantifizierung:
- Prozentwert
- 3- oder 5-stufige Skala
Vorgehensweise:
- Erfahrungen aus früheren Projekten
- Risikochecklisten
- Expertenwissen
- Sicherheitsanalyse
- Einzel- / Mehrfachschätzung
- Delphi-Methode
- Schätz-Workshop
Risiken vermeiden: Möglichkeiten
Bei höchster Prio:
- Risiko wird vollständig beseitigt
- Projekt wird geschützt
nur möglich, wenn Ursache bekannt ist, d.h.: Ursächlichen Auslöser in der Projektplanungsphase identifizieren und ausschalten oder umgehen
Maßnahmen:
- Projekt ablehnen
- Projektanforderungen klären und detailliert beschreiben sowie abgrenzen
- realistisch planen
- Machbarkeitsstudien
- Alternativlösungen für risikobehaftete Anlagenteile/Komponenten
Kapitel 5
Risiken / Schäden vermindern: Möglichkeiten
Eintrittswahrscheinlichkeit verringern
Schadenhöhe verringern
Aktives Risikomanagement
Maßnahmen:
Pufferzeiten einplanen
Claim Management
Qualifizierte Mitarbeiter
Bewährte Lieferanten, Auftragnehmer
Experten
Qualitätssicherungsmaßnahmen
Regelmäßige Kontrollen durchführen
Kapitel 5
Risiken annehmen / übernehmen: Wann und wie?
Wann?
- Keine Existenz angemessener Maßnahmen
- Risiko ist zu gering
- Bei Risiken mit niedriger Prio
Wie?
Passiv
- schlechteste aller Möglichkeiten
- Erst bei Eintritt des Ereignisses folgt Maßnahmenplanung und -umsetzung
Aktiv
- Vorhandener Notfallplan, der bei Risikoeintritt sofort initiiert wird, z.B.:
- zusätzliche Ressourcen, auch verlängerte Arbeitszeiten
- Zusätzliches Budget
- Verlängerung der Projektlaufzeit
- Alternativlösungen umsetzen
Kapitel 5
Risiken übernehmen und verteilen: an wen?
Lieferanten
- Vertragskonditionen aus dem Kundenvertrag an Lieferanten/Unterauftragnehmer weitergeben
- Achtung: Lieferant/Unterauftragnehmer haftet in der Regel nur mit seinem Anteil am Gesamtprojekt
Versicherungen und Banken
- Haftpflicht-, Transport-, Montageversicherungen,..
- Bürgschaften, Wechselkurssicherungen
Restrisiko
- Bewertung
- Notfallplan
Anm.: Versicherungen bringen nicht immer etwas: Beispiel: Lieferant von Sony Ericson brandte 2001 ab, Sony konnte keine Handys mehr anbieten, die Kunden wechselten zu anderem Anbieter. Besser: Notfall-Lieferant haben
Kapitel 5
Versicherung: Warum versichern?
Restrisiko wird kalkulierbar
Gefahrenausgleich innerhalb eines Unternehmens
Prämien sind steuerlich wirksame Betriebsausgaben
Im Projektgeschäft meist vertraglich vorgeschrieben
Kapitel 5
Versicherungen im zeitlichen Risikoablauf
Versicherung: Typische Versicherungen
- Haftpflichtversicherung, auch Planungshaftpflicht
- Transport-/Lagerversicherung
- Montageversicherung
- Gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen (KFZ-Haftpflicht,..)
- Bürgschaften
- Kredit- und Bonitätsrisiken
Selten versichert:
- Vertragsstrafen und Verzugsentschädigungen
- Leistungsgarantien
Kapitel 5
Risiken: Wie Gegenmaßnahmen entwickeln?
Risikobewertung rechtzeitig durchführen
Geeignete Ma0nahme aus den möglichen Gegenmaßnahmen auswählen
Kosten der Maßnahme bewerten
Maßnahmen die an den ursachen ansetzen, sind zu bevorzugen (gemeinsame Ursachen identifizieren)
Früh eingeleitete Maßnahmen wie Vertragsformulierungen oder Projektplanung sind nahezu kostenneutral
Maßnahmen während der Abwicklung wie Mehrarbeit, Alternativlösungen oder Nachbesserung sind allgemein wesentlich teurer
Kapitel 5
Risiken: Typische Maßnahmen
Versicherungen
Erfahrenes Personal
Gute Kommunikation im Projektteam
Regelmäßige Projektsitzungen
Meilensteinsitzungen und Reviews
Qualitätssicherungsmaßnahmen
Klare Prozesse und Verantwortlichkeiten
Erfahrene und kompetente Unterauftragnehmer
Lieferantenmanagement mit Assessment und Audits
Übertragung
Eindeutige Abgrenzung des Liefer- und Leistungsumfanges
Ausstiegsklauseln im Vertrag
Währungssicherungen, Avale
Notfallplan
Machbarkeitsstudien, Analysen, etc.
Kapitel 5
FMEA Vorgehen
System-/Maschinenelemente und -strukturen analysieren
Funktionen und Funktionsstrukturen definieren
Mögliche Fehler identifizieren
Risiken bewerten (Schwere/Bedeutung, Häufigkeit, Entdeckung des Fehlers)
Errechnen der Risikoprioritätszahl (RPZ)
Optimierung der System-/Maschinenelemente
FMEA Arten
System-FMEA:
Analyse mit Systemkonzepten und Pflichtenheften. Wie fungieren die einzelnen Komponenten im System miteinander und wo sind die Risiken?
Sicherheit und Funktionalität prüfen.
Konstruktions-FMEA:
Teile und Baugruppen eines Systems betrachten: Wo können Ausfälle und Fehler in der Konstruktion auftreten?
Prozess-FMEA:
Mögliche Fehler im Fertigungs- und Montageprozess anhand der Fertigungspläne identifizieren. Betrachtung der Produktqualität: Sind die Prozesse zuverlässig und eignen sich für die Produktion?
FMEA
Fehler-Möglichkeits-Einflussanalyse
Sie untersucht potentielle Schwachstellen und beseitigt sie durch geeignete Maßnahmen bereits im Planungsstadrium
Präventive Fehlervermeidung ist dabei das Hauptziel der FMEA
- Vor der Analyse werden die Systeme / Komponenten / Bauteile / Prozesse / Unterprozesse / Werkzeuge über einen Funktionsbaum beschrieben
- Der Funktionsbaum ist ein Ausgangspunkt für die Bewertung der Ausfall- und Entdeckungswahrscheinlichkeit einer Funktion, sowie auch die Bedeutung der Funktionsfähigkeit für den Kunden
Kapitel 5
FMEA Vorteile
- Qualitätsbewusstsein der MA steigt
- Produktqualität steigt
- Zeit und Kosten sparen
- Bereichsübergreifender Austausch von Fachwissen
- Ordentliche und lückenlose Dokumentation der Schwachstellen
FMEA: Risikoprioritätszahl
Ob eine Maßnahme definiert werden muss und wie das Gesamtrisiko für einen Fehler bewertet wird, wird über die Risikoprioritätszahl (RPZ) festgelegt:
RPZ = A*B*E
A: Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Fehlerursache
B: Bedeutung einer Fehlerfolge für den Kunden
C: Wahrscheinlichkeit des Entdeckens einer Fehlerursache
Es gilt:
RPZ< 40: Geringes Risiko, keine Maßnahmen erforderlich
40 < RPZ < 120: Mäßiges Risiko, bei Sicherheitsteilen Maßnahmen erforderlich, einfach umzusetzende Maßnahmen immer durchführen
RPZ > 120: Risiko nicht tolerierbar, Maßnahmen erforderlich
Kapitel 5
Methoden zur Risikopriorisierung: Welche Risiken werden zuerst behandelt?
ABC-Analyse:
- Anteil am Gesamtrisiko durch Eintrittswahrscheinlichkeit * Tragweite bestimmen
- Nach kumulierten Summen ordnen und in A- B- C-Kategorie einordnen
Alternative:
Pareto-Analyse
Kapitel 5
Gegenseitige Abhängigkeit von Risiken: Darstellung in Matrix

Risikoidentifizierung: Methoden
Best Practice Sharing mit ähnlichen Projekten
Dokumentations- und Anforderungsanalyse
Organisationsanalyse
Besichtigungsanalyse
Checklisten
Annahmeanalyse (Szenarien)
Brainstorming
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Best Practice Sharing
Mit bereits abgeschlossenem Projekt vergleichen:
- Risikoidentifizierung, Maßnahmen, Umsetzujng
- Wirksamkeit der Maßnahmen
Zurückgreifen auf Doku:
- Risikolisten
- Projektberichte
- Schadensberichte
- Risikoanalysen
- Maßnahmenkataloge
- Projektnachkalkulationen/-nachbetrachtungen
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Dokumentations- und Anforderungsanalyse
Vertrag (und alle Dokumente, die Vertrag bilden)
Ausschreibungsunterlagen (technisch und kommerziell)
Projektplanungsunterlagen (Terminpläne, Kosten- und Zahlungspläne, Ressourcenpläne)
Besprechungskontrolle
Schriftverkehr
Technische Dokumentation (Lasten-/Pflichtenheft, Projektanforderungen,…)
Sonstige Bestimmungen (Normen, Richtlinien, Stand der Technik)
Gesetzliche Vorschriften (Arbeitsgesetze, Umweltgesetze, Zollbestimmungen,..)
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Organisationsanalyse
- Berücksichtigung der eigenen und der Organisation bei Auftraggebern und Auftragnehmern
- Am Projekt beteiligte Organisationseinheiten
- Verantwortlichkeiten innerhalb des Bereiches / Unternehmens
- Qualifikation des PLs/der Projektmitarbeiter
- Geschäftsstrategie und Prioritäten des Auftraggebers
- Organisation und Verantwortlichkeiten beim Auftraggeber
- Weitere Stakeholder und ihre Interessen
- Quali und Zuverlässigkeit der Unterauftragnehmer und Lieferanten
Bei Auslandsprojekten zusätzlich:
- Interkulturelle Aspekte
Politische, gesellschaftliche und ggf. religiöse Gegebenheiten
- Arbeitsbedingungen
- Zusammenarbeit mit anderen Auftragnehmern
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Besichtiungsanalysen
Berücksichtigung von Umgebungsbedingungen
existierende Gebäude und anlagen
Zu- und Abfuhr von Betriebsmitteln und Energien
Bodenbedingungen
Klimabedingungen
Vorgegebene Infrastruktur
Landschaftliche und Geographische Bedingungen
Vorhandenes Personal
Ortsbegehungen frühzeitig durchführen um Risiken rechtzeitig zu erkennen
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Szenarien
Zu Projektbeginn werden Annahmen, Szenarien, Hypothesen getroffen. Jetzt werden diese Annahmen kritisch hinterfragt: “Was wäre, wenn…”
Methoden:
- Ausfalleffektanalyse (FMEA)
- What-If-Methode
- Fehlerbaumanalyse
- Hazard and Operability Studies Hazop (PAAG)
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Szenarien:
Methode “HAZOP / PAAG”
Das PAAG-Verfahren beschreibt eine systematische Vorgehensweise zum Auffinden möglicher Abweichungen und Störungen in Systemen aller Art. Etabliert hat sich die Methode, die identisch mit dem HAZOP-Verfahren (von englisch Hazard and Operability) ist, insbesondere als Instrument der Sicherheitstechnik in der Prozess-, Pharma- und Petrochemie.
- Identifikation der Prozessparameter
- Ausführung der Sollfunktion wird verändert
- Schlüsselwörter: mehr, weniger, ja, nein, früh, spät, auch, etc
- Konsequenzen ermitteln und Gegenmaßnahmen entwickeln
Risikoidentifizierung: Brainstorming
- Wird im Projektteam durchgeführt
- Ermittlung der Risiken anhand der vorhandenen Unterlagen
- Auswahl eines Arbeitspaketes
- Risiken / Chancen benennen
- Eintragung in Listen
- Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite schätzen
Probleme:
- Zeitintensiv
- Keine Diskussion während Benennung
Kapitel 5
Risikoidentifizierung: Checklisten
- Von abgeschlossenen Projekten lernen
- Erfahrungen anderer Fachbereiche nutzen
- Ergänzujng zu anderen Techniken
- Neue Risiken sind nicht erfasst
- Nach Projektabschluss zwingend notwendige Aktualisierung
Probleme:
- Lediglich abhaken ohne nachzudenken
- Keine Aktualisierung
Kapitel 5
Chancenmanagement
Mit geeigneten Maßnahmen sicherstellen, dass die gewünschten Effekte eintreten
Vorgehen ist identisch mit dem des Risikomanagements
Strategien im Umgang mit
Risiken:
Vermeiden, verringern, übertragen, übernehmen und tragen
Chancen:
Ausnutzen, erhöhen, Teilen, ignorieren
Kapitel 5
Chancenmanagement: Chancen ausnutzen
Eintrittswahrscheinlichkeit durch geeignete Maßnahmen auf 100% erhöhen
- Vorhersehbare Änderungen vertraglich ausschließen und später als Claim bzw. Change Order nachfordern
- Kostenvorteile durch Währungsschwankungen nutzen
- Produktivitätssteigerung ausnutzen
- Einkaufsgewinne durch professionelles Lieferantenmanagement nutzen
- Preisverfall durch kurzfristigen Abruf nutzen
Kapitel 5
Chancenmanagement: Chancen erhöhen
Eintrittswahrscheinlichkeit durch geeignete Maßnahmen erhöhen:
- professionelles Vertrags- und Claimmanagement betreiben
- Kunden frühzeitig auf Schwierigkeiten hinweisen und Lösungen anbieten
- Vertrauensvolle Zusammenarbeit sicherstellen
- Kontakte auch auf der perönlichen Ebene pflegen
Kapitel 5
Chancenmanagement: Chancen teilen
Vertragspartner (Kunde, Unterauftragnehmer, lieferanten) intensiv einbinden (win-win)
- Aufgaben an Unterauftragnehmer weitergeben
- Fertigung mit Unterlieferanten verzahnen
- Bietergemeinschaften gründen
- Beteiligungen eingehen
- Projektergebnisse gemeinsam vermakten
Kapitel 5
Chancenmanagement: Chancen ignorieren
Chancen, deren Nutzen zu Projektbeginn als gering eingestuft werden, werden niciht durch Maßnahmen begleitet
- Kontinuierliche Kontrolle!
Kapitel 5
Risiken-Controlling: Allgemeine Methode
Plan
Do
Check
Act
Kapitel 5
Wesentliche Vertragsinhalte
Lieferungen und Leistungen
Mitwirkungspflichten des Kunden
Regelungen bei Verzug
Verzögerungen
Abnahmeprozesse
Preise / Zahlungsbedingungen
Mängelhaftung
Höhere Gewalt
Kündigung / Rücktritt
Haftung für die Verletzung von Schutzrechten Dritter
Haftungsbegrenzung
Anwendbares Recht
Schiedsverfahren
Kapitel 6
Vertragsinhalte: Lieferungen und Leistungen
Beschreibung des Liefer- und Leistungsumfangs
Lieferinhalte und Mengengerüste
Leistungsverzeichnis
Besondere Ausführungsvorschriften, z.B. für Konstruktionen, Fertigungsabläufe etc.
Montageabläufe
Ersatzteillieferungen, Bereitstellungsfristen
Schulung des Kundenpersonals
Vermeiden:
- “All inclusive” oder andere Komplettierungsklauseln
Kapitel 6
Vertragsinhalte: Was wird aus Sicht des Anlagenbauers und des Kunden noch geschuldet?
Anlagenbauer
- Angaben und Methoden zur Mängelhaftung
- Haftungsumfang: Nacherfüllung / Schadenssersatz
- Ausschüsse: Verschleiß, Falscher Betrieb
- Fristen
- Betriebsart der Anlage, Schichten, Zeiten
Kunde
- Zahlung / Geld –> Abrechnung
- Zölle
- Zinsen bei Zahlungsverzug
(Ergänzende Vorlesungsnotiz!)
Vertragsinhalte: Typische Mitwirkungspflichten
Beantragung von Genehmigungen, z.B. Baugenehmigungen
Übermittlung von Plänen und Ausführungsunterlagen
Unterstützung bei den Zollformalitäten
Bereitstellung der Baustelle und der notwendigen Infrastruktur (Wasser, Strom, Logistik, Lagerfläche, Unterkunft,..)
Diebstahlsicherung
Beistellungen des Kunden oder seiner Nachunternehmer oder Partner
Qualifiziertes Personal für den Probebetrieb
Kapitel 6
Incoterms 2010
Detaillierte Regelung von Fragen, die im Zusammenhang mit Lieferung und Abnahme stehen
Regeln auch Gefahrtragung im Falle des zufälligen Unterganges (Achtung Übertragung des Eigentums geht damit nicht zwingend einher)
Aufteilung der Kosten im Rahmen der Gefahrtragung
Regelungen hinsichtlich der Beschaffung von Beförderungsdokumenten (Aus- und Einfuhrlizenzen etc. sowie Verteilung der damit zusammenhängenden Kosten, wie Zölle, Gebühren, etc.)
–> Klare Regelung von Rechten und Pflichten
Kapitel 6
Vertrag: Wann kommt ein Vertrag zustande?
- Wenn mindestens zwei
- sich inhaltlich deckende
- aufeinander bezugnehmende
- von einem Verpflichtungswillen getragene
Willenserklärungen vorliegen
Verzug: Allgemeine Hinweise
Verspätung
i.d.R. Mahnung
Verschulden
Kein Verzug ohne Mahnung (u.U. bei kalendermäßig bestimmbarem Termin entbehrlich)
Entschuldigungsgründe:
Höhere Gewalt
Ausbleiben der erforderlichen Mitwirkung des Kunden
Kapitel 6
Vertrag: Mängelhaftung
Voraussetzungen und Rechtsfolgen
Voraussetzungen:
Mängel der Lieferung/Leistung zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs
Einhaltung der Verjährungsfrist
Rechtsfolgen aus dem Gesetz (BGB)
Nacherfüllung, Nachbesserung oder Neuleistung
Rücktritt
Minderung
Schadensersatz
evt. Selbstvornahme
Kapitel 6
Vertrag: Abnahme (Definition)
Körperliche Hinnahme der Leistung, Kunde erkennt die Leistung als in der Hauptsache vertragsgerechte Erfüllung an.
Kapitel 6
Formen von Vertragsstrafen
Pönale - “Contractual penalty”:
Strafe für Verzug, unabhängig davon, ob überhaupt ein Schaden eingeteten ist
Pauschalierter Schadensersatz - “liquidated damage”:
z.B. bei Verzug oder Schlechtleistung, vorweggenmmene Schadensschätzung
(Notizen aus VL)
Rechtliche Regelungen zur Vertragsannahme
PAC: Provisional Acceptance Certificate
- Nach erfolgreicher Inbetriebnahme
- Gefahrenübergang auf Kunde
- Beweislastumkehr
- Beginn der Gewährleistung
FAC: Final Acceptance Certificate
- Nach Ende der Gewährleistungszeit
- Restzahlung des Gewährleistungseinbehalt
Vertrag: Abnahmeverpflichtung
Definition
Der Kunde ist zur Abnahme verpflichtet, wenn die Leistung/das Werk fertig gestellt und mängelfrei ist.
Verweigerungsgründe:
Wesentliche Mängel berechtigen immer zur Verweigerung
Unwesentliche Mängel berechtigen nicht zur Verweigerung (BGB); möglicherweise aber nach anderen Rechtsformen)
Kapitel 6
Annahmeverzug
Verweigert der Kunde die Annahme ohne Grund, so kommt er in “Annahmeverzug”
- Bei Annahmeverzug: Gefahrenübergang auf den Auftraggeber, dh.h. der Auftragnehmer ist von seiner Lieferpflicht frei
- Der Auftragnehmer erhält einen Anspruch auf Gegenleistung, wenn die Lieferung zufällig zerstört wird
- Haftung des Auftragnehmers dann nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit
- Auftragnehmer hat Anspruch auf Ersatz der Erhaltungs- und Lagerkosten
Kapitel 6
Pauschale Abrechnung: Vor- und Nachteile
Verrechnung nach Vertragspreis
Vorteile:
- Kein Nachweis von Einzelleistungen
- Keine Preistransparenz
Nachteile:
- Kalkulationsrisiko im Mengengerüst
- Änderungs-/Change Order Prozedere ist zwingend erforderlich
- u.U. keine Basis für Abrechnung von Mehrleistungen
–> Pauschalpreis heißt nicht gleichzeitig auch Festpreis. Preisgleitklauseln oder Wechselkursveränderungen sind noch möglich!
Kapitel 6
Abrechnung nach Aufwand: Vor- und Nachteile
Verrechnung nach aufgewendeten Stunden, bzw. nach aufgewendetem Material
Vorteile:
- Keine Einbußen wegen falscher Kalkulation
- Verzögerungen gehen immer zu Lasten des Kunden
Nachteile:
- Ständige Nachweispflicht
- Angebot/Vertrag auf Basis einer großen Zahl von Einzelpreisen
- Risiko des variablen Gesamtpreises
- Aufwändige Abrechnungsunterlagen
Kapitel 6
Abrechnung nach Aufmass: Vor- und Nachteile
Verrechnung nach installiertem Material
Vorteile:
- Nachweis der fertig gestellten Leistung
- Leistungsstand messbar
- Fehlkalkulation bei Material kaum möglich
Nachteile:
- transparente Einzelpreise
- aufwändiges Nachweisverfahren, aufwändige Nachweisunterlagen
- Personalaufwand ist an Materialmengen gekoppelt
- Arbeitsschwierigkeiten sind schwer zu kalkulieren
Kapitel 6
Preisvereinbarungen: Arten
Festpreis:
Einzelpreise oder Gesamtpreis sind für den Auftrag fest vereinbart
Kostensteigerungen können daher nicht weiter gegeben werden
Gleitpreis:
Auftraggeber übernimmt ganz oder teilweise Kosten, die durch nicht vorhersehbare Erhöhungen ausgewählter Kostenarten während der Projektlaufzeit entstehen. (z.B. Lohnkosten, Rohstoffe,…)
Kapitel 6
Preisgleitklausel: Formel zur Preisberechnung
Kapitel 6
Kaufmännisches Bestätigungsschreiben: Voraussetzungen
Vorherige mündliche Verhandlungen
Schreiben gibt das Ergebnis der mündlichen Verhandlungen wieder
Absender des Schreibens muss “redlich” sein, d.h. er muss glauben dürfen, dass das Schreiben die Vereinbarungen korrekt wiedergibt
Empfänger des Schreibens muss Kaufmann im Sinne des HGB sein
–> Es kommt ein Vertrag mit dem Inhalt des Schreibens zustande, wenn nicht unverzüglich widersprochen wird (unverzüglich: “ohne schuldhaftes zögern”)
Kapitel 6
Warum Claim Management?
Hoher Druck internationaler Konkurrenz
Geringe Renditen
Potente Auftraggeber demonstrieren Marktmacht
Komplexe Verträge und Projekte
Abnehmender Einfluss auf Vertragsgestaltung
Pönale als zusätzlicher Preisnachlass
Kunden und Unterlieferanten betreiben Claim Management
Kapitel 7
Claim Management: Leistungen
Aufwandsentschädigung sicherstellen
Abwehr ungerechtfertigter Forderungen
Kosten gering halten
Risiken minimieren
Konflikte versachlichen
Kapitel 7
Claims: Wie vermeiden?
Es gibt keine Claims während der Vertragsabwicklung, wenn
- Lieferungen und Leistungen
- Termine
- Vergütungen und
- Mitwirkungspflichten
klar definiert sind und alle Beteiligten sich daran halten
Kapitel 7
Claim Management: Ansätze
Claim Management: Beschreibung iPAT (auch Definition)
Claim Management ist
- das geplante und kontrollierte
- Voraussehen, Beobachten, Feststellen, Dokumentieren und Geltendmachen oder Abwehren
- nicht ursprünglich zwischen den Parteien geregelten Forderungen
- die sich erst aus Abweichungen des tatsächlichen vom geplanten Vertragsverlauf ergeben und
- die Schaffung neuen Verhandlungspotentials
Kapitel 7
Claim Management: Arbeitsfeld
Skizze
Kapitel 7
Claim Management: Charakteristika
Claims sind berechtigte Ansprüche
Claim Management findet während aller Projektphasen statt
Claim Management is Teamwork
Claim Management folgt internen Abläufen und dem Vertrag
Externe Berater können hilfreich sein
Claim Management finanziert sich selbst
Kapitel 7
Claim-Meilensteine
Kapitel 7
Claim Management: Ansätze zum Aufbau / zur Abwehr
Kapitel 7
Differenziere Change Order und Claim
Change Order (Nachtrag):
- Geht vom AG aus
- “Kleines Projekt”
- Klar geregeltes Procedere
- Meist einvernehmliche Einigung
Claim:
- Geht i. Allg. vom AN aus
- “Kleines Schiedsverfahren”
- Oft nicht klar geregeltes Procedere
- Häufig strittig
Ziel: Claims in Nachträge überführen
Kapitel 7
Claim: Bestandteile
Anspruch:
Ursache
Wirkung / Folgen
Anspruchsgrundlage
Schadenshöhe:
Bewertung der Folgen
Beweise
Kapitel 7
Voraussetzungen für ein erfolgreiches Claim Management
Abgestimmter Prozess
Einfache Tools
“Bringschuld” für vermutete Claims einschließlich Beweisen liegt bei den Einheiten, in denen die Auswirkungen erkannt werden
Enge zusammenarbeit der beteiligten Einheiten
Rückfluss des Claim Ergebnisses (erstattete Kosten) in die von den Auswirkungen betroffenen Einheiten / Projekte
Kapitel 7
Aufgaben des Claim-Managers
- Angebots-/Vertragsanalyse und Identifizierung von Claim-Risiken und -Chancen
- Festlegung des vertraglichen Change-Order-Procederes
- Unterstützung bei Vertragsgestaltung und -verhandlung
- Mitarbeit bei Festlegung der Abwicklungsstrategie und Ableitung vertragsrechtlicher Vorgaben für die kaufmännische Abwicklung und den Einkauf
- Einrichtung der Abläufe zur Identifizierung und Dokumentation von Change-Order und von Claim-relevanten Vorgängen
- Teilnahme an allen wesentlichen ein- und ausgehenden Korrespondenzvorgängen
- Steuerung bzw. Unterstützung des Projektteams bei der Identifizierung und Analyse von Änderungen und Störungen in der Auftragsabwicklung
- Aufbereitung und Verfolgung von Change-Orders und Claims hinsichtlich Begründung, Kosten, Termine und Fristen; hierbei Koordination der Fachdisziplinen
- Unterstützung der Verantwortlichen (Projektleitung, Einkauf) bei der Verhandlung von Change Orders und Claims
- Aufbereitung von, oder Unterstützung des Projektkaufmannes bei Versicherungsfällen
- Unterstützung bei der Erlangung der Abnahmezertifikate
Claim-Manager: Kompetenzprofil
Claim Verfahren
Vertragsmanagement, Recht
Schlichtungsverfahren
Kalkulation und Abrechnungsmethoden
Projektmanagement
Technisches Grundverständnis
Kommunikation, Sprache
Kapitel 7
Claim-Manager im Projekt: Komplexität vs. Projektgrröße
Kapitel 7
Claims: Ursachen
Anordnung von Mehr- oder Minderleistungen
Änderungen von Spezifikationen
Änderung der Umgebungsbedingungen
Bereitstellung von Planungsvoraussetzungen
Planungsfreigaben
Fertigungs-/Montagefreigaben
Beistellung von Lieferungen und Leistungen
Änderung des Inspektionsumfangs
Abnahmen / Inspektionen
Änderung von Abläufen
Aufforderung zur Beschleunigung
Kapitel 7
Claims: Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
- Direkte Kosten für Personal, Material, Ausrüstungen, Unterlieferanten
- Kosten für Wartezeiten (Personal, Werkzeuge, Geräte), Lagerkosten
- Indirekte Kosten für Management, Überwachung, Büros und Büroausstattung, Mieten, Leasing, Verbrauchsmaterial
- Produktivitätseinbußen
- Kosten für Bürgschaften, Zinsen
Terminliche Auswirkungen
- entschuldigt, nicht kompensierbar: Verzögerungen aufgrund von Streiks, Feuer, Wetter, Kriegseinwirkungen,..
- Entschuldigt, kompensierbar: Verzögerungen, die der Auftraggeber oder Unterlieferanten des AG zu vertreten haben, wie z.B. Change Order, verspätete Lieferungen und Abnahmen
- Unentschuldigt, nicht kompensierbar: Verzögerungen, die der Auftragnehmer, Unterlieferanten des AN zu vertreten haben, wie z.B. Personalmangel, verspätete Leistungen und/oder Lieferungen
- Überlappende Verzögerungen: Verzögerunge, die AG und AN zu vertreten haben, treten gleichzeitig auf
Kapitel 7
Claim Dokumentation: Mögliche Beweise
Fotos (mit Datum und Uhrzeit)
Lieferscheine
Schadensberichte / Prüfberichte / Mangelnachweise
Besprechungsprotokolle (Minutes of Meeting)
Schriftverkehr / E-Mail Korrespondenz
Aktennotizen
Telefonnotizen
Zeugen
Kapitel 7
Claim Dokumentation: Aufstellung der Kosten
Wer führte wann welche Leistungen warum aus und investierte wie viel Zeit und Kosten?
- Stundenaufstellungen mit Beschreibung der Aktivität (Schadensbeseitigung, Nachbesserung, Aufsicht, Wartezeit, Beschleunigung,…)
- Rechnungen (z.B. von Lieferanten oder Partnern)
- Reisekostenabrechnungen
- Mieten, Leasing Raten, Gebühren,…
- Zinsverluste
- Vertragsstrafen
Kapitel 7
Claim Dokumentation: Beweise aus Vertrag
Vertrag einschließlich aller Beilagen
Bestellung
Angebot
Auftragsbestätigung
AGB’s
Spezifikationen
technische Beschreibungen
Zeichnungen
Geltende Normen und Regelwerke
Kapitel 7
Bedeutung von Dokumentation
- Wer eine Forderung erhebt, trägt die Beweislast
- Der Erfolg eines Claims oder eines Nachtrags hängt entscheidend von den beigefügten Beweisen ab
Claim: Allgemeine Einflüsse
Kulturell
Projektphase
Vertrauensverhältnis
Erfahrungen
Unternehmensstrategie
Kapitel 7
Claim: Vorgehen
Realistisches und klares Ziel
beste Alternative heraussuchen
die starken Argumente kennen
Identifikation der Alternativen falls keine Einigung erreicht wird
beste Lösung für den Partner analysieren
Kapitel 7
Claim: Verhandlung
Vertragliche Spielregeln einhalten
Rechtzeitiges Einreichen von Bedenken- und Behinderungsanzeigen
Aufzeichnungen detailliert und nachvollziehbar
Logische Argumentation
Bereitstellung der Beweise
Kapitel 7
Allgemeines Verhalten gegenüber eines Vertragspartners
- Ausschließlich mündliche Absprachen vermeiden
- Relevante Inhalte schriftlich fixieren und / oder schriftlich bestätigen lassen
- Besprechungsergebnisse protokollieren
- Verantwortlichkeiten frühzeitig festlegen
- Möglichst keine Aufgaben des Beklagten ohne dessen Zustimmung übernehmen (Kostenübernahme-Erklärung fordern)
- Keine Zusagen, die nicht in den eigenen Arbeitsbereich fallen
- Claim Management ist Teamwork -> Abstimmung mit betroffenen Kollegen
Kapitel 7
Berechnung der Claim-Kosten
Mehrkosten durch die Ursache (neg.) + Kosten der Claim-Bearbeitung (neg.) + (nach der Verhandlung zugestandener Betrag (pos.) = Claim-Ergebnis
Kapitel 7
Qualität: Bedeutung
Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt
Zusammenspiel aus: Merkmal, Ziel, Erfüllung
Kapitel 8
Qualitätsanforderungen
Kunde:
Qualität / Hochwertig
Preis
Nachhaltigkeit
Langlebigkeit
Zufriedenheit
Lieferant:
Günstig
Schnell
Gewinn
Qualität
Kundenzufriedenheit
Kapitel 8
Qualität: 5Ws
Warum wird diese benötigt?
Was ist das?
Wie kann Qualität eingesetzt werden?
Wo kann Qualität etwas tun?
Wann kommt ein Resultat zurück?
Kapitel 8
Qualitätsverständnis früher vs. heute
Quali früher:
QS -> Produkt -> Ergebnis
Kapitel 8
Herausforderungen im Qualitätsmanagement
Eigene Anforderungen klar formulieren
Anforderungen des Kunden erfüllen
Sich an die selbst auferlegten Regeln / Kriterien halten
Den Kunden begeistern
die Mitarbeiter bei Veränderungen mitnehmen
Zufriedene Kunden haben
Kapitel 8
Selbstverständlichkeit im Qualitätsmanagement
Kundenwünsche erfüllen wollen
Qualität liefern
Innovationen realisieren
KVP durchführen
Kundenwünsche identifizieren
Kapitel 8
Qualität: Definition nach DIN ISO 8402:1995
Qualität ist die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit (Produkt, Prozess, Dienstleistung) bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen
- Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt
- Qualität wird dabei aus Sicht des Kunden im Vergleich zu Wettbewerbern und / oder als Ergebnis beherrschter Prozesse betrachtet
Kapitel 8
Qualitätsmanagement: Definition nach DIN EN ISO 9000:2000
Aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bzgl. Qualität
Innerhalb einer Organisation wird durch ein QMS die notwendige Transparenz geschaffen, die für eine fehlerfreie Gestaltung und Realisierung der Abläufe erforderlich ist
Kapitel 8
Qualitätskreis im Produktlebenszyklus
Kapitel 8
Qualitätsmanagement: Prozessmodell
Beschreibung und Skizze
- Initiator jeglicher Aktivitäten sind Kundenanforderungen
- Ziel ist die Erfüllung der Kundenanforderungen und eine hohe Kundenzufriedenheit
- Die Organisationsleitung beaufsichtigt die Prozessplanung und stellt die notwendigen Ressourcen zur Verfügung
- Eine Analyse der Prozessergebnisse und der Kundenzufriedenheit resultiert in eienr Bewertung des Status-quo
- Aus den Bewertungen werden Verbesserungs- und Korrekturmaßnahmen abgeleitet
- Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess hat ebenfalls die Prozessoptimierung zur Erreichung einer hohen Kundenzufriedenheit zum Ziel
Kapitel 8
Prozessorientierter Ansatz im Qualitätsmanagement:
Beschreibung und Bestandteile
Systematisches Erkennen und Handhaben verschiedener Prozesse innerhalb der Organisation sowie deren Wechselwirkungen
- Haupt- bzw. Kernprozess (Wertschöpfung)
- Unterstützungsprozesse
- Managementprozesse
- Controllingprozesse
Kapitel 8
Charakteristika allgemeiner Qualitätsziele
Leiten sich von der Erfüllung der Erfordernisse ab
- sind immer kundenorientiert / auf Kundenwunsch
- sind zu spezifizieren und zu dokumentieren
- sind abhängig von den Schwerpunkten der Fachabteilungen
- richten sich nach Produkteigenschaften
Kapitel 8
Grundsätze im Qualitätsmanagement
Kundenorientierung
Führung
Einbeziehung der Personen / Fachabteilungen
Prozessorientierter Ansatz
Verbesserung
Faktengestützte Entscheidungsfindung
Beziehungsmanagement
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Kundenorientierung
Umfassendes Verständnis aller Erwartungen und Bedürfnisse der Kundengruppen
Kommunikation dieser Erwartungen
Messung der Kundenzufriedenheiit und Initiierung von Maßnahmen
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Führung
Vorbildfunktion
Visionen für die Zukunft der Organisation
Förderung einer offenen Kommunikation
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Einbeziehung der Personen / Fachabteilungen
Suche nach Kompetenz der Mitarbeiter
Austausch von Erfahrungen in Teams
Schaffung einer Atmosphäre zur Zufriedenheit der Mitarbeiter
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Prozessorientierter Ansatz
Definition der Prozesse zur Zielerreichung
Identifikation von Schnittstellen innerhalb der Organisation
Beteiligung aller Kunden (Intern und extern)
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Verbesserung
KVP ist Ziel aller Mitarbeiter in allen Bereichen
Regelmäßige Bewertung des Status-quo als Grundlage für KVP
Langfristige Erfolge realisieren
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Faktengestützte Entscheidungsfindung
Einsatz von Unternehmenskennzahlen
Kennzahlen als Grundlage zur Entscheidungsfindung
Ursache und Wirkung
Kapitel 8
Grundsätze im QM: Beziehungsmanagement
Identifikation von (Schlüssellieferanten) interessierten Parteien und gegenseitige Abhängigkeit
Vertrauensarbeit
Offene Kommunikation mit den Lieferanten
Gemeinsame Durchführung von Entwicklungen und Optimierungen
Kapitel 8
Qualitätsmanagement-Handbuch: Definition
Das QM-Handbuch stellt die Beschreibung des QM-Systems eines Unternehmens (…), die von der Unternehmensleitung in Kraft gesetzt, bezüglich ihrer praktischen Anwendung überwacht und jeweils dem neuesten Stand angepasst wird, dar.
Seit 2015 ist ein Handbuch nicht mehr zwingend vorgeschrieben!
Aufbau- und Ablauforganisation im QM: Definition
Aufbauorganisation:
Darstellung der Organisationsstruktur des Unternehmens, woraus die Zuständigkeiten und Befugnisse deutlich werden.
Ablauforganisation:
Darstellung und Beschreibung der verschiedenen Arbeitsprozesse im Unternehmen und deren Schnittstellen.
Kapitel 8
Hierarchie der QM-Dokumente
Kapitel 8
Wichtige Normen im QM
DIN EN ISO 9000:2015:
QM-Systeme: Grundlagen und Begriffe
DIN EN ISO 9001: 2015-11
QM-Systeme: Anforderungen
DIN EN ISO 9004:2018
QM - Qualität einer Organisation - Anleitung zum Erreichen nachhaltigen Erfolgs
DIN EN ISO 19011:2018-07
Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen
Kapitel 8
DIN EN ISO 9001: 2015-11
QM-systeme - Anforderungen
- In dieser Norm sind die Anforderungen an ein QM-System festgelegt
Die Norm beschreibt dabei modellhaft das gesamte QM-System und ist damit Basis für ein umfassendes QM-System
Zudem ist sie Grundlage für die Vergabe eines Zertifikates für das QM-System
Der Prozessorientierte Ansatz der Norm basiert dabei auf den vier Hauptprozessen einer Organisation, die den Input in einen Output verwandeln
Kapitel 8
DIN EN ISO 9004:2018
QM - Qualität einer Organisation - Anleitung zum Erreichen nachhaltigen Erfolgs
- Leitlinien für das Erreichen eines nachhaltigen Erfolgs in eienr komplexen, anspruchsvollen und sich ständig wandelnden Umgebung
- Bezug auf Grundsätze der ISO 9001:2015
- Bei gemeinsamer Anwendung erleichtert die Norm die Erstellung einer einheitlichen Grundlage für Werte und Strategien der Organisation
- Ein wichtiges Ziel der Norm ist, Vertrauen zu schaffen
Kapitel 8
DIN EN ISO 19001: 2018-07
Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen
- Diese Norm enthält eine Anleitung für die Auditierung / Beurteilung von Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen
- Bei einem Audit wird allgemein überprüft und beurteilt, ob Standards / Normen / Anforderungen / Festlegungen erfüllt und eingehalten werden
Kapitel 8
Direkte Aufgaben im QM
Bearbeitung und Überwachung von Reklamationen
- Einführung zu Reklamationen
- 8D Methode
- Q7 - elementare Qualitätswerkzeuge
- FMEA
Freigabeerteilung und Überwachung von Serienanläufen und Änderungen in laufender Serie durch Bemusterungen
Auditierungen
Prüfmittelmanagement und Messtechnik
Betreuung von Six Sigma Projekten
Kapitel 8
Wann kommt es zu Rückrufaktionen bei Reklamationen?
Rückrufaktionen sind zwingend erforderlich, wenn eine Gefahr für Leib und Leben als Folge eines Fehlers am Produkt entsteht
Kann man den Zeitpunkt des Fehlerauftretens eingrenzen, werden nur die betroffenen Produktchargen zurückgerufen
Kann man den zeitpunkt des Fehlerauftretens nicht eingrenzen, müssen alle Produkte zurückgerufen werden, die an den Endverbraucher ausgeliefert wurden
Kapitel 8
Wer kann über Rückrufaktionen informieren?
Hersteller
Bundesbehörden
Landesbehörden / Bundesländer
Europäische Kommission
Medien
Behörden
Kapitel 8
Ziele des Problemlösungsprozesses
- Im Idealfall wird der Problemlösungsprozess bereits angewandt, bevor Probleme entstehen und minimiert so das Risiko von Reklamationen
- Im Reklamationsfall müssen Lösungen zur Problemfindung gefunden und Maßnahmen definiert werden, um den Fehler so schnell wie möglich abzustellen
- Verschiedene Verfahren, >Methoden und Qualitätswerkzeuge werden dabei zur Verfügung gestellt, um dieses Ziel nicht nur schnell, sondern auch nachhaltig zu erreichen
- Oberstes Ziel ist die Kundenzufriedenheit weiterhin sicherzustellen
Kapitel 8
Elementare Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess
Fehlersammelliste
Stratifikation / Datenerfassung
Histogramm / Säulendiagramm
Qualitätsregelkarte
Korrelationsdiagramm
Pareto-Diagramm
Ursache-Wirkungs-/Ishikawa-Diagramm
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Fehlersammelliste
Qualitätswerkzeug zur Erfassung und Darstellung von Fehlerarten
Aus Gründen der Übersichtlichkeit sollten verwandte Fehler in Kategorien zusammengefasst werden
Genaue Fehlerbeschreibungen sind jedoch erforderlich, um die richtigen Fehlerbehebungsmaßnahmen definieren zu können
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Stratifikation/Datenerfassung:
Bei diesem Q-Werkzeug werden Daten unterschiedlicher Herkunft erkannt und getrennt voneinander geschichtet
Dadurch lassen sich Fehler besser erkennen und die richtigen Verbesserungsmaßnahmen herleiten
Mögliche Stratifizierungsmerkmale: Fertigungsort, Maschinen, Werkzeuge, Umgebung
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Histogramm/Säulendiagramm
Bei einem Histogramm werden gesammelte Daten zu Klassen zusammengefasst
Die Höhe der Säulen entspricht der Anzahl der Daten = der Häufigkeit
Die Breite der Säulen stellt den größten und kleinsten Zahlenwert der Messreihe einer Klasse dar
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Qualitätsregelkarte
Die Qualitätsregelkarte dient der graphischen Darstellung von Daten aus Stichprobenprüfungen im laufenden Fertigungsprozess
Sie sind ein Nachweis über die Beherrschbarkeit des Prozesses
Durch Warn-, Eingriffs- und Toleranzgrenzen wird der Prozess überprüft
Bei Überschreiten kann in den Prozess eingegriffen werden
Ziel ist das Erkennen von Abweichungen, die Vermeidung von Ausschussproduktionen und die zeitbezogene Prozessdarstellung
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Korrelationsdiagramm
Mit Korrelationsdiagrammen werden zwei veränderliche Merkmale graphisch in Bezug zueinander gebracht
Die Merkmale dabei werden paarweise aufgenommen und als Punkte dargestellt
Anschließend wird nach einem Rückschluss in der Beziehung zueinander geschaut
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Pareto-Diagramm
Pareto basiert auf der Annahme, dass 20% der Fehlerarten 80% der Fehler zur Folge haben
Pareto-Diagramme stellen den Beitrag einzelner Fehlerarten in der Reihenfolge ihrer Bedeutung in Gruppen dar
Im 1. Drittel bilden sich die häufigsten / bedeutendsten Fehlerarten aus, die in die A-Gruppe eingruppiert werden
Durch die Pareto-Darstellung können Fehlerursachen besser erkannt, Korrekturmaßnahmen gezielter umgesetzt und dadurch Fehlerhäufigkeiten besser reduziert werden
Kapitel 8
Qualitätswerkzeuge im Problemlösungsprozess: Ursache-Wirkungs-/Ishikawa-Diagramm
Ursache-Wirkungs-Diagramme sind für die Analyse komplexer Sachverhalte gut geeignet
Fachabteilungen können Ursachen und Wirkungen gemeinsam erarbeiten, darstellen und bewerten
Die Hauptursachen sind dabei in sieben Gruppen (7M) unterteilt, die in Einzel- und Nebenursachen wiederrum gegliedert werden können
Die graphische Darstellung ermöglicht eine strukturierte Identifizierung von Einflüssen und zeigt zudem Abhängigkeiten auf
In der Reklamationsabteilung ist es ein unerlässliches Werkzeug
Kapitel 8
Reklamationen
Reklamationen sind jegliche Abweichungen am Produkt vom Soll-Zustand
Wer kann Reklamationen anzeigen?
Kunde
Fertigung
Lieferant
Welche Fehlerarten gibt es?
Individuell auf Produkt und Prozess anpassbar
Kapitel 8
Problemlösungsprozess: 8D-Methode
Die 8D-Methode ist eine Problemlösungstechnik, die prozessgesteuert ist
Ziel von der 8D-Methode ist dabei:
- Eine gezielte Fehlerbeschreibung und Ursachenfindung
- Risiken durch den Fehler zu bewerten
- Maßnahmen zur Abstellung oder Entdeckung von Fehlern zu beschreiben, zu bewerten und umzusetzen
- Maßnahmen zur Vermeidung von Wiederholungsfehlern zu beschreiben, zu bewerten und umzusetzen
- Die Problemlösung im Team durchzuführen
Kaiptel 8
Risikoanalysen im Problemlösungsprozess
Risikoanalysen sind im Problemlösungsprozess erforderlich, um die Gefahren für Leib und Leben zu bewerten
Bei einer Bewertung mit Rot oder Gelb müssen bei Gefahr für Leib und Leben Rückrufaktionen durchgeführt werden
Risikoanalysen werden für jede Reklamation durchgeführt, die Tiefe der Analyse hängt jedoch vom Fehlerbild ab
Neben Gefahren für Leib und Leben werden aber auch allgemeine Risiken bewertet, die durch einen Fehler auftreten können
Darüber hinaus wird auch immer die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Fehlers betrachtet, um Wiederholungsfehler auszuschließen
Kapitel 8
FMEA im Problemlösungsprozess
Im Problemlösungsprozess wird die FMEA zur Verhinderung von einem Wiederholungsfehler verwendet
Meist wird dazu die Prozess-FMEA überarbeitet, um einen Fehler besser zu entdecken oder um die Fehlerursache im Prozess abzustellen
Dazu wird das Risiko für den Prozess mit dem aufgetretenen Fehler neu bewertet und es werden Ma0nahmen zur Abstellung definiert
Ziel ist es, den Prozess kontinuierlich zu verbessern (KVP) und über die Dokumentation Fehler zu minimieren
Kapitel 8
Risikoanalysen allgemein im QM
Werden zur Beurteilung und Bewertung bei Serienanläufen, Änderungen in laufender Serie und bei Reklamationen eingesetzt
Bei Serienanläufen und Änderungen in laufender Serie werden sie in der Konstruktionsauslegung, Prozessentwicklung und der Bewertung des Zustandes von Musterteilen verwendet
Im Reklamationswesen bewertet man damit die Auswirkungen eines aufgetretenen Fehlers
Risiken werden dabei nach ihrer Bewertung mit Rot, Gelb oder Grün gekennzeichnet
Risikoanalysen können auch über die FMEA durchgeführt werden
Kapitel 8
Serienanlauf
Ab diesem Zeitpunkt entspricht ein Erzeugnis jederzeit den geforderten/vereinbarten Spezifikationen
Ab diesem Zeitpunkt kann die Fertigung das Erzeugnis jederzeit innerhalb der geforderten / vereinbarten Spezifikationen produzieren
Ab diesem Zeitpunkt können die Zukaufteile / Werkstoffe zur Herstellung des Erzeugnisses jederzeit nach den geforderten / vereinbarten Spezifikationen beschafft werden
Kapitel 8
Freigabeerteilungen: Wer erteilt und überwacht?
Kunde überwacht und erteilt der QM-Abteilung eine Serienfreigabe, wenn das Erzeugnis den geofrderten / vereinbarten Spezifikationen entspricht
QM-Abteilung überwacht und erteilt der Fertigung eine Serienfreigabe, wenn das Erzeugnis innerhalb der geforderten / vereinbarten Spezifikation produziert wurde
QM-Abteilung überwacht und erteilt dem Zulieferer eine Serienfreigabe, wenn die Zukaufteile / Werkstoffe zur Herstellung des Erzeugnisses den geforderten / vereinbarten Spezifikationen entsprechen
Kapitel 8
Freigabeerteilung und Überwachung von Änderungen in laufender Serie
In laufender Serie ist der Bemusterungsumfang geringer
Es wird nur bemustert, was geändert werden sollte
Eine Bestätigung der Fähirkgeit des Fertigungsprozesses ist nur dann erforderlich, wenn eine Änderung des Prozesses durch die Änderung am Erzeugnis erforderlich ist
Kapitel 8
Audit und Auditierungsziele
Audit
Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von Auditnachweisen und zu deren objektiver Auswertung, um zu ermitteln, inwieweit Auditkriterien erfüllt sind.
Auditierungsziele
Schwachstellen aufzeigen
Verbesserungsmaßnahmen veranlassen
Wirksamkeit der Maßnahmen überwachen
Kapitel 8
Verschiedene Auditierungsarten
Produkt-/ Dienstleistungsaudit
- Überprüft und beurteilt die Erfüllung der spezifischen Anforderungen im Entstehungsprozess eines Produktes oder bei der Durchführung einer Dienstleistung
Prozessaudit
Überprüft und beurteilt die Fähigkeit zur Erfüllung der spezifischen Anforderung eines bestimmten Prozesses
Ausgehend vom Prozessinput zum Prozessoutput wird dabei der gesamte Prozessablauf vom ersten bis zum letzten Prozessschritt auditiert
Systemaudit
Überprüft und beurteilt die Fähigkeit des gesamten QM-Systems
Überprüfung der Anforderungen an das QM-System
Kapitel 8
Verschiedene Auditoren / Stand des Auditors
First Party Certification
Ein Hersteller erklärt / bestätigt, dass sein Produkt / Verfahren / QMsystem mit den Anforderungen des Kunden hinsichtlich der Einhaltung von Standards, Normen und kundenspezifischen Richtlinien übereinstimmt -> Internes Audit
Second Party Certification
Der Kunde überprüft und beurteilt mit einem Lieferantenaudit, ob das Produkt / Verfahren / QMsystem des Herstellers die festgelegten Forderungen erfüllt -> Externes Audit durch den Kunden
Third Party Certification
Eine National akkreditierte Zertifizierungsstelle überprüft und beurteilt, ob das Produkt / Verfahren / QMsystem des Herstellers die festgelegten Forderungen erfüllt. Erfüllt der Hersteller die Forderungen, erhält er ein Zertifikat von der Zertifizierungsstelle -> Externes Audit mit Zertifizierung
Kapitel 8
Anforderungsprofil an Prüfmittel und Messtechnik
Langzeit-Stabilität der Messergebnisse
Langzeit-Reproduzierbarkeit der Messergebnisse
Verfügbarkeit und hohe Zuverlässigkeit
Pflege, Wartungs- und Justierungsaufwand gering
Umgebungsbedingungen sollten Einsatzmöglichkeiten nicht einschränken
Kapitel 8

Aufgaben des Prüfmittelmanagements
Prüfmittelplanung
Prüfmittelverwaltung
Prüfmittelüberwachung
Prüfmittelfähigkeitsuntersuchungen
Prüfmittelfähigkeitsuntersuchungen
für Fähigkeitsuntersuchung wird ein Normal oder ein Meisterstück verwendet
Das Normal wird nach jeder Messung entfernt und neu eingespannt
Die Umgebungsbedingungen sollten möglichst gleich sein
Die übliche Anzahl der Messungen = 50
Der arithmetische Mittelwert und die Standardabweichung werden nach der Aufnahme der Messwerte ermittelt
Die Standardabweichungen des Fertigungsprozesses sollte bekannt sein, sowie das Maß für das Normal
Kapitel 8
Prüfmittelfähigkeitsuntersuchungen: Formeln
Kapitel 8
Prozessfähigkeiten
Sind ein Nachweis über die Herstellbarkeit eines Erzeugnisses
Geben Auskunft über den Anteil von Gut- und Schlechtteilen bei der Herstellung eines Erzeugnisses
Die Fähigkeit eines Prozesses zeigt somit, wie viele Fehleranteile im Prozess entstehen und was z.B. für Fehlerkosten daraus resultieren
Die Erkenntnisse aus Prozessfähigkeiten sind die Basis für Six Sigma Projekte
Kapitel 8
Einflüsse bei der Fähigkeitsuntersuchung
–> dient der Ermittlung von Prozessfähigkeiten
Prozessfähigkeiten: Stichprobenentnahmen
Zur Bestimmung der Prozessfähigkeit werden Stichproben aus dem laufenden Prozess entnommen
Prozessfähigkeiten werden je nach Stichprobenumfang im Prozessverlauf unterschieden in: (s. Grafik)
Kapitel 8
Prozessfähigkeit: Vorgehen zur Bestimmung
- Zu bestimmende Merkmale durch Kundenforderung festlegen (z.B. Außendurchmesser einer Bohrung innerhalb bestimmter Unter- und Obergrenzen fertigen)
- Prüfmittel auswählen (Sicherstellung der Prüfmittelfähigkeit)
- Vorlaufuntersuchung durchführen (Vorbereitung auf die späteren Stichprobenprüfungen)
- Systematische oder Spezielle Einflüsse abstellen (Sicherstellung der Einwandfreien Durchführung von Stichprobenprüfungen)
- Test auf Normalverteilung (Prüfung auf Normalverteilung im Wahrscheinlichkeitsnetz)
- Stichprobenplanung und -durchführung (Entscheidung ob Kurzzeit-, vorläufige oder Langzeit-Prozessfähigkeit ermittelt werden soll
- Relevante Parameter ermitteln (Arithmetischer Mittelwert , Standardabweichung , Spannweite R, Prozessstreuungen)
- Fähigkeitsindex cp, cpk berechnen und Prozessfähigkeit bewerten (Bestimmung von Langzeit- Prozessfähigkeiten)
Kapitel 8
Gut-/Schlechtteile im realen Fertigungsprozess
Prozessschwankungen im realen Fertigungsprozess können zum Überschreiten der Ober- und Untergrenzen und Ausschüssen/Schlechtteilen führen, wodurch Fehlerkosten entstehen.
Die Mindestanforderungen an einen realen Fertigungsprozess sind:
- Prozessfähigkeit cp, cpk = 1,33
- Fehlerrate = 63 ppm
- Prozessstreuung innerhalb der Toleranz = +- 4 sigma
Kapitel 8
Gut-/Schlechtteile im idealen Fertigungsprozess
Im Idealen Fertigungsprozess werden nur Gutteile mit geringen Schwankungen und keiner Überschreitung der Ober- und Untergrenzen produziert, wodurch auch keine Fehlerkosten entstehen.
Die Anforderungen an einen idealen Fertigungsprozess sind:
Prozessfähigkeit cp, cpk = 2,0
Fehlerrate = 0,002 ppm
Prozessstreuung innerhalb der Toleranz = +-6 sigma
Kapitel 8
Streuungsmaß eines Prozesses zur Beurteilung der Gut-/Schlechtteile (Skizze und Bereiche)
Kapitel 8
Streuungsmaß eines Prozesses zur Beurteilung der Gut-/Schlechtteile: Verschiebungen des Prozessmittelwertes
Die Verschiebung des Prozessmittelwertes hat Einfluss auf die Festlegung der zulässigen Fehleranteile (Je größer Sigma Ebene, desto geringer “Fehler pro Millionen ohne Verschiebung”)
Kapitel 8
Six Sigma : Formeln

Six Sigma Werkzeuge
Werkzeuge des QM
- FMEA
- Histogramm
- Pareto-Analyse
- Qualitätsregelkarten
- Ishikawa Diagramm
Werkzeuge der angewandten Statistik:
Prozessfähigkeitsanalysen
Wahrscheinlichkeitsnetz
Statistische Versuchsplanung
Kapitel 8
Six Sigma Methoden
Durchbruchmethode DMAIC (Define, Measure, Analyse, Improve, Control)
Design for Six Sigma mit IDOV (Identify, Design, Optimize, Verify)
Lean Six Sigma
Kapitel 8
DMAIC: Define
Auswählen der Projekt-CTQs
- Ciritcal to Qualities aus z.B. Voice of Customer (VOC)
Erstellen der Projekt Charter
- z.B. Problemdarstellung und Meilensteine festlegen
Prozessbeschreibung auf der Makroebene
- Erstellung über die Prozesse beim Supplier, Input, Process, Output, Customer
Kapitel 8
DMAIC: Measure
Wichtigste Outputkriterien auswählen
- z.B. Messpunkte festlegen
Datenerfassung planen und durchführen
- z.B. Stichprobenplanung und Durchführung
Aktuelle Prozessleistung errechnen
- Prozessfähigkeit cp / cpk ermitteln
- Streuung des Prozesses sigma ermitteln
- Anteil Schlechtteile FpMM ermitteln
Kapitel 8
DMAIC: Analyse
Daten und Prozess analysieren
Ermitteln der Grundursachen
- Ishikawa-Diagramm
- Five Whiys
- Pareto-Analyse
- …
Quantifizieren der Verbesserungsmöglichkeiten
Kapitel 8
DMAIC: Improve
Lösungen finden und auswählen
- z.B. Sollprozess dokumentieren
Lösungen verfeinern und testen
- Fehler- Einfluss- Möglichkeits-Analyse
- Modellierung und Simulation
Lösungen bewerten und rechtfertigen
- Net Benefit aus Erträgen
Net Benefit aus einer Kostenreduzierung
Kapitel 8
DMAIC: Control
Erstellung des Prozesssteuerungsplans
- Monitoring
- Reaktionsplan
Umsetzung der Lösungen planen
- Implementierungsplan
- Ressourcenplan
Projekt abschließen
- z.B. Dokumentation der Projektergebnisse
Kapitel 8
Qualitätsziele in einzelnen Fachabteilungen
Entwicklung: Machbarkeit des kundenwunsches prüfen und umsetzen
Beschaffung: Die Teile zur Herstellung des Produktes kostengünstig und anforderungsrecht beschaffen
Fertigung: Das Produkt kostengünstig, fehlerfrei und reproduzierbar herstellen
Kapitel 8
Lösungsstrategien bei der Erzielung der Qualitätsziele in einzelnen Fachabteilungen
Entwicklung: Qualität bereits während der Produktentstehung einarbeiten
Beschaffung: Qualität der Zukaufteile streng überwachen
Fertigung: Eine Null-Fehler-/0 ppm-Fertigung anstreben, um das Produkt innerhalb seiner Spezifikationsgrenzen reproduzierbar und mit niedriger Taktzeit fertigen zu können
Kapitel 8
Wodurch entstehen Konflikte im QM zwischen den einzelnen Parteien?
- Kunde fordert, ohne Konsequenzen für Produkt zu kennen
- Kunde erwartet zu erfahren, wie seine Forderungen umzusetzen sind
- Umsetzung des Kundenwunsches, obwohl Probleme vorhersehbar sind
- Forderungen sind aber evt. nicht problemlos umsetzbar
- Kunde wird über Vorschläge informiert, bevor Rücksprache gehalten wurde
- Kein Verzicht der Fachabteilungen auf ihre Qualitätsziele
- Mangelnde Offenheit ggü. dem Kunden reduziert Kundenzufriedenheit
Kapitel 8
Konflikte zwischen einzelnen Parteien im QM vermeiden
- Interne Kommunikation zwischen den Fachabteilungen, bevor dem Kunden Vorschläge gemacht werden
- Entwicklung gemeinsamer Lösungsstrategien und der Konsequenzen einer Änderung auf das Produkt
- Information des Kunden erst anschließend über die beste Lösung
- Oft gilt: “Lieber eine Woche länger überlegen”
- Nachvollziehbare Gründe und/oder alternative Lösungsvorschläge erzeugen Offenheit gegenüber dem Kunden und damit Kundenzufriedenheit
- QM/QS kann den Fachabteilungen helfen, die Gesamtheit der Aufgabe zu betrachten
- Qualitätswerkzeuge können den Fachabteilungen helfen nach strukturierten und definierten Prozessanweisungen vorzugehen
- Die Auswirkungen von Entwicklungen oder Änderungen können unter Einbezug verschiedener Fachabteilungen mit Hilfe von Qualitätswerkzeugen betrachtet werden
- Lösungsstrategien können bei negativen Auswirkungen rechtzeitig definiert und durch geeignete Abstellmaßnahmen umgesetzt werden.
Kapitel 8